Lithium-Schwefel-Batteriehersteller Oxis mietet Mercedes-Werk in Brasilien an

Lithium-Schwefel-Batteriehersteller Oxis mietet Mercedes-Werk in Brasilien an

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Der Batteriehersteller Oxis Energy, der sich auf Lithium-Schwefel-Batterien spezialisiert hat, kommt der schon mehrmals angekündigten Serienproduktion wieder ein Stück näher: Das Unternehmen hat mit gemeinsam mit der Minas Gerais Development Company (CODEMGE) aus Brasilien einen 15-Jahres-Mietvertrag für die Nutzung eines Werks von Mercedes Benz Brazil am Produktionsstandort in Juiz de Fora im südöstlichen Bundesstaat Minas Gerais unterzeichnet.

Das Ziel ist es, den Standort vollständig zu digitalisieren und die Anlage bis 2023 in Betrieb zu nehmen. Für den Umbau des Standorts investiert Oxis Energy mehr als 50 Millionen US-Dollar, umgerechnet mehr als 46 Millionen Euro. In Phase 1 werden zunächst gut 20.000 Quadratmeter angemietet, um die Produktion von fünf Millionen Lithium-Schwefel (Li-S) -Zellen pro Jahr zu ermöglichen. Es besteht die Option, die Mietfläche sowie die Zellkapazität zu erweitern und somit zu verdoppeln.

Die Investition soll in den nächsten zehn Jahren Hunderte von hauptsächlich hochqualifizierten Arbeitsplätzen schaffen, wobei Oxis Zugang zu Fachwissen und Innovation von Studenten an den renommierten Universitäten von Juiz de Fora habe, so das britische Unternehmen in einer aktuellen Mitteilung. Aufgrund seines Kooperationserfolgs mit Universitäten in Großbritannien und Europa bemühe sich Oxis aktiv um Kooperationen mit brasilianischen Universitäten. Oxis hat große Pläne für seine LiS-Zellen, wie aus einem Statement von CEO Hampson-Jones hervorgeht:

„Innerhalb von fünf Jahren wird diese Fabrik ein Kompetenzzentrum für die Herstellung von Lithium-Schwefel-Zellen und Batteriesystemen von Weltklasse sein. Wir exportieren weltweit in eine Reihe von Märkten: Luftfahrt, Verteidigung, schwere Elektrofahrzeuge, leichte Nutzfahrzeuge und große Seeschiffe. Unser Ziel ist es, der brasilianischen Regierung zu helfen, alle gut 700.000 Verbrenner-Busse in den kommenden 25 Jahren mit Elektrobussen zu ersetzen — dies entspricht einer Produktion von mehr als vier Milliarden Batteriezellen.“ — Huw Hampson-Jones, CEO von Oxis Energy

Oxis und CODEMGE arbeiten bereits mit mehreren brasilianischen Blue-Chip-Unternehmen zusammen, um ihre Li-S-Zellen für die Elektrifizierung von Regionalflugzeugen, Bussen und Lastwagen zu nutzen, sowie mit brasilianischen Flugzeugherstellern, um im Land Elektroflugzeuge zu bauen. CODEMGE unterstützt Oxis Energy auch bei seiner Zusammenarbeit mit zahlreichen US-amerikanischen, europäischen und japanischen Flugzeugherstellern.

Auch über den Oxis-Standort in Wales gibt es Neues zu berichten: Scott Davis, ein erfahrener Produktionsleiter, kam vom belgischen Unternehmen PB Leiner zu Oxis Energy und wird die Produktion in der neuen Anlage in Kenfig Hill in der Nähe von Port Talbot leiten, die im Jahr 2021 eröffnen soll. Dort sollen genügend Kathoden und Elektrolyte hergestellt werden, um die Produktion von 500.000 Zellen zu ermöglichen.

Quelle: Oxis Energy — Pressemitteilungen vom 12.05.2020 und 11.05.2020

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2 Antworten

  1. Ich spekuliere mal: Diese Strategie (Standort vermieten an Firmen, die sich in Zukunftstechnik engagieren) ist Vorbild für künftige Geschäftsmodelle der alten verbrennerfixierten Autokonzerne, als Notnagel für die Zeit, in der Verbrenner immer schwerer verkäuflich werden. Ich sehe inzwischen an meinen erwachsenen Kindern, was als Trend längst festgestellt wurde: Mehr junge Menschen wollen gar kein Auto mehr besitzen, und mehr junge Menchen wollen, so sie ein Auto benötigen, keinen neuen Verbenner kaufen, warten lieber auf erschwingliche E-Autos. Der “Tipping-Point” (zentraler Begriff in Lars Thomsens Vorträgen, viele davon auf Youtube) ist längst da.

  2. Absolut richtig 🙂

    Das moderne Stadtbild ( vielleicht schon 2030 ? ) wird vorwiegende vom ÖV, Fahrrädern, Scootern und Fussgängern geprägt sein. Dort wo es noch Autos, Kleintransporter braucht werden diese womöglich autonome ( ev. auch carsharing ) BEV’s sein. Hubs in Aussenbezirken an Einfallsstrassen können mit Garagen ausgestattet werden, die wiederum PV Anlagen für die AC Ladestationen der Parkplätze ausgestattet sind. Elektroautos für Mittelstrecken bis 200km, Langstrecken bis z.B. bis 600km und Schnellbahnen/Flugzeuge, welche die Städte ( Gross/Klein ) miteinander verbinden.

    Bis zu diesem Zeitpunkt wird die Batterietechnologie soweit fortgeschritten sein, dass nur noch ein kleiner Prozentsatz der Elektroautos unterwegs DC laden muss. Ansonsten kann das Elektroauto immer dann geladen werden, wenn es nicht fährt ( zu Hause, Office, Einkaufszentren, Garagen, Hotels, Restaurants etc. )

    Und vor Allem, es wird möglicherweise nur noch die Hälfte oder noch weniger Autos ( eben dann Elektroautos ) geben.

    Habe Lars Thomsons Vorträge schon oft gehört und war meistens überwältigt. Thumbs-Up

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