Kleinwagensektor in Europa weiterhin auf Vormarsch; dank Frankreich!

Kleinwagensektor in Europa weiterhin auf Vormarsch; dank Frankreich!

Copyright Abbildung(en): Domagoj Kovacic / Shutterstock.com

Nun liegen die Zahlen vom Ende Juli 2020 vor und es ist uns möglich einen Blick auf die Zulassungen reiner E-Autos in den verschiedenen Fahrzeugsegmente zu riskieren. Ende des ersten Halbjahrs 2020 zeigte sich am europäischen Elektroautomarkt, dass unsere französischen Nachbarn Rang Nummer eins beim Gesamtabsatz elektrifizierter Fahrzeuge eingenommen hatten. Sowohl im Einzelmonat Juni, als auch im Zeitraum von Januar bis Juni 2020. Ende Juli sah es schon ein wenig anders aus. Dennoch lässt Frankreich seinen Einfluss auf die Fahrzeugsegmente weiterhin spüren.

Ende Juli 2020 konnte der Renault ZOE erneut ersten Rang am europäischen Elektroautomarkt für sich beanspruchen und verwies mit 45.129 verkauften ZOE das Tesla Model 3 (32.983) auf Rang zwei des Rankings. Erwähnenswert ist, dass der Absatz des ZOE im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 60,9 Prozent gewachsen ist. Der des Model 3 um 18,9 Prozent zurückgegangen ist. Noch einmal ein deutlicher Unterschied, sowohl positiv (Renault) als auch negativ (Tesla) im Vergleich zu den Zahlen von Ende Juni 2020. Doch betrachten wir das ganze nun auf Fahrzeugsegment-Ebene.

Infolge eines großen, anhaltenden Schubs aus Frankreich, dank eines verstärkten staatlichen Konjunkturpakets, dass in erster Linie auf Elektroautos abzielte, katapultierten die französischen Modelle, die im Kleinwagensektor konkurrieren, wie der Renault Zoe, diesen Sektor in den ersten sieben Monate des Jahres 2020 (24,6% Mix) zum größten Segment an Europas Elektroautomarkt. Zu diesem Segment zählt man Fahrzeuge wie den Peugeot e208, den Opel Corsa-e oder auch den bereits erwähnten neuen Renault ZOE. Welche für 2020 generell an Wachstum erfahren dürften.

Das Segment der E-SUVs musste sich bis Ende Juni noch der Unteren Mittelklasse (23,4 Prozent) geschlagen geben. Konnten Ende Juli dann aber 24,1 Prozent der Marktanteile, nach Segment-Betrachtung für sich beanspruchen. Bei den E-SUV lässt sich festhalten, dass ein Großteil der Zulassungen auf Premium-Modelle wie den Audi e-tronden Jaguar I-PACE oder Mercedes EQC entfielen. Analyst Matthias Schmidt geht davon aus, dass sich die Zulassungszahlen bis Ende des Jahres in einem vergleichbaren Rahmen bewegen.

Der Near-Executive-Sektor konnte keinen nennenswerten Anstieg verzeichnen. Im Gegenteil, durch eher geringe Tesla-Absatzzahlen verringerte sich der Marktanteil auf 12,3 Prozent. Wie wir uns erinnern ist das einzige Model in diesem Segment das Model 3, welches gerade zum Quartalsende hin meist ein Zulassungsschub verzeichnet. Wobei, dass stimmt seit Juni nicht mehr ganz. Denn der Polestar 2 wurde ebenso in das Near-Executive-Segment bei der Betrachtung aufgenommen. Jedoch verzeichnete dieser  bisher “nur” 112 Zulassungen, Tesla steuerte 32.983 bis Ende Juli 2020 bei.

Nachfolgend haben wir die rein elektrischen Fahrzeugen in ihren jeweiligen Segmenten betrachtet, um einen Vergleich zu ermöglichen. Zeitraum Januar – Juli 2020:

  • Basic – 10,80 Prozent
  • Kleinwagen – 24,60 Prozent
  • Untere Mittelklasse – 23,40 Prozent
  • Near Executive – 12,30 Prozent
  • SUV/Crossover – 24,10 Prozent
  • Luxusklasse – 2,30 Prozent
  • Nutzfahrzeugklasse / Minibus – 0,50 Prozent
  • Sonstige – 2,00 Prozent

Matthias Schmidt – The European Electric Car Report West European Market Intelligence – Edition 07.2020

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5 Antworten

  1. Tja .. wenn man Lagerware hat kann man die in Boomzeiten gut verkaufen.

    Renault hat eben historisch einmaliges Glück weil es einen ganz passablen Kleinwagen genau im richtigen Augenblick renoviert hat, wegen zeitweiligern Unverkäuflichkeit ordentlich auf Lager produziert hat, die Preise senkte und dank massiver Förderung jetzt in eine Boom-Phase des BEV-Marktes reinstoße konnte.
    Jedes BEV wird momentan den Herstellern aus den Händen gerissen.
    Es gibt sogar einen, der keine Bestellungen für ein bestimmtes Modell mehr annimmt.

    Die Gunst der Stunde ist kein Verdienst sondern glücklicher Zufall. Das könnte und wird sich wieder ändern.
    Es gab einmal Zeiten, da waren französische Pkw eine ganz starke Nummer in der deutschen Zulassungsstatistik. Jetzt sind sie nur noch was für Freaks, Masochisten und temporäre Nischen – bis die richtigen Autobauer diese als Markt entdecken.

  2. Jedermann, Dir hat aber Renault ganz schön an deinem Image gekratzt. Glück haben halt meistens die Tüchtigen. Sind wir doch froh, dass Frankreich mit Tesla zusammen Deutschland aus dem Tiefschlaf geweckt hat.

    1. Mit Tesla hast du Recht.
      Renault hat niemanden geweckt. Renault ist insgesamt ein Versager-Unternehmen, das einfach ein winziges bisschen Glück hatte.
      Mit einem Modell

  3. Na dann … zeigt uns der Nachbar, wie Zukunft fährt. Meinen Peugeot iOn möchte ich für den Regionaleinsatz nicht mehr hergeben auch wenn unter der Haube ein Japaner stromert. Da bleibt der Mercedes in der Garage und kommt nur noch für größere Distanzen raus.

  4. Was beim i On unter der Haube stromert stammt aus dem Renault Nissan Mitsubishi Konzern. Hier sind auch Elektrospezialisten am Werk die nicht nur ein Auto bauen können. Verstanden jedermann…………oder willst Du den Nachfolger vom “ VW Egon werden?

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