Ladelösungsanbieter über das intelligente Potenzial der Elektromobilität

Ladelösungsanbieter über das intelligente Potenzial der Elektromobilität

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Wenn wir über Elektromobilität in den Medien lesen, dann geht es in erster Linie um das Elektroauto und dieses wird, wie alle disruptiven Innovationen, gerne kontrovers diskutiert. Das Elektroauto kann jedoch weitaus mehr: Es ist geeignet, den kompletten Umbau unserer Energiewirtschaft hin zu erneuerbaren Energien zu fördern und sogar zu beschleunigen. Dazu ist ein Zusammendenken von Verkehrs- und Energiewende notwendig.

Laut einer Aufstellung des Umweltbundesamtes zu den Emissionsquellen für Treibhausgase in Deutschland führt die Energieerzeugung diese Statistik mit 34,4 Prozent deutlich an. Es folgt die Industrie mit 22,7 Prozent und an dritter Stelle der Verkehrssektor mit 19,1 Prozent. Wenn man Energie und Verkehr in einem Konzept zusammenbringt, ergibt sich also die Möglichkeit, an 53,5 Prozent der Gesamtemissionen hierzulande etwas zu bewirken.

Jüngst hat der Bundestag den schrittweisen Ausstieg aus der klimaschädlichen Kohleverstromung bis spätestens 2038 beschlossen. Überfällig, denn der Einstieg in die Energiewende ist längst vollzogen: Im Jahr 2020 machen die erneuerbaren Energien bereits einen Anteil von 46 Prozent an der deutschen Stromerzeugung aus.

Jedoch fällt dabei, je nach Windaufkommen und Sonneneinstrahlung, mal mehr oder weniger Strom an. Diese Volatilität scheint Kritikern in die Hände zu spielen, doch diese denken die Energiewende nicht zu Ende. Die Batterien der Elektroautos spielen in Zukunft eine zentrale Rolle beim Umbau zum modernen Energienetz. Dieses wird dezentral und digital vernetzt sein, sowohl auf der Produktionsseite als auch auf der Abnahmeseite. Mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) kamen über eine Million Produzenten in den Markt und mit der Elektromobilität entstehen auf der anderen Seite Millionen flexible Abnehmer. Der Energiemarkt wandelt sich von einem Erzeugermarkt in einen nachfragegesteuerten Markt. Dies ist heute möglich, da Produktion und Abnahme digital vernetzt werden können und Energie somit effizient genutzt wird.

Das Elektroauto ist mehr als „nur“ der elektrifizierte Antriebsstrang. Es kann sowohl Energie aufnehmen als auch abgeben, wenn das netzdienlich ist. Die eigentliche Revolution findet nicht unter der Haube statt, sondern im Energiesystem. Nutzerdaten aus dem Pool von eeMobility ergeben folgendes Ladeverhalten: Über 80 Prozent der Ladevorgänge erfolgen zu Hause, mit entsprechend langen Standzeiten in der Nacht. Das Speicherpotenzial dieser Fahrzeuge lässt sich durch bidirektionalen Energiefluss intelligent zur Laststeuerung nutzen.

eeMobility geht einen ersten großen Schritt in diese Zukunft: Unsere jüngste Innovation eeFlatNeo ist die weiter entwickelte Variante intelligenter Ladelösungen von eeMobility fürs Laden zu Hause. Mit eeFlatNeo werden Ladevorgänge automatisch in die nächtlichen Zeitfenster verschoben, in denen die Netzauslastung gering ist. So wird der Überschussstrom aus erneuerbaren Energien bestmöglich genutzt, der insbesondere nachts häufig aus Windenergieanlagen anfällt. Der selbstlernende Algorithmus stellt sicher, dass das Fahrzeug vor Fahrtbeginn am nächsten Morgen vollständig geladen ist.


Klaus Huber, Gründer und Geschäftsführer der eeMobility GmbH

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5 Antworten

  1. Und ich dachte mit dem überschüssigen Strom soll die Wasserstoffwirtschaft ihren Wasserstoff billig produzieren!
    Na, da haben wir wohl einen Interessenkonflikt, wenn jetzt die ganzen neuen i3s und e-Golfs künftig nachts ihre Akkus laden möchten
    Es geht spannend weiter in eine elektrische Zukunft!

    1. Weht in der Nacht kein Wind in Deutschland? Ist das irgendwie verboten? Und auch Speicherseen sind immer leer? Was ist mit Flusskraftwerken? Warten die Flüsse bis zum nächsten Morgen und fliessen dann weiter? Oder Kraftwerke mit biologischen Quellen (Pellet, Schnitzel, Abfälle)? Herrscht da ein Arbeitsverbot in der Nacht?

  2. Der Ausbau solcher Möglichkeiten in der letzten Meile des Versorgungsnetzes wird in den meisten Fällen teurer als jeder Nutzen.

    Besser wäre es eine Strategie zu verfolgen bei der Efz nicht mehr nur zuhause sondern am Arbeitsplatz geladen werden können. An diesen zentraleren Orten könnte der Ausbau von V2G effektiver sein, wenngleich tagsüber dafür anscheinend weniger Bedarf herrscht.

    Auch in der Freizeit z.B. beim Einkaufen sollte nachgeladen werden können, nur sind hier die Verweilzeiten für V2G ungünstig.

    Lernen heißt Fehler machen. Insofern ist blindes Vertrauen in selbstlernende Systeme unangebracht.

  3. Es wird ein Mix geben müssen. Wenn nötig fließt auch mal der Strom vom Autoakku ins Netz und es wird geladen und auch Wasserstoff erzeugt. Den H2 brauchen wir dringend für Schiffe, Hochöfen, zum Kochen…. aber natürlich nicht für das Auto.

  4. Ziel muss sein auch möglichst Tagsüber zu laden. Egal wo und wann. So kann im Sommer der Ueberschuss von den PV s direkt verbraten werden.
    Ein geladenes Auto wieder ins Netz zurückladen macht heute keiner und in Zukunft kaum mehrere. In der Nacht gibt s Billigstrom vom Wasser und Wind. H2 muss den Traktoren , LKW und zum Letzten den Schiffen oder (Flugzeugen) reserviert bleiben.

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