Europas Elektroauto-Markt rast an China vorbei - ohne Tesla-Rückenwind

Europas Elektroauto-Markt rast an China vorbei – ohne Tesla-Rückenwind

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Mit dem Wettlauf um die Einhaltung der europäischen CO2-Vorschriften – wohl der wichtigste Treiber für die Zulassung von E-Autos und Plug-In-Hybriden – kann sich Europas E-Automarkt von China absetzen. Erstmalig erreichte Europas Elektroauto-Markt einen neuen Höchststand bei den Zulassungen von über 100.000 Einheiten in einem Monat; wohlgemerkt in Kombination aus rein elektrischen und teilelektrischen Neuzulassungen von Personenkraftwagen.

Dies ist insofern erstaunlich, da Europa in den ersten sieben Monaten des Jahres 2020 insgesamt 499.532 Fahrzeuge mit Stecker zugelassen hat. Aufgeteilt in 268.802 reine Elektroautos sowie 230.730 Plug-In-Hybride; der größte Schwung an Neuzulassungen (~ 20 Prozent) aber allein im Monat Juli 2020 stattfand. Eine Ansage! Betrachten wir den Juli im Detail, zeigt sich, dass 53.084 E-Autos sowie 57.900 Teilzeitstromer zugelassen wurden. Mit dem mehr an PHEV-Zulassungen nähren sich zudem Stromer und Teilzeitstromer hinsichtlich der Gesamtzulassungszahlen weiter an.

Europas Elektroauto-Markt zieht an China vorbei

Denn insgesamt 499.532 Fahrzeuge mit Stecker in Europa stehen in China 486.000 Fahrzeuge gegenüber. Dort setzen sich die Zulassungszahlen aus 108.000 Plug-In-Hybriden – deutlich weniger als in Europa – sowie 378.000 reinen E-Autos zusammen. Man erkennt anhand der bloßen Zahlen, dass E-Autos in China mehr Zuwendung in Form von Subventionen, Steuererleichterungen und anderweitigen Förderungen erfahren. Zur Einordnung der Entwicklung am chinesischen Markt hatten wir in unserem Artikel „NEV-Verkaufszahlen in China stabilisieren sich“ Mitte August 2020 einige Worte verloren. Kurzer Einschub vorab: als “New Energy Vehicles” (NEV) gelten reine Elektroautos und Plug-in-Hybride.

Trotz der Tatsache, dass China nun leicht hinter Europa liegt in puncto Zulassungen, kommt dem Markt eine große Bedeutung zu. Die automobile Zukunft entwickelt sich im Reich der Mitte, glaubt auch Auto-Professor Ferdinand Dudenhöffer. Schon allein wegen der gewaltigen Größe des Marktes. Zur Einordnung des bisherigen Wachtums: Im Jahr 2010 waren weltweit nur etwa 17.000 Elektroautos unterwegs. Bis 2019 ist diese Zahl auf insgesamt 7,2 Millionen angewachsen, 47 Prozent davon in China. Nach Angaben des Datenanbieters Qichacha hat China im Jahr 2019 47.000 neu gegründete Unternehmen im Zusammenhang mit neuen Energiefahrzeugen.

Künftig dürften aber auch immer mehr chinesische Elektroauto-Start-Ups nach Europa drängen. NIO, Xpeng Motors, Weltmeister als auch Geely – mit seinen Marken Polestar und Volvo – werden hierbei als Favoriten gehandelt. Des Weiteren konnten diese Unternehmen bereits am Heimatmarkt unter Beweis stellen, dass die eigenen E-Autos durchaus ihre Kunden finden. Anzahl steigend wohlgemerkt. Festhalten lässt sich, sowohl Europa, als auch China sind auf gutem Kurs in puncto E-Autoabsatz; wobei Europa gar die eine Millionen-Fahrzeuggrenze 2020 bei den Zulassungen knacken dürfte.

Deutschland, Frankreich und Großbritannien treiben Europas Absatz an

Mit der Einführungsphase der CO2-Flottenwerte im Jahr 2020 als Haupttreiber bleibt der europäische Markt auf Wachstumskurs. Getrieben durch eben diese CO2-Flottenwerte, welche Hersteller zu erfüllen haben ging Matthias Schmidt, Automobil-Analyst, bereits in der Vergangenheit davon aus, dass die Automobilhersteller 2020 ihre CO2-Ziele erreichen. Dabei lässt sich festhalten: Frankreich, Deutschland und Norwegen dominieren den E-Auto-Markt weiterhin. Wobei Norwegen mittlerweile den dritten Platz im Ranking an Großbritannien abgeben musste.

Der Automobil-Analyst geht davon aus, dass diese drei Märkte den E-Auto-Absatz in 2020 massiv bestimmen und treiben werden und somit die Rolle vom ehemaligen E-Automarkt-Führer Norwegen übernehmen. Alle drei Ländern machen gemeinsam 57,7 Prozent des europäischen E-Auto-Marktes aus. Oder in absoluten Zahlen ausgedrückt stammen 155.164 der 268.802 zugelassenen Elektroautos/  aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Im Juli zeichneten sich die drei größten Elektro-Personenkraftwagenmärkte Deutschland, Frankreich und das Vereinigte Königreich erneut für den Großteil der Zulassungen verantwortlich. Eine Ansage.

Eine Reihe von wichtigen Anpassungen sowohl beim privaten Kauf als auch bei den steuerlichen Anreizen für Elektroautos und Plug-In-Hybride werden dazu beitragen, dass in diesem Jahr die CO2-Konformitätsziele erreicht werden. Als auch der Absatz in den drei Hauptmärkten weiter wachsen wird. Des Weiteren spielen auch entsprechende Leasing-Deals am Markt eine wichtige Rolle für die zweite Jahreshälfte. Denn diese dürften ebenfalls einen Teil zum Absatzwachstum beitragen.

Insbesondere Märkte mit großzügigen Kaufsubventionierungen profitieren von entsprechenden Deals. Denn ein großer Teil der Abschreibung eines Fahrzeugs, der Zinsen und des damit verbundenen Risikos über eine feste Laufzeit sind durch die Subventionen abgedeckt wird. Was in der Folge zu interessanten Leasing-Geschäften führt, insbesondere für E-Autos der Einstiegsklasse.

Tesla spielt kaum eine Rolle für Europas steigenden Absatz

Noch bedeutender ist, dass dieser Rekordabsatz in Europa ohne den typischen Tesla-Rückenwind erreicht wurde. Denn der amerikanische Automobilhersteller „glänzte“ im Juli 2020 mit dem niedrigsten europäischen Monatsvolumen seit anderthalb Jahren. Tesla brachte es im siebten Monat des Jahres gerade einmal 913 Fahrzeuge, welche am Markt abgesetzt wurden. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres wurden noch 4.354 Fahrzeuge in Europa abgesetzt.

Zudem ist es so, dass die rollierenden Zulassungszahlen, über den Zeitraum der jeweils vergangenen 12-Monate, erstmalig unter 100.000 Einheiten sank – seit November 2019. Dies führte dazu, dass Mercedes-Benz bis Ende Juli 2020 – in Summe (37.801 Einheiten) aus PHEV (24.236 Einheiten) und Elektroautos (13.565 Einheiten) – mehr Fahrzeuge als Tesla (37.565 Einheiten) absetzen konnte. Nicht außer acht sollte man hierbei allerdings die Tatsache lassen, dass vor allem Plug-In-Hybride bei Mercedes-Benz für das Absatzplus verantwortlich waren. Die meisten Stromer stammen zudem mit 9.016 Fahrzeuge von der baldigen, reinen E-Automarke smart.

Ende des dritten Quartals könnte sich dieses Verhältnis schon wieder drehen. Denn dann steht für Tesla der nächste Quartals-Schlußsprint an. Bereits im zweiten Quartal konnte Tesla mit ansehnlichen Produktions- als auch Fertigungszahlen überzeugenAuch der Blick in die finanziellen Kennzahlen enttäuschte nicht. Mit der in China gestarteten Fertigung und der Beliebtheit der eigenen Fahrzeuge am dortigen Markt, dürfte mit einer deutlichen Absatzsteigerung zu rechnen sein.

Deutsche Hersteller treiben Europas E-Auto-/ PHEV-Absatz mit am stärksten

Der Aufschwung im zweiten Halbjahr wird vor allem von deutschen Herstellern, die das Erreichen der Konformitätsziele verspätet ins Auge gefasst haben, getrieben. Die französischen Hersteller hingegen haben bereits zu Jahresbeginn darauf geachtet die eigenen CO2-Ziele Monat für Monat zu erreichen. Über die Bedeutung des Absatzes von Mercedes-Benz haben wir bereits im vorherigen Absatz berichtet. Aber auch VW wird mit dem beginnenden Verkauf des ID.3 eine wichtige Rolle für den Jahresendspurt innehalten.

“Der ID.3 ist ein einzigartiges Projekt in unserem Konzern”, gab VW- Vorstandsvorsitzender Herbert Diess erst vor kurzem erneut zu verstehen. Des Weiteren bestätigt er abermals seine Aussage, dass der ID.3 das Unternehmen grundlegend verändern wird. Der VW ID.3 findet langsam aber sicher seinen Weg auf die Straße. Zunächst nur zu Journalisten und Händlern, danach aber auch zu Privatkunden. Damit soll der Einstieg in den Massenmarkt für VW weiter vorangetrieben werden, was sich auch positiv auf den europäischen Elektroauto-Absatz auswirken wird.

Neben VWs MEB-Stromer spielen aber auch Teilzeitstromer eine immer wichtigere Rolle in Europa. Dies sieht man daran, dass Fiat Chrysler Automobiles (FCA) mit seiner Marke Jeep erste PHEV auf die Straße bringt. Alleine im Juli konnte die Marke 400 Einheiten absetzen. Diese setzten sich aus Kompass- und Renegade-Modelle zusammen.

Persönlich hoffe ich, dass dir dieser Blick beziehungsweise Ausblick auf den europäischen Elektroautomarkt aufgezeigt hat, wo wir uns aktuell befinden und wie es in den nächsten Monaten und Jahren weiter gehen kann.

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Quelle: Matthias Schmidt – The European Electric Car Report West European Market Intelligence – Edition 07.2020

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Wieso kommen diese Umweltbetrugs-hybride überhaupt in diesen Zahlen vor? 75% werden als Firmenfahrzeuge verwendet um die 0,25% Regel „mitzunehmen“. Davon werden wohl so 95% IMMER mit Benzin oder Diesel betrieben, so daß keinerlei co2 Reduktion stattfindet. Es ist ein Ärgernis daß Hybridfahrzeuge als „elektrifiziert“ aufgeführt werden, obwohl sie sicher mehr als 90% aller Fahrtstrecken als reine Verbrenner zurücklegen. -Und wenn die abgezogen werden, sieht man dass uns China meilenweit voraus ist, sowohl in der Zahl als auch in der korrekten Förderung von elektrifizierten BEVs. Und nicht wie in Deutschland die alten Umweltzerstörer auch noch mit Steuergeldern am Überleben hält!!

Ich fahre einen plug in hybrid und bin sehr zufrieden. In der Stadt fahre ich nur elektrisch und auswärts solange die Batterie ( 55 km) eben reicht. Ich fahre 20000km pro Jahr und davon mindestens 50 % rein elektrisch, man muß es wollen und tun – laden

Lieber Herr Ernesto 2, Sie haben vollkommen recht . Aber diese Wahrheit/Tatsache ist in der Statistik nicht erwünscht.

Könnte man Hybride anstatt mit dieser verniedlichenden Bezeichnung „Teilzeitstromer“ nicht lieber „Dreckschleuder im grünen Mäntelchen“ nennen?
Das würde dem Charakter dieser Fahrzeuge doch viel eher gerecht.

Erstaunlich, dass dieser einfache Zusammenhang in dem Artikel nicht angesprochen wird. Man könnte meinen das der Autor Angehöriger der Bundesregierung ist. :-)

europa bzw. die eu wird von dumpfbacken regiert die von ökonomie keine ahnung haben. china hatt schon längst die e-autos abgeschrieben und investiert in wasserstoff technologie. na dann prost ihr eu-pfeifen. rudi

Ich hab mal ne Frage: was verbirgt sich hinter dem Bestellstopp für Elektro-Up,Citygo,Mii?
Haben die den Boom unterschätzt und bei den Asiaten zu wenig Zellen geordert, oder soll
„lästige Konkurrenz“ zum ID3 vermieden werden???

Wie wird denn der Wasserstoff hergestellt?
Und wie effizient ist die Herstellung – soll heißen: Wie ist das Verhältnis von zugeführter elektrischer Energie zu resultierende Wasserstoff-Energie?
Bitte beantworten Sie diese Fragen.

Leider sind die Zahlen irreführend präsentiert. Hier werden sie 2020 Verkaufszahlen der EU mit China verglichen. Es entsteht aber schon im Titel des Artikels der Eindruck, als handele es sich hier um die gesamte Anzahl der registrieren Fahrzeuge in beiden Märkten. Man sollte hier klar zwischen neuen registrierten Fahrzeugen (499.000) in diesem Jahr 2020 und der gesamten Anzahl der angemeldeten Fahrzeugen mit Elektroantrieb unterscheiden.
Insgesamt sind in China über 2,6 Millionen Fahrzeuge mit Elektroantrieb zugelassen. in der europäischen Union hingegen, sind nur 900.000 Fahrzeuge mit Elektroantrieb zugelassen. Somit ist der gesamte Markt in China um ein Vielfaches größer als der Markt der EU.
Grüsse aus Shanghai
Elmar

Die Vielfalt bei den Modellen ist sicher noch nicht gegeben. Und nicht jeder hat schon eine Lademöglichkeit zu Hause !
Dennoch sei eine Zwischenfrage erlaubt: Was ist so schwierig direkt von einem Verbrenner auf einen Stromer umzusteigen ?
Wieso schaffen das die Einen ohne Probleme und Andere sind so zögerlich ?

Es gab doch auch nicht ein Smartphone mit Wählscheibe ? Wieso tun wir uns bei gewissen Dingen soooo schwer etwas Neues anzuschaffen und bei anderen Dingen flutscht das nur so ?

Die Häfte dieser Beiträge stammt leider von Leuten die keine Ahnung von Tuten und blasen über E Autos und PHEV haben. Sie gehören zu den 80% der Verbrennerfahrer. Berichte wie von Franz+Heinz, müsst ihr lesen !!! Wir hoffen ihr seid lernfähig.

Vielleicht als Hilfe warum Norwegen hier immer als Beispiel genannt wird…
Neufahrzeug Zulassung von Verbrennern ab 2025 verboten.
Dazu starke Förderung von Alternativen.
Hier sieht man wie der Markt sich in 5-10 Jahren in Europa entwickelt.

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