Europa: E-Autos- laufen PHEV-Zulassungen wieder den Rang ab

Europa: E-Autos- laufen PHEV-Zulassungen wieder den Rang ab

Copyright Abbildung(en): shutterstock / Lizenzfreie Stockfoto-Nummer: 1825564547

Anfang Oktober liegen die endgültigen Zahlen der E-Auto und PHEV-Zulassungen für den europäischen Markt im Zeitraum von Januar bis August 2020 vor. Matthias Schmidt, Automobil-Analyst aus Berlin, gibt uns mit seiner Auswertung erneut die Möglichkeit einen Blick auf die E-Auto- und Plug-In-Hybrid-Zulassungen am europäischen Markt zu werfen. Betrachtet haben wir, wie zuvor erwähnt, den Zeitraum von Anfang des Jahres bis Ende August. Konnte man Ende Juli noch aufzeigen, dass es den Teilzeitstromer erstmalig möglich die E-Auto-Zulassungen hinter sich zu lassen. Wendet sich Ende August das Blatt erneut.

Betrachtet man den europäischen Elektroautomarkt (PHEV und E-Autos) in Gänze, zeigt sich, dass in den ersten acht Monaten des Jahres 2020 insgesamt 597.000 Fahrzeuge mit Stecker zugelassen wurden. Aufgeteilt in 317.800 reine Elektroautos sowie 278.900 Plug-In-Hybride. Betrachten wir den August im Detail, zeigt sich, dass 48.998 E-Autos sowie 48.170 Teilzeitstromer zugelassen wurden. Damit liegt man bei 97.168 Zulassungen insgesamt und somit leicht unter dem Rekord-Zulassungsmonat Juli 2020.

Mit dem leicht geschwächten Rückgang an PHEV-Zulassungen nähren sich zudem Stromer und Teilzeitstromer hinsichtlich der Gesamtzulassungszahlen weiter an. Bereits im Juni ging Schmidt davon aus, dass die Plug-In-Hybride im Juli die die Oberhand gewinnen. Da insbesondere Fahrer mit einem Dienstwagen von entsprechend niedrigeren Steuern gegenüber Verbrenner profitieren könnten. Des Weiteren sei für die zweite Jahreshälfte mit massivem Wachstum zu rechnen, vor allem beim Absatz von E-Autos, welche über entsprechende Leasing-Deals am Markt platziert werden sollen. Aber auch PHEVs dominieren davon.

Plug-In-Hybrid- und E-Auto-Zulassungen auf Herstellerseite

Nachfolgend betrachten wir, wie sich Elektroauto- und PHEV-Anteil auf Herstellerseite verhalten. Welcher Hersteller mehr auf Teilzeitstromer oder Vollstromer setzt und wie der Anteil an den Gesamtzulassungen des jeweiligen Herstellers bis Ende August 2020 aussehen.

VW Konzern, Renault-Nissan-Mitsubishi-Allianz & Hyundai Gruppe beherrschen fast 50% des E-Automarktes in Europa aus

An vorderster Front steht erneut der VW-Konzern, welcher es auf 68.944 reine E-Autos sowie 48.935 PHEV im Zeitraum Januar bis August 2020 brachte. Sprich, die reinen Stromer überwiegen weiterhin mit gut einem Drittel der Zulassungen. An der Gesamtanzahl der Zulassungen des VW-Konzerns machen “Stecker-Fahrzeuge” 7,1 Prozent aus. Hierbei entfallen 4,2 Prozent auf E-Autos, sowie 3,0 Prozent Plug-In-Hybride. Betrachtet man den gesamten europäischen Elektroautomarkt steuert alleine der VW-Konzern gut ein Fünftel der Fahrzeuge mit Stecker bei (19,8 Prozent).

Dabei gilt es zu beachten, dass die Ausprägung von E-Auto- zu PHEV-Zulassung im Konzern selbst durchaus unterschiedlich stark geprägt ausfällt. Volkswagen selbst steuert den Löwenanteil an E-Autozulassungen (34.822 Einheiten) bei und bringt es gleichzeitig auf gut ein Drittel der PHEV-Zulassungen im Konzern (15.986 Einheiten). Audi seinerseits stellt sich mit 18.486 Plug-In-Hybride im Konzernranking vor VW; bringt es seinerseits aber „nur“ auf 19.355 Stromer. Bei Skoda wirkt das Zulassungsverhältnis E-Auto (5.972 Einheiten) zu PHEV (6.851 Einheiten) relativ ausgeglichen. Bei Porsche gewinnen die Teilzeitstromer (7.444 Einheiten) leicht die Überhand gegenüber den Stromern (5.239 Einheiten). Seat bezieht deutliche Stellung für E-Autos (3.556 Einheiten) gegenüber gerade einmal sieben Plug-In-Hybriden. Bentley dreht das Ganze erneut. Bringt es auf Null E-Auto-Zulassungen, dafür auf 160 Plug-In-Hybride.

Kommen wir weg vom VW-Konzern, hin zur Renault-Nissan-Mitsubishi-Allianz. Dort treffen 68.791 E-Autos auf 20.448 Teilzeitstromer. Fast dreieinhalb Elektroautos steht sozusagen einem Plug-In-Hybrid gegenüber. Insgesamt bringt man es auf 13,0 Prozent Anteil an den Gesamtzulassungen des eigenen Absatzes. Dies entspricht fast dem doppelten Anteil wie der des VW-Konzerns, rein prozentual betrachtet. 10,0 Prozent entfallen hierbei auf reine Stromer sowie 3,0 Prozent auf Teilzeitstromer. Dabei zeigt sich bei detaillierter Betrachtung, dass der Großteil der Plug-In-Hybrid-Zulassungen durch Mitsubishi erbracht wird. Diese steuern alleine 18.729 der insgesamt 20.448 PHEV an Zulassungen bei. Renault zeichnet sich seinerseits mit 51.223 für die meisten E-Auto-Zulassungen innerhalb der Allianz sowie Europas E-Automarkt verantwortlich. An Europas E-Automarkt ist die Renault-Nissan-Mitsubishi-Allianz mit 15,0 Prozent Anteil vertreten.

Mittlerweile konnte die Hyundai Gruppe – bestehend aus Hyundai und KIA – die BMW Gruppe, als auch den PSA-Konzern im Europamarkt-Ranking hinter sich lassen. Ende August 2020 brachten es die beiden Hersteller auf 45.944 Stromer sowie 21.037 Plug-In-Hybride. Auch hier zeigt, sich ein deutliches Plus von E-Auto- gegenüber PHEV-Zulassungen. Den Löwenanteil an E-Autos steuert Hyundai mit 26.039 Einheiten bei; KIA seinerseits konzentriert sich auf PHEV (17.554 Einheiten). Am eigenen Absatz gemessen bringt man es auf 15,20 Prozent Fahrzeuge mit Stecker; davon entfallen 10,40 Prozent auf Stromer sowie 4,8 Prozent auf Teilzeitstromer. Am gesamten Stecker-Markt in Europa ist man mit 11,20 Prozent beteiligt.

Ab dem vierten Platz im Ranking leichte Vorteile für PHEV-Zulassungen zu erkennen

Die BMW Gruppe pendelt sich bei 13,2 Prozent “Steckeranteil” ein, wobei die meisten Stecker ihren Weg hierbei in teilelektrifizierte Stromer (46.093) und nicht in E-Autos (18.032) finden. Dies spricht natürlich auch für die jeweilige Positionierung am Markt und ist ein deutliches Zeichen dafür, wie die Hersteller ihre CO2-Vorgaben erfüllen möchten. Am europäischen Gesamtmarkt liegt man mit 10,7 Prozent-Anteil nur einen Hauch hinter der Hyundai-Gruppe. Innerhalb der BMW Gruppe steht BMW stark für PHEV mit 39.462 Zulassungen ein. Bei MINI scheint das Verhältnis Stromer (7.063 Einheiten) zu Teilzeitstromer (6.631 Einheiten) ausgeglichen.

Von Seiten PSA blickt man auf einen fast ausgewogenen Anteil an E-Autos (35.252) gegenüber Teilzeitstromer (26.107) – zumindest im Vergleich zu den ersten drei Plätzen im Ranking. Diese Zahlen führen zu einem Anteil von 6,2 Prozent Stecker-Fahrzeuge am Gesamtabsatz des Herstellers. Dieser setzt sich prozentual betrachtet aus 3,6 Prozent E-Autos sowie 2,6 Prozent PHEV zusammen. Anzumerken ist, dass vor allem Peugeot seinen Beitrag mit 21.824 E-Autos sowie 14.550 Teilzeitstromer zu den Zulassungszahlen beiträgt. Dies bringt PSA ein Anteil von 10,3 Prozent am europäischen E-Automarkt ein.

Zu guter letzt wollen wir Daimler bei den deutschen Hersteller nicht außer acht lassen, welche in kleineren Stückzahlen eine ähnliche Aufteilung wie die BMW Gruppe zu Gunsten von PHEV (32.653) gegenüber reinen E-Autos (16.755) vorweisen. Bei einem Gesamtanteil von um die 11,70 Prozent am eigenen Absatz. Sowie 8,30 Prozent, wenn man es am europäischen Elektroautomarkt misst. Mercedes zeichnet sich für sämtliche PHEV-Zulassungen verantwortlich, smart seinerseits bringt gut zwei Drittel der E-Auto-Zulassungen (10.994 Einheiten) mit ein.

Es reiht sich daraufhin Volvo Cars ein – bestehend aus Volvo und Polestar – diese zählten fast nur PHEV: 43.798 bei Volvo sowie mittlerweile 58 Zulassungen bei Polestar, welche wohl auf den Polestar 1 entfallen. Des Weiteren konnten 45 reine E-Auto-Zulassungen bei Volvo, sowie 1.297 bei Polestar verzeichnet werden. Jedes vierte Fahrzeug (28,5 Prozent) wurde übrigens mit einem Stecker zugelassen. Was zu einem Anteil von 7,6 Prozent am europäischen Gesamtmarkt führt. Über Teslas Plug-In-Hybrid-Anteil sowie Gesamtanteil an Steckerfahrzeugen am Gesamtabsatz muss man keine Worte verlieren. Bei den Stromern brachte es der amerikanische Automobilhersteller bis Ende August 2020 auf 44.418 Zulassungen in Europa. Sowie einen Anteil am E-Automarkt von 7,40 Prozent.

Ford fährt aktuell auch noch die reine PHEV-Schiene und bringt es dort auf 19.721 Fahrzeuge und einen Anteil am Gesamtabsatz von 3,30 Prozent. Jaguar Land Rover präsentiert sich eher ausgeglichen, wobei Jaguar für die Stromer (4.642) und Land Rover für die Teilzeitstromer (3.821) verantwortlich scheint. Gemeinsam landen die beiden Marken bei 1,40 Prozent “Steckeranteil” am Gesamt-PKW-Absatz.

Rein elektrisch geht es hingegen nur noch bei SAIG / MG zu, welche 6.451 Autos in diesem Bereich zulassen konnten und es auf einem Gesamtanteil an Europas E-Automarkt von 1,1 Prozent brachten. Toyota/ Lexus, Honda sowie Fiat, Jeep und Mazda konnten ebenfalls E-Autos und PHEV am Markt absetzen, allerdings in so geringem Umfang, dass wir deren Zahlen aktuell noch nicht im Detail betrachten.

Mitsubishi, Ford und Volvo bei PHEV-Modellen ganz vorne dabei

Nicht ganz so ausführlich betrachten wir nun die PHEV-Modelle, welche für das Wachstum am europäischen Elektroautomarkt verantwortlich sind. Hier zeigt sich nach wie vor, dass der Mitsubishi Outlander mit 18.700 Einheiten sowie einem Anteil von 6,7 Prozent am Gesamtmarkt ganz klar an der Spitze steht. Übrigens seit mehreren Monaten unverändert. Darauf folgt der Kuga von Ford als Teilzeitstromer mit 6,6 Prozent Marktanteil, beziehungsweise 18.300 zugelassenen Fahrzeuge. Dieser holt damit im August 2020 deutlich zum Outlander PHEV auf. Komplettiert wird das Trio an der Spitze durch den VW Passat als Teilzeitstromer mit 12.400 Zulassungen sowie 4,4 Prozent Marktanteil.

Dahinter folgt die Volvo-Riege bestehend aus XC60, XC40 und V/S60 mit je einem Anteil von 4,4 bis auf 3,9 Prozent Marktanteil. Danach geht es dann aber bunt gemischt weiter. Vertreten sind dann dort die BMW-3er Serie (10.600), Peugeot 3008 (10.100), die A-Klasse von Mercedes-Benz (8.800). Darauf folgt der KIA Niro als Plug-In-Hybrid mit 8.200 Zulassungen, relativ dicht darauf die C-Klasse von Mercedes-Benz mit 8.100 zugelassenen Fahrzeugen, sowie die E-Klasse mit 7.700 Teilzeitstromer.

Mit dem BMW X5 (7.500 Einheit) sowie dem Audi A3 (7.300 Einheiten) reihen sich zwei weitere PHEV fast auf Augenhöhe ein. Abgeschlossen wird die Top 15 der Plug-In-Hybrid-Zulassungen am europäischen Elektroautomarkt durch den Skoda Superb mit 6.900 Einheiten.

Quelle: Matthias Schmidt – The European Electric Car Report West European Market Intelligence – Edition 08.2020

Newsletter abonnieren

Montag, Mittwoch und Freitag die neusten Informationen aus der Welt der Elektromobilität kostenfrei direkt ins eigene Postfach. Kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs.

Dir gefällt dieser Beitrag? Teilen auf

Diese News könnten dich auch interessieren:

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
9 Comments
Oldest
Newest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments

Der Konsument riecht langsam den Braten. Das Umweltschadprogramm PHEV belastet über Laufzeit von 10 Jahren auch erheblich den Geldbeutel. Hat sich hoffentlich bald erledigt mit der Krückentechnologie.

„Krückentechnologie“ finde ich sehr passend, ebenso wie das immer mehr auftauchende geflügelte Wort „Verpenner“.
PlugInHybride sind eh ein überholter alter Hut. Den nach vielen Experten besten‘ gibt es schon ca. neun Jahre. (Opel Ampera bzw. Cevi Volt mit ca. 70km el. Reichweite).

Diese Technologie dient heute doch nur dazu, die alten Hersteller mit so erzwungenen Werkstattaufenthalten „dank“ viel zu aufwändiger Verbrennertechnik, die ja mit an Bord sein muss, aus lauter Verzweiflung am ‚Leben‘ zu halten – mit dem halt, was sie noch können. Das wird heute mit politischer Unterstützung zehn Jahre und wieder mal viel zu spät als DIE Lösung propagiert.

Da kann sich über den Leisten ziehen lassen wer will…

Hoffentlich kommt auch noch eine gesetztliche Keule mit welcher PHEV zum „no go“ deklassiert wird. Die Verpenner sollten jetzt auch langsam soweit sein und den Verbrenner endlich hinter sich zu lassen. Aber wenn man sieht in welche Richtung das Werbependel bei den Ewiggestrigen noch immer schlägt, so ist dieser Rückstand der Abgasschnüffler in Deutschland einfach nur noch peinlich. Mit diesen finanziellen Schwarzen Löchern zementiert man in Deutschland den Rückstand noch auf Jahre.

Elektroautos gibt es nach vor nur in homöopathischen Dosen, tolle Steigerungsraten sind absolut betrachtet nichts.
Und die Hybriden sind in erster Linie Steuersparmodell bzw. Mittel um Flottenverbräuche zu erreichen.
Diverse Jubelmeldungen spiegeln sich in den realen Zahlen nicht wieder.

@Realist
Wenn man nur auf die absoluten Zahlen schaut stimmt es natürlich, dass aktuell E-Autos noch in kleinen Mengen zugelassen werden.
Andererseits könnte manauch mal betrachten wie lange die Lieferfristen für begehrte Modelle sind. Von 12-18 Monaten Lieferfrist wegen Vorbestellungen kann ein Verpennerproduzent nur träumen.
Und über 4% BEVs bei den Verkäufen von VW ist jetzt auch mehr als nichts. Da werden manche Sondermodelle seltener bestellt.

Mal abwarten, wie es aussieht, wenn chinesische Firmen mit ansprechenden Preisen und ausreichenden Kontingenten anfangen, ihre Modelle in der EU anbieten.

Das Fazit ist, dass bei Firmen die sich schon lange sich mir der E Mobillität beschäftigen, sich der Trend schneller zu reinen Elektrischen entwickelt. Oder anders gesagt Fahrer die mit Hybrid begonnen haben, stellen auf voll E um. z. Teil auch weil sie unterdessen PV auf dem Dach haben. Bei schwereren SUV s mit Allrad wo riesige Batterien erforderlich sind, wird der gemischte Antrieb noch länger interessant bleiben.

Wenn PHEV-Modelle künftig wieder vom Markt verschwänden, würden viele Nutzer, auch private, wieder zu reinen Benzinern und Dieseln zurückschwenken. Ich selbst bin eine überzeugte, engagierte Plug-in-Fahrerin und hoffe dementsprechend auch auf weitere Toyota Prius Plug-in-Generationen. Sonst stinke und dampfe ich halt wieder mit einem Benziner bei uns im Ort herum, schade wär‘s.

So ist es.
Ich bin entsprechend sehr angetan von den nun zunehmend anzutreffenden Reichweiten á la 80-100 km im reinelektrischen Betrieb bei PHEV. Damit kann mein eigener elektrisch gefahrener Anteil prozentual ebenfalls weiter ansteigen.

Richtig Dieter, ich fuhr selber den Chevi Volt 8 Jahre lang. War ein Superauto. Heute sind aber 150 Km E Reichweite wie es MB und BMW bringen gefragt.

9
0
Would love your thoughts, please comment.x
()
x

Deine Anmeldung zum Newsletter:
Ein letzter Schritt fehlt noch.

Vielen Dank für deine Anmeldung zum Newsletter von Elektroauto-News. Du erhältst in Kürze eine E-Mail, in der sich ein Link zur Freischaltung deiner E-Mail-Adresse befindet. Erst durch die Bestätigung des Links dürfen wir deine E-Mail-Adresse zum Versand unseres Newsletter freischalten (Double-Opt-In).