Gespräch mit Ursula Kloé: "Die PHEV Technik ist weniger das Problem, als die Einstellung des Fahrers"

Ursula Kloé: „PHEV Technik weniger das Problem, als Einstellung des Fahrers“

Copyright Abbildung(en): Symbolbild | shutterstock / Lizenzfreie Stockfoto-Nummer: 616012850

Mit Ursula Kloé, Managing Partner JU-KNOW GmbH habe ich ich zuletzt über den Award Transforming Mobility für Mobilitäts- und Energiewende im Elektroauto-News.net Podcast unterhalten. In der aktuellen Folge haben wir uns dann aber ein Thema herausgesucht, welches in den vergangenen Wochen immer wieder stärker hochgekocht ist: Plug-In-Hybride und warum es gefühlt nur negative Meinungen dazu gibt. Gemeinsam haben wir versucht aufzuzeigen, warum Plug-In-Hybride doch nicht so schlecht sind, wie sie in den Medien dargestellt werden.

Äußerst positiv hat sich in unserem Gespräch die Tatsache bemerkbar gemacht, dass Ursula Plug-In-Hybride nicht nur aus der Theorie kennt, sondern selbst einen fährt. Sie setzt sich somit quasi direkt mit den Vorurteilsbelasteten Fahrzeugen auseinander. Deutlich war beispielsweise ihre Aussage, dass man sich den MINI Teilzeitstromer als E-Auto angeschafft habe. Sprich, es war von vorneherein klar, dass man so viel wie möglich elektrisch fahren möchte. Jedoch auch den Verbrenner als Sicherheit im Rücken wissen möchte, sollte die rein elektrische Reichweite doch Mal nicht ausreichen.

Im Alltag habe sich dann aber schnell gezeigt, dass man den größten Teil der üblichen Strecken voll elektrisch zurücklegen könne. Hierfür gibt Ursula einige Tipps wie: Vorausschauendes Fahren, Nutzen der Rekuperation sowie jeden längeren Parkvorgang (> 15 Min.) zum Laden zu nutzen. Denn selbst die paar Prozent mehr im Akku können den Unterschied machen. Wer nun der Meinung ist, dass Plug-In-Hybrid weiterhin Schlechtes aus zwei Welten seien, dem sei gesagt, dass genügend Erfahrung bei Ursula mit dem Teilzeitstromer vorhanden ist. Denn dieser hat mittlerweile 25.000 km auf dem Tacho; davon wurden gut 20.000 km oder einfach ausgedrückt 80 Prozent rein elektrisch zurückgelegt. Eine Ansage.

Aber hör doch am besten selbst in den Podcast und erfahre unter anderem wie kleine Wettbewerbe im Firmenumfeld dazu führen können, dass man mehr elektrisch mit einem Plug-In-Hybriden fährt. Denn wie meine Gesprächspartnerin auch erwähnt, ist weniger die Technik das Problem, sondern die Einstellung des Fahrers.

Gerne kannst du mir auch Fragen zur E-Mobilität per Mail zukommen lassen, welche dich im Alltag beschäftigen. Die Antwort darauf könnte auch für andere Hörer des Podcasts von Interesse sein. Wie immer gilt: Über Kritik, Kommentare und Co. freue ich mich natürlich. Also gerne melden, auch für die bereits erwähnten Themenvorschläge. Und über eine positive Bewertung, beim Podcast-Anbieter deiner Wahl, freue ich mich natürlich auch sehr! Danke.

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Ähnliche Argumentation wie:
nicht die Waffe an sich ist schlecht sondern sie wird erst durch den Nutzer schlecht.
Wer Plugin-Hybride baut, verbessert seinen Flotten-CO2-Wert unabhängig von der Nutzung.

Das Fahrzeug bleibt schwerer und hat 2 zu wartende Technologien!
Warum nicht gleich ein BEV mit ausreichender Reichweite??

Die PHEV Technik und alle andere Hybride Techniken sind genau selber das Problem. Kompliziert, teuer und eben noch immer Verbrenner. Die werden nur produziert um die Verbrennermotoren noch verkaufen zu können. Die Kunden werden einfach belogen und betrogen. Alles Marketingbetrug.

2 Tonnen beschleunigen und verzögern, das kann (verglichen mit einem BEV) durch unterdimensionirtem E-Motor und Fuzzelbatterie weder im Elekrtomodus noch im Verbrennermodus (da beweget man 400kg Elektrobalast) wirtschaftlich sein. Ein paar Wenige laden bei jeder Gelegenheit eine kleine Stromdosis, verzichten, wo es geht, im E-Modus auf angemessene Leistung und erreichen im bestmöglichen Mix dennoch kaum besserer Gesamteffizienz als ein reiner Diesel. Garantiert über 90% fahren „deutsch“, benutzen den E-Antrieb als reinen booster und haben ihr Ladekabel noch nie ausgepackt – Umweltbelastung hoch drei und gefördert – längst keine Übergangslösung. Wer sich einmal im Jahr mit der kurzen Fahrzeit zum Urlaubsort brüsten muss, sich und seiner Familie dafütr 800 km weit Pinkelverbot auferlegen kann, für den ist 2020 ein BEV noch nichts. Ende 2022 gibts übrigens die ersten BEVs mit WLTP-Reichweiten über 1000 km – hergestellt in Deutschland, aber natürlich nich von einer deutschen Firma. Die Krückentechnologie war gestern !

Hatte bei meinen Nachbarn gesehen, daß er seinen PlugInHybrid warmlaufen hat lassen. Sehr umweltfreundlich :-(
Gibt’s da keinen Elektrozuheizer?

Du gibst einmal Gas in der Stadt und dann kommt hinten aus dem kalten Verbrenner-Motor nur kaum gefiltertes Abgas aus dem Auspuff. Sieht man bei kalten Temperaturen heute täglich aus den Hybriden-Auspuffs herauskommen. Glücklicherweise sind die Hybriden hinten schön angeschrieben.

Nur um etwas Gefühl zur Thematik zu vermitteln: Benzin und Diesel haben einen riesigen Energieinhalt. 20% davon wird zum fahren benutzt, mit dem Rest die Atmosphäre aufgeheizt – Sommer, wie Winter. Die verbrauchte Energie, alleine um Betriebstemperatur eines Verbrenners im Winter zu erreichen, ist für ein BEV genug um, selbst ohne Wärmepumpe bei 0° Aussentemperatur die Fahrgastzelle auf 25°, die große HV-Batterie auf ausreichende 6° aufzuheizen und das Fz mindestens 10 km weit, zügig zu bewegen. Der gesamte Energiekonsum ist dabei grob mit dem Maß der Umweltverschmutzung gleichzusetzen, sofern der Strom für das BEV nicht aus erneuerbaren Quellen stammt. Wer vielleicht jetzt doch zum denken angeregt wurde, wird recht schnell die wirtschaftlich und umwelttechnische Unsinnigkeit eines Hybriden erkennen (Mindestmaß an technischem Verständnis vorausgesetzt). Dass sich insbesondere ein Deutscher einen Dreck um Umwelt schert, ist halt so und wird sich für die große Mehrzahl der Bürger auch nicht ändern (spielt inzwischen aber auch keine Rolle mehr – alle Messen sind gelesen). Dabei müsste man eigentlich auf nichts verzichten – ein BEV zu fahren, ist einfach nur geil !

„Die PHEV Technik ist weniger das Problem, als die Einstellung des Fahrers“?
Glaube nicht, dass das das Hauptproblem ist.
Vielmehr sollte es heissen: „Die PHEV Technik ist weniger das Problem, als die politischen Rahmenbedingungen dafür“
Diese sorgen bekanntermassen nämlich dafür, dass PHEV vor allem für Dienstwagenfahrer hochinteressant sind. Und diese Klientel bezahlt keinen Sprit, weil diese Kosten Ihr Arbeitgeber trägt. Gleichzeitig müssten sie aber den Strom, den Sie Nachts aus der Steckdose in der heimischen Garage zapfen, aus der eigenen Tasche zahlen. Das passt nicht zusammen, daran krankt das System.

Sehr unfair finde ich wenn der Verbrauch. bei den PHEV in der Presse immer nur auf den Verbrenner bezogen wird. Die Förderung in diesem Umgang ist völlig ungerechtfertigt. Ich denke viele PHEV werden nur gekauft wegen dieser Förderung. Nebenbei werden vermutlich sämtliche BEV-Batterien in 1-2 Jahren von allen Herstellern CO2 kompensiert hergestellt. VW kündigt dies bereits seit 2 Jahren an.
Zum Thema PHEV:
http://www.t-online.de/auto/elektromobilitaet/id-88996484/plug-in-hybrid-so-schmutzig-ist-der-antrieb.html

Würde mich nie einen Hybride kaufen. Die sind nur Mogelpackung man fördert damit weiterhin die Ölindustrie und auch die Mechaniker. BEV ist genau das was man sich wünscht. Nämmlich eine Unabhängigkeit.

Leider gab es einen Linkfehler bei meinem früheren posting und Umgang sollte Umfang heissen.

https://www.t-online.de/auto/elektromobilitaet/id_88996484/plug-in-hybrid-so-schmutzig-ist-der-antrieb.html

Die Frau, die zu Gast ist, bestreitet nicht, dass Plugin Hybrids allenfalls eine Brückentechnologie zur Elektromobilität ist, Elektroantriebe besser sind. Das Problem ist wohl die Technologie, weil es eben von der Einstellung des Fahrers abhängt, ob es überhaupt elektrisch gefahren wird. Ein weiteres Problem ist die geringe Akkukapazität. Das Auto kann nur elektrisch betrieben werden, wenn es ständig geladen wird. Dadurch werden Hybrids auch zu Ladesäulenblockierer an öffentlichen Ladesäulen für vollelektrische Fahrzeuge, die dort nicht laden können. Sie sind also eher ein Hemmschuh für die E-Mobilität. Wichtiger wäre es, die E-Autos so weiter zu entwickeln, dass sie schneller geladen werden können und größere Reichweiten abdecken. Die Ladeinfrastruktur muss überall vorhanden sein. Dann braucht niemand mehr einen Plugin Hybrid.

Es kommt auf den Nutzer und die Nutzung an!

Ich fahre mit unseren Plugin im Sommer täglich mit einem Kastenanhänger. Dennoch komme ich mit dem 40 Liter Tank über 1200 Km! Das sind 2,2 Liter. Es sind nur kurze Strecken ~ 30 Km, aber es funktioniert.

Unsere Winzer fahren täglich mit Ihren PKWs wenige 100m vom Wohnhaus zum Lager oder in die Weinlagen. Wie sieht es hier aus, wenn die Motoren immer im kalten Zustand gefahren werden?

Mich würde der Vergleich der Schadstoffe eines Plugin zu „normalen“ PKWs im Bereich 0-10 km interessieren!

LG von der Mosel

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