5 Irrtümer über E-Autos – wir decken auf

Copyright Abbildung(en): shutterstock / Lizenzfreie Stockfoto-Nummer: 1188750715

Wenn es um Elektrofahrzeuge geht, gibt es immer noch viele Unklarheiten. Fünf davon nehmen wir genauer unter die Lupe…

1. E-Autos haben nicht genug Reichweite

Das E-Tanken ist ein völlig anderes Konzept als der klassische Tankstellenbesuch: Statt gezielt zur Zapfsäule zu fahren, wenn der Tank leer ist, können E-Autofahrer überall dort aufladen, wo es Strom und eine Ladestation gibt. Selbst private E-Tankstellen in der heimischen Garage sind schnell installiert, genauso wie eine Ladestation am Arbeitsplatz – ein Privileg, dass den anderen Treibstofftankern versagt bleibt.

Doch wie weit kommt man nun mit dem elektrischen Auto? Im Durchschnitt fährt ein E-Fahrer circa 50 Kilometer pro Tag – kein Grund also, sich um die Reichweite zu sorgen. Doch auch wer Langstreckentrips plant, darf entspannt bleiben: beispielsweise kommt der VW I.D.3 330 Kilometer weit; der Audi e-tron fährt 400 Kilometer elektrisch und das Tesla Model 3 sogar ganze 530 Kilometer (ADAC Deutschland, „Neue Elektroautos 2019”) – das ist fast so weit wie von Berlin bis nach München.

2. E-Autos sind nicht umweltfreundlich, da Elektrizität aus Kohle erzeugt wird

Im Vergleich mit Verbrennungsmotoren reduzieren E-Fahrzeuge beim Fahren Treibhausgasemissionen beachtlich, unabhängig davon, wie die zum Laden benötigte Energie erzeugt wird. In Regionen, in denen der Großteil der Energie aus erneuerbaren Quellen gewonnen wird, werden Emissionen sogar noch mehr verringert.

Wer dennoch skeptisch ist: das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) veröffentlichte im Januar 2019 den Bericht „Wie klimafreundlich sind Elektroautos?”.

Fazit? Das elektrische Fahrzeug ist umweltfreundlicher. Oder um es in den Worten des BMU auszudrücken: „Die Analyse der Klimabilanz eines Elektroautos (…) zeigt, dass die Treibhausgasemissionen eines rein batterieelektrischen Fahrzeugs (kurz: Elektroauto) selbst unter Berücksichtigung des deutschen Strommix geringer ausfallen als bei vergleichbaren Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor, und das schon für ein heute gekauftes Fahrzeug.” Den vollständigen Bericht findest du hier.

3. Das Aufladen dauert zu lang

Obwohl wir stets unterwegs zu sein scheinen, verbringen die meisten Autos viel Zeit auf dem Parkplatz. In der Regel wird das Auto für 20 Stunden am Tag geparkt. E-Fahrer haben so gesehen mehr als genug Zeit zum „tanken”. Im Gegensatz zum herkömmlichen Kraftstoff, bei dem man so lange fährt, bis die Reserveanzeige aufblinkt, kann man mit dem zu Hause, am Arbeitsplatz oder an einer der öffentlichen Ladestationen geparkten E-Auto in nur einer Stunde oder auch in allen 20 Stunden laden.

Steige ich morgens oder am Ende eines Arbeitstages in mein Auto, ist demnach meine Reichweite höher als zum Zeitpunkt, als ich das Auto verlassen habe. Diese Änderung in der Denkweise ist notwendig, um einer weiteren potenziellen Angst hinsichtlich der Netzkapazität entgegenzuwirken. Da die Autos entweder während der gesamten 20 Stunden oder einem Teil davon angeschlossen sind, können sie SMART-Ladungen durchführen, was zu einer besseren Auslastung des Netzes, einer Optimierung der verfügbaren Leistung, einem gezielten Einsatz von erneuerbaren Energien und einer Preisdifferenzierung führt. Tatsächlich verweilen E-Autos laut unserer Netzwerkdaten durchschnittlich doppelt so lange an der Ladestation, als zum Aufladen nötig ist.

So lange dauert das Aufladen im Durchschnitt wirklich:

So lange dauert Laden wirklich
ChargePoint


4. E-Autos lohnen sich nur in bestimmten Klimazonen

An kalten Wintertagen verlieren Sie vielleicht etwas an Reichweite, doch genug Menschen fahren ihr E-Auto erfolgreich in den nördlichsten Breitengraden (wie z.B. in Norwegen, Island, Kanada oder Alaska) – und das tagtäglich. Tipp: Bleibt das Auto bei frostigen Temperaturen an der Ladestation angeschlossen und in der Garage geparkt, hält auch die Batterie länger durch.

5. Die Batterien von Elektrofahrzeugen verlieren schnell an Reichweite

Heutzutage hat die Batterie eines E-Autos oftmals eine Garantie von 150.000 Kilometern mit einer Gültigkeit von 8 Jahren. Allgemein behalten diese Batterien 10 Jahre lang ihre Kapazität von 70 bis 80 Prozent. Energieverlust der Batterie sollte daher kein großes Problem darstellen, es sei denn Sie planen Ihr Elektroauto mehrere Jahrzehnte zu behalten.


Über den Redakteur: André ten Bloemendal ist Vice President of Sales in Europa bei ChargePoint, dem mit über 100.000 Ladestationen größten Ladenetzwerk für Elektrofahrzeuge. Mit mehreren Jahrzehnten Führungserfahrung bei einer Vielzahl von namhaften Unternehmen im Energie- und Technologiebereich war er unter anderem als Chief Commercial Officer bei New Motion, sowie bei Lightning Europe, Fedet und LedNed B.V. tätig. Bei ChargePoint zeichnet er verantwortlich für die Vertriebsstrategie und die strategischen Partnerschaften des Unternehmens auf dem europäischen Markt. André ten Bloemendal hat einen Abschluss in Electronic, Modelling und Simulation von der Universität Twente.

Newsletter

Erhalte jeden Montag, Mittwoch und Freitag aktuelle Themen wie „5 Irrtümer über E-Autos – wir decken auf“ sowie die neusten Informationen aus der Welt der Elektromobilität kostenfrei direkt ins eigene Postfach. Kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs.
Ja, ich möchte den gratis E-Mail-Newsletter von Elektroauto-News.net abonnieren. Die Datenschutzerklärung habe ich gelesen. Die Einwilligung zum Versand des Newsletters kann jederzeit widerrufen werden. Hierzu reicht es auf den Abmeldelink zu klicken, welcher sich in jedem Newsletter befindet.

Fakten & MeinungenDiskutiere mit der E-Community

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
57 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

Vielen Dank für die Aufdeckung dieser 5 Irrtümer bei E-Autos. Besonders interessant finde ich, dass die Batterien doch nicht so schnell an Reichweite verlieren wie gedacht. Ich werde mich beim Autohandel mal weiter darüber informieren.

Gut zu wissen, dass im Vergleich mit Verbrennungsmotoren E-Fahrzeuge beim Fahren die Treibhausgasemissionen beachtlich reduzieren, unabhängig davon, wie die zum Laden benötigte Energie erzeugt wird. In unserer Autowerkstatt hatten wir erst gestern eine Diskussion darüber welche Nachteile ein E-Fahrzeug hat. Interessant, dass die Batterien für 10 Jahre ihre Kapazität von 70 bis 80 Prozent behalten.

Gut zu wissen, dass Elektroautos generell umweltfreundlicher sind als Benziner. Darüber gibt es ja immer wieder Spekulationen, aber dank Ihnen weiß ich es nun. In einem Jahr will ich sowieso beim Autohandel ein neues Auto kaufen und werde mich nach E-Autos umschauen.

Ich wusste gar nicht, dass das Auto in der Regel für 20 Stunden am Tag geparkt wird. In diesem Zeitraum könnte man doch dann auch locker das Autoglas auf Schäden untersuchen. Immerhin darf man mit einer angebrochenen Scheibe ja eigentlich gar nicht mehr fahren.

Es wurde zwar auf der Seite alles schön erklärt, aber das Problem beim E- Auto ist nicht die Reichweite, sondern die Ladezeit. Auch wenn das Auto im Schnitt 20Std. geparkt wird oder im Schnitt nur 50km gefahren wird, ist eine so lange Ladezeit uninteressant. Aus dem Grund wird sich ein Akkubetriebenes Auto nicht durchsetzen, solange die Ladezeit an die Tankzeit nicht angepasst hat. Auch das Schnelladen dauert zu lang und geht auf die Lebensdauer des Akkus – ist so nur ein Anfang aber nicht zukuntsweisend.
Wenn der Akku während einer Fahrt zur neige geht muss das scnell gehen, wie beim Tanken…Es ist uninteressant wenn ich eine Fahrt planen muss um zu Tanken und wen
die Tanke besetzt ist für Std. Da schaut es bei dem Wasserstoff betriebenen Autos schon anders aus…
Außerdem sind diese Akkus hochtoxisch und bei einem Brand nahezu unlöschbar (6-8Std). Hierfür gibt es eigene Container, in denen das Brennende Fahrzeug geladen werden um gefahrlos gelöscht werden zu können. Auch die Entsorgung defekter Akkus, war z.B. in Tirol nach einem abgebrannten Tesla, für Tesla ein Problem. Tesla drückte sich lange davor den Akku zu entsorgen, das geschah erst nach medialem Druck und das nur zaghaft.
Akkus werden aus Kohle hergestellt, also nicht umweltfreundlich, genau so wenig wie Atomstrom….

Es wurde zwar auf der Seite alles schön erklärt, aber das Problem beim E- Auto ist nicht die Reichweite, sondern die Ladezeit. Auch wenn das Auto im Schnitt 20Std. geparkt wird oder im Schnitt nur 50km gefahren wird, ist eine so lange Ladezeit uninteressant. Aus dem Grund wird sich ein Akkubetriebenes Auto nicht durchsetzen, solange die Ladezeit an die Tankzeit nicht angepasst hat. Auch das Schnelladen dauert zu lang und geht auf die Lebensdauer des Akkus – ist so nur ein Anfang aber nicht zukuntsweisend.
Wenn der Akku während einer Fahrt zur neige geht muss das schnell gehen, wie beim Tanken…Es ist uninteressant wenn ich eine Fahrt planen muss um zu Tanken und wenn die Tanke besetzt ist für Std., was dann? Da schaut es bei dem Wasserstoff betriebenen Autos schon anders aus…
Außerdem sind diese Akkus hochtoxisch und bei einem Brand nahezu unlöschbar (6-8Std). Hierfür gibt es spezielle Container, in denen das Brennende Fahrzeug geladen werden um gefahrlos gelöscht werden zu können. Auch die Entsorgung defekter Akkus, war z.B. in Tirol nach einem abgebrannten Tesla, für Tesla ein Problem. Tesla drückte sich lange davor den Akku zu entsorgen, das geschah erst nach medialem Druck und das nur zaghaft.
Akkus werden aus Kohle hergestellt, also nicht umweltfreundlich, genau so wenig wie Atomstrom….

„…es sei denn Sie planen Ihr Elektroauto mehrere Jahrzehnte zu behalten…“ Nein so lange möchte ich mein Fahrzeug nicht behalten, wenn der Akku nach 10 Jahren Schrott ist soll sich ein anderer damit plagen…heißt das Auto ist nichts mehr wert außer einem Haufen Sondermüll.

Und zum Thema Effizienz: Früher erzählte mir die Grüne Sauce, daß Sekundärenergie (=Strom) des Teufels ist (drum hab ich mir damals eine Warmwasser Waschmaschine zugelegt) Heute Kehrtwende um 180 Grad. Ich glaube denen kein Wort. Die Regenerativen taugen nicht zur Stromerzeugung, ich brauche den 3-Fachen Kapitaleinsatz zu einem konventionellen Kraftwerk und habe immernoch Löcher in der Versorgung, Flatterstrom und Überkapazittäten. Klar Wind und Sonne sind zwar um sonst, aber spätestens da sollte mir ein Licht aufgehen. Wenn mir ein Lieferant ein Angebot „umsonst“ macht lehne ich dankend ab, das taugt nichts!!

„Im Durchschnitt fährt ein E-Fahrer circa 50 Kilometer pro Tag – kein Grund also, sich um die Reichweite zu sorgen.“ – also keine sorge WENN sie durchschnittsfahrer sind, ansonsten pech gehabt

„beispielsweise kommt der VW I.D.3 330 Kilometer weit; der Audi e-tron fährt 400 Kilometer elektrisch und das Tesla Model 3 sogar ganze 530 Kilometer“ – Wenn sie die mindestens 30.000 euro haben, die die fahrzeuge kosten. wenn ihr gewöhnliches budget beim kauf eines autos bei 7.500 liegt weil sie nur gebraucht kaufen können, dumm gelaufen

„Obwohl wir stets unterwegs zu sein scheinen, verbringen die meisten Autos viel Zeit auf dem Parkplatz. In der Regel wird das Auto für 20 Stunden am Tag gepark“ – Und wenn sie 2-3x im monat quer durch deutschland fahren müssen, verlängert sich ihr trip dann auch gerne mal um mehrere stunden weil sie volladen müssen.

alles eine frage der perspektive. für mich und mein tägliches leben, haben e-autos keinen direkten vorteil, sondern nur nachteile und umgewöhnung. nur die umwelt bekommt davon was ab, während in anderen ländern, die leute weiter billigen sprit tanken und unbeirrt weiter verbrenner. wie dem auch sei. ein e-auto ist aktuell nicht die beste wahl für jeden, wird aber jedem über kurz oder lang aufgezwungen.

Diese News könnten dich auch interessieren:

SQUAD Solar City Car: Kompaktes Solar E-Fahrzeug ab 6.250 Euro
G7-Minister:innen informieren sich bei VW über Wandel zur E-Mobilität
Batteriewerk in Indiana liefert bis zu 33 Gigawattstunden für Stellantis-Autos

Deine Anmeldung zum Newsletter:
Ein letzter Schritt fehlt noch.

Vielen Dank für deine Anmeldung zum Newsletter von Elektroauto-News. Du erhältst in Kürze eine E-Mail, in der sich ein Link zur Freischaltung deiner E-Mail-Adresse befindet. Erst durch die Bestätigung des Links dürfen wir deine E-Mail-Adresse zum Versand unseres Newsletter freischalten (Double-Opt-In).