Firmenwagen sind das Schlüsselelement für den Erfolg von Elektroautos

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Im Durchschnitt sind mehr als 60% aller in Deutschland verkauften neuen Personenkraftwagen Firmenwagen. Das ist eine erstaunlich hohe Zahl, aber noch beeindruckender ist, dass jeder 12. Mitarbeiter in Deutschland einen solchen fährt. In einem Unternehmen mit 20.000 Mitarbeitern sind es im Durchschnitt 15,5%, im Einzelhandel hat sogar jeder 4. Mitarbeiter einen Firmenwagen und in der Automobilindustrie ist es jeder 11.

Diese unglaublich hohe Zahl an Firmenfahrzeugen ist kein Zufall und strukturell gewünscht und ich vermute, es ist eine der höchsten Firmenwagenquoten der Welt aber es ist eine Quote, bei der Elektroautos fast keine Rolle spielen.

Politik muss Fokus auf Elektro-Firmenwagen setzen, um etwas massiv zu verändern

Die Zulassungen von Elektrofahrzeugen steigen in Deutschland deutlich an aber hierbei sind es eher die privaten und weniger die Firmenfahrzeuge die dominieren. Wenn eine hohe Zahl an emissionsfreien Elektrofahrzeugen politisch gewünscht ist und ich schließe bei dieser Betrachtung Hybride aus dann müssen diese den Weg in das Segment der Firmenfahrzeuge finden.

5% aller Mitarbeiter mit einem Gehalt von €30.000 – €40.000 nennen ein Firmenfahrzeug ihr Eigen und 63% der Glücklichen, die es als Führungskraft zu einem Jahreseinkommen von €150.000 bis €200.000 gebracht haben. Es ist ein Anreiz, der den Ruf und den Status hebt, und für Hochschulabsolventen fast schon ein üblicher Teil eines ersten Vertrags. Menschen, die in ihrem Beruf erfolgreich sind, fahren einen Firmenwagen und dadurch ist es fast schon eine Werbemaßnahme welche Marke diese wählen.

Wenn man irgendwo in Deutschland, insbesondere in den Städten, auf einer normalen Straße geht sieht man überall die neuen hochwertigen deutschen Autos der oberen Mittel- und Oberklasse und hat schnell den Eindruck, alle Deutschen sind reich, aber das stimmt nicht, denn die meisten Autos gehören Firmen und nicht dem Fahrer. Als Deutsche in Deutschland fällt uns fast nicht mehr auf das in unserem Land mit Autos geradezu geprotzt wird. All das ist gewollt und folgt einer gewissen Logik.

Der Großteil des Geldes, das die Deutschen verdienen, geht auf verschiedenen Wegen an die Staatskasse mit dem Versprechen, uns eine anständige Rente zu zahlen, eine gute Gesundheitsversorgung zu garantieren und die Bürger mit einer zuverlässigen Arbeitslosenversicherung vor Arbeitsverlust zu schützen. Das Deutschland die Corona-Krise bisher sehr gut gemeistert hat, was weltweit für viel positive Aufmerksamkeit sorgte, hat auch mit dem Gesundheitssystem und mit seiner Finanzierung zu tun.

All das schafft eine gewisse soziale Stabilität, von der die Bürgerinnen und Bürger profitieren. Meiner Meinung nach ist die im internationalen Vergleich enorm hohe Staatsquote in Deutschland einer der Gründe dafür, dass die deutsche Bevölkerung nicht in zwei Gruppen gespalten ist wie wir es in vielen anderen Ländern wie zum Beispiel den USA und Großbritannien um nur zwei Beispiele zu nennen, beobachten können. Die hohen Steuern, die wir alle unser ganzes Leben lang gezahlt haben, betrachte ich daher immer auch als eine Zahlung zur Gewährleistung von Stabilität, Sicherheit und Frieden.

„Ein nicht unerheblicher Teil unser Steuern fließt aber leider nach wie vor in die Subventionierung von Benzin und Diesel und den Fahrzeugen die diese verbrauchen was die sozialökonomische Frage aufwirft ob es politische Stabilität, Sicherheit und Frieden bringt einen deutschen Verbrenner zu fahren. Kann dasselbe nicht viel besser mit einem emissionsfreien Fahrzeug erzeugt werden?“

Subventionen für Verbrenner und Diesel hindern E-Autos am Wachstum

Während viele die aktuelle Elektroautoprämie als unfaire oder unsinnige Subventionierung einer neuen Technologie bezeichnen vergessen Sie leicht die ungleich höheren Subventionen die seit Jahrzehnten in fossile Brennstoffe und Verbrenner fließen. Hätte die Bundesregierung diese einfach abgeschafft wäre ein fairer Wettbewerb der beiden Technologien entstanden. Die Maßnahme hätte offen gelegt, dass einen Verbrenner zu fahren im Vergleich zu einem Elektroauto vollkommen unwirtschaftlich ist aber gleichzeitig hätte es auch der Autoindustrie ihre wirtschaftlichen Grundlage entzogen. Die deutsche Autoindustrie ist, wenn man die Subventionen streicht, faktisch strukturell unprofitabel. Das ist eine unschöne Wahrheit aber unter Experten und Politikern unumstritten.

Ein Teil dieser Subventionen wird durch den Klimawandel fördernde Firmenfahrzeuge an die Bevölkerung weitergereicht und wer Subventionen erhält der beschwert sich nicht über diese. Wie hat Berthold Brecht so schön gesagt, „Erst kommt das Fressen dann kommt die Moral“.

Mit etwa 42 Mio. Beschäftigten in Deutschland haben 12% dieser einen Firmenwagen und zahlen monatlich 1% des Neuwagenpreises in Form ihrer persönlichen Steuerhöhe. Wenn es sich um einen Verbrenner handelt, beträgt er 1% und für ein reines Elektroauto sind es nur 0,25%. Das sind bei einem Verbrenner je nach Fahrzeug ein paar hundert Euro zusätzliche Steuern pro Monat. Wenn Sie diese Zahl um 75% senken können, ist das eine beträchtliche zusätzliche Kostensenkung für den Bürger aber im Gesamtkontext ein Tropfen auf den heißen Stein.

Nun sollte man glauben das niedrigere Steuern auf Firmenwagen, niedrigere Betriebskosten pro Kilometer und auch fast nicht vorhandenen Instandhaltungskosten dazu führen das in Deutschland viele Elektrofahrzeuge Firmenfahrzeuge sind, aber das ist nicht der Fall denn die meisten Firmen haben überhaupt keine vollelektrischen Fahrzeuge im Angebot. Noch interessanter ist, dass die meisten Firmen ihren Mitarbeitern nur Fahrzeuge von deutschen Herstellern mit Verbrennungsmotor anbieten.

Elektro-Firmenwagen oder nicht – eine Frage der Unternehmenskultur

Viele Mitarbeiter, die gerne ihren BMW, Mercedes oder Audi gegen ein gutes Elektroauto tauschen würden, können dies nicht, weil kein einziges dieser gelistet ist. Da Sie Ihren Firmenwagen auch privat nutzen dürfen, fahren viele damit in den Urlaub und ersparen sich dadurch ein zweites Fahrzeug. Benzin wird oft durch den Arbeitgeber gefördert oder ist sogar kostenlos, was eine weitere Motivation ist, Ihr emittierendes Auto für lange Urlaubsreisen zu nutzen und dadurch das Klima zusätzlich schädigen.

Wenn Sie sich für einen Firmenwagen qualifizieren, können Sie heute hauptsächlich zwischen Audi, BMW, Mercedes und Fahrzeugen der Volkswagen Gruppe wählen, und diese Unternehmen haben nicht wirklich viele Elektroautos anzubieten. Fragen sie die Flottenmanager warum sie gegen die Einlistung von Elektroautos sind dann erhalten sie als Antwort, dass die Kosten zu hoch sind und der Service nicht ausreichend verfügbar ist. Das ist faktisch falsch und wer die Gesamtkosten vergleicht erkennt dies sofort. Servicestellen machen nur dann einen Sinn, wenn ein Service auch benötigt wird und dieser ist bei einem Elektroauto extrem gering und bei einem Tesla sogar ausgesprochen selten. Es gibt einen Grund dafür warum Tesla nach 10 Jahren die Serviceintervalle komplett abgeschafft hat und der ist, weil sie schlicht nicht nötig sind.

Verbrenner/ Diesel: „Win-Win-Win-Situation“ für Politik, deutsche Autohersteller und Arbeitnehmer

Ein Flottenmanager der sein ganzes Leben lang nur mit Verbrenner gearbeitet hat kann sich das vermutlich nicht vorstellen, weil es seiner Erfahrung aus der Welt der Verbrenner widerspricht. Einer Erfahrung aus einer ganz anderen Technologie. Hinzu kommt das deutsche Automobilfirmen hohe Rabatte für Firmenwagen gewähren und das stützt die Nachfrage und erhöht die dringend benötigte Auslastung der Produktion was wiederum extrem wichtig ist um einen Gewinn pro Fahrzeug zu machen. Tesla dagegen das Fahrzeuge mit der längsten Reichweite und bester Sicherheitstechnologie anbietet gibt niemandem einen Rabatt.

„Die aktuelle Struktur fördert eine Win-Win-Win-Situation zwischen der Politik, der hiesigen Automobilindustrie und den Arbeitnehmern.“

  • Die Politik freut sich, weil die deutsche Autoindustrie einen Großteil der Aufträge für Firmenwagen erhält und damit Arbeitsplätze für Steuerzahler schafft. Wenn Politiker viele Arbeitsplätze schaffen und sichern, werden sie wiedergewählt.
  • Die Automobilindustrie freut sich, weil die Anreize den Absatz unterstützen, was die Auslastung der Kapazitäten und damit Umsatz und Gewinn fördert. Fast noch wichtiger ist aber, dass sich die Menschen sehr früh nach dem Studium an ihre Marke gewöhnen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Mitarbeiter die einen deutschen Firmenwagen fuhren dieselbe Marke später als ersten Privatwagen wählen ist hoch.
  • Der Mitarbeiter freut sich, weil er für vergleichsweise wenig Geld ein Fahrzeug erhält, das über seinem eigentlichen Gehaltsniveau liegt. Der gestiegene Status und das Ansehen in der Familie, bei Freunden und Nachbarn über die teure deutsche Marke ist ein emotionaler Gewinn. Emotionen diktieren unser Verhalten viel stärker als die meisten glauben.

Alle freuen sie sich also und fördern dabei den Klimawandel anstatt ihn zu bekämpfen.

Dies sind drei Gründe, warum es eine Win-Win-Win-Situation für alle Parteien ist und seit Jahrzehnten sehr gut funktioniert. Andere profitieren ebenfalls, wie zum Beispiel die Versicherungsbranche, Flottenmanager oder Servicezentren.

Wenn Sie sich gefragt haben, warum die Verkaufszahlen des aktuell besten Elektroautos im Markt, Tesla in Deutschland immer noch niedrig sind, dann ist die Firmenwagenstruktur ein wesentlicher Grund dafür. Viele Deutsche würden sich freuen, ein Model S oder Model 3 als Firmenwagen zu haben, und diese Gruppe wird noch deutlich wachsen, sobald das deutsche Model Y verfügbar ist aber es wird Ihnen keine Wahl gelassen. Wenn Unternehmen und Fuhrparkmanager die Aufnahme von Tesla in die Liste der Firmenfahrzeuge blockieren die mehr als 60% aller Neufahrzeuge ausmachen sollten wir uns nicht über einen immer noch unterdurchschnittlichen Tesla-Absatz in Deutschland wundern.

Das bisher friedliche Zusammenleben von Politikern, Autoindustrie und Arbeitnehmern wurde in letzter Zeit jedoch, durch die zunehmenden Rufe von Politikern und Wählern gestört, attraktive Elektroautos anzubieten. Die Autoindustrie schwieg und lieferte nicht, sondern drängte stattdessen Hybride in den Markt die wie Studien zeigen durch hauptsächliche Nutzung des Verbrenner-motors bedingt durch hohen Ressourcenaufwand und Gewicht sogar mehr CO2 ausstoßen als reine Benziner oder Diesel. Hybride sind nur eine andere Form von emittierenden Verbrennern bei denen aktuell sogar eine Abschalteinrichtung bei Mercedes-Benz entdeckt wurde um deren hohe NOx und COx Werte zu kaschieren. Hybride verschmutzen uns wie Verbrenner und unterstützen die Autoindustrie und die Öl- und Gasindustrie dabei sich gerade nicht zu verändern.

Audi e-tron, VW ID.3 und Tesla Model 3 sowie Tesla Model Y können Veränderung herbeiführen

Es besteht jedoch die Hoffnung, dass die beeindruckend niedrigen Gesamtbetriebskosten eines Elektroautos dazu beitragen werden, mehr Unternehmen davon zu überzeugen, sich für diese zu öffnen, und mit dem Audi e-tron, sowie dem VW ID.3, einem ersten deutschen Elektroauto mit dem Potenzial, ein Massenfahrzeug zu werden, steigen die Chancen, dass endlich ein Umdenken stattfindet.

Die Deutsche Telekom, als großer Arbeitgeber in Deutschland, hat vor kurzem angekündigt, Tesla in ihre Firmenwagenliste aufzunehmen, was zeigt, dass die ersten Grosskonzerne anerkennen, dass neue Talente attraktive Fahrzeuge wollen die kein deutsches Produkt sind. Das neue deutsche Statussymbol, das neue cool ist auch wenn es weh tut nicht mehr ein Audi, BMW, Porsche oder Mercedes, sondern ein Tesla.

Als Deutscher muss ich mit Bedauern feststellen, dass fast alle großen Unternehmen in Deutschland einen der attraktivsten Hersteller in Bezug auf Gesamtbetriebskosten, Sicherheit, Kohlendioxidemissionen und Fahrspaß von ihrer Dienstwagenliste fernhalten und dadurch ihr Potential an Talenten reduzieren.

Es ist eine Schande, dass höhere Kosten und niedrigere Sicherheit akzeptiert wird wobei man den Klimawandel indirekt unterstützt, weil man glaubt man müsse die deutsche Autoindustrie schützen. Die beste heute verfügbare Option für ein Firmenfahrzeug ist wenn man die Fakten betrachtet schlicht und einfach ein Tesla und wenn sie die besten verfügbaren Talente für ihr Unternehmen anwerben wollen dann sind Sie gut beraten dies Fahrzeug auch anzubieten.

Mit der Tesla Fabrik in Brandenburg, die in der ersten Hälfte des Jahres 2021 die Produktion aufnehmen wird, und Tausenden von Deutschen, die das Model Y dort produzieren ist ein Tesla ein deutsches Produkt, hergestellt von Deutschen in Deutschland.


Dieser Artikel ist im August 2020 auf der US Webseite www.cleantechnica.com erschienen und wurde in der heutigen deutschen Version mit aktuellen Zahlen, Inhalten und Informationen angepasst.

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Wie sieht denn die optimale Regelung für privates Aufladen des Firmen E-KFZ aus?

Ich finde die (steuer-)politischen Überlegungen in diesem Artikel sehr interessant, weitsichtig und erhellend.
Nicht einverstanden bin ich mit der Analyse der aktuellen Situation. Sobald wirklich gute und universell brauchbare elektrische Mittel- und Oberklasse-PKWs tatsächlich und zu vergleichbaren Preisen verfügbar sein werden, werden diese innert weniger Jahre auch den Firmenwagenmarkt durchdringen. Ich bin sicher, man wird das spätestens in 5 Jahren sehen.
Bis heute (oder vor sehr Kurzem) gab es bei nüchterner Betrachtungsweise einfach keine preislich vergleichbare BEVs, die universell gebraucht werden können. Dazu nur zwei Indizien: a) Ich kenne persönlich knapp 10 Tesla-Besitzer. Ausnahmslos alle gehören zur obersten Mittelklasse und haben neben dem Tesla noch weitere Fahrzeuge. b) Ich war in meinem Leben schon zwei mal auf der Autobahn eingeschneit (einmal mit 1 Kleinkind und 1 Säugling) und ich wäre auch heute noch mit jedem mir bekanntem reinen BEV ausserordentlich beunruhigt, wenn ich wieder in dieser Situation wäre.
Es sieht so aus, dass es tatsächlich nächstens universell brauchbare BEVs zu vertretbaren Preisen geben wird – noch ein paar Jahre später dann vielleicht selbst ohne Subventionen. Sie deuten es ja an, es besteht berechtigte Hoffnung, dass BEVs der letzten (oder nächsten) Generation bald im grossen Stil als Firmenwagen zum Einsatz kommen werden.

Etwas Tesla polarisiert aber gut.
Generell würde ich mir auch mehr E-Autos ales Firmenwagen. Aber vornehmlich aus dem Grund, dass wir dann in 2-3 Jahren ein gutes Angebot an Gebrauchtwagen haben. Das ist noch Knackpunkt. Letztlich würde ich nie einen neuen Verbrenner kaufen. Nach 1-2 Jahren hat der so viel Wert verloren, dass man ihn viel günstiger und in Top Zustand bekommt. Firmenwagen spielen da eine große Rolle.
Zum Thema Tesla: Ich denke, dass Firmenkunden eine entsprechende Bevorzugung gewohnt sind und diese auch erwarten. Schließlich nehmen sie eine hohe Zahl an Autos ab. Das betrifft vor allem auch den Service. Nicht nur Wartung sondern auch Reparaturen (auch bei Tesla geht mal was kaputt/ der Fahrer baut nen Unfall) müssen zuverlässig schnell durchgeführt werden. Ob das bei Tesla so funktioniert, weiß ich ja nicht. 3 Monate auf ne neue Windschutzscheibe warten ist nicht drin. Ich denke Service wird auch Tesla immer mehr zum Problem werden.

Tesla ist kein Hersteller, der in die Flottenlandschaft der großen deutschen Konzerne passt. Es ist für Dienstwagenfahrer idR ein Budget für die Monatsrate hinterlegt. Der basiert auf einem Flottenrabatt von 30-40%. Plugin-Hybride kriegen zusätzlich die Förderung eingepreist und kompensieren so ihren Mehrpreis. Bei Tesla ist es schwer, gute Raten über einen Flottendienstleister zu bekommen, weil das Restwertrisiko unkalkulierbar ist. Da gab es schon ein paar massive Preissenkungen, die alle Dimensionen sprengten (50.000€ Preissenkung). Die Versteuerung ist auch mit einem Hybriden günstig. Bedeutet, der Dienstwagenfahrer fährt mit dem Tesla deutlich teurer als mit einem deutschen Hybriden.

Zudem sind Manager und ihr Vollgasleben aktuell noch nicht auf BEV abgestimmt. Wer Freitag nach Dienst von Berlin schnell nach Roth zum Triathlon fährt, tritt drauf und ist in drei Stunden da. Viereinhalb Stunden im Tesla passt da nicht…in zwei Jahren sieht es anders aus: Da wird der Mercedes EQE mit 120er Akku nach 250 km Vollgas in 10 Minuten 40 kWh nachladen, während man sich erleichtert, und dann bis zum Ziel fahren. So geht das.

Toller Beitrag leider nur wieder vom Teslaraktionär geschrieben. Gerade wenn ich beruflich mit einem Firmenwagen unterwegs bin nützt es mir nicht wenn nach 350km Schluss ist und das ist bei Tempo 150 bei so gut wie allen Fahrzeugen Fakt. Ich kann es mir als Vertriebsnitarbeiter dann nicht leisten 1h zu warten bis es wieder voll geladen ist. Ich weiß nicht in welcher Traumwelt die BEV Welt lebt? In der Schweiz oder Niederlande mag das funktionieren aber nicht in Deutschland. Auf der Langstrecke wäre für Firmenwagen nur Wasserstoff interessant. Alles andere ist total Quatsch zu mal Ionity alles dafür tut, das sich e Autos auf Langstrecken nicht lohnen.

Nach einem Jahr Vorteile vorrechnen und argumentieren mit dem Ziel, Elektroautos in die PKW-Richtlinie aufzunehmen, habe ich letzte Woche meinen Verbrenner-Firmenwagen abgegeben.
Ich habe mir privat ein Model3 bestellt, das auch ganz ohne Rabatt günstiger in der TCO ist als die ganzen deutschen Diesel, die als Firmenwagen zur Auswahl stehen. Aber mann „will“ keine Elektroautos und erst Recht keine amerikanische Marke.
Einen weiteren Verbrenner zu bestellen, kam für mich nicht in Frage – die Kosten dieser Überzeugung trage ich jetzt leider privat.

Das mit den Dienstwagenfahrern ist schon eine Krux. Da wird teils bzw. meist auf Verbrauch keine Rücksicht genommen, da geht die Urlaubsreise mit dem Auto z. B. zum Nordkap oder ans Kap Faro, da wird auf der Autobahn, wo möglich, auch mal 230 gefahren. Vieles davon müsste nicht sein. Zumal viele Innendienstler sind und den Wagen für Dienstreisen somit gar nicht und fast gar nicht brauchen, aber eben fürs Private, sozusagen als „zusätzliche Gehaltserhöhung“ sehr willkommen.

Ich gratuliere zu der Entscheidung! Man muss das Model 3 erlebt haben um zu erkennen das die meisten Probleme die hier gegen ein Elektroauto als Firmenwagen genannt werden in der Praxis gar nicht existieren.

Die Gesamtkosten sind unschlagbar niedrig. Meine Betriebskosten betragen seit dem Kauf Anfang 2019 um die €30 für Scheibenwischwasser.

Da ich selbst mehr als 20 Jahre im Vertrieb tätig war kennen ich den Wunsch schnell und lange Strecken am Stück zu fahren hatte damit aber mit meinem Model 3 nie ein Problem. Offen gesagt verstehe ich die Diskussion überhaupt nicht denn der angebliche Zeitgewinn mit einem Verbrenner ist wenn man die Tesla Supercharger betrachtet derart gering das es wirklich keine Rolle spielt. Ich fahre gerne 150 km/h mit dem Autopilot (98% im Durchschnitt) was sehr entspannend ist und wenn ich Lust habe auch mal manuell schneller und bin gerade letzte Woche von München nach Flensburg gefahren.

Offen gesagt glaube ich aufgrund der Kommentare erkennen zu können das die Kollegen die schnell und weit fahren wollen noch nie eine solche Strecke mit einem Tesla gefahren haben. Mit einem e-tron oder anderem Elektroauto ist es leider (noch?) nicht möglich weil die Kombination aus Verbrauch, Ladegeschwindigkeit und Ladenetzabdeckung nicht ausreichend ist. Ich bezweifle das es hier eine gute Lösung geben wird es sei denn ein Hersteller baut sein eigenes Ladenetz auf.

Wir alle hoffen das dies besser wird aber die Fakten machen ein Tesla aktuell zu einem idealen Firmen Fahrzeug auch für den Vertrieb und das auch und ganz besonders auf langen Strecken. Es sollte vielleicht erwähnt werden das kein Fahrzeug so sicher ist wie ein Tesla. Gerade im Vertrieb bei Stress und langen Strecken gibt es furchtbare Unfälle und es macht einen grossen Unterschied in einer solchen Situation im sichersten Fahrzeug der Welt zu sitzen.

Ich danke allen Lesern für die interessanten Beiträge zu meinem Artikel.

Was mich bei allen Diskussionen um das richtige Fahrzeug für Vertriebler auf Langstrecke stört ist die Tatsache,dass niemand auf das geräuscharme und vor allem emissionslose fahren im BEV hinweist.Natürlich kann ich im Verbrenner 1000 km am Stück fahren(was absolut nicht der Realität entspricht).Ich verpeste aber weiter die Umwelt und trage zum Klimawandel bei.Die kommende Generation wird da anders agieren!!!

Das mit den Firmenwagen ist hinsichtlich der Abgrenzung so eine Sache. Ich kenne ganz viele kleine Firmen, da laufen ‚natürlich‘ de jure alle Fahrzeuge der Eigentümerfamilie „auf die Firma“. Wenn ich das mal deutschlandweit hochrechne, gehe ich locker von Hunderttausenden solcher „Firmen“fahrzeuge aus. Hat natürlich vor allem steuerliche Vorteile und macht auch darüber hinaus dem Firmeneigner samt Kleingroßfamilie das Leben einfacher ;)

Vielleicht die Zahlen aus dem Artikel vom Autor noch mal verifizieren lassen: „Jeder 12. Mitarbeiter“ bedeutet in Deutschland etwa 3,5 Millionen Personen. Und „60% alle Zulassungen sind Firmenwagen“ ergibt circa 2 Millionen pro Jahr. Nun erscheinen mir 2 Millionen Neufahrzeuge pro Jahr relativ zu 3,5 Millionen Fahrzeugnutzern etwas hoch(?)
Wie ist das z. B. mit Leasingfahrzeugen im privaten Sektor: Da wählt die Privatperson das Fahrzeug aus, zugelassen wird es aber auf den Leasinggeber, richtig – zählt in diesem Sinne als „Firmenfahrzeug“? Oder die zahlreichen Tageszulassungen: Dort erst aufs Autohaus, dann auf Privatperson. Ist das im Sinne der Statistik unterm Strich ein „Firmenfahrzeug“?
Wäre für den Laien wie mich mal interessantes Thema und Abgrenzung, aber das ist natürlich ein anderer Artikel dann.

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