Hyundai soll mit Samsung Partnerschaft bei Festkörperakkus planen

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Lithium-Ionen-Batterien mit einem festen statt eines flüssigen Elektrolyts — genannt Festkörperakkus — gelten als vielversprechender Nachfolger der aktuellen Batterietechnologie und sollen vor allem sicherer und haltbarer sein als die bisherigen Batterien und eine höhere Energiedichte aufweisen. Mehrere Unternehmen forschen an der Zukunftstechnologie, in die Riege der Autohersteller könnte sich Medienberichten zufolge nun auch Hyundai einreihen: Lee Jae-yong, stellvertretender Vorsitzender von Samsung Electronics, und Chung Euisun, Executive Vice Chairman von Hyundai Motor Group, hatten am Rande eines Besuchs einer Batterieproduktionsanlage von Samsung südlich von Seoul ein persönliches Treffen.

Zwar sagten Mitarbeiter beider unternehmen, dass das Treffen nicht auf „einen bestimmten Deal oder ein bestimmtes Geschäft“ ausgerichtet gewesen sei. Hinter vorgehaltener Hand allerdings hieß es, Hyundai-Vize Chung habe das Treffen mit Lee unter Ausschluss der Öffentlichkeit abgehalten, um auch über die von der Samsung-Einheit entwickelten Festkörperbatterien und eine mögliche Zusammenarbeit in diesem Bereich zu sprechen. Branchenvertreter deuten das Treffen als Hinweis auf eine konkrete Partnerschaft zwischen den beiden südkoreanischen Unternehmen.

Samsung und Hyundai hatten einst bereits zusammengearbeitet, sich jedoch in der jüngeren Vergangenheit aufgrund ihrer sich überschneidenden Portfolios wieder distanziert. Samsung versuchte seit den späten 1990er Jahren mit Samsung Motors – jetzt Renault Samsung Motors – einen Einstieg in das Automobilgeschäft. Die Hyundai Group, die sich in mehrere Gruppen aufteilte, einschließlich der Hyundai Motor Group, verfügte zu dieser Zeit auch über Elektronik-Einheiten.

Hyundai Motor bezieht die Batterien für seine Elektroautos derzeit von LG Chem, während das Tochterunternehmen Kia Motors von SK Innovation beliefert wird. Im März dieses Jahres gab Samsung bekannt, eine Festkörperbatterie entwickelt zu haben, mit der ein Elektroauto mit einer einzigen Ladung 800 Kilometer weit fahren können soll. Dies dürfte wohl der Standard für die Festkörperbatterien von Samsung SDI sein. Andere Batteriehersteller wie LG Chem und SK Innovation teilten ebenfalls mit, dass sie auf dem richtigen Weg sind, Festkörperbatterien zu entwickeln.

Die geplante Partnerschaft zwischen Samsung und Hyundai hätte voraussichtlich große Auswirkungen auf den Markt für Elektroautobatterien. Branchenvertreter sind sich einig, dass Samsung damit seine Präsenz auf dem Markt für Elektroautoakkus ausbauen kann. Allerdings nicht in unmittelbarer Zukunft. Kim Jin-woo, Analyst bei Korea Investment & Securities vermutet, dass die Festkörperbatterien von Samsung noch mindestens fünf Jahre von der Vermarktung entfernt sind.

Laut Market Tracker SNE Research war Samsung SDI im ersten Quartal 2020 mit einem Marktanteil von 6 Prozent die Nummer 4 unter den weltweit größten Anbietern von Elektroauto-Batterien. LG Chem führte mit 27,1 Prozent, gefolgt von Panasonic mit 25,7 Prozent und CATL mit 17,4 Prozent.

Quelle: The Korea Times — Samsung, Hyundai heirs meet for potential battery partnership // The Korea Times — Samsung, Hyundai partnership to create ripple effect in EV battery market

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3 Antworten

  1. Erst die Entwicklung einer serienreifen Festkörperbatterie mit der entsprechenden Energiedichte (Wh/kg) und einem wettbewerbsfähigen Preis ergeben die Voraussetzung für einen zahlenmäßig deutlichen Wechsel beim Kauf von E-Autos anstelle von Autos mit Verbrennungsmotoren.

    1. Auf jeden Fall. Aber ich denke das Vertrauen in die Haltbarkeit des Akkus spielt auch eine wichtige Rolle. Ich meine wie oft habe ich schon die Frage gehört: und wie lange hält der Akku? Was ist wenn der kaputt ist?
      Dann ich bislang auch nur antworten: ich habe 8 Jahre oder 160.000km Garantie auf den Akku (bei mir kommen eher die Jahre zum Tragen). Wie lange er wirklich hält, weiß man wenn die Autos (die zum großen Teil noch keine 8 Jahre zum Verkauf stehen) auch so alt geworden sind.
      Daher sind die angekündigten 1Millionen Meilen Akkus schon ein hübsches Versprechen. Wie da die kalendarische Alterung aussieht, keine Ahnung. Oder eben Festkörperakkus. Fürs Vertrauen werden die Hersteller aber auch die Garantien erweitern müssen, fürchte ich.

  2. 1 Million km bringen nichts, wenn die kalendarische Lebensdauer nur 10 Jahre beträgt. Die ersten Festkörperakkus verkraften gerade mal 1000 Ladezyklen. Auch wenig überzeugend. Bei meiner Zero S (Baujahr 2012) war der Akku nach 3,5 Jahren hin. Die Garantie betrug damals nur 3 Jahre – also Totalschaden. Jetzt fahre ich wieder Verbrenner (mit der Gewissheit, dass der Antrieb locker 20 Jahre hält).

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