Frank Thelen: Wasserstoff eine Zukunfts – oder nur Brückentechnologie?

Frank Thelen: Wasserstoff eine Zukunfts - oder nur Brückentechnologie?

Copyright Abbildung(en): Frank Thelen

Seriengründer und Tech-Investor Frank Thelen hat auf LinkedIn für sich die Frage beantwortet, ob Wasserstoff eine Zukunfts – oder nur Brückentechnologie ist. Wir freuen uns diesen Artikel auf unserem Portal mit dir zu teilen.

Update: Ebenfalls auf LinkedIn hat sich Dr.-Ing. David Wenger zu Wort gemeldet, seines Zeichens anerkannter Experte für Wasserstofftechnik und Gründer mehrerer Firmen auf diesem Gebiet – seine Antwort auf die Frage von Thelen wollten wir dir ebenfalls nicht vorenthalten.



Hat Wasserstoff eine Zukunft?

Beim Thema Wasserstoff gehen die Meinungen stark auseinander. Für manche ist es die Energiequelle der Zukunft, andere üben harte Kritik an der Technologie. Elon Musk nennt Wasserstoff-Brennstoffzellen “fool cells” und Wasserstoff-betriebene Autos “incredibly dumb”. Yoshikazu Tanaka, der Chefingenieur des Toyota Mirai (dem ersten Wasserstoffauto in Serie) gibt ihm sogar recht und sagt, es sei besser, ein Elektroauto direkt an der Steckdose aufzuladen. Er ergänzt jedoch, dass Wasserstoff eine zukunftsfähige Alternative zu Benzin sei. Herbert Diess wiederum sieht Wasserstoffautos ebenfalls als Unsinn, da die Herstellung von Wasserstoff entweder nicht CO2-frei oder extrem ineffizient sei.

In der Politik wiederum findet Wasserstoff einige Befürworter. Von den 50 Milliarden Euro, die die Bundesregierung im Rahmen des Zukunftspakets in neue Technologien investieren will, soll ein Teil auch in Wasserstoff fließen. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil ist der Ansicht, dass Wasserstoff als Kraftstoff in Verbindung mit Brennstoffzellen die Mobilität umkrempeln könne. Bundesministerin für Bildung und Forschung Anja Karliczek sieht Wasserstoff als Energieträger der Zukunft, das Forschungsetat für grünen Wasserstoff soll um 300 Millionen Euro aus dem Klimafonds aufgestockt werden. Doch wie zukunftsfähig ist Wasserstoff wirklich? Handelt es sich dabei um eine Zukunfts- oder doch eher um eine Brückentechnologie?

Es gibt einige Herausforderungen bei der Herstellung und Anwendung von Wasserstoff:

Wasserstoff ist keine Energiequelle, sondern ein Energieträger

Wasserstoff wird oft in einem Atemzug mit Wind- und Sonnenenergie genannt, dabei handelt es sich anders als Wind- und Sonnenenergie nicht um eine Energiequelle, sondern um einen Sekundärenergieträger, der zunächst hergestellt werden muss.

Die Herstellung ist bislang sehr ineffizient und zum Teil sogar umweltschädlich

Wasserstoff als saubere Alternative zu verkaufen, geht in meinen Augen nach heutigem Stand der Technik zu weit. Bei der aktuell meist angewandten Herstellung aus Erdgas entsteht nicht nur CO2, es werden auch eine Reihe anderer, schädlicher Stoffe freigesetzt. Auch wenn es mithilfe von Elektrolyse möglich ist, CO2-neutral Wasserstoff herzustellen, bleibt das große Problem der Effizienz.

Wasserstoff verbraucht schon bei der Herstellung einen großen Teil der Energie

Was die Effizienz betrifft, wird Wasserstoff schon sehr bald an seine physikalischen Grenzen kommen. Nach aktuellem Stand der Technik liegt der Wirkungsgrad bei ca. 60 – 80 % und hier ist auch nicht mehr viel Luft nach oben. Bei der energetischen Nutzung von Wasserstoff durch Brennstoffzellen liegt die Gesamt-Effizienz aktuell bei 43% und kann voraussichtlich noch auf bestenfalls 52% gesteigert werden. Dies verdeutlicht die Grafik von Transport & Environment:

WTT / Transport and Environment

Die Speicherung von Wasserstoff ist aufwendig und benötigt viel Platz

Durch seine geringe Dichte hat Wasserstoff sehr viel Volumen. Auch wenn es extrem leicht ist und die Energiedichte auf die Masse bezogen sehr hoch ist, wird bei der Speicherung extrem viel Platz benötigt. Außerdem sind aktuell zur Speicherung entweder sehr hoher Druck oder sehr niedrige Temperaturen nötig, was ebenfalls Energie kostet. Hinzu kommt, dass es in Kombination mit Sauerstoff hochentzündlich ist und somit auch einige Risiken birgt.

Wieso will unser Land Wasserstoff fördern?

Trotz der oben genannten Kritikpunkte plant die Bundesregierung, Wasserstoff im Rahmen des Zukunftspakets zu fördern. Auch viele deutsche Autohersteller setzen auf die Brennstoffzelle als Alternative zur Elektromobilität. Ich schätze die Zukunftsfähigkeit von Wasserstoff als sehr kritisch ein. Während in der Batterietechnologie noch große Sprünge möglich sind, stößt Wasserstoff schon bald an seine physikalischen Grenzen. Samsung hat kürzlich ein Whitepaper zu einer Batterie mit einer Energiedichte von 900 Wh pro Liter veröffentlicht – hier erwarte ich in den kommenden Jahren große Sprünge, was sich sehr positiv auf die Gesamteffizienz und Reichweite von Elektroautos auswirken wird. Wieso Wasserstoff hier nicht mithalten kann, wird auch in diesem Artikel der Süddeutschen Zeitung sehr gut erklärt.

Dennoch gibt es einige Anwendungsbereiche, in denen Wasserstoff zumindest übergangsweise sinnvoll eingesetzt werden kann. Aufgrund seiner geringen Masse eignet es sich beispielsweise gut als Antrieb für Flugzeuge und Schiffe, die den nötigen Platz haben und weite Strecken zurücklegen müssen. Langfristig wird es auch hier effizientere Lösungen geben, aber um hier möglichst schnell und effizient große Mengen an CO2 einzusparen, sehe ich Wasserstoff als gute Lösung an.

Fazit – Wasserstoff eine Zukunfts – oder nur Brückentechnologie?

Wasserstoff ist für mich bestenfalls eine Brückentechnologie, die unter CO2-neutraler Herstellung eine sinnvolle Alternative zum Antrieb von Flugzeugen und Schiffen bieten kann. Sie ist aber keinesfalls eine wichtige Zukunftstechnologie und unsere Regierung und unsere Autoindustrie sollten meiner Meinung nach nicht zu viele Ressourcen in die Entwicklung stecken, die allein aus physikalischen Gründen nicht sonderlich vielversprechend ist. Ein weiterer Punkt sind die Herstellungs- und Wartungskosten von Wasserstoffautos, hierdurch werden diese noch mal deutlich unattraktiver gegenüber reinen E-Autos.

Ich freue mich auf eine offene, faktenbasierte und sachliche Diskussion und auf eure Meinungen zu dem Thema. Wichtig ist mir, dass wir nicht auf emotionaler, sondern auf rationaler Ebene über die wichtigen Fragen der Zukunft diskutieren und unser Land so jetzt an diesem wichtigen Wendepunkt in die richtige Bahn lenken.

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72 Antworten

  1. Mir ist die ganze Diskussion immer zu sehr “Verkehrsorientiert”. Wir benötigen doch heute in der Industrie große Mengen an Wasserstoff, der aktuell meines Wissens nach aus Erdgas hergestellt werden muss. Wenn ich also eine Förderung primär dem Thema Elektrolyse und Transport bzw. Lagerung widme und damit aus den 52% Fuel produktion efficiency einen deutlich höheren Wert erziel kann das am Ende vielleicht ganz von alleine in die eine oder andere Richtung kippen. An dieser Stelle in Deutschland Technik, Know How usw. aufzubauen halte ich für hochgradig sinnvoll den das könnten wir auch sicher gut exportieren. Das jetzt eine Förderung zum Bau einer PKW Tankstelle für Wasserstoff sinnvoll verwendetes Geld ist würde ich auch mal bezweifeln.

    1. “Zu sehr Verkehrsorientiert” – Da stimme ich voll und ganz zu. Wir haben in der Stahl- und Chemieindustrie wesentlich bessere Einsatzmöglichkeiten von grünem Wasserstoff. Zudem übersteigt der Bedarf jetzt schon die geplante Produktionsmenge. Das spiegelt sich auch in der kürzlich veröffentlichten “Nationalen Wasserstoffstrategie” wieder. Dort werden Wasserstoff PKWs wenn überhaubt nur bei Flottenanwendungen erwähnt. Ansonsten richtet sich das Investitionsziel auf die genannten Industriezweige sowie Güterverkehr, was mir sinnvoll erscheint.

  2. Eine erfreulich vollständige Analyse der gesamten e2e ökologischen Parameter. Wenn die Industrie H2 benötigt, dann soll sie den vollverantwortlich produzieren. Steuergelder für eine Fatamorgana ausgeben, ist irrelevant.

  3. Wasserstof für PKW ist einfach eine Sackgasse. Warum so viel Energie verschwenden wenn es mit direktem Strom viel Energieeffizienter geht?
    Hier ist deutlich wieder der Einfluß von der alten fossilelen Brenstoff Firmen sichtbar. Die sind ja gewohnt Energie zu verschwenden und die Umwelt zu verseuchen. Und damit jährlich auch noch Billionen an direkten und indirekten Subventionen zu bekommen. Das ist ja die reien Wahsinn, Geld zu bekommen um unseren Lebnsraum kaputt zu machen. Wenn diese Subventionen nicht mehr da wären, gehen diese Firmen einfach pleite und das ist auch gut so.

  4. Die Brennstoffzellentechnik im PKW ist im Vergleich mit BEV extrem aufwendig und kompliziert.
    Bald wird es die Batterien mit einer Lebensdauer von ca. 2 Millionen km/16 Jahre geben, die Ladezeiten verkürzen sich auf ca. gut 15 MIn. Wo bleiben also die “Vorteile” für PKW/Wasserstoff, auch wenn man auch noch bedenkt, dass der Antrieb schon nach ca. 100.000km in großen Teilen überarbeitet werden muss, ein BEV aber bis auf Bremsen, Lenkung, also dem allgemeinen Verschleiß, kaum noch gewartet werden muss, teilweise nicht mal Garantie-Inspektionen verlangt werden? Es gibt schlicht keine mehr.

    Deutlich mehr als die gesamte Wasserstoffproduktion der BRD wird alleine die Großindustrie (Thyssen-Krupp, Bayer, BASF) aufsaugen. Das hat man im le. Jahr in einer Erhebung NRWs angemeldet. Da sind die sinnvollen Anwendungen für Schiffe, Bahn und LKW noch nicht einmal berücksichtigt. Die mögliche Folge: Abhängigkeit von Wasserstoffimporten. Die Stromkonzerne wittern doch nach eigenem Bekunden für E-Antriebe schon saubere Morgenluft, soweit der Strom klimafreundlich produziert wird: “Alles kein Problem, die Versorgung wäre problemlos”, so die Konzerne. Die übernehmen das Geschäft doch nur zu gerne von der noch so übermächtigen Ölindustrie. Hinzu kommen als wichtiger Faktor die vielen privaten, autark stromproduzierenden PV-Anlagen, die ihren eigenen Fahrstrom für “das alltägliche” erzeugen.
    Mein Fazit:
    Für PKW macht die Brennstoffzelle somit auf lange Sicht nur extrem wenig, eigentlich doch gar keinen Sinn. Das ist bestenfalls eine Nische.

  5. Wasserstoff durch Elektrolyse herzustellen, ist in meinen Augen allein schon sinnvoll, um den überschüssigen grünen Strom zu speichern. Auch wenn die Argumentation des Autors für PKW richtig ist, kann man den so gewonnen Wasserstoff doch sicherlich für LKW, Schiffe und auch die Stromerzeugung bei fehlender Sonne/Wind verwenden.

    1. Eine Speicherung bedeutet ich führe etwas zu und bekomme etwas heraus. Ist das was ich herausbekomme wesentlich weniger als das was ich zugeführt habe sind das hohe Verluste. Das Problem der hohen Verluste geht nicht einfach dadurch weg, dass man zuviel produzierte grüne Energie dafür verschwendet.

      1. Im Prinzip würde ich Ihnen da Recht geben, aber es gibt noch zwei Aspekte, die dabei nicht außer acht gelassen werden dürfen:
        1. Der durch Wind und Solar erzeugte Strom muss entweder direkt verbraucht oder über das europäische Stromnetz gegen Entgelt in Nachbarländer eingespeist werden. Bevor man also Gebühren zahlen muss, um den Strom direkt nach der Erzeugung im Ausland loszuwerden ist die Umwandlung durch Elektrolyse in H2 deutlich sinnvoller weil ökonomischer.
        2. Die Erzeugung von H2 durch Wind, aber vor allem Solar-Kraft ist im großen Stil vor allem auch in Ländern mit großer Land-Fläche und viel Sonneneinstrahlung möglich. Die bietet gerade für den afrikanischen Kontinent ein enormes Potenzial H2 in alle Welt zu exportieren und sich dadurch langfristig zu stabilisieren. Solarstrom ist bereits heute sehr günstig in der Erzeugung und könnte gerade in Wüstenregionen kostengünstig und weit über den nationalen Eigenbedarf erzeugt werden. Soweit ich weiß, ist dies auch Teil der Strategie der Bundesregierung.

    2. Ich würde, wie von einigen Anderen hier schon vorgebracht, diesen Überschuss-Wasserstoff sinnvoller in der Stahlindustrie sehen. Pilotanlagen bzw. Pläne sehen einen flexiblen Wechsel zwischen Kohle und H2 Einsatz vor, was optimal wäre um Netzstabilisierend agieren zu können. Damit kann direkt im Umfeld des Stahlwerkes H2 erzeugt, gespeichert und wieder verbraucht werden. Der relativ aufwändige Transport entfällt.
      Auch ist in diesem Anwendungsfall das Einsparungspotential an CO2 höher als es im Verkehrssektor je möglich wäre, da H2 direkt genutzt wird.

  6. Wasserstoff mit CO2 veredelt ergibt Methan=künstliches Erdgas. Warum nicht auf Methan setzen? Autos, Busse, Bahnen, Schiffe können damit fahren, Heizungen laufen mit Methan, Strom kann mit Methan erzeugt werden. Die Infrastruktur ist ebenfalls vorhanden. Grüner Wasserstoff ist CO2 neutral, als künstliches Methan ebenfalls. Und was den Wirkungsgrad angeht hätten sich Benzin- und Dieselmotoren niemals durchsetzen dürfen.

    1. J. K. Also, mit einem miserablen Wirkungsgrad grünen Wasserstoff herstellen, danach etwas CO2 dazugeben und dann als Mehan in Verbrennungsmotoren mit ebenfalls miserablem Wirkungsgrad verfeuern? Dann gleich e-Fuel Treibstoffe, gleicher Blödsinn aber mit etwas besserem Wirkungsgrad. Wenn Wasserstoff in mobilen Anwendungen, dann bitte mit Brennstoffzelle, aber nicht im PKW!

    2. Solches Vorgehen wäre nur sinnvoll, wenn man über 100% EE und keine Alternativen der Energiespeicherung hätte. Ansonsten ist das reine Energieverschwendung, das umgekehrte Perpetuum mobile sozusagen.

  7. Diese Diskussion wird viel zu oberflächlich geführt.
    Schon vor mehreren Jahrzehnten, also weit vor den erschreckenden Prognosen des “Club of Rome” über die bevorstehende Erschöpfung unserer fossilen Energieträger und der zu erwartenden Klimaerwärmung haben sich Menschen Gedanken darüber gemacht wie man dieser negativen Entwicklung positiv gegenüber stehen kann.
    Die “Solare Wasserstoffwirtschaft” wird bis zum heutigen Tage durch wirtschaftliches Lobbyistentum Weltweit noch als nicht realistisch angesehen. Wasserstoff ist ein Energieträger von gewichtsmäßig maximalem Heizwert bzw. Energiewert in verschiedenen physikalischen Zuständen. Speichertechnologien sind seit langem technisch weit entwickelt. Dies gilt im besonderen für die Mobilität (LKW, Schiffsverkehr, Flugverkehr aber auch PKW). Eines ist bei allem von besonderer Bedeutung. Wasserstoff ist kein Energielieferant im engeren Sinne, sondern
    ein Energieträger.
    Natürlich macht der Aufbau einer solaren, globalen Wasserstoffwirtschaft nur dann Sinn, wenn die Bereitstellung ausschließlich aus sanften, grünen Ressourcen erfolgt. Entscheidend ist darüber hinaus der ausgewogene Mixed wie wir unsere uns zur Verfügung stehenden, erneuerbaren und nachhaltigen Ressourcen bedienen.
    Fazit meinerseits: Wasserstoff ist für mich keine Übergangstechnologie sondern langfristig der “Energieträger” für unsere Zukunft bis wir entsprechende, noch in der Ferne liegende und für uns beherrschbare Technologien (Kernfusion, indirekte Sonnenmaterie, etc.) einsetzen können.

    1. Es ist nicht zielführend eine “sanfte, grüne Ressource” mit einem miserablen Wirkungsgrad zu “verfeuern”.
      Fusions-Kraftwerke sind ebenfalls ein Irrweg: mit riesigem Aufwand Energie erzeugen läuft auf einen schlechten Gesamt-Wirkungsgrad hinaus. Zudem ist eine zentralisierte Energieerzeugung immer mit der Verteilungs-Problematik verbunden. Eine dezentrale (“vor Ort”) Energie-Erzeugung über Fotovoltaik, Wind- und Wasserkraft ist viel effizienter. Viele wissen nicht, dass auch bei Fusions-Reaktionen relativ große Mengen radioaktiver Abfälle entstehen, die langfristig gelagert und bewacht werden müssen.

      1. Sie haben vollkommen Recht. Aber eine echte Wasserstoffwirtschaft basiert auf einem Pipelinesystem und ist nicht zwingend zentral. Wie wirbt die Betonindustrie: “Es kommt darauf an, was man daraus macht”.
        Elektrolyseure könnten Bestandteil jeder größeren PV-Anlage und Bestandteil jedes Windparks sein. Verfeuern ist sowieso kein Thema. Und was viele nicht realisieren, Brennstoffzellen sind keine PKW-Technologie, sondern sehr effiziente Kraftwärmekopplungsanlagen. Was viele auch nicht wissen, insgesamt ist der Anteil an Wärmebedarf weltweit deutlich höher als der Strombedarf. Durch Strombedarf steigt nur deshalb massiv, weil der Systemumbau aller Sektoren, Richtung Strom geht, was auch sinnvoll ist, solange wir den Wärmeanteil von KWK-Anlagen nicht verschenken.

        Übrigens glaube ich nicht, dass Herr Thelen sich seit vielen Jahren mit H2 beschäftigt. Insofern ist er auchn nur als Laie zu betrachten.

  8. @ Frank Thelen
    Leider ein sehr einseitiger Artikel.
    Wasserstoff hat in einigen Bereichen deutliche Vorteile gegenüber der Akkutechnologie sodass es auf eine Koexistenz hinauslaufen wird:

    1) Das größte Problem der Batterieelektromobilität ist einfach der Ausbau einer ausreichenden öffentlichen Ladeinfrastruktur vor allem in dicht bebauten Ballungsräumen. Diese ist aber notwendig für Menschen ohne Möglichkeit zur Wallbox.

    >Der Platz ist begrenzt und die Netze sind auf der niedrigsten Spannungsebene (Verteilnetzebene) schlicht zu schwach. Der Ausbau ist zudem teuer. Um die notwendige Leistung bereitzustellen, müssen Kabel und häufig auch Trafostationen erneuert werden.

    >Dazu gibt es auch zwei gute aktuelle Artikel:
    1: Ein Netz ohne doppelten Boden (FAZ 03.2020)
    2: Ab 2021 könnte Strom für Elektroautos rationiert werden Focus (11.2019)

    >Die Chinesen haben dieses Problem schon sehr deutlich zu spüren bekommen:

    >Das Ziel von 4,8 Mio. Ladepunkten bis zum Jahr 2020 wurde weit verfehlt (1). Bis heute sind nur ca. 530 tsd. öffentliche und 710 tsd. private Ladesäulen (2) und somit wohl unter 2 Mio. Ladepunkte.
    Unser Ziel von 1 Mio. Ladesäulen bis 2030 werden wir auch nicht erreichen. Wir müssten 100.000 pro Jahr bauen und haben in H1 2020 nur um die 3.000 geschafft, wenn ich mich richtig erinnere. Ob wir 50.000 pro Halbjahr jemals erreichen, wage ich mal zu bezweifeln.

    Quellen:
    1) China will Milliarden in Elektroautoladsäulen stecken (Managermagazin 2017)
    2) Elektroautonews

    2) Ein weiterer Vorteil von Wasserstoff liegt bei Szenarien mit Intensivnutzung, da das Tanken sehr viel schneller geht. Moderne Wasserstofftankstellen können zudem viele Fahrzeuge hintereinander betanken. Nel Asa schafft max. 65 kg/h bevor wieder Druck aufgebaut werden muss (siehe Homepage).

    >Nicht umsonst werden bereits 30% aller groceries in den USA von Wasserstoffgabelstaplern von Plug Power bewegt. Tendenz steigend.
    Quelle: “plug power named to food logistics top green providers list for 2020” (fuelcellworks)

    > Akkus kann man in Zukunft sicher theoretisch schneller Laden als heute, aber dazu benötigt man wieder mehr Leistung, was uns wieder zum 1. Problem führt.

    3) Kosten von FCEV und Wartung

    Es sind mir keine Quellen oder Berichte bekannt, die angeben, dass die Wartung besonders aufwendig sei. Z.b. sind die Toyota Mirai von clevershuttle sind bereits über 200.000 km ohne größere Probleme im Einsatz. (Quelle: Elektroautonews.net). Vielleicht kann Herr Thelen hier ja seine Quellen nennen.

    Die hohen Kosten der Fahrzeuge sind nur eine Momentaufnahme und kommen nur durch die geringe Stückzahl zustande. Steigert man die Produktion treten positive Skaleneffekte ein und die Kosten werden deutlich sinken.
    Ein Toyota Mirai wird laut Aussagen von Toyota ab 100.000 st./a deutlich günstiger . Dazu gibt es Artikel vom Jahresanfang, die bei ausreichender Produktionsmenge 35.000€ als möglichen Stückpreis nennen.
    Auch Studien vom Jahresanfang sagen eine deutliche Senkung der Kosten voraus.

    1. Danke für Ihre nach meinem Eindruck lobbyistischen Zeilen. Ich finde, man kann nur jedem, der solch ein Brennstoffzellen-PKW kaufen möchte anraten, sich so etwas zu kaufen. Aus Fehlern lernt man ja bekannter weise am besten – nur dass es in diesem Fall eklatant viel Geld kosten würde.

      Da Sie ja nach Quellen lechzen (sorry an die Redaktion…), bitte schön, lassen wir neben dem hervorragenden Artikel des Herrn Thelen von kompetenten, professionellen Quellen berichten.

      Wasserstoff als Antrieb:
      Dr. Mario Herger aus dem Sil.Val., u. a. Berater von Daimler und Porsche:
      “Die Brennstoffzelle ist aktuell ein totes Pferd, dass hier geritten wird.”
      https://derletztefuehrerscheinneuling.com/2019/01/02/ist-die-brennstoffzelle-ein-totes-pferd/

      Deutscher Kfz-Professor:
      „Wasserstoff ist im Massenmarkt Pkw ungeeignet“
      https://efahrer.chip.de/news/deutscher-kfz-professor-wasserstoff-ist-im-massenmarkt-pkw-ungeeignet-1_101629

      Der Strombedarf aus der Sicht der anbietenden Konzerne, die ES ganz sicher am besten wissen:
      “EnBW: „Strombedarf aus heutiger Sicht keine Herausforderung für die Elektromobilität“
      https://ecomento.de/2019/08/06/enbw-strombedarf-aus-heutiger-sicht-keine-herausforderung-fuer-elektromobilitaet/

      “Eon: Massen-Laden von Elektroautos kein Problem fürs Stromnetz”
      https://efahrer.chip.de/news/eon-massen-laden-von-elektroautos-kein-problem-fuers-stromnetz_10826

      1. Erstmal. Kein Grund unfreundlich zu werden. Ich lege hier nur sachlich und fundiert meine Meinung dar. Sie dürfen gerne eine andere haben, sollten dabei aber immer sachlich bleiben.

        Das mit den Netzen ist so eine Sache.
        >Es geht nicht um den Strombedarf (Strom bzw. Energie haben wir genug), sondern um die limitierte Anschlussleistung vor allem in Ballungsgebieten. Letztendlich wissen es wahrscheinlich nicht die Stromversorger am besten, sondern die Netzbetreiber, die in den Artikeln, die ich genannt habe, zitiert werden. Stromversorger betreiben keine Netze.
        Es ist Fakt, dass Netzkomponenten aufwendig erneuert werden müssen, um die entsprechenden Säulen aufstellen zu können. Die notwendige Anschlussleistung ist häufig nicht vorhanden. Das erfordert neue Kabel und Trafostationen.
        In einem der Artikel von ihnen wird dieses Problem auch kurz angesprochen und ich denke die Stromversorger untertreiben bei dieser Problematik. In China ist das Problem ja schon sehr gut sichtbar.

        >Dass Wasserstoff durch kurze Tankzeiten bei Intensivnutzung Vorteile hat, ist auch ein simpler Fakt. Dadurch sparen Unternehmen Zeit und damit Geld. Dagegen gibt es einfach keine validen Argumente.

        Wasserstoff hat einige Probleme, aber die Probleme der Batterieelektromobilität werden mit der einseitigen Fokussierung auf Wirkungsgrade gerne Totgeschwiegen. Eine differenzierte Betrachtung ist immer von Vorteil.

        Und nochmal zu ihren Argumentationsstil. Einfach ohne weitere Ausführungen irgendwelche Artikel zu posten ist wenig hilfreich. Das gleiche könnte ich auch mit Pro Wasserstoffartikeln und Studien machen.

        1. “Kurze Tankzeiten”: wenn die (über) nächste Generation von Batterien auf den Markt kommt, wird sich die Ladezeit eines Elektro-Fahrzeugs nicht im Minuten- sondern Sekundenbereich bewegen! Kondensatoren werden das leisten, und zudem eine ganze Reihe problematischer Rohstoffe überflüssig machen. Die Forschung ist bereits weit gediehen und mir ist unverständlich wieso weitere Forschung daran bei uns in Deutschland nicht mit höchster Priorität gefördert wird. Es würde eine Technologie-Führerschaft mit Auswirkungen wie sie moderne Diesel- und Benzin-Aggregate gehabt (!) haben bedeuten.

          1. Wie kommen Sie zu der Erkenntnis, dass Deutschland seine Forschungsaktivitäten in Sachen Akku, usw. vernachlässigt, blos weil andere Forscher parallel H2-Forschung betreiben? Als Hightech-Industrienation müssen wir auf allen Gebieten intensiv forschen. Aber halt auch mal den Weg in die Umsetzung finden, sonst geht es uns wie bei vielen anderen Technologien auch. Wir erfinden und andere Nationen nutzen das wirtschaftlich aus.

    2. P. K. Als die Glühbirne erfunden wurde, gab es kein Stromnetz an das Häuser angeschlossen waren. Ich könnte mir vorstellen, ohne Ihnen damit etwas schlechtes zu wollen, Sie hätten damals geschrieben (natürlich nicht hier, sondern z.B. per Hand auf Papier): “… wird sich nie durchsetzen, niemand hat Strom!” Dann kam irgendwann nach etlichen weiteren Innovationen das Automobil mit Verbrennungsmotor, es gab zu dem Zeitpunkt auch keine Tankstellen! Auch hier wären Sie kaum euphorischer gewesen… Fakt ist, das Ladenetz wird ständig erweitert und wächst mit dem Fahrzeugbestand, ist doch normal. Soll das ein Hinderungsgrund für das batteriebetriebene E-Auto sein? Zuerst das Ei, dann die Henne, oder war es umgekehrt? Zum Unterhalt von Fahrzeugen mit Brennstoffzellen: fragen Sie mal bei Hyundai oder Toyota nach, wie sich die Servicekosten bis 100`000km zusammensetzen, Sie werden ein Wunder erleben (allerdings im negativen Sinn). Einige interessieren sich ja gar nicht für Fakten, denn “Wasserstoff” klingt so Umweltfreundlich und ist die Zukunft (ja, aber an der richtigen Stelle und nicht im PKW!), oder “… wenn Hyundai und Toyota die Brennstoffzelle im PKW gut finden, muss das ja gut sein!” Muss es das? Wieder Fakt, die Mehrheit der Automobilhersteller findet das nicht, daher bieten sie keine solchen Fahrzeuge an. Noch etwas, Systembedingt wird das E-Auto mit Brennstoffzelle immer teurer sein, als das rein batterieelektrische E-Auto. Tut mir leid für alle, die nur 5 Minuten Zeit zum laden haben und dann wieder 1200km am Stück fahren wollen, ihr müsst solche Wünsche in Zukunft teuer bezahlen. Hinweis: Der oben stehende Text ist meine persönliche Meinung, behalten Sie auf jeden Fall Ihre, falls diese besser zu Ihnen passt.

      1. Hier eine Info zu den angeblichen hohen Wartungsaufwendungen. Einer meiner Mieter ist Verkäufer in einem Hyundai-Autohaus:

        Folgende Informationen habe ich bezüglich der Wartungskosten für Sie zusammengetragen:

        Zwischenwartung / Dichtheitsprüfung:

        alle 10.000km oder spätestens nach 2 Jahren
        Kosten ca. 25 €

        Reguläre Wartungen:

        30.000km oder nach 2 Jahren ca. 150 € ( je inklusive Bremsflüssigkeits- und Innenraumfilterwechsel)
        60.000km oder nach 4 Jahren ca. 150 €
        90.000km oder nach 6 Jahren ca. 150 €
        120.000km oder nach 8 Jahren ca. 150 €

        Alle 20.000km FCEV Luftfilter ersetzen und Luftfiltergehäuse reinigen (ca.150 €)
        Alle 60.000km oder alle 3 Jahre (Brennstoffzellen-Kühlmittel wechseln / Preis pro Liter Hochleistungskühlmittel 89,00 €)

        Leider haben wir in unserer Fahrzeugdokumentation keine Füllmengenangabe für das spezielle Kühlmittel finden können.

        Wir gehen davon aus das der NEXO in Summe ca. 6 Liter Kühlmittel hat, ich kann leider nur noch nicht genau sagen ob dieser Flüssigkeit gemischt werden muss / bzw. gemischt werden darf. Sobald ich eine Info hierzu habe gebe ich Ihnen gerne nochmals eine Rückmeldung.

        Bezüglich der Bestellung eines NEXO, so müssen wir aktuell, bei Hyundai einen schriftlichen Antrag mit allen Angaben zum Kunden stellen.
        Erst nach Bestellprüfung durch Hyundai, können wir unserem Kunden sagen, ob er überhaupt einen NEXO bekommt.

        Leider ist dieses Fahrzeug noch sehr exklusiv und dient Hausintern eher als Technologieträger und als Aushängeschild des Konzerns.
        Die Lieferzeit beträgt ab dem Tag der definitiven Bestellung ca.12-14 Monate.

    3. Sehr gute Ausführung. Ich empfinde den Artikel von Herrn Thelen auch als zu einseitig und zu sehr auf PKW-Antrieb eingeschränkt verfasst. H2 kann weit mehr als nur dem e-pkw Konkurrenz machen. Ich habe eher die Vermutung, dass Herr Thelen bereits eine feste Meinung bzw. Abneigung gegenüber Wasserstoff hat. Ich bin Mal gespannt, ob er wirklich an einem offenen Dialog und Austausch auch zu den Vorteilen von H2 hat.

  9. Ich denke wenn die Infrastruktur vorhanden wäre, würden vielle Autofahrer in Wasserstoff-Autos einsteigen. Was will er mit einem Elektroauto wenn er über Stunden nachladen muss.. Energie gibt es, man muss nur mal sich umschauen wie viel Windräder stehen weil der Strom nicht gebraucht wird. Aber ich denke es verdienen die richtigen Leute Geld mit Batterien ( Autos) , daher wird Wasserstoff klein gehalten. Man sollte mal bedenken was es kostet Benzin und (oder) Batterien herzustellen. Der Umwelt schaden unbezahlbar wird nicht berücksichtigt.

    1. Max Seidl Was sind denn das für dubiose Gestalten, die mit Batterien ihr Geld verdienen und Wasserstoff klein halten? Und wo sind die Typen geblieben, die es genau das Umgekehrt wollen? Sie haben bedenken was es kostet, Benzin und (oder) Batterien herzustellen? Wasserstoff wird heute aus Kostengründen aus Erdgas per Dampfreformierung hergestellt, dieses Verfahren erzeugt CO2 und andere umweltschädigende Gase. Sind Sie gut informiert? Haben Sie den Artikel von Frank Thelen gelesen? Tipp: Es gibt noch viele weitere seriöse Seiten, die Nachteile von Wasserstoff im PKW aufzeigen.

  10. Vielen Dank Frank, für den prossionellen Komentar !!! Realität ist für Deutsche leider immer weniger nachvollziehbar. Die Mehrzahl denkt, 50% Energie aus Wind und Sonne, könnte 50% fossile Brennstoffe einparen. Schildbürgerstreiche, wie H2 aus Erdgas, oder, wie das am Rhein derzeig geplante Pilotprojekt, per Elektrolyse mit wertvollster Wasserkraft herzustellen, diesen dann verlustreich in Methan umzuwandeln, um es anschließend im Verbrenner mit bekanntem Wirkungsgrad von 20-30% in Bewegungenergie umzuwandeln, werden von Industrie und Politik gefordert und gefördert. BYD, Nio, Aiways, Xpeg, etc., drängen wärend dessen, teils noch heuer auf den europäischen Markt mit verblüffend zuverlässigen BEVs, teils robusten, langlebigen, preiswerten LFP-Zellen, ohne Kobalt (BYD-Han, Tesla-M3). Erster Service bei Aiways nach 100.000 km – mit Wahl der richtigen Bremsflüssigkeit, samt darauf abgestimmter Bremsanlage, technisch kein Problem ! China hat einen neuen Sicherheitsstandard für E-Fahrzeuge ab 2021 definiert – ob da überhaupt noch derzeitig bereits veraltete Batteriepacks mit Lithiumionenzellen verkauft werden dürfen, wird sich bald zeigen.
    Wenn wir unseren Lebensstandard halbwegs halten wollen, sollten wir langsam aufwachen, statt wenige Parasiten aus Politik und Wirtschaft mit Steuergeldern zu überfüttern.

  11. Wasserstoff: Ein geruchloses Gas das die Sinne einiger von sogenannte Experten vernebelt….. den es geht um viel Geld.

    Um Milliarden Fördermittel, die man generös ohne sinnvolles ToDo und vorweisbare Ergebinsse, die auch umsetzbar sind, versenken kann… in die Taschen von Instituten, Autoherstellern und der fossilen Industrie.

    Allein in den letzten 20 Jahren sind schon 0,5 Milliarden an Fördermitteln geflossen. Und der Andy liefert denen noch mehr…..

    Und für was? Für Wasserstoff-Tankstellen , die 1,5 Millionen kosten? Für NeCAR1-5 bei Mercedes? Die nie in Serie gingen?

    Geldvernichtungsmaschinierie… das ist H2-Technik.

    1. Genau, aber spielt es noch eine Rolle ? Nur um die unvermeidliche Ausbreitung von Covid-19 zu hemmen ruiniert sich die Welt derzeit ohnehin, und wofür ? Damit das Virus auch ja genügend Zeit hat, irgendwo auf der Welt zu mutieren, evtl. noch vor Wheinachten. Die Mutationen werden vermutlich Covid-19 rückwirkend recht harmlos erscheinen lassen. Wird ein denkwürdiger Herbst/Winter, wenn man nicht mehr weiß, ob der Mesch gegenüber nur erkältet ist, gerade verspätet Covid-19 austrägt, oder eine ernsthafte, noch vollkommen unbekannte Mutation dieses Virus überträgt. Lebensbedrohliche Quittungen für den Umgang mit unserer Umwelt werden viel früher eintrudeln, als man das vermutet hätte. Also was solls – geniesen wir das hier und jetzt, solange es noch geht.

      1. Dass sich die Welt durch überzogene Lockdowns wirtschaftlich ruiniert, halte ich auch nicht für sonderlich schlau. Aber sonst schreiben Sie wieder mal seltsames zusammen, was eigentlich nicht ins E-Auto-Forum gehört. Da ich aber gegen Fake-News allergisch bin, dieses hier:
        Laut Virologe Hendrik Streek ist wie oft bei Viren mit Mutationen zu rechnen, welche die Gefährlichkeit des Virus abschwächen. Es tötet nicht so gerne seinen Wirt, denn dann kann es sich nicht mehr weiterbreiten. Je unschädlicher desto erfolgreicher auf Dauer ist das Virus. Es gibt Coronaviren, welche uns schon seit 600-800 Jahren begleiten. Wir werden lernen müssen mit SarsCoV2 zu leben.

  12. Hallo an die Interessierten, es gibt immer ein “für und wider” bei der einen oder anderen Variante von Energieerzeugung für jede Mobilität. Meine Frage ist die: Warum erscheint nirgends der Versuch dieses auch mit der “Nano Flow Cell”-technologie. Das benötigt bei der Erzeugung der Flüssigkeiten minimalste Energieaufwändung, der erzeugte Strom ist bei ca. 48 V also nicht so hohe elektrische Gefährdung,die Zusätze für die wässrige Lösung sind überall verfügbar, die Strassenzulassung für solche Fahrzeuge besitzen die Pkws seit 1916. (Quantino)
    Es kann doch nicht sein, dass eine “Nichtverfolgung” dieser Technologie wegen Patentrechten ausser Acht gelassen wird. Warum ist das so??
    Helmut Matthes

    1. Eitel W. Es ist unbestritten, dass die Traktionsbatterie eines Elektroautos eine gewisse negative Umweltbilanz aufweist. Alle neuen Studien zeigen jedoch deutlich, dass dieser “Rucksack” mit jeder Batteriegeneration kleiner wird. Wenn alle dazu bereit sind, kann ein batterieelektrisches Auto in naher Zukunft so nachhaltig produziert und betrieben werden, dass keine Art der alten Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor noch mithalten kann. Dies weder ökologisch noch ökonomisch. Zu wenig Strom? Als die erste Glühlampe erhellte gab es kein Stromnetz, heute haben Milliarden von Menschen Zugang zu Strom. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass Strom eines Tages nicht reichen wird. Der E-Auto-Boom kommt nicht über Nacht, der Ausbau der Infrastruktur ist ein ständiger Prozess.

    2. Matthes Helmut Nano Flow Cell ist eine Technologie, längst überholt ist. Die Energiedichte genügt keiner heutigen Anwendung, diese ist rund 10x geringer als bei Lithium-Batterien. Beispiel was das bedeutet? Ein heutiger E-Kleinwagen wie ein Opel e-Corsa hat eine 50kWh Batterie verbaut, welche ca. 345kg wiegt, die Nano Flow Cell Batterie wäre demnach ca. 3,45 Tonnen schwer. Keine Change. Viele dubiose Firmen forschen an dieser Technologie mit aberwitzigen Versprechungen das Problem der miserablen Energiedichte gelöst zu haben, auf dem Markt ist nichts davon. Mit 48 Volt lässt sich ein 45km/h Chinaroller antreiben, aber auf keinen Fall ein rein batteriebetriebenes E-Auto.

  13. Viele Autoren kritisieren die Wasserstoff-Brennstoffzellentechnologie. Letztendlich ist diese Kritik sinnlos. Der Markt schafft bereits Fakten, da Wasserstoff nunmal eine Daseinsberechtigung hat.

    1. Das ist doch gar nicht das Problem. Jedes Kind muß natürlich die heisse Herdplatte selbst anfassen um zu merken, dass das wehtut.

      Beim Wasserstoff bedeutet das aber eine irrsinnige Investition. Jede Zapfsäule kostet 1,2 Mio. Euro. Zur Zeit haben wir alleine in Deutschland 14.000 Tankstellen mit mehreren Zapfsäulen. Wenn Sie mit Ihrem mittelmässig ausgestatteten, 70.000€ teuren Wasserstoffgolf in den Urlaub fahren wollen, brauchen Sie diese Säulen aber in ganz Europa.

      Unsere Kinder brauchen ein Klima, dass für den Menschen verträglich ist UND Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser, …

      1. Sie schreiben immer mal wieder man solle sich doch an Fakten halten. Warum gilt das für Sie selber nicht. Wenn Sie sich endlich mal ernsthaft mit dem Thema Wasserstoffwirtschaft beschäftigen würden, dann wüßten Sie, dass die komplette H2-Infrastruktur günstiger aufzubauen ist, als die komplette Ladeinfrastruktur für 47Mio. PKW. Da ich aber beides befürworte, ist mir das egal. Denn die absoluten Summen über ein bis zwei Jahrzehnte verteilt, ist nicht viel im Vergleich zur Größe unseres Wirtschaftssystems.
        Aber für unser Wirtschaftssystem sind Infrastrukturinvestitionen existenziell wichtig. Das würde ich dann auch als sinnvolleres Wachstum betrachten, als immer mehr Konsum haben zu wollen. Da sind die Wachstumsgrenzen klar aufgezeigt.
        Zum Thema Tankstellen sollten Sie doch wissen, wir haben darüber schon diskutiert, dass es 400 Autobahntankstellen gibt. Die alle mit einer zusätzlichen H2-Zapfsäule auszustatten, wäre für 300-400 Mio. Euro zu haben. Würde man dort die Elektrolyseure stationieren, wäre keinerlei Energieverschwendung für den H2-Transport notwendig. Und das gleiche Thema für andere Länder gilt, ist ihr Europaurlaubsthema gar keines. Was die Anzahl der Tankstellen für eine Vollversorgung anbelangt, würden 5.000 Tankstellen locker reichen. Manche Experten gehen sogar von nur 1.000 Tankstellen an den strategisch sinnvollsten Orten aus.
        Was keine Zukunft hat ist die übergangsweise Versorgung der Tankstellen mit Tanklastern.

  14. Ich denke Wasserstoff und Elektro werden beide auf absehbare Zeit ihre Daseinsberechtigung haben.
    Wie schon zum Teil dargestellt ist aus meiner Sicht bei der E- Mobilität die Ladeinfrasruktur das große Problem. Wer zu Hause auf seinem Grundstück laden kann ist fein raus. Doch was ist mit den Personen in den Städten, insbesondere Mehrfamilienhäusern. Hier gibt es keine Möglichkeit, ganz zu schweigen von den enormen Kosten oder der Unmöglichkeit das E-Netz in kurzer Zeit auf den erforderlichen Stand zu bringen.
    Wasserstoffantrieb wird seine Berechtigung auf langen Fahrtstrecke oder bei hohen Lasten haben, denn hier das hohe Gewicht der Batterien als sehr großer Nachteil anzusehen, und auch nicht zu vergessen die entsprechend langen bzw. längeren Ladezeiten.
    Ein Ausbau der vorhandenen Tankstellen-Strukturen auf Wasserstoff ist mittelfristig mit großer Wahrscheinlichkeit leichter und kostengünstiger zu bewerkstelligen.
    Aus meiner Sicht gibt es kein entweder oder, sondern nur ein Miteinander der verschiedenen Konzepte.

      1. Seit wann glänzen Sie mit Fachkenntnissen im Bereich H2? Ich habe Ihne schon viele Nachweise und Fakten aufgezeigt (seit Monaten), die Sie trotzdem einfach dauerhaft ignorieren. Weil es halt nicht in Ihre zu verteidigenden Parolen passt.

        1. Sie haben mir haupsächlich völlig unwichtige nebensächliche Fakten gezeigt.

          Das Hauptproblem ist die Tatsache, das wir für Jahrzehnte nicht genug Ökostrom haben um soviel Wasserstoff CO2 neutral zu erzeugen, dass es auch noch für eine bedeutende Anzahl PKWs reicht. Damit ist es total egal, welche Vor- und Nachteile dieses Konzept sonst noch haben könnte. Die Vorteile können niemals grösser sein als der Nachteil der Klimaschädlichkeit.

          Hätten wir genug Ökostrom (Danke Union für garnichts), wäre es mir völlig egal, ob Wasserstofffans für teures Geld Autos kaufen, die heute schon schlechter in den Leistungen sind als Batterieautos und deren Abstand aus physikalischen Gründen mit jedem neuen Modell immer grösser werden wird. Das müsste dann jeder mit seiner Geldbörse besprechen.

          1. Ob wir genug EE-Strom haben werden, ist keine technische, sondern eine politische Frage. Machbar wäre alles und auch nicht sonderlich teuer. Die Preisfrage ist dieselbe wie bei BEV. Ein Massenmarkt regelts es. Und die technischen Fortschritte sollten wir uns sowohl bei BEV als auch bei FCEV erhoffen. Um diese Technologieoffenheit geht es in dieser Diskussion, zumindest meinerseits.

  15. Wenn man wöllte, könnte man viele Probleme auch mit einem Austausch Akku lösen. Und wer tatsächlich einen E-Antrieb nutzt, findet die Diskussion über die permanent erforderlichen hohen Ladeleistungen einfach praxisfern. Das braucht man zu Hause nicht. Wichtig ist, dass man überhaupt laden kann. 12 h mit einem KW sind mind. 50 km Reichweite einschließlich aller Verluste.
    Aber für einen Austauschakku müsste man sich auf einen Standard einigen. (wie lange wird schon über einheitliche Ladekabel Smartphones diskutiert) Im Moment wird sehr viel erneuerbare Energie einfach abgeregelt. Überschüssige Energie in H2 umzuwandeln, ist allemal besser, als ungenutzt zu lassen.
    Wenn man mehr Experten und weniger Lobbyisten ans Werk lassen würde, wer weiß was alles möglich wäre.

  16. Hallo. Die Frage die ich mir in den letzten Jahren zum Thema Wasserstoff immer wieder gestellt habe ist seine Umweltverträglichkeit. Bei der Produktion und beim Transport entweicht zwangsweise (wenn auch nur in geringen Menge) Wasserstoff. Es gibt mehrere Studien darüber dass Wasserstoff ein indirektes Treibhausgas ist das es die negativen Effekte von primären Treibhausgasen wie Methan verstärkt. Ich frage mich ob der Wasserstoff in 50-100 Jahren nicht genauso kritisch wie CO2 heute angesehen wird?

  17. Sehe ich teilweise anders. Rein elektrisch betriebene Fahrzeuge machen uns viel zu abhängig vom Stromnetz. Die Abhängigkeit ist jetzt schon viel zu groß. Ein Beispiel: Die Feuerwehr hat einen Großeinsatz über viele Stunden. Da macht dann jede Batterie schlapp. Da müssen die Kameraden dann wohl bei den Nachbarn klingeln und fragen, ob sie ihre Feuerwehrfahrzeuge und Pumpen laden dürfen. Und was ist mit Großschadenslagen, wo das gesamte Stromnetz zusammen Bricht? Sind da nicht netzunabhäbgige Lösungen besser?

  18. Dass ist das erste mal, dass ich froh bin, dass Herr Altmaier Wirtschaftsminister ist. Sein bescheuerter Plan mit Algerien wirft die Wasserstoffwirtschaft um 10-15 Jahre zurück.

  19. Manche Kommentatoren sollten lieber mal das hier lesen, statt immer nur zu schreiben. Sehr ausgewogen:

    https://www.zukunft-mobilitaet.net/169895/analyse/elektroauto-brennstoffzelle-synthetische-kraftstoffe-ptx-ptl-kosten-infrastruktur-rohstoffe-energiebedarf-wirkungsgrad/?utm_source=Newsletter+%7C+Elektroauto-News.net&utm_campaign=426b357040-Mail_from_09102017_COPY_01&utm_medium=email&utm_term=0_a13cad7d1b-426b357040-154199393

    https://www.vde.com/resource/blob/1875246/3a4ac5081799af17650c62316c183eb4/studie-brennstoffzelle-data.pdf

    Manche können leider auch nicht sehr differenziert denken. Entweder diskutiert man konsequent gegenwartsbezogen oder zukunftsorientiert, aber doch nicht beliebig gemischt und bleibt neutral fair. H2-Gegner blenden alles aus, was nicht ins Konzept passt. Was mich immer wieder verwundert, dass man die selben Argumente gegen FCEV verwendet, welche bis vor kurzem gegen BEV benutzt wurden. Geschichte scheint sich doch zu wiederholen.

  20. Es gibt eine sehr umfassende fachliche Diskussion zum Thema H2 die sehr vieles beleuchtet, was man hier ja nicht unbedingt alles wiederholen muss. Bis hin zum Thema Wasserverbrauch bei der H2-Herstellung in Wüstenländern.
    https://www.elektroauto-news.net/2020/hyundai-nexo-ohne-zukunft-in-deutschland#comment-74898

    Ganz interessant ist dann am Ende das was ein Kfz-Mechanikermeister gegen BEV raushaut, wodurch ich mich gezwungen sah, von FCEV-Verteidung auf BEV-Verteidigung umzusteigen. Da würde ich gerne mal weitere Kommentare von Tesla-Erfahrenen lesen. Es lohnt sich nämlich auch ältere Threads zu füttern, wenn die durch Google zu hohen Suchergebnissen führen.

    1. Nein, es gibt keine fachliche Diskussion. Es gibt nur Menschen und Unternehmen, die von Subventionen für Wasserstoffprojekte profitieren. Nur weil die immer wieder darüber sprechen, ist das noch lange keine Diskussion. Ich habe in den letzten Jahren auch kein neues Argument gehört, dass die schlechte Bilanz von Wasserstoff für PKWs verbessern würde.

      Mir ist auch nicht bekannt, das einer der Wasserstoff “Experten” mal ein wirklich praxistaugliches Konzept vorgelegt hätte, wo der ganze Ökostrom SCHNELL herkommen soll für PKWs mit Wasserstoff. Schliesslich brauchen wir dann dreimal so viel davon, als für PKWs nur mit Batterien.

      1. Das sind Ihre frei erfundenen Behauptungen und wie Sie es bei anderen nennen “Geschurbel”. Erstens gibt es diese Diskussion ernsthaft, wir führen die ja auch gerade und zweitens ist Forschung und Entwicklung immer wertvoll und die muss technologieoffen sein.

  21. Diese Diskussion ist mir zu oberflächlich. Haben die Diskutanten drüber nachgedacht wie abhängig wir uns von unsicheren Staaten machen. Offensichtlich reicht die Erfahrung aus der derzeitigen Pandemie noch nicht. Wir sollten einmal darüber nachdenken welche Umweltbelastung die Herstellung einer Batterie mit sich bringt und was von der Leistung im Winter noch übrig bleibt und wie wir schwer Fahrzeuge in Zukunft antreiben möchten. Batterien sind dafür am wenigsten geeignet Über die Entsorgung und die Lebensdauer haben wir noch nicht gesprochen, auch nicht über den Vorrat an Rohstoffen und von wem diese kommen. Ich wundere mich dass diese Faktenlage keine Rolle spielt.
    Grundsätzlich ist die Speicherung und Rückgewinnung in Strom nicht wirtschaftlich. Wenn Wasserstoff einmal erzeugt ist sollte dieser in Gasform bleiben. Die Verflüssigung und Rückvergasung mach die Herstellung unwirtschaftlich.
    Zur Sicherheit ist festzustellen dass Wasserstoff weniger gefährlich ist als Benzin. Er hat eine Zündtemper von 585 °C.
    Bis heute habe ich kein überzeugendes Argument gehört das gegen Wasserstoff spricht. Mit erneuerbarer Energien und Wasserstoff können Tankstellen, Industriebetriebe und ganze Regionen frei von CO2 werden. Deutschland und die EU können unabhängig und zum energetischen Selbstversorger werden. In diesem Zusammenhang können wir die heute noch Systemrelevanten Kohlekraftwerke abschalten. Mit neuartigen Speichersystemen können die Schwankungen aus erneuerbaren Energiequellen ausgeglichen werden. Abschalten ist damit nicht mehr erforderlich.
    Die Kosten für Wasserstoff sind nicht weit von den Benzin Preisen entfernt. Eine Umweltfreundlichere Lösung kenne ich noch nicht.

  22. Herr Thelen, ich vermisse in Ihrem Beitrag was für eine Alternative wir haben, rein Elektro Batteriebetrieben ist in meinen Vorstellungen nicht machbar. Wo soll ich denn mein E-Auto aufladen, etwa bei einem Supermarkt, Parkhaus, oder sonst wo? Die Auflade Zeiten sind jenseits von gut und böse, es wird in Zukunft nur ca. 15% Schnellladestationen geben mit ca. 30 Minuten, die restlichen werden bei ca. 6 Std. sein.
    Fragen:
    – was ist mit den Rohstoffen für Batterien wie werden sie gewonnen?
    – wie werden die Akkus entsorgt?
    – wie wird bei einem Fahrzeugbrand gelöscht, ist im Moment sehr schwierig!
    – wollen wir wirklich alle 200 Meter Windräder haben um für den nötigen Strom zu haben
    – ist es nicht sinnvoll Wasserstoff da zu erzeugen wo viel Sonne ist um ihn dann zu transportieren wie jetzt das Öl?

    Was sind denn Ihre Alternativen Herr Thelen??

    wie beim tanken

    1. Sehr geehrter Herr Michael O., alle Fragen von Ihnen wurden bereits bis ins letzte Detail beschrieben.
      – Alle gewonnenen Rohstoffe haben einen CO2-Rucksack! Wenn Sie meinen Batterien wären schlechter als die Erzeugung von Kraftstoffen dann irren Sie sich, für einen Liter benötigt man ca. 6kW an Energie, das wurde hier doch von vielen bereits geschrieben, jetzt können Sie ja mal ausrechnen wie viel Leistung man braucht bei x Liter Verbrauch je 100km, na klingelt’s? (Bitte jetzt keine Kommentare über Kinderarbeit / seltene Erden / die armen Bauern in der Wüste wegen Trinkwasserentnahme….) Öl ist noch schlimmer! Hierzu der passenden Film: Dark Eden 2018.
      – Die Batterie wird einmal für das Fahrzeug gebaut! Hält demnächst 1Millionen km sie wird derzeit schon zu 85% recycelt oder zu 100% als Hausspeicher weiter verwendet. Woher hat der Verbrenner wohl seinen Namen? Der Kraftstoff ist für immer verbrannt, beim Bremsen geht zudem die Energie durch Wärme verloren.
      – Am Tag brennen allein nur in Deutschland ca. 40 Autos ohne Kabelbrände da sind es insgesamt 110!
      Wenn ein E-Fahrzeug in Flammen steht, ist es nicht immer die Batterie, sondern meistens, wie auch bei vielen Verbrenner das Kältemittel für die Klimaanlage.
      – Wenn der Akku brennt, da gebe ich Ihnen recht muss er in eine Wanne mit Wasser.
      – Und ja, Windräder sind nicht schön, aber schon heute sieht man teilweise Windräder die stehen, weil zu viel Energie gewonnen wird.
      – Es ergibt kaufmännisch keinen Sinn mir die Dachfläche mit dem 4fachen an Panels zuzuhauen, um daraus grünen Wasserstoff zu erzeugen, der dann wiederum für mein Auto als Energieträger zunutze kommt. Dann doch gleich in das rein elektrisch / batteriebetrieben Fahrzeug. Zumal ich denke, dass das Kraftwerk für das Einfamilienhaus unbezahlbar bleibt. Der grüne Gedanke ist bei beiden Verfahren annähernd gleich, sprich CO2-Rucksack.
      Der E-Techniker (E-Smart für die Stadt, Tesla Model S für die Strecke)

  23. Unglaublich, wie Profit gesteuert diese Analyse für mich wirkt. Es geht um Effizienz, nein um Nachhaltigkeit. Wenn man Wasserstoff mit sauberer Energie produziert ist es Effizient. In der Analyse ist schwammig erklärt warum es als ineffizient eingestuft wird. Nämlich sind es die Kosten für Transport und Produktion der Lagerung und der Tankstelle bis das gesamte Netz aufgebaut ist aber auch alle anderen Energieträger standen an diesem Start. Wenn man aber dir Analyse mit der guten Absicht in dem nächsten 50 Jahren erstellen würden mit 50% wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen zu rechnen, profitieren unsere Nachfolger stark davon. Jedoch interessieren sich wenige für die Zukunft der Erde und der Mitmenschen Investoren wollen bloss das Geld sehen und möglichst wenig Risiko tragen. So kommt es für mich rüber.

    1. Sie sehen es also als nachhaltig an, wenn ich für die gleiche Fahrstrecke – bildlich gesprochen – 3 Solarzellen statt eine montieren muss? Oder 3 Windräder statt eins? Erneuerbare Energie muss auch irgendwie bereitgestellt werden. Die Produktion von Windrädern und Solarzellen kostet auch Energie und Rohstoffe. Wir können es uns nicht leisten 3 Mal so viel davon einzusetzen, nur weil man Wasserstoff so toll findet. Wie sieht es mit dem Recycling von GFK/CFK-Wasserstofftanks aus Fahrzeugen aus?
      Soweit ich weiß, wird zumindest der Kunststoff beim Recycling vollständig verbrannt.

      Farnsworth

    2. Tja, ich glaube. Sie lesen aus der Analyse nicht das was drinsteht.

      Zu Ihrem Beispiel: In 50 Jahren wollen sie 50% Wasserstoff PKWs.
      Dann hätten wir 2070. Um überhaupt noch etwas retten zu können muss der Verkehr bereits 2050 100% CO2 neutral sein.
      Von Ihren Beispiel profitieren unsere Nachfahren also überhaupt nicht, sondern sind mit hohen Kosten für die Einführung einer Wasserstoffverteilung gestraft.

      Bitte verstehen Sie das nicht falsch. Es gibt sinnvolle Anwendungsgebiete für Wasserstoff. Neben der chemischen iIndustrie will die Stahlindustrie damit den Kohleverbrauch reduzieren oder ganz kompensieren. Auch für Hochseeschiffe, Flugzeuge oder als Ersatz für Dieselloks ist Wasserstoff oder weiterverarbeitete Produkte denkbar. Aber nicht für PKWs.

      1. Für PKW zuletzt sinnvoll, vorher kommen erst einmal Busse und LKW in Frage. Aber da dafür eine Infrastruktur geschaffen sein wird, steht die auch für die ich schätze 10-20% großen Langstrecken-FCEV zur Verfügung. Und 50 Jahre ist wirklich kein akzeptabler Zeitraum. Was man innerhalb 20 Jahren trotz politischer Bremser erreichen kann, kann man bei PV sehen. Wär hätte vor 20 Jahren geglaubt, dass 50% EE-Strom erzeugt werden kann.

  24. Ich könnte mir vorstellen, dass Wasserstoff in Zukunft als stationärer Langzeit-Speicher zu Hause verwendet werden kann. Wenn ich ein überdimensioniertes Photovoltaik Dach auf meinem Haus habe kann in der Sommerzeit eine große Energiemenge gewonnen werden und der Überschuss in in Wasserstoff gewandelt werden. Dabei steht die Wasserstofferzeugung an letzter Stelle. An erster Stelle würde der Direktverbrauch des Haushalts stehen und z.b. das Laden des Elektroautos. Die nächste Stufe wäre die Kurzzeit-Speicherung in einem kleinen Pufferakku von ca 10 Kilowattstunden. Erst dann kommt die Wasserstofferzeugung. Die Abwärme das Erlektrolyseurs könnte man z.B. benutzen um Warmwasser damit in der Sommerzeit zu erzeugen. Damit würde die Effizienz des Prozesses steigen. In der Sommerzeit sollte eine große Photovoltaik-Anlage genug Strom erzeugen um damit einen großen Puffer für die Winterzeit zu laden. Im Winter wird dann an Sonnenarmen Tagen der Wasserstoff rückverstromt. Damit können dann alle Haushaltsstrombedarfe wie z.b. Wärmepumpe und auch das E-Auto laden gedeckt werden. Die Abwärme der Brennstoffzelle kann wiederum für die Heizung benutzt werden.

    Ob ich allerdings neben meinem Haus einen Hochdruckwasserstoffspeicher stehen haben möchte, da bin ich mir noch nicht so ganz sicher.

    Für Privat KFZ sehe ich allerdings nur eine sehr kleine Marktnische für das Wasserstoffauto. Tesla zeigt eindrucksvoll, dass das Batterieauto für den Alltagseinsatz völlig geeignet ist. Es müssen jetzt nur noch die passenden Modelle folgen und die Preise sinken.

    In dieser Phase sind wir gerade. Ich habe mir einen E-Up bestellt. Dieses Fahrzeug wird die meisten Bedürfnisse meiner Mobilität abdecken.

    Farnsworth

  25. Schade daß sich Diskussionen nicht wirklich sachlich führen lassen aber zurück zum Thema. Natürlich können wir die Brennstoffzellentechnik schlecht reden und nichts tun, dann freuen sich halt andere über ihren Erfolg. Wir können auch jetzt die Elektromobilität gegen die Wasserstoff-Technik ausspielen und beide kommenden Techniken so ausbluten lassen. Am Ende müssen wir aber eine verträgliche Alternative zum Öl finden und was Deutschland betrifft, als eines der führenden Industrie – Länder dieser Welt am Markt bestehen, um weiter wie gewohnt komfortabel leben zu können. So ist es aus meiner Sicht unumgänglich jetzt in die Brennstoffzelle zu investieren, um diese Technik nun endlich rentabel zu machen und damit die Energiewende zu schaffen. Selbst wenn ich den Wirkungsgrad nicht toll finde, so ist dieser zur Zeit ähnlich wie bei Öl nach hundert Jahren. Der Unterschied ist aber eben die ursprüngliche Quelle des kommenden Energieträgers, diese können wir erstmalig nachhaltig gestalten und müssen nicht altes fossiles Öl verbrennen. Wenn mich also jemand nach dem Sinn dieser Technik und der nun kommenden Fördergelder für diesen Ansatz fragt, so sage ich, ja bitte fördern wir diese Zukunftstechnik sinnvoll und Zielstrebig! Hören wir endlich auf im gestern zu verharren und alles neue schlecht zu reden. Ob sich die Zelle dann im Auto verwenden lässt, das sehen wir dann schon.

    1. Ich habe es hier schon mehrmals versucht zu erklären.
      Das Problem ist nicht die Brennstoffzele. Das Problem ist CO2 neutraler Wasserstoff.

      Mal eine persönliche Frage. Wie kann man diesen wichtigen Faktor komplett ausblenden? Ich fühle mich in dieser Diskussion als würden wir über Ottomotoren diskutieren, ohne das bisher Erdöl entdeckt worden wäre.

      1. Wieso behaupten sie dies? Sie haben mir sogar in einem anderen Thread Recht gegeben, dass man alleine mit der Flächennutzung der heutigen Biomasseacker mittels Photovoltaik den zukünftigen erhöhten Strombedarf Deutschlands abdecken kann. Sind Sie so vergesslich, oder paßt das wieder nicht in Ihr Konzept gegen eine Wasserstoffwirtschaft?

    2. Kleiner Nachtrag.
      Bisher wird Wasserstoff mit enorm viel Energie aus Erdgas erzeugt (über 95%), wobei viel CO2 entsteht.
      Dieses Erdgas kommt aus Russland.

      Bitte erklären Sie mir nochmal ganz genau
      1) Wieso wird Deutschland mit Wasserstoff von anderen Ländern unabhängig?
      2) Ist Russland die politische Grossmacht, von der Deutschland sich bedingungslos wirtschaftlich abhängig machen sollte?
      3) Wo ist der Vorteil für das Klima gegenüber Erdöl?

      Hören Sie auf zu versuchen mit Geschwurbel zu überzeugen. Bringen Sie Fakten!

  26. 1) Weil wir über eine zukünftige grüne Wasserstoffwirtschaft reden, also ohne Erdgas. Wir können selber produzieren und welches Einkaufen. Nur ein Preisfrage aber keine Abhängigkeit mehr.
    2) Sollte Deutschland nicht, sieh 1)
    3) Bei Erdgas gibt es keinen Vorteil. Den gibt es nur mit grünem Wasserstoff.

  27. Derzeit stammt erst 40% des Stromverbrauchs in Deutschland aus erneuerbaren Quellen. Der Stromverbrauch stellt aber nur 607 Mrd. kWh dar, der Gesamtprimärenergiebedarf liegt bei 3750 Mrd. kWh hier liegt der Anteil erst bei 13,5% und hier gibt auch nicht mehr Sonne und Wind den Ton an, sondern Biomasse für Raumwärme.

    Die berühmte Wärmewende steckt noch in den Kinderschuhen bietet aber mehr Potential als die Energiewende in der Stromerzeugung.
    Warum ich das bei einem Thema anführe wo es um Wasserstoff geht:

    Wie erwähnt ist Wasserstoff keine Primärenergieträger. Hier mit geht es also nur um die Idee wie man den Ökostrom den man eigentlich nicht hat am besten speichert oder umwandelt.

    Wenn sie einige Stunden im Jahr negative Strompreise haben reicht das nicht um eine Elektrolyse kostendeckend betreiben zu können.

    Sollte man sich für irgend eine Art von CO2-Bepreisung entscheiden wird als erstes dort ersetzt wo es am billigsten ist nicht wo es am spektakulärsten ist. Das heißt Biomasse und Wärmepumpen ersetzen Öl und Gas. Aus dem einen kann dann kein Strom mehr erzeugt werden und das andere wird den Verbrauch erhöhen.

    Weniger Überschuss ist verfügbar. VL. Steigt Deutschland ja wirklich aus Kohle- und Atomstrom aus. Dann muss auch dass noch ersetzt werden.

    Meine Prognose es wird in den nächsten 20 Jahren keine Produktion von Grünen Wasserstoff aus Grünen Strom geben um den existierenden Bedarf der chemischen Industrie zu decken.

    Folglich wird auch der Run auf Wasserstofftechnologie ausbleiben.

    1. “Heinz Scherer sagt: 21. Juni 2020 um 10:56 Uhr (also weiter oben)
      Und was viele nicht realisieren, Brennstoffzellen sind keine PKW-Technologie, sondern sehr effiziente Kraftwärmekopplungsanlagen. Was viele auch nicht wissen, insgesamt ist der Anteil an Wärmebedarf weltweit deutlich höher als der Strombedarf. Durch Strombedarf steigt nur deshalb massiv, weil der Systemumbau aller Sektoren, Richtung Strom geht, was auch sinnvoll ist, solange wir den Wärmeanteil von KWK-Anlagen nicht verschenken.”
      Was Sie schreiben ist mir also bekannt. Was Sie aber nicht erkennen, ist die Tatsache, dass es bei einer Wasserstoffwirtschaft nicht nur um den bisherigen Überschuss geht, dieser aber auf Grund billigem bis kostenlosen Stroms, leicht den Einstieg in das Thema ermöglicht. Biomasse in der bisherigen Nutzungsweise hat keine sehr große Zukunft, jedoch als Grundstoff für Wasserstofferzeugung mittels thermochemischer Vergasung, was viel effektiver und günstiger wäre als das derzeitige Biogas.
      Sie müssen auf das Endziel 100%-EE-System bis 2050 schauen. Da müssen alle Sektoren CO2-frei sein. Es wird also in enormen Umfang PV- und Windstrom geben und somit ein großer Speicherbedarf (Experten schätzen 20-30% des EE-Stroms) entstehen, da ansonsten die Fluktuation nicht auszugleichen wäre oder man zeitweise extrem viel EE-Strom abregeln müsste, was viel zu teuer wäre. Das Teuerste bei der Wasserstoffproduktion sind die Stromkosten, nicht die Elektrolyseuseanlagen (bei Vollauslastung bis 2030 ca. 1Cent/KWh ).
      Der Primärenergiebedarf wird aufgrund des viel höheren Wirkungsgrads der erneuerbaren Energieanlagen stark sinken. Heutzutage heizen und verpesten wir vor allem die Luft. Aber der Stromanteil wird stark ansteigen.
      Übrigens exportieren wir die letzten Jahre extrem viel Strom (2018: 51,2TWh p.a.), weil wir die unflexiblen AKW und KKW einfach weiterlaufen lassen, obwohl Wende bedeutet: Neues ersetzt Altes.
      Bis 2050 wird PV in Deutschland mit Kosten von 2 Cent/KWh geschätzt (derzeit sind wir bei Großanlagen bei 5 Cent/KWh angekommen).
      Wenn wir 20% des EE-Stroms für 2 Cent/KWh (Halbauslastung) in H2 umwandeln, kostet der gesamte Strom immer noch ca. 2,5 Cent/KWh.
      Bei mit Vollauslastung hergestelltem H2 reden wir dann über 3 Cent/KWh für EE-H2. Und das ist nicht mehr teurer als Gas-H2. Kommt dann auf Gas der CO2-Preis obenauf, ist EE-H2 unschlagbar billig und somit auch für die Chemische Industrie interessant.
      Die Geschwindigkeit unseres Systemumbaus ist logischerweise nur noch eine politische Frage.
      In Anbetracht der Klimakrise und der Notwendigkeit sinnvoller Konjunkturankurbelung, stellt sich somit die Frage, wird das von der Politik erkannt oder nicht.
      Deswegen kämpfe ich in diversen Foren gerne für eine Wasserstoffwirtschaft. Das kann die zukünftige Existenzgrundlage unserer export- und technologieorientierten Wirtschaft sein.

  28. Ihre Meinung Herr Thielen kann ich auch nur bedingt folgen, natürlich ist NOCH die Herstellung von Wasserstoff sehr ineffizient, das waren Verbrennungsmotoren, Akkumulatoren, etc. auch alle mal. Aber wenn man in Technologien investiert findet man idR immer einen Weg der Verbesserung, auch fast immer mit großer Effizienzsteigerung.
    Ihre Ansicht wundert mich vor allem, da Sie ja mit Technologien auskennen, wo seit zig Jahrzehnetn imer wieder von Fachleuten der Branche vorausgesagt wurde, dass nun das Ende der Fahnenstange erreicht sei: Taktfrequenz in Prozessoren sollten nicht schneller gehen wegen der Abstrahlung, nun haben wir 5Ghz erreicht. Strukturbreiten in Leiterplatinen? Benötigter Arbeitsspeicher, bzw. CPU-Leistung (Was lacht die Welt heute über Bill Gates Einschätzung zu Beginn der PCs, oder den IBM Manager aus den 60ern, dass 7 Großrechner den Rechenbedarf der GESAMTEN Welt abdecken sollten). Festplatten: Noch vor etwas mehr als 20 Jahren las ich einen Bericht, der Festplatten mit dem Lesen von Schreibmschinenseiten verglich, wenn man mit Schallgeschwindigkeit 10cm über den auf dem Boden liegenden Blätter fiegt. Und? Heutzutage gilt das Moor’sche Gesetz fast ungebrochen, alle 18 Monate verdoppelt sich die Speicherdichte, Geschwindigkeit, etc.. Und nun sei Schluss, eine etwa 30-tausendfache Kapazität ist heute in einer handelsüblichen Platte möglich. Und SSDs? So billig geworden, dass sie massentauglich wurden. Mobilfunkkosten dito (Da hatte ich selber vor 30 Jahren gezweifelt, dass man mal mobil so günstig telefonieren könnte, wie im Festnetz. Wir haben mal 8 Minuten lang im Ortsnetz telefonieren können für 30 Pfennig!!! Wenn man die Preissteigerung einberechnen würde könnte man heute wohl ebensolange irgenwo ins Ausland telefonieren …)

    Wenn ich nur an Akkutechnik im Mobilbau denke … In meiner Kindheit war es undenkbar, ferngesteuerte Hubschrauber zu bauen, heute fliegen sie über 20 Minuten mit “kleinen” Batterien.

    Warum soll es nicht möglich werden, Wasserstoff effizient herzustellen? Das Risiko der Brennbarkeit ist zwar etwas größer als beim Benzin, aber auch technisch weitestgehend eindämmbar. Betanken eines Autos ist AUF JEDEN Fall effizeinter als Akkus laden. Wer will schon einige Stunden Zwangspause in Kauf nehmen bei weiteren Strecken? Der Wasserstoff kann gelagert werden, was die Herstellung gerade dann sinnvoll macht, wenn weniger Strom gebraucht wird, er kann auch verlustfreier transportiert werden als der noch übliche Wechselstrom und etwa gleich wie Gleichstrom (aber der muss erst gewandelt werden, was auch wieder Energie, Platz, Lärm kostet)

  29. Da sind wir wieder bei ein paar Denkfehlern:

    Wenn sie mit Vollauslastung rechnen bedeutet es 8000h im Jahr wie bei einem AKW. Eine PV Zelle kann in Deutschland aber nur 1000-1100 Volllast Stunden liefern ein Windkraftwerk ca. 2000h bei guten Standort.

    DH. bei einer direkten Verwendung für die Elektrolyse sprechen wir also von einer 1/4 bzw 1/8 Auslastung. Da es jedoch darum geht Strom spitzen abzufangen sind wir deutlich darunter. <500h. Also eine 1/16 Auslastung.

    Wie die PV in Deutschland auf 2 Cent kommen soll ist mir ein Rätsel. Ja es wurde große Erfolge erzielt, aber selbst wenn ich die Zellen mit 0 bewerte komme ich nicht auf diesen Wert. Bei Großanlagen macht die AC Anbindung bereits 100€-150€. Hier wird sich Preislich gar nichts tun. VL. Fallen die Installationskosten durch höhere Wirkungsgrade aber auch hier ist nicht mehr soviel möglich.

    Selbst wenn sie Ihre 2 Cent ansetzen sorgt der Wirkungsgrad dafür dass Sie Stromkosten von 2,85 Cent haben. Transport und Logistik nicht einberechnet, sprich direkte Verwendung.

    Selbst mit viel schön Rechnerei werden Sie grünen Wasserstoff in den nächsten 20 Jahren, wahrscheinlich nicht unter 6 Cent pro kWh Gestehungskosten(Vollkostenrechnung) schaffen. Als Speichermedium kommen Logistik und Transport hinzu. Aber ich würde mich natürlich gerne Irren… 😉

    Ich teile Ihre Einschätzung bezüglich des CO2-Preises der viel bewegen wird, allerdings glaube ich, wie vorhin schon angemerkt, dass sich dadurch als erstes bestehende Technologien im Raum/ Prozesswärmebereich deutlich schneller verbreiten. DH. für mich eben mehr Wärmepumpen (höhere Stromverbrauch) und mehr Biomasseheizungen.

    Daher sehe ich in nächster Zeit die Biomasse in der thermischen Nutzung, die Verstromung mit mehr als 6000 Volllastunden wird aufhören max. Abstromlösungen da das Grundmaterial in Deutschland aus geht . Folglich bleibt auch kaum was als Grundstoff für eine Fischer -Tropsch Synthese.

  30. Sie gehen bei Ihren berechtigten Überlegungen nicht von einem 100%-EE-System aus, welches aber bis 2050 geschaffen sein muss.
    Gewöhnliche Biomassenutzung ist schon am Anschlag, wie Sie auch schrieben. Gleiches gilt für Wasserkraft. Also wird es viel Windkraft und vor allem, weil am günstigsten und unproblematischten, viel PV geben. Gerade eben weil PV nur 1000h und Windkraft 2000h p.a. Volllaststunden hat, muss man anders denken wie bisher.
    Um keine extreme Überdimensionierungen (Stichwort Dunkelflaute) betreiben zu müssen, kommt man gar nicht umhin, einen größeren Anteil als derzeit in H2 umzuwandeln. Deshalb auch die deutlich höhere Auslastung. Es wird eine Mischung von unterschiedlich ausgelasteten Elektrolyseuren geben.
    Dazu kommt noch die Frage, wie kalkuliert man überhaupt. Derzeit werden Berechnungen nicht an der Lebensdauer fest gemacht. Würde man das machen, müsste man in Betriebsstunden kalkulieren und da wäre die niedrigere Auslastung gar kein großes Thema mehr. Zumindest nicht in Niedrigzinsphasen. Das Speichermedium ist die Pipeline (derzeitiges Gasnetz etwas überarbeitet) und gegebenenfalls noch ein paar Kavernen.
    Das notwendige Speichermedium für Strom ohne H2 sind Batterien. Die Kosten auch nicht gerade wenig. Ohne Langfristspeicherung funktioniert ein 100%-EE-System aber nicht.

    Zum Thema PV-Kosten teile ich Ihre Bedenken, dass 2 Cent/KWh bis 2050 schon extrem niedrig scheinen. Aber derzeit sind wir schon bei 4,6 Cent/KWh für eine ungeförderte PPA-Anlage angekommen. Durchschnittliche Ausschreibungsergebnisse liegen bei 5 Cent. Bei doppelter Sonneneinstrahlung in Dubai und Abu Dhabi sind wir schon bei unter 1,5 Cent/KWh angekommen. Das sind extrem große Anlagen mit wahrscheinlich extrem optimierter Installationstechnik.

    Aber selbst wenn man wie Sie 6 Cent/KWh für H2 (also inkl. Strom) annimmt, rechnet sich das gut. Würde man sogar langfristig von einem Stromnetz auf ein Wasserstoffnetz umsteigen, wäre alles viel günstiger. Denn die Stromverteilungskosten sind exorbitant hoch, während ein Pipelinesystem extrem günstig ist. Dazu kommt, dass die Sicherheit eines Gasnetzes viel höher ist als bei dem Stromnetz.

    Wäre ich ein hoher General, würde ich auf einen schnellstmöglichen Systemumbau drängen. Warten wir mal ab, wie der erste große Cyberangriff verlaufen wird und wie wir mit einem vielleicht sogar europaweiten Blackout klarkommen.

  31. Ich vergaß Ihnen noch einen hochinteressanten Link zu geben: http://www.bio-wasserstoff.de
    Ich habe bereits 2005 die erste Ausgabe des 500 Seiten-Buches gelesen. Leider ist der geniale Autor Dipl.-Ing. Karl-Heinz Tetzlaff 2014 verstorben.
    Karl-Heinz Tetzlaff war in der zentralen Konzernforschung der ehemaligen Hoechst AG zuständig für Elektrolyse- und Brennstoffzellenentwicklung und die Schätzung von Investitionskosten von innovativen Verfahren. Er hat ein Patent entwickelt im Bereich der thermochemischen Vergasung von beliebiger nasser Biomasse zu H2. Er beschreibt eine echte Wasserstoffwirtschaft und die Zusammenhänge mit dem Gesamtsystem.
    Alleine durch Reststoffe und Zwischenfruchtpflanzung wäre bei diesem Verfahrung der komplette Enegriebedarf der meisten Länder abdeckbar.
    Wenigstens das Wichtigste was die Website hergibt sollten Sie unbedingt lesen.

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