Ionity-Preispolitik führt zu Zerwürfnis mit EnBW

Ionity-Preispolitik lässt EnBW Abstand vom Schnellladenetzwerk nehmen

Copyright Abbildung(en): Ionity

Wir erinnern uns, Anfang des Jahres war der größte Aufreger in der Elektroauto-Szene die Ankündigung des Schnellladenetzwerkes Ionity, den Preis pro Kilowattstunde für einen Teil der Kunden auf 79 Cent anzuheben. EnBW machte da nicht mit und ermöglichte das Laden an Ionity-Ladestationen für 0,49€ statt 0,79€ pro kWh. Doch damit ist ab dem 02. April 2020 Schluss. Denn Ionity und EnBW gehen getrennter Wege. Grund dafür ist die aktuelle Preispolitik des Ladeinfrastrukturbetreibers.

Ab April 2020 keine Zusammenarbeit von Ionity und EnBW mehr

Ab dem 02. April 2020 werden EnBW mobility+ Kunden weiterhin Zugang zum größten Ladenetz in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH) haben. Nur Ionity wird dabei keine Rolle mehr spielen. Denn die Vorstellung von deren Preispolitik und EnBWs Ansichten zur E-Mobilität passen nicht mehr zusammen. Als Betreiber von Ladeinfrastruktur hat das Unternehmen das größte Schnellladenetzwerk Deutschlands errichtet und baut dieses in hohem Tempo weiter aus. “Einen Preis von 79 Cent je Kilowattstunde halten wir zur Förderung der Marktentwicklung nicht für zielführend”, so das Unternehmen in einer aktuellen Pressemitteilung.

“Wir sind der festen Überzeugung, dass die Elektromobilität zunächst aus Sicht der Verbraucher betrachtet werden muss. Hier braucht es in der aktuellen Marktwachstumsphase vor allem zwei Dinge, um Menschen zu einer nachhaltigeren Mobilität zu bewegen: Einfachheit und Wirtschaftlichkeit.”

Laut EnBW müsse man die eigenen “Produkte a. leicht verständlich, b. einfach nutzbar und c. uneingeschränkt zugänglich machen”. Explizit gibt der Betreiber von Ladeinfrastruktur  zu verstehen, dass Ionity keinen der Punkte erfülle, um den Markt beim Wachsen zu unterstützen. Vielmehr sehe das Unternehmen, dass die dort umgesetzte Maßnahme bei Kund*innen und in der Branche für erheblichen Unmut gesorgt hat. “Elektromobilitätskritiker genauso wie Klimawandelleugner können die Preismaßnahme zudem dankend als Beleg einer vermeintlich nicht funktionierenden, batterieelektrischen Mobilität aufnehmen”, etwas was EnBW nicht unterstützen wolle.

EnBW: Blick über den Tellerrand sei für Ionity notwendig

Zwar wisse die EnBW, “dass der Ausbau von Ladestationen eine signifikante Zukunftsinvestition bedeutet – und wir wissen, dass solche Investitionen klug und langfristig kalkuliert sein müssen. Dem Unternehmen sei allerdings auch bewusst, dass “alle Beteiligten sinnvoll zusammengebracht werden müssen – anstatt den Blick nur auf die eigenen Belange zu richten.” Etwas was man beim bisherigen Partner Ionity wohl noch nicht ganz verstanden habe.

“Unsere Entscheidung, die Zusammenarbeit mit dem Betreiber Ionity auszusetzen, ist keine Entscheidung gegen deren Angebot an Ladeinfrastruktur, sondern ein klares und ausdrückliches Bekenntnis zu einer alltagstauglichen und einfachen Elektromobilität für alle, bei der E-Autofahrer*innen und ihre Bedürfnisse mitberücksichtigt werden. Nur so kann Elektromobilität in der Breite begeistern – und gleichzeitig ihren Beitrag zu einer umfassenden Verkehrswende leisten.”

Abschließend gibt der Betreiber von Ladeinfrastruktur  zu verstehen, dass der Beitrag zu einer umfassenden Verkehrswende eine marktübergreifende Aufgabe sei. Deswegen bleibt EnBW auch weiterhin gerne mit Ionity im Austausch und hält die Tür für eine erneute Integration ins eigene Ladenetzangebot offen.

Quelle: EnBW – Pressemitteilung vom 19. März 2020

Newsletter abonnieren

Montag, Mittwoch und Freitag die neusten Informationen aus der Welt der Elektromobilität kostenfrei direkt ins eigene Postfach. Kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs.

Dir gefällt dieser Beitrag? Teilen auf

Diese News könnten dich auch interessieren:

24 Antworten

  1. jawohl genau so ist es Inoity läßt nur die eigene Klientel günstig laden alle anderen will man da nicht haben
    hoffe doch das deshalb ionity die Fördergelder zurückzahlen muss.

    1. IONITY hat mit seiner die E-Mobility schädlichen Geschäftspolitik viel zu wenig Gegenwind seitens der Politik erhalten. Erst wird staatlich gefördert und dann wird privatwirtschaftlich abgezockt und ausgegrenzt ! Vergleicht man die Stromverbräuche durchschnittlich schwerer E-Fahrzeuge (z.B. Corsa E, Peugeot IOn, E-Niro, Kuna etc.) dann kosten bei IONITY zum Preis von 0,79 €/kWh die gefahrenen 100 km zwischen 12 und 15 €. Welchen Vielfahrer soll man bei den Preisen überzeugen können zur E-Mobilität umzusteigen ? Wichtig wäre es auch, wie an jeder “Zapfsäule” den Preis der geladenen kWh direkt angezeigt zu bekommen. Eine Eichung der “gezapften” kWh – Stunde haben wir doch auch hin bekommen ! Was ich persönlich als primär nicht so wichtig einstufe !

  2. Gut so. Schön, dass die EnBW sich nicht an den Abzockerpreisen beteiligt. 50 Cent je kWh sollte die Schmerzgrenze sein, alles Andere ist nicht zu vermitteln und beschädigt die E-Mobilität.
    Der Corona Virus und seine Folgen werden auch bald zeigen, wie sauber die Luft in den Städten sein kann, wenn die stinlenden Verbrenner weniger werden.

  3. Ich stehe weiterhin rätselnd vor der, für mich, Tatsache, dass die öffentliche Reaktion auf die unglaublich dumme Entscheidung von Ionity weitgehend ausgeblieben ist. Der CEO der Firma hätte m.E. sofort seinen Hut nehmen müssen. Einen größeren Widerspruch zwischen dem Ziel, die Verbrenner von der Straße zu bekommen und der Erhöhung der Strompreise bis zum Faktor 10 kann es aus meiner Sicht gar nicht geben. Nicht zuletzt dürfte das Vertrauen in die Ladesäulenbetreiber massiven Schaden genommen haben. Wer, bitte, kauft ein eh schon völlig überteuertes E-Auto, wenn er danach nicht einmal halbwegs Planungssicherheit für die Zukunft hat. In diesem Zusammenhang sehe ich auch die Meldung, die durch die Presse ging, dass der Besitzer eines Nissan Leaf 19.000.- € für den Austausch seines defekten Akkus auf den Tresen des Händlers legen sollte.
    E-Auto heute? Niemals. Auch nicht mit bis zu 8.000.- € Rabatt (Hyundai).

    1. Ich sehe bei der Meldung über diesen Nissan Leaf besonders eines: Es geht um ein einziges Fahrzeug, obwohl der Nissan Leaf mit etwa 360.000 Exemplaren zu den meisstverkauften Elektroautos der Welt gehört.
      Der Wagen wird seit 2010 verkauft. In den Meldungen über dieses Fahrzeug erfährt man so gut wie nichts. Wann wurde der Wagen zugelassen, wieviel km hat die Batterie runter und wie wurde sie behandelt (Schnellladen)?
      Auch unterschlagen alle Artikel, das es in Holland die Firma Muxsan gibt, bei der man billig Ersatzbatterien in allen verkauften Originalgrössen in dieses Fahrzeug einbauen lassen kann (30kWh für 7.000€, 62kWh für 13.500€ inklusive Einbau und Steuern).

      Ich gebe zu, dass es unpraktisch ist, sich selbst kümmern zu müssen. Aber bisher waren die Stückzahlen weltweit einfach so niedrig, das es noch wenig billigen Privatwerkstätten für BEVs gibt und die meissten Markenhändler sind einfach noch überfordert.

      1. Bei dem Leaf-Thema geht es nicht um die Technik und Zuverlässigkeit dieses Typs und auch nicht darum, wie der Akku dieses Fahrzeugs betrieben wurde, sondern darum, welcher UNSERIÖSE Ersatzteilpreis für den Akku gefordert wurde.
        Schön, wenn 359.999 Leaf kein Problem mit dem Akku haben (sollten); das würde für den Hersteller sprechen. Umso naheliegender und leichter sollte eine faire (kulante) Regelung für den Hersteller sein – denn er hat ja bei 359.999 Verkäufen Gewinn gemacht.

        Ihr genanntes Beispiel einer fremden Firma, die von Haus aus weder das Know-How noch die Technologie des Serienbaus vom eigentlichen Akku-Hersteller hat (sondern sich erst erarbeiten musste), den Akku-Tausch wesentlich billiger anbietet und auch mit Gewinn arbeiten muss, zeigt doch in aller Klarheit den unseriösen und unsympathischen Umgang mit der Not eines Kunden. Das ist für mich vergleichbar mit dem angestrebten Wucher von Ionity …

  4. Sehr gute Einstellung und Kommunikation von EnBW,
    auch wenn ich mir (gerüchteweise) die Ladekarte als BMW Motorradverbrennerfahrer (noch) für Ionity zum Laden meines Teslas ja sorgen könnte, verzichte ich auf diese Vorzugsbehandlung und lade weiter auf Langstrecke beim nicht geförderten Supercharger-netzwerk.
    Ich würde aber auch erwarten, daß Ionity die Fördergelder zurückzahlt – oder den Businessplan offenlegt.

  5. Jetzt kann man nur hoffen, das sich noch mehr Anbieter von ionity abwenden und durch die Corona Krise und den nicht stattfinden anmelden und fahren von deutschen Elektro Autos dieses Jahr , Ionity wieder vom Elfenbein Turm runter kommen und normale Preise anbieten

  6. EnBW hats wirklich verstanden. Nur durch einen guten Kundenservice, der auch Fairness einschließt, kann ein Unternehmenzu recht wachsen. Gut das eigennützige Unternehmen dabei untergehen.

  7. Bravo ENBW ….die Europäer bekommen es sowiso nie auf die Reihe mit der Ladeinfarstrucktur…zu viele Wasserköpfe…und zu Tode Regulierer…
    Kauft euch einen …….TESLA…… alles unkomplitziert, einfaches und teilweise kostenloses Laden (Weltweit bestes Ladenetz)

    1. Es ist eine grosser Vorteil für Tesla, dass sie nur BEV’s bauen und dies können sie mit 100% Konzentration tun.
      Deshalb ist es für Tesla eine ABSOLUTE NOTWENDIGKEIT, ein MUSS ihren Käufern ein perfektes Ladenetz weltweit aufzubauen.
      Das sind einerseits die SuC ( SuperCharger, DC ab 120kW ) für Mittel- und Langstrecken sowie die DeC ( DestinationCharager, AC Type2 11KW-22kW ) für Mittelstrecken. Allerdings gibt es in Noramerika und UK, da 1-phasiges Stromnetz für die SuC, CCS-Type1 und im Rest der Welt CCS Type2.

      In Europa sind bereits beinahe 6000 solcher DeC als Wallboxen in Hotels, Restaurants bei Konsumation immer gratis. An den meisten Orten 2-3 Stationen wobei normalerweise auch 1 Station für nicht Tesla Fahrzeuge.
      Kluge Tesla Fahrer kaufen sich noch eine eigene Wallbox für zu Hause ( PV-Anlage ) oder wie ich in der Schweiz mit 100% Wasserkraft, welche die örtlichen Kraftwerksbetreiber direkt von den Wasserkraftwerken bezieht ( Nachtstrom=20 cents ).

      Daneben gibt es auch den Juicy-Booster aus der Schweiz oder den NRG-Kick aus Österreich, die ebenfalls bis 22kW zulassen.
      Somit ist jeder Tesla Fahrer 365 Tage völlig unbeschwert unterwegs.
      Wirklich ein ganz starkes Argument, wenn BEV, einen Tesla zu kaufen.
      Wann auch immer Ionity oder andere Betreiber das Gefühl haben sie müssten satte Gewinne machen, sind Tesla unbeeindruckt.

  8. Als ich von diesen Preiserhöhungen gehört habe dachte ich mir direkt “was für A… löcher”.
    Ich habe das klar in Verbindung mit VW gebracht. Die wohl die Leute zwingen wollen ihre Autos zu kaufen weil andere nicht mehr bezahlbar zu laden sind. Moralisch hat sich scheinbar auch das neue Management nicht verbessert. Am besten noch Geld machen mit Tarifen und Grundgebühren wie Mobilfunkanbieter.
    Eine sehr gute Entscheidung die ich feiere und den Namen EnBW werde ich mir merken.
    (Ionity auch… )

  9. Wobei man sagen muss das man beim laden mit GET Charge sehr oft einen Preis von 89Cent/kWh zahlen soll !
    Finde ich auch viel zu viel !!!
    ENWB macht einen guten Job .. die Hotline ist nett und fast immer einen Hilfe.
    Ich werde von ENBW eine Karte beziehen, sobald ich meinen eGolf bekomme.
    Leider funktioniert die Kommunikation per App beim Ladeversuch oft nicht.

  10. Das klare Statement ist erst mal super und eine schallende Ohrfeige für die Ionity Deppenfirma.
    Was bedeutet das nun für den Ausbau der DC Schnelladesysteme?
    Baut die jetzt Ionity weiter oder EnBW oder beide?

  11. Nach dem Lesen des Berichts, komme ich zur folgenden Schlussfolgerung. Wenn genug Leute ein Elektroauto gekauft haben und auf den Strom angewiesen sind, kann man den Preis erhöhen.

    1. Wenn man sich nur genug anstrengt, findet man immer einen Grund kein BEV zu kaufen oder dagegen zu sein.
      Ist aber ehrlich gesagt keine beachtenswerte Leistung sondern eher schlichte Ignoranz des einfach Denkenden.

  12. Ionity wird dann so langsam zu einem geschlossenen Netz für bestimmte Marken so wie das Supercharger-Netz von Tesla.

    Der Unterschied ist, dass man auf der einen Seite bei Tesla nicht für Geld und gute Worte mit anderen Fahrzeugen laden kann, bei Ionity aber doch. Auf der anderen Seite ist Ionity vom Staat gefördert. Das hat dann wiederum ein Geschmäckle. Der Statt fördert also indirekt bestimmte Autohersteller.

  13. Was mach ich denn jetzt mit meinem Hyundai. Eigentlich sind die doch Partner von Ionity, die Karte wird aber über ENBW bereitgestellt…
    An und für sich wäre mir Ionity auch komplett egal. Nur sind die irgendwie auf der meinen Strecken an den Schlüsselpunkten. Da gibt es meist auch ENBW Säulen, aber immer nur wenige, die dann meist immer schon belegt sind. Alternativ hätte ich noch Fastnet, die auch net wirklich billiger sind…

  14. Im letzten Sommer hätte ich fast 3€ pro kwh bezahlen müssen, doch Dank PHEV konnte ich meine Batterie selber aufladen. So konnte ich in Ortschaften im EV Mode fahren und habe über Land die Batterie laden.
    Mit der ADAC Karte kann ich jetzt günstig die Batterie laden. Parallel zum PHEV haben wir jetzt noch einen BEV. Umso ärgerlicher ist es, dass man auf Langstrecke immer noch auf Wucherpreise trifft. Also werden wir den PHEV noch eine Weile behalten.

  15. Bin über die ADAC Karte bei ENBW und hatte schon gefürchtet, dass die nun preislich nachziehen.
    Umso erfreulicher diese Entscheidung, auch wenn eine Ladeoptionen dadurch wegfallen werde ich das wo nur möglich unterstützen und Ionity umso mehr meiden. Danke für das klare Statement!

  16. In Deutschland fehlt es generell an gesetzlichen Rahmenbedingungen für die E-Ladestruktur. Jede öffentlich geförderte Ladesäule sollte adhoc frei zugänglich sein. Individuelle kundenspezifische Regelungen von Anbietern wie Stadtwerkeverbund, Energieversorger (EVU) und Andere sollten von öffentlichen Förderungen ausgeschlossen werden.
    ENBW geht hier den richtigen Weg. Ich halte einen Strompreis von 29 Cent/kWh für angemessen um die E-Mobilität weiter zu fördern.

    Gruß Matthias G.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Deine Anmeldung zum Newsletter:
Ein letzter Schritt fehlt noch.

Vielen Dank für deine Anmeldung zum Newsletter von Elektroauto-News. Du erhältst in Kürze eine E-Mail, in der sich ein Link zur Freischaltung deiner E-Mail-Adresse befindet. Erst durch die Bestätigung des Links dürfen wir deine E-Mail-Adresse zum Versand unseres Newsletter freischalten (Double-Opt-In).