Warten auf den Umweltbonus: Höhere Kaufprämie für E-Autos verzögert sich deutlich

Warten auf den Umweltbonus / Kaufprämie

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Momentan erhalten Käufer eines Elektroautos einen Zuschuss zum Kaufpreis, genannt Umweltbonus, in Höhe von 4000 Euro. Schon bald gibt es deutlich mehr: Als Maßnahme für mehr Klimaschutz hat die Bundesregierung Anfang November beschlossen, die Prämie deutlich zu erhöhen. Die von der Bundesregierung mit Autoherstellern beschlossene höhere Prämie für Elektroautos wird sich offenbar um Wochen oder gar Monate verzögern, so die Aussagen eines aktuellen Berichts der Zeit.

Mehr Geld für E-Autos – doch wann?

Wir erinnern uns: Der Umweltbonus soll für rein elektrische Fahrzeuge mit einem maximalen Nettolistenpreis von 40.000 Euro von 4.000 auf 6.000 Euro und für Plug-In-Hybride von 3.000 auf 4.500 Euro steigen. Über einem Nettolistenpreis von 40.000 bis maximal 65.000 Euro wird der Umweltbonus für rein elektrische Fahrzeuge 5.000 Euro und für Plug-In-Hybride 3.750 Euro betragen. Dabei wird dieser weiterhin jeweils zur Hälfte von der Bundesregierung und von der Industrie finanziert. Doch so schön die Vorstellung ist, an eine baldige Umsetzung glaubt man derzeit nicht mehr.

Doch was ist da los? Auf der Homepage des zuständigen Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) wird man vertröstet: Zum jetzigen Zeitpunkt lägen dem Bafa keine Informationen vor, wann und wie die Richtlinie zur Förderung von elektrisch betriebenen Fahrzeugen geändert werde, ist dort zu lesen. Telefonisch nachzufragen sollte man am besten direkt lassen. Landet man eh nur in der Warteschleife und wird irgendwann aus der Leitung geworfen.

Kein Kunde kauft heute, wenn er weiß, dass es bald höhere Zuschüsse geben wird. Aber niemand weiß, ab wann. Im Handel herrscht Ratlosigkeit, das ist für alle Beteiligten unerträglich. Die neue Regelung muss schnellstens in Kraft treten und Klarheit geschaffen werden“, moniert etwa Uwe Hochgeschurtz, der Vorstandsvorsitzende von Renault Deutschland, der FAZ zufolge. Dies führt natürlich zu Missmut und sinkenden E-Auto-Absätzen.

EU-Kommission liegt Antrag zur Umweltbonus-Erhöhung noch nicht vor

Es scheint jedoch nicht nur an der EU-Kommission zu liegen, dass die Erhöhung der Subventionen noch nicht durchgegangen ist. Nach Informationen der ZEIT sei sich die Bundesregierung uneins darüber, welche Fahrzeuge überhaupt gefördert werden sollen. Das geht aus einem Schreiben des Bafa-Präsidenten Torsten Safarik vom 8. Januar an einen Unternehmer hervor, dass der ZEIT vorliegt. In diesem Schreiben wird ebenfalls erwähnt, dass bereits tausende Anfragen vorliegen.

Vonseiten der EU-Kommission wurde zudem bekannt, dass man noch nicht im Freigabeprozess des erhöhten Umweltbonus involviert sei. Auf Anfrage schreibt eine Sprecherin der Wettbewerbsbehörde: “Im November 2019 hat Deutschland die Kommissionsdienststellen über den Beschluss informiert, die Regelung von 2016 zu verlängern und zu ändern, um einen Bonus für den Erwerb von Elektrofahrzeugen, Hybridfahrzeugen und Brennstoffzellenautos zu erhalten. Deutschland hat jedoch seitdem keine weiteren Informationen vorgelegt. Derzeit wurde diese Regelung von Deutschland nicht angemeldet und wird daher von den Kommissionsdienststellen nicht bewertet.”

Erhöhung der Kaufprämie für E-Autos noch nicht auf den Weg gebracht

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass die EU-Kommission mit der Prüfung der Subvention noch nicht einmal begonnen hat, obwohl die Bundesregierung längst alles hätte einreichen müssen. Das Bundeswirtschaftsministerium versucht sich seinerseits mit Floskeln aus der Verantwortung zu ziehen und gibt zu verstehen: “Das Verfahren dauert aktuell noch an und wir stehen dazu im Austausch mit der Europäischen Kommission. Wir sind optimistisch, dass die Europäische Kommission die Umweltprämie zügig genehmigen wird.” Für interessierte Kunden und Neuwagenkäufer heißt es somit weiterhin warten. Wie lange ist ungewiss.

Quelle: Zeit Online – Die Verwirrungstaktiker

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15 Antworten

  1. …..immer diese Bremser die es immer irgendwo findet. Jetzt ist das schon ein Tropfen auf den heißen Stein und das wird auch noch zu Tode diskutiert! Also manchmal wünsche ich mir schon Chinesische Verhältnisse. Die beschließen in Lichtgeschwindigkeit…..gemessen an Deutschland und EU.

    1. Richtig. So ein bisschen „Diktatur“ würde in vielen Fragen ganz gut tun!
      Immerhin haben wir gleich nach China die meisten Abgeordneten, in der Welt!
      Unnötige Geldverschwendung und deutlich zu viele „Köche, die den Brei verderben“!
      Und, die Bonus-Erhöhung zu Gunsten von VW hinauszuzögern wäre ein Skandal.

  2. Vielleicht hat die Verzögerung der Umweltprämie ja irgendetwas mit der Verzögerung der ID3 Produktion zu tun – wenn ID3s frühestens im Sommer geliefert werden können,
    wäre es offenbar schade wenn Käufer die jetzt ein neues Auto brauchen auf andere Marken wie zum Beispiel Renault, Kia & Co oder Tesla aus- weichen würden –das schadet ja dem deutschen Flottenverbrauch – ist das nicht eine tolle Verschwörungstheorie? Denkt mal drüber nach

  3. Es ist ja nur logisch, dass die Gesetzgebung noch kein Stück weitergekommen ist. Bisher gibt es Fahrzeuge deutscher Hersteller (fast) nur oberhalb der förderfähigen Maximalhöhe. Oder anders ausgedrückt: Noch kann kein ID.3 gekauft werden. Warum sollte man also eine Verkehrswende fördern, wenn VW noch nicht maximal davon profitieren kann?

  4. Diese Verzögerung ist ein herber Schlag gegen die Umwelt, aber auch für die Konjunktur in Deutschland. Nicht nur für die Autohersteller, sondern auch für die Zulieferer und deren Lieferanten. Der gesamte Maschinenbau in Deutschland stagniert und es sind tausende von Arbeitsplätzen in Gefahr.
    Sollte es wirklich am ID.3 liegen, dass die Regierung ihre eigene Umweltpolitik boykottiert? Dann würde man ja den Auslöser des Dieselskandals belohnen. Da verstehe noch einer die Deutsche Politik.

  5. Der Zusammenhang ID3 und Verzögerung bei der Förderung ist so offensichtlich.
    Das sich die Politik nicht schämt, von VW betrogen zu werden ist eh schon Usus….
    Ich würde bei diesem Konzern sicher nichts kaufen.

  6. Wäre mir klar gewesen, dass nach Beschlüssen nichts, als heiße Luft folgt, hätte ich meinen Benziner im Leasing verlängert und mir nicht einen, ohne Förderung überteuerten, Smart eq, bestellt. Nu stehste da mit deinem Talent und einer horrenden Leasingrate. Ganz herzlichen Dank dafür.

  7. Mit dieser die Umwelt und die Wirtschaft kaum noch zu überbietenden Dummheit befördert die Politik die Sehnsucht der Menschen nach einem anderen Politik-Modell – die Demokratie schafft sich hoffentlich bald selbst ab, denn wenn Politiker immer nur darauf schielen, wiedergewählt zu werden, werden die erforderlichen schmerzhaften Verãnderungen nie oder viel zu spät umgesetzt, um die Klimakatastrophe zu verhindern.

  8. Vielleicht wird ja noch darüber verhandelt, wie die kleinen Anbieter eGo und Sono Motors in die Förderung miteinbezogen werden können?

  9. Mein Gott, was haben wir doch für Trottel an der Macht.
    Nicht der Große besiegt den kleinen, sondern der Schnelle den Langsamen.
    Dann diskutieren wir halt noch “einigen Runden”. Der Rest der Welt wartet bestimmt auf unsere “schnellen” Entscheidungen.

  10. “…wird der Umweltbonus für rein elektrische Fahrzeuge 5.000 Euro ”
    Irgendwo kann ich mich noch an 6000 Euro erinnern, die zur Diskussion standen. Also schon wieder 1/6 weniger – irgendwann vielleicht. So bringt man potentielle Käufer nicht aus der Reserve.

    1. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Schon immer ist eine Staffelung der Prämien nach Kaufpreis geplant und beschlossen wurden. Das heißt also, bei bis 40.000€ Nettopreis, soll man dann 6.000€ als Prämie gezahlt werden.
      Und VW, mit seinen Töchter, liefert schon die elektrischen Kleinwagen eUp mit den Geschwistern von Soda und Seat für ca 20.000€ aus. Der kostet bei 6.000€ Förderung dann nur etwas mehr als der Verbrenner.

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