Futuristischer Brennstoffzellen-Zweisitzer SLRV mit 400 km Reichweite gesichtet

Futuristischer Brennstoffzellen-Zweisitzer SLRV mit 400 km Reichweite gesichtet

Copyright Abbildung(en): DLR (CC-BY 3.0)

Im Zuge des Großprojekts Next Generation Car (NGC) haben Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) ein neuartiges Konzept für E-Kleinfahrzeuge entwickelt, das sogenannte Safe Light Regional Vehicle (SLRV). Dies spiegelt die Trends der Zukunft wider, welche auf kleine, leichte und elektrisch angetriebene Fahrzeuge im innerstädtischen und regionalen Pendelverkehr schließen lassen. Mittlerweile hat das DLR weitere Informationen zum neuartigen SLRV in Sandwichbauweise und mit Brennstoffzellenantrieb veröffentlicht.

Der Leichtbausatz des DLR kombiniert eigener Aussage nach einen hocheffizienten Brennstoffzellenantrieb mit ressourcenschonender sicherer Mobilität. Bei der Entwicklung des zweisitzigen Stromers habe man darauf geachtet, dass die Karosserie niedrig und lang (3,80 Meter) gehalten wurde, um einen möglichst geringen Luftwiderstand zu erreichen. Sie ist leicht und sicher – eine Kombination, die vorhandene Fahrzeuge in dieser leichten Fahrzeugklasse (L7e) oft nur eingeschränkt aufweisen. Das DLR hat dies durch eine sogenannte metallische Sandwichbauweise möglich gemacht. Im Detail betrachtet zeigt sich, dass das eingesetzte Material aus einer metallenen Decklage und einem Kunststoffschaum im Inneren besteht. Der Vorder- und Hinterwagen des SLRV sind aus Sandwichplatten zusammengesetzt und dienen als Crashzonen. Dort ist auch ein Großteil der Fahrzeugtechnik untergebracht. Die Fahrgastzelle besteht aus einer Wanne mit einer aufgesetzten Ringstruktur. Diese nimmt die Kräfte auf, die während der Fahrt auf das Auto wirken und schützt die Insassen bei einem Crash.

„Als neuartige Mobilitätslösung in der Klasse der Leichtfahrzeuge zeigt das SLRV, wie sich Fahrzeugtechnik, Nutzungsbedingungen und Wirtschaftlichkeit vereinen lassen. Damit ist es ein greifbarer Baustein und eine Technologieplattform für lokal emissionsfreie, leise und individuelle Mobilität.“ – Prof. Tjark Siefkes, stellvertretender Direktor des DLR-Instituts für Fahrzeugkonzepte

Bisweilen ist es so, dass der Einsatz von Strukturen aus Sandwich-Materialien in der Serienfertigung von Fahrzeugen nicht vorzufinden ist. Mit dem SLVR hat man nun erstmalig unter Beweis gestellt, dass dies doch möglich sein kann. Angetrieben wird der Zweisitzer über einen hocheffizienten Hybridantrieb. Für den Antriebsstrang habe man eine kleine Brennstoffzelle mit 8,5 Kilowatt Dauerleistung mit einer Batterie verbunden. Diese liefert zum Beschleunigen zusätzliche 25 Kilowatt Leistung. Hierdurch ist es den Forschern gelungen eine Kombination zu schaffen, welche weniger als herkömmliche Batteriesysteme wiegt.

DLR (CC-BY 3.0)

Hierdurch wird es dem Safe Light Regional Vehicle (SLRV) möglich eine Reichweite von rund 400 Kilometern und eine Höchstgeschwindigkeit von 120 Kilometern pro Stunde zu erreichen. Mit an Bord zwischen den beiden Sitzen ist ein 39 Liter fassender Drucktank, der 1,6 Kilogramm Wasserstoff bei 700 Bar speichern kann. Die Abwärme der Brennstoffzelle nutzt das SLRV zum Heizen des Innenraums. Zusätzlich wirkt sich die gute Wärmeisolierung der Sandwich-Karosserie im Winter positiv auf den Energieverbrauch der Klimaanlage des Fahrzeugs aus. Gedacht sei das Fahrzeug für den Einsatz als Pendlerauto oder als Car-Sharing-Fahrzeug – vor allem in urbanen Randgebieten oder im außerstädtischen Bereich.

Hinsichtlich Anschaffungskosten rechnet das SLRV-Team zurzeit mit circa 15.000 Euro. Bei einer Laufleistung von 300.000 Kilometern ergibt sich so bei einer Nutzungsdauer von zehn Jahren ein Preis von circa 10 Cent pro Kilometer.

Quelle: Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) – Pressemitteilung

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Für die Umwelt die beste Alternative. In jeder Hinsicht besser als E-Auto. Für Pendler ist ok, aber würde mir ein Familienauto wünschen.

Für die die lieber mit Strom (Lithium, Kobalt usw) fahren wollen. Was ist das für ein Blödsinn bei der momentanen Speicherung von Strom! Fangt gerne an zu Meckern, aber ich komme aus der Branche! Solange es keine vernünftige Alternative zur Stromspeicherung gibt außer das wir unsere Natur weiterhin schröpfen und später nicht wissen wohin mit dem Müll, ist es absoluter Blödsinn! Wasserstoff ist eine gute Alternative, warum weil wir die Möglichkeit haben am Wasser durch Windkraft siehe Nordsee Wasserstoff zu produzieren. Achtet mal darauf wie viele Windkrafträder laufen und dann Fragt mal warum so viele nicht laufen? Ich weiß es, gehört ja zu meinen Beruf. Weiter Grün wählen und sich verarschen lassen!

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