Europas Elektroautomarkt bricht nach 41 Monaten Wachstum ein

Europas Elektroautomarkt bricht nach 41 Monaten Wachstum ein

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Matthias Schmidt, Automobil-Analyst, zeigte uns bereits im April 2020 auf, dass die Elektroauto-Zulassungszahlen in Europa in 2020 eher rückläufig sein werden. Im Rückblick betrachtet war zumindest noch das erste Quartal 2020 positiv geprägt, insbesondere im Vergleich zum Weltmarkt entwickelte sich der europäische Elektroautomarkt positiv. Doch nach 41 Monaten Wachstum, in denen Monat für Monat der europäische Elektroautomarkt gewachsen ist, verzeichnet er im April 2020 erstmalig ein Rückgang. Um -30,2 Prozent brach der Elektroautomarkt in Europa ein, der gesamte PKW-Markt im gleichen Zeitraum um -79,9 Prozent.

Bedingt durch den mehr als doppelt so starken Einbruch des gesamten PKW-Marktes stieg der Anteil an reinen E-Autozulassungen am Gesamtmarkt auf einen Spitzenwert von 6,6 Prozent. Ende 2020 soll laut Schmidt ein Anteil von mindestens 5 Prozent am Gesamtmarkt erreicht werden, was einer Verdopplung gegenüber dem Vorjahr 2019 gleichzusetzen ist. Nach dem ersten Drittel des Jahres lag er bei 4,7 Prozent, unterstützt durch eine Reihe von 2019er Bestellungen, die im Jahr 2020 ausgeliefert wurden, um die Hersteller in ihrem Bestreben zu unterstützen, die CO2-Compliance-Niveaus – die ab diesem Jahr schrittweise eingeführt werden – zu erreichen.

Europas E-Automarkt trotz Rückgang weiterhin vor China

Getrieben durch eben diese CO2-Flottenwerte, welche Hersteller zu erfüllen haben ging Schmidt davon aus, dass die Automobilhersteller 2020 ihre CO2-Ziele erreichen. Er gab in einem seiner früheren Berichte zu verstehen, dass das Elektroauto-Volumen in Europa von 335.000 Einheiten im Jahr 2019 auf über 700.000 ansteigen wird. Mittlerweile hat er diese Aussage korrigiert auf 556.000 E-Autozulassungen. Dennoch sieht er vor allem ab 2021 ein starkes E-Autowachstum. Bevor wir einen Blick auf die Gründe werfen zunächst ein paar Details zu den wichtigsten Elektroautomärkten der Welt: China und Europa. Europa stand Ende April bei 142.687 E-Auto Zulassungen; eine Steigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist zu erkennen. Brachte man es 2019 „nur“ auf 104.383 Zulassungen. Anders sieht es in China aus, dort bracht der Markt von 280.000 Zulassungen auf aktuell 155.000 ein. Dort wird sich zeigen müssen, ob die E-Auto-Zulassungen wieder Fahrt aufnehmen können.

Für Europa zeichnet sich ein anderes Bild. Dort könnte davon ausgegangen werden, dass entsprechende E-Auto-Bestellungen auf 2021 geschoben werden, da man die CO2-Ziele nicht unbedingt übererfüllen möchte. Des Weiteren könnten “Abwrackprämien” oder andere Unterstützungen der Politik zum Tragen kommen, um die Branche zu unterstützen, wie es bei der Finanzkrise 2009 der Fall war. Autopapst Professor Dr. Dudenhöffer hat sich eindeutig gegen eine Elektroauto-Prämie positioniert. Generell scheint es so, als seien die Deutschen gespalten bei Corona-Kaufprämien für (Elektro-)Autos. In Frankreich hingegen werden schon Nägel mit Köpfen gemacht und eine massive Förderung für E-Autos angestoßen. In Deutschland wurde eine entsprechende Entscheidung zunächst vertagt.

Hersteller verschieben Auslieferungen von 2020er Bestellungen ins Folgejahr

Herbert Diess, der Vorstandsvorsitzende von Europas größtem Pkw-Hersteller, der Volkswagen-Gruppe, erwähnte in einem deutschen Podcast im Mai, dass viele der Elektroautos im gesamten Konzern für dieses Jahr bereits ausverkauft seien. Dies deutet darauf hin, dass einige Hersteller so zuversichtlich sind, die CO2-Einhaltung in diesem Jahr zu erfüllen, dass sie gerne die Mengen im Jahr 2020 begrenzen und hoffen, die Auslieferungen stattdessen auf 2021 zu verschieben, sobald die Einhaltung in diesem Jahr gesichert ist.

Im vergangenen Monat hat ŠKODA beispielsweise die Einstiegsvarianten seines Citigo EV in Deutschland entfernt und bietet jetzt nur noch die Version mit der höchsten Spezifikation an. Sicherlich mit dem Hintergedanken, dass man im Falle einer gestiegenen E-Auto-Kaufprämie den Stromer nicht für um die 10.000 Euro am Markt absetzen muss. Durch den Vertrieb des E-Autos mit den höchsten Spezifikationen umgeht der VW-Konzern diese Hürde geschickt.

Des Weiteren ist eine Verschiebung im europäischen Markt zu erwarten. Üblicherweise sind die Sommermonate eher ruhiger und spielen keine allzu entscheidende Rolle für den PKW-Markt. Bedingt durch die Corona-Krise sowie der Befreiung relevanter Märkte aus dem harten Lockdown, könnte man davon ausgehen, dass Automobilhersteller im Sommer 2020 verstärkt auf den Absatz von E-Autos hinarbeiten. Zu einem, um die CO2-Ziele so früh wie möglich zu erreichen, zum anderem, um den Folgen einer möglichen zweiten Lockdown-Welle entgegen zu treten. Die Niederlande könnten dank für Juli geplanten E-Auto-Subventionen eine beliebter Absatzmarkt werden. Gleiches gilt für Deutschland, wo noch im Juni mit einer Entscheidung hinsichtlich eines erhöhten Umweltbonus zu rechnen ist.

Gerne kannst du mir auch Fragen zur E-Mobilität per Mail zukommen lassen, welche dich im Alltag beschäftigen. Die Antwort darauf könnte auch für andere Hörer des Podcasts von Interesse sein. Wie immer gilt: Über Kritik, Kommentare und Co. freue ich mich natürlich. Also gerne melden, auch für die bereits erwähnten Themenvorschläge. Und über eine positive Bewertung, beim Podcast-Anbieter deiner Wahl, freue ich mich natürlich auch sehr! Danke.

Quelle: Matthias Schmidt – The European Electric Car Report West European Market Intelligence – Edition 04.2020

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Ich schreibe sowas nur ungern, aber deine Ausdrucksweise ist bisweilen ungünstig bis schlicht falsch. Beispiel: Wenn der E-Automarkt um
-30% einbricht, dann steigt er tatsächlich um 30%. Das ist die Geschichte mit dem weißen Schimmel…(das Pferd ist gemeint^^).

Dieser so genannte E-Automarkt existiert nur in homäopatischen Dosen, wenn man die Zahlen der gesamten Autoindustrie betrachtet. Manchmal sind eben Fakten für Wunschträumer „ungünstig“. Das hat die Wirklichkeit eben so an sich. Die Branche ingesamt war ein Goldrausch und nun weiß man keinen rechten Ausweg abgesichts der Unmengen an, meist sinnlosen Fahrzeugen. „Staussymbole“ hätte fast niemend gebraucht und der Wahn nach Luxus und Leitung bei künstlichen Ramschpreiszinsen hat nun vollendet, was absehbar war. Alle 1-2 Jahre eine neue Digicam mit windiger Optik, mit der man auch telefonieren kann so jetzt dabei helfen den Untäter „Covid-19“ zu lokalisieren und Akkumobile die Scheinwelt der Autoindustrie. Momentan muss man zusätzlich den Massenfrass-Markt retten, damit man billiges Fleisch auf dem 1.500-Euronengrill kriegt. Guten Appetit! PS: Die nächste Karre hat 1.000 KW und wird 2x pro Jahr ausgetauscht. Die Rückläufer scheißt man mit Wasserstoffraketen auf den Mond… Für „Kaffee-Filter“ auf den Nasen war nie Geld da…. Die gibt es nun in allen Modefarben. HANDGENÄHT. Für „nur“ 4.5 EURO, aus CN, zusammen mit den t-schweren AKKUS, damit man etwas zum Spielen hat. Ladespiele z.B. Ist so ein Akku kaputt, wird er eben entsorgt….. Der Strom kommt hoch subventioniert aus einem Kohlekraftwerk oder aus der Strombörse, wobei man sogar keine Leitung braucht. Öko-Strom, geht eben auch auf Papier. Es soll Länder geben, die verkaufen sehr viel Erdöl, damit sie BEV kaufen können, betankt mit Strom aus einer Kraft, die schmilzt wie Butter in der Taklamakan um 12 Uhr Mittag. Weiter so! Der nächste Lockdown ist gerade in Arbeit. Etwas Geduld. Dann kann die Karre vor der Haustüre 2x Tag poliert werden und man hat zugleich einen E-Speicher fürs Haus.

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