Ladepunkte und Kosten: Umfassender Vergleich von Ladeanbietern offenbart enorme Unterschiede

Ladepunkte und Kosten: Umfassender Vergleich von Ladeanbietern offenbart enorme Unterschiede

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Die Reihe „E-Mobility Excellence“ liefert in ihrer neuesten Ausgabe einen umfassenden und unabhängigen Marktvergleich verschiedener Ladedienste, der transparente Einblicke für Elektroautofahrer bei der Auswahl der geeigneten Lade-App und Lade-Karte ermöglicht. In neun ausgewählten EU-Märkten hat der Ladedienst „Shell Recharge“ mit 142.500 angebundenen Ladepunkten das größte Netzwerk. Auf Platz zwei folgt die EnBW mit „mobility+“ und 123.000 Ladepunkten, die seit letztem Vergleich durch die Anbindung weiterer Märkte die Netzwerkgröße verdreifachen konnte. Lediglich 3000 Ladepunkte weniger zählt der Ladedienst Plugsurfing und landet somit auf dem dritten Platz.

Im Vergleich verschiedener Ladetarife schneiden die Stadtwerke München mit durchschnittlichen jährlichen Ladekosten von 953 Euro am günstigsten ab. Dicht dahinter, mit Kosten in Höhe von 1038 Euro liegt auch hier mobility+ der EnBW auf Rang zwei. Auf Rang drei folgt der Ladedienst „Einfach Strom Laden“ von Maingau Energie mit 1436 Euro pro Jahr. Der Preisvergleich lohnt sich für Fahrer von Elektroautos durchaus – denn durch die Auswahl eines geeigneten Ladedienstes können jährlich über 850 Euro eingespart werden.

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P3

Mit der aktuellen Ausgabe des E-Mobility Excellence Vergleichs untermauern die beteiligten Partner Charging Radar (von CIRRANTiC und THEON Data) und P3 ihren Anspruch, den Lademarkt für deutsche E-Autofahrer so transparent wie möglich zu vergleichen und Aufschlüsse zur Größe, Marktabdeckung und Tarifgestaltung verschiedener Ladedienste zu geben.

Im Report enthalten sind die Märkte Deutschland, Österreich, Schweiz (D-A-CH Region) sowie Belgien, Dänemark, Frankreich, Italien, Liechtenstein, Luxemburg und die Niederlande und die Ladedienste Shell Recharge, mobility+, Plugsurfing, Einfach Strom Laden, GP Joule, DKV CARD +CHARGE, GET CHARGE und Ladenetz.de (repräsentiert durch die Stadtwerke München). Ein besonderer Fokus liegt in dieser Ausgabe auf dem Thema High Power Charging (HPC), Netzabdeckung und Ladekosten – in Anbetracht der Marktdynamik und jüngsten Tarifänderungen großer Lade-Dienste ein derzeit heiß diskutiertes Thema.

Anbieter nach Ladepunkten: Shell vor EnBW und Plugsurfing

Der Ladedienst Shell Recharge von New Motion bietet zum Stichtag 30.09.2020 in den betrachteten Ländern Zugang zu den meisten Ladepunkten und führt das Ranking mit Vorsprung vor dem zweitplatzierten MSP, mobility+ der EnBW, an. Knapp dahinter liegt der Ladedienst Plugsurfing auf dem dritten Platz, gefolgt von der DKV CARD +CHARGE, die das Ladenetzwerk der Charge4Europe nutzt (einem Joint Venture zwischen DKV Euro Service und innogy eMobility Solutions), Einfach Strom Laden von Maingau Energie und weiteren Ladediensten. Die Abdeckung von Shell Recharge in den betrachteten EU-Märkten liegt mit 142.500 Ladepunkten bei knapp 85 Prozent vom Gesamtmarkt. Die Zweit- und Drittplatzierten mobility+ und Plugsurfing kommen auf eine Marktabdeckung von 73,5 Prozent und 71,5 Prozent.

Der Blick auf die D-A-CH Region spiegelt die Platzierung in den EU-Märkten größtenteils wider. Shell Recharge und mobility+ liegen praktisch gleichauf, der dritte Platz geht hier aber an Einfach Strom Laden von Maingau Energie. Der Gesamtmarkt in der D-A-CH Region ist seit letztem Report vor drei Monaten um beachtliche 16 Prozent auf gut 54.100 Ladepunkte angewachsen. Shell Recharge und EnBW mobility+ weisen mit jeweils gut 85 Prozent nahezu die gleiche Marktabdeckung in der D-A-CH-Region auf. Ein Unterschied zwischen den beiden Ladediensten liegt jedoch im Zugang zu Schnellladenetzwerken von IONITY und Fastned, deren Stationen nicht über mobility+ verfügbar sind. Allerdings baut EnBW aktiv das eigene Schnellladenetz an Autobahnen und zentralen Standorten aus. Der drittplatzierte MSP Einfach Strom Laden kommt in der D-A-CH Region mit 37.300 angebundenen Ladepunkten auf eine Marktabdeckung von 69 Prozent.

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Neben der Marktabdeckung spielt aus Kundensicht natürlich auch die Preisgestaltung eine große Rolle bei der Auswahl des geeigneten Ladedienstes. Der folgende Vergleich ermittelt daher durchschnittliche jährliche Kosten aus Endkundensicht für die Ladedienste im deutschen Markt. Da sich die Kosten je nach Fahrzeugkategorie und Nutzerverhalten unterscheiden, wurden für die bessere Vergleichbarkeit zwei Referenzfahrzeuge (städtisches E-Fahrzeug mit ca. 250 km Reichweite und Langstreckenfahrzeug mit bis zu 400 km Reichweite) ausgewählt sowie drei typische Nutzerprofile definiert (Durchschnittsfahrer, Vielfahrer, 100 Prozent öffentliches Laden), die seit dem letzten Vergleich praxisorientiert mit einem höheren Anteil DC- und HPC-Ladevorgängen angepasst wurden. Der Durchschnitt aller Ergebnisse ergibt die für die Analyse ausschlaggebenden jährlichen Kosten aus Kundensicht. Bei Interesse an weiteren Detailauswertungen, zum Beispiel aus Sicht eines Langstreckenfahrers, stehen die Partner gerne für Rückfragen zur Verfügung.

Stadtwerke München führend im Kostenvergleich

Im Kostenvergleich der Ladetarife schneidet der Ladedienst der Stadtwerke München (stellvertretend für den Roaming-Verbund Ladenetz) mit mittleren jährlichen Ladekosten von 953 Euro am besten ab. Das Preismodell der Stadtwerke München ist denkbar einfach. Abgerechnet wird für jede geladene Kilowattstunde Strom ein Preis von 37 Cent. Dabei spielt es keine Rolle ob der Kunde sein E-Auto an einer eher langsamen AC Ladestation oder einer schnelleren DC/HPC Ladestation auflädt. Es fallen keine monatlichen Kosten in Form einer Grundgebühr an, lediglich der einmalige Versand der Ladekarte wird mit 5 Euro in Rechnung gestellt. Allerdings sind die Ladestationen des IONITY Netzwerks nicht über die Ladekarte verfügbar, weshalb für Langstrecken auf andere HPC-Netzwerkbetreiber (EnBW, allego) oder einen anderen Ladedienst zurückgegriffen werden muss.

Den zweiten Platz belegt der Ladedienst mobility+ der EnBW mit durchschnittlichen jährlichen Ladekosten in Höhe von 1038 Euro (im Tarifmodell zum Stichtag am 30.09.2020). Auch die EnBW setzt auf Abrechnung pro kWh mit zwei Tarifen. Zusätzlich bietet die EnBW vergünstigte Tarife für ihre Strom- und Gaskunden sowie ADAC-Mitglieder an, die hier nicht berücksichtigt wurden, da diese den vorgenannten Nutzergruppen vorbehalten sind.

Seit dem 2. November – und damit nach dem Stichtag der Datenerhebung für diesen Bericht – erhebt „mobility+“ eine Blockiergebühr, die nach 4 Stunden Anschlusszeit mit 9,75 Cent pro Minute für alle Ladevorgänge greift und durch einen „Kostenairbag“ auf 11,70 Euro begrenzt ist. Dieser Zuschlag ist zwar grundsätzlich sinnvoll, wenn es darum geht, die Verfügbarkeit von Ladestationen sicherzustellen, kann aber auch die durchschnittlichen Ladekosten jährlich um gut 300 Euro steigen lassen.

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Zum Stichtag 30.09.2020 belegt der Ladedienst Einfach Strom Laden von Maingau Energie mit 1436 Euro jährlichen Ladekosten den dritten Platz. Gegenüber dem letztem E-Mobility Excellence Vergleich wurden die Preise für den Ladedienst angepasst und sind bereits in der aktuellen Ausgabe berücksichtigt. Die kWh-basierten Preise an AC und DC Ladestationen wurden einheitlich angehoben, darüber hinaus wurde für Ladestationen im IONITY Netz ein Sonderpreis von 73ct/kWh festgesetzt. Durch die Preisänderung ergeben sich für einen E-Auto Fahrer unter den zugrunde liegenden Fahrzeugen und Nutzerprofilen zusätzliche jährliche Kosten in Höhe von 350 Euro.

Auch Maingau Energie ergänzt seinen Tarif nach einer gewissen Dauer bereits durch ein Standzeitzuschlag. Da der Zuschlag nicht zeitlich begrenzt ist, kann diese zusätzliche Tarifkomponente aber zu hohen Beträgen bei der monatlichen Abrechnung führen, so dass es aus Kundensicht besonders wichtig ist, sich im Vorfeld über die Tarifbedingungen zu informieren. Daher wurde bei Maingau Energie und anderen Anbietern im Vergleich, die eine ähnliche Blockiergebühr oder zeitbasierte Komponenten in ihrem Tarifmodell haben, in der Auswertung ein geringer Risikozuschlag skizziert, um Kunden hinsichtlich ungewollt hoher Rechnungen zu sensibilisieren.

Erhebliche Preisunterschiede beim Lade-Roaming

Aufgrund hoher Roamingkosten bei bestimmten CPO wählen manche Ladedienste Tarifmodelle, die betreiberspezifische Preise an ihre Kunden weiterreichen. In diesem Fall können je nach Ladestationsbetreiber zum Teil erhebliche Preisunterschiede anfallen. Bei Nutzung des Shell Recharge Dienstes bezahlen Kunden an EnBW Ladestationen 36ct/kWh für AC-Laden und 68ct/kWh für DC-Laden. Lädt ein Kunde nun mit dem gleichen Ladedienst an einer von E.ON betriebenen Ladestation, fallen 47ct/kWh für AC und DC sowie zusätzliche, minutenbasierte Kosten in Höhe von 2 Cent für AC und 41 Cent für DC Ladestrom an. An einer innogy Ladesäule sind es 41ct/kWh und 1ct/min für AC und 35ct/kWh für DC Laden.

Aus Kundensicht drohen insbesondere bei Nutzung der RFID-Ladekarten, wo keine Preise angezeigt werden, unliebsame Überraschungen bei der monatlichen Abrechnung. Daher wurden Ladedienste, die ein anbieterspezifisches Preismodell haben, in der Auswertung zusätzlich mit einem höheren Risikozuschlag aus Kundensicht gekennzeichnet.

Positiv aus Kundensicht ist die Tarifänderung bei Plugsurfing zu bewerten. Seit dem 15. Oktober – und damit nach dem Stichtag für diesen Vergleich – wurde das betreiberspezifische Preismodell für den deutschen Markt durch ein einheitliches, kWh-basiertes Modell ersetzt. Nach der Änderung kostet das Laden an AC Stationen 45 Cent, an DC/HPC Stationen 55 Cent und an IONITY Schnellladesäulen 86 Cent je Kilowattstunde. Der Abo-Tarif Plugsurfing Plus bleibt weiterhin bestehen. Hier fallen neben einer monatlichen Grundgebühr von 19,99 Euro einheitlich nur noch 34 Cent je Kilowattstunde an – auch bei IONITY. Durch die Tarifänderung können Plugsurfing Kunden jährlich im Mittelwert 330 Euro sparen. Dies würde bei der Betrachtung zu einem späteren Stichtag sogar zu einer Platzierung auf Rang 3 der besten Ladetarife führen.

Shell Recharge vor Plugsurfing und DKV bei Ultra-Schnellladern

Betrachtet man lediglich den Zugang zu High Power Charging (HPC) Ladepunkten, die mit Ladeleistungen von mehr als 100 kW für Langstreckenfahrten besonders wichtig sind, bietet auch in dieser Kategorie Shell Recharge das größte Ladenetz mit 3650 angebundenen Ladepunkten. Es folgen Plugsurfing mit 3250 Ladepunkten auf Platz zwei und DKV CARD +CHARGE mit 2975 Ladepunkten auf Rang drei.

Besonders interessant für E-Autofahrer ist das Marktwachstum im Segment der HPC Ladepunkte. Hatte der erstplatzierte Shell Recharge zum Stichtag 30.06.2020 noch 2550 HPC Ladepunkte angebunden, sind es drei Monate später bereits über eintausend Ladepunkte mehr, was einem Wachstum von knapp 45 Prozent in diesem kurzen Zeitraum entspricht. Auch der zweitplatzierte Ladedienst Plugsurfing weist in der HPC Kategorie einen ähnlichen Zuwachs auf. Die DKV CARD +CHARGE konnte die Größe seines HPC-Netzes sogar beinahe verdreifachen und hat seit letzter Veröffentlichung 1830 Ladepunkte hinzugewonnen. Der Zubau von (Schnell-)Ladeinfrastruktur hält damit unvermindert dynamisch an und ermöglicht bereits heute elektrische Langstreckenmobilität durch ein flächendeckendes Netz an Hochleistungsladestationen in den Fokusmärkten.

Die jährlichen HPC Ladekosten wurden anhand des Profils eines Vielfahrers mit einem langsteckentauglichen Elektroauto berechnet. Kunden der Stadtwerke München kommen mit 1720 Euro auf die geringsten jährlichen Ladekosten im Vergleich der Anbieter. Auf Platz zwei folgt die EnBW mit durchschnittlichen Kosten von 1980 Euro über beide Ladetarife. Greifen Nutzer auf den Vielladertarif zurück, betragen die Kosten aufgrund der 10 Cent günstigeren kWh Preise im Vergleich zum Standardtarif lediglich 1780 Euro. Allerdings ist die Abdeckung bei beiden MSP im Vergleich zu den anderen Anbietern geringer. Auf Rang drei der HPC Ladekosten liegt GP Joule mit durchschnittlichen Jahreskosten von 2560 Euro und einer etwas höheren HPC Marktabdeckung.

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass eine hohe HPC Netzabdeckung zu Lasten der durchschnittlichen Ladekosten und damit auch dem Elektroautofahrer geht. Dies ist hauptsächlich auf die hohen B2B-Preise an IONITY Ladestationen zurückzuführen, die die Ladedienste an ihre Kunden weitergeben. Fast alle Ladedienste haben für das IONITY Schnellladenetzwerk separate Preise ausgewiesen. Der Ladedienst mit günstigen HPC Tarifen, beispielsweise die Stadtwerke München oder die EnBW haben IONITY nicht mehr angebunden und entsprechend eine geringere Netzabdeckung. Lediglich Plugsurfing bietet mit dem Plugsurfing Plus Tarif eine sehr günstige Option für Vielfahrer mit hoher HPC-Abdeckung. Hier bezahlen Nutzer neben einer monatlichen Grundgebühr von 19,99 Euro 34 Cent pro kWh und kommen in diesem Tarif auf jährliche Ladekosten von 1820 Euro – inklusive Zugang zum IONITY Netzwerk. Nutzt man hingegen den normalen Tarif (nach Preisumstellung), fallen an den IONITY Stationen 86 Cent pro kWh an.

Quelle: P3 – Pressemitteilung vom 23.11.2020

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Das ist mal wieder so eine absolut nichts sagende Statistik, wenn ihr nicht die Basis für diese ermittelten Summen veröffentlicht. Wovon geht diese Studie aus? Laden nur an öffentlichen Ladesäulen? Wie ist das Verhältnis AC/DC? Wieviel angenommene Jahreskilometer? Welcher Verbrauch/100 km wurde angenommen?

Beispielhaft sieht man das an der Erhöhung bei Maingau duch die Blockiergebühr um 300 €. Wieso 300 € mehr? Das würde mich z.B. überhaupt nicht betreffen, da ich unterwegs nur DC lade und dann die Blockiergebühr überhaupt nicht vorkommt.

So hinterlässt man für unerfahrene BEV-Interessierte nur Verwirrung; total an der Realität vorbei.

Bernhard, danke für den Kommentar. Da hast Du absolut recht. Und ich setze noch eins drauf: Der ganze Beitrag ist so verworren und unübersichtlich, dass man ihn auch nach zweimaligem Lesen nicht verstehen kann. Er stiftet noch mehr Verwirrung als das ganze Ladechaos es ohnehin schon tut.
Es wird allerhöchste Zeit, dass Klarheit in diesen undurchschaubaren Ladewirrwarr kommt und dass wenigstens die Vorschriften der Preisauzeichnung eingehalten werden, so wie das an Tankstellen auch sein muss. Kein Mensch würde eine Tankstelle anfahren, wenn er nicht vorher wüsste, wie viel er für den Sprit zahlen muss. Und so horrende Preisunterschiede wie beim Ladestrom wären an Tankstellen ohnehin nicht vorstellbar.

Da muss ich leider wieder Tesla loben. Da weiß man, wie viel der Strom am Supercharger kostet, denn der ist einheitlich bei derzeit 0,35 Euro pro kWh für DC-Ladung mit 150 kW und mehr. Hinzu kommt ggf. eine Blockiergebühr von 0,80 Euro pro Minute. Der Clou aber ist, dass man ohne Karte oder Handy laden kann: Nur anstecken und wieder abstecken. Auf dem Display sieht man, wie viel das kostet und abgerechnet wird automatisch. Ich frage mich: Warum kann das Tesla ohne staatliche Förderung und andere, wie Ionity können das trotz hoher Fördersummen aus Steuergeldern nicht? Von den räuberischen Tarifen bei Ionity will ich gar nicht reden.

Es wird höchste Zeit, dass hier Ordnung geschaffen wird. Die Verbraucherschutzverbände haben das ja schon aufgegriffen. Fragt sich nur, ob und wann sich was ändert.

Jetzt haben Sie immerhin den Beitrag um die fehlende Tabelle am Anfang ergänzt. War heute morgen noch nicht drin. Lange Rede kurzer Sinn. Wer keine Möglichkeit hat zu Hause zu Laden sollte die Finger weg lassen, wenn er nur ans Sparen denkt. Wer auch den Klimaschutz im Auge hat, muss dann halt im Verhältnis zum Diesel einen Aufpreis zahlen. Wenn man aber berüchsichtigt, daß ein Diesel Kfz-Steuer kostet und der BEV nicht, dann passt es schon wieder mit einem BEV.

Ich habe die Möglichkeit zu Hause zu laden und denke ans Sparen, denn ich lade mit dem Strom aus der eigenen PV-Anlage. Das langt im Sommer leicht, im nebelgrauen November wird es knapp, deshalb muss ich hin und wieder Strom zukaufen. Und auf längeren Strecken muss ich halt an die Säule. Auch wenn es nicht sehr oft vorkommt, so habe ich doch etwas gegen ein undurchschaubares System und die horrenden Tarife einzelner Anbieter (z.B. Ionity mit über 0,80 Euro pro kWh). Da geht es ums Prinzip, vor allem weil in den Ladestationen eine Menge Steuergeld steckt. Das ist unfair gegenüber dem E-Auto-Fahrer und gegenüber jedem Steuerzahler.

Sparen ist das Stichwort. Ich habe die gleiche häusliche Situation wie Du.

Ich habe einen Kona 64. Für meinen Alltag und die beruflichen Strecken, die ich fahre, komme ich problemlos ohne AC-Lader aus. Nur für Urlaubsfahrten benutze ich HPC-Lader. Es gibt einen Haushaltsstrom von Yello für 147,- €/Jahr und 22,14 ct/kWh. Bei meinem jetzigen Anbieter zahle ich 110 €/Jahr & 24,92 ct/kWh. Ich bleibe aber bei meinem Anbieter weil ich da eine Preisgarantie bis Ende 2023 habe. Bei Yello gibt es die Preisbindung nur für 12 Monate.

Meine Wärmepumpe läuft über EnBW. Damit bekommt man als Kunde die Bussiness-Ladekarte ohne Grundgebühr. HPC für 39 ct/kWh. Ich habe noch eine Maingau-Karte. Da habe ich bis zum Frühjahr für 35 ct/kWh geladen. Lade eigentlich nur bei Fastned und EnBW. Die gingen immer. Allego zickt manchmal, aber zum Laden habe ich sie immer gebracht. In Bayern gibt es viele Triple-Lader von den Lechwerken, die kostenlos sind. Einfach bei going electric suchen. Wenn man sowieso eine Vesperpause machen will, reichen auch 50 kWh-Lader. Ich lade keine 10 % an HPC. Deshalb finde ich den Ionity-Preis nicht so dramatisch. Lade aber auch aus Prinzip nicht bei Ionity.

Mir graust’s bei diesem Chaos. An meiner Tankstelle stehen übersichtlich 4 Preise. Keine 195 Gesellschaften die ca. 290 Verträge verkaufen und Roaming gibts auch noch. Die lassen auch nichts aus.

Die Lösung ist: Daheim laden, für den der’s kann. Am Besten mit dem eigenen PV-Strom. Oder auf die Tesla-Supercharger ausweichen, was aber nur geht, wenn man einen Tesla hat und viel auf längeren Strecken unterwegs ist.
Der Rest ist pures Chaos, vor allem, wenn man preisbewusst laden will.

Wieder einmal sieht man, dass das Chaos gewollt ist. Man erinnere sich an die Zeit der speziellen Telefonvorwahlen mit denen man je nach Wohnort des Angerufenen Gebühren sparen konnte. Besonders unübersichtlich (ja, es gibt noch eine Steigerung!) wirschestem, wenn sog. Roaming-Gebühren anfallen, mithin unterwegs fast immer

tesla Fahrer zahlen am meisten – über die Anschaffung des Autos, und haben dafür mit Abstand das beste Ladeerlebnis.

Wenn man jetzt hier mal die Bedürfnisse der Spießer & Pfennigfuchser beiseite lässt ist es bereits ziemlich einfach. Ich habe einen AC und einen DC Tarif – fertig

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