Luca: Das E-Auto aus recyceltem Abfall kommt als Prototyp auf die Straße

Luca - Elektroauto aus recyclten PET-Flaschen

Copyright Abbildung(en): TU/ecomotive

Studenten der Eindhoven University of Technology haben sich entschlossen aus Abfall, welcher jedes Jahr im Milliarden Tonnen-Bereich anfällt, etwas Sinnvolles zu machen. Beispielsweise ein Elektroauto, welches zum größten Teil aus Abfall hergestellt wurde. Einen Namen hat der Stromer auch: Luca. Luca setzt auf eine Basis aus Flachs und recyceltem Kunststoff, von dem sogar ein großer Teil aus dem Meer gefischt wurde. Die Karosserie, die Lackierung, die Fenster und der Innenraum sind ebenfalls aus recycelten Materialien hergestellt, darunter PET-Flaschen, der Hartplastik ABS und Haushaltsabfälle.

Gedanken ein E-Auto aus Abfall zu bauen gab es schon länger. Wir erinnern uns: Bereits im März 2018 haben wir Noah vorgestellt. Noah ist ein recyclebares Fahrzeug, entwickelt von Studenten der TU Eindhoven. Das Konzeptfahrzeug, welches sich in Form eines E-Kleinwagens präsentiert, setzt beim Chassis, den Karosserieteilen und dem Interieur auf Biokomposit mit der Hauptkomponente Flachs. Zwei Jahre später präsentiert das Ecomotive-Team der TU Eindhoven mit Luca im Januar 2020 ein weiteres Konzept. Mitte Oktober 2020 folgen nun weitere Informationen zum umweltfreundlichen Stromer.

Angetrieben wird Luca durch zwei Radnabenmotoren angetrieben, die zusammen 15 kW leisten. Entschieden hat man sich für diesen Antrieb sowohl aus Gründen des Platzbedarfs, als auch der hohen Effizienz. Denn der Wirkungsgrad zwischen Batterie und Rad soll hierdurch bei 92 Prozent liegen. Er kann eine Höchstgeschwindigkeit von 90 Kilometern pro Stunde erreichen und hat einen Aktionsradius von 220 Kilometern. Der Verbrauch lässt sich auf rund 180 Kilometer pro Liter Benzin umrechnen. Neben den effizienten Motoren ist dies auf das geringe Gewicht zurückzuführen: Ohne Batterien wiegt das Auto nur 360 kg. Das ist mehr als halb so leicht wie vergleichbare Autos.

Das geringe Grundgewicht wirkt sich zudem positiv auf die eigene Batteriegröße aus. So benötigt das Auto nur sechzig Kilogramm Batterien im Gegensatz zu Hunderten von Kilogramm bei anderen Elektroautos. Da eben weniger Masse bewegt werden muss. Über die Verwendung der nachhaltigen Materialien hatten wir bereits in diesem Artikel berichtet. In Summe führt dies dazu, dass am Ende ein sportlicher, nachhaltiger Stromer auf der Straße steht. „Mit diesem Auto wollen wir zeigen, dass Abfall ein wertvolles Material ist, auch bei komplexen Anwendungen wie einem Auto“, sagt Teammitglied Matthijs van Wijk. Damit will das Team die Menschen für ihr Konsumverhalten sensibilisieren und so zur Entwicklung einer Kreislaufwirtschaft beitragen.

Quelle: Eindhoven University of Technology – Our students present ‘waste car’ Luca: a car made largely from recycled waste

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4 Antworten

  1. „Ohne Batterien wiegt das Auto nur 360 kg.“
    Klingt (für ein Konzept!) erstmal wenig – allerdings wog meine erste, bereits 2011 tatsächlich auch gebaute (und NCAP-getestete) Mia Electric als 4-Sitzer ohne Batterien nur 775 kg mit Stahlrahmen, 2 Schiebetüren(!) und ABS-Karosserie – pro Sitzplatz also praktisch gleich 😉

  2. Grundsätzlich eine gute Idee: Leichtbau aus recyceltem Material und Verzicht auf exorbitante Motorleistung. Nur: warum diese platzverschwendende Form mit „Motorhaube“ wenn man Radnabenmotoren verbaut?

  3. Warum aus Abfall Autos bauen? – weil die Ökos gerne viel Geld für Abfall zahlen und sich dadurch den Anderen überlegen fühlen.

    Was soll man mit dem Materialmix später machen? – vermutlich bleibt nur der Weg in die Müllberbrennungsanlage nach einmaliger Verwendung.

    Sortenreine Kunststoffe / Materialien wären die bessere Lösung, sie lassen sich leichter und öfter wieder verwenden und wären vermutlich auch günstiger.

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