Der große Elektroauto-Preisleistungsvergleich 2020

Der große Elektroauto-Preisleistungsvergleich 2020

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Die Automobilbranche befindet sich in ihrem größten Wandel. Der Mobilitätswandel vom herkömmlichen Verbrennungsmotor hin zum Elektromotor birgt viele Chancen und Risiken für die Autoindustrie, Energieversorger und für die Kunden. Dieser Wandel bringt auch neue technische Kennzahlen mit sich.

Somit wird das Tankvolumen nicht mehr in Liter angezeigt, sondern durch die Batteriekapazität in Kilowattstunden ersetzt. Zusätzlich wird auch der Verbrauch nicht in Liter/100 km angegeben, sondern in Kilowattstunden/100 km. Darüber hinaus wird die Betankungsdauer/Ladedauer des Fahrzeuges mit Energie und die Reichweite zu einem wichtigen und essentiellen Punkt. All diese Punkte beschäftigen die Anbieter, als auch die Kunden und um hier den richtigen Durchblick zu erhalten, soll diese Preis-/Leistungsanalyse für mehr Klarheit sorgen. (Stand: Mitte September 2020)

Inhaltsverzeichnis

Neuzulassungen

Laut der Pressemitteilung 21/2020 des Kraftfahrt Bundesamtes wurden im August 2020 251.044 Personenkraftwagen zugelassen. Dies ist ein Rückgang von -20,0% im Vergleich zum Vorjahrsmonat. Dieser Rückgang kann hauptsächlich auf die aktuelle Corona-Pandemie zurückgeführt werden, dennoch stieg die Anzahl der neuzugelassenen reinen Elektroautos um +221,5% gegenüber dem Vorjahresmonat auf einen aktuellen Gesamtanteil von 6,4%. Zeitgleich stieg auch der Anteil der Hybridfahrzeuge um +132,7% gegenüber dem Vorjahresmonat und machte somit einen Gesamtanteil von 18,4% aus. Umgerechnet wurden somit 16.076 Elektrofahrzeuge bzw. 46.188 Hybrid-Fahrzeuge neuzugelassen. Schaut man sich rückblickend die Entwicklung der Fahrzeugneuzulassungen an, kann man erkennen, dass die Zulassung von Otto- und Dieselmotoren abnimmt. Im Gegensatz dazu nahm die Zulassungen von Hybriden bzw. reinen Elektroautos stark zu.

Diese Entwicklung sieht man auch in der prozentualen Entwicklung der Neuzulassung (Basis August 2019). Hier erzielten Elektroautos, als auch Hybridfahrzeuge einen maximalen Zuwachs von 236% bzw. 164% im Juli 2020.

Kaufkriterium Elektroauto

Nach Erkenntnissen der Mobility Studie 2020 vom TÜV ist der hohe Anschaffungspreis (49%), die zu geringe Reichweite (47%), die schlecht ausgebaute Ladeinfrastruktur (39%), eigentliche Umweltfreundlichkeit (38%) von Elektroauto bzw. die zu lange Ladedauer von Elektroautos (33% ) die größten Kritikpunkte für den Erwerb eines Elektroautos.

Analyse Elektroautos

In der nachfolgenden Analyse wurden insgesamt 72 reine Elektroautos unter die Lupe genommen. Unter Berücksichtigung der größten Kritikpunkte (Anschaffungspreis, Reichweite und Aufladedauer) werden die einzelnen Elektroautos in einer Preis-/Leistungsanalyse bewertet. Angaben zur Ausstattung, Verarbeitungsqualität, Sicherheit, Fahrverhalten und -komfort werden in dieser Bewertung nicht berücksichtig. Zusätzlich wurden die Elektroautos in den Kategorien Kleinwagen, Limousine, SUV, Van, Sportwagen und Transporter unterteilt. Auch wurden alle Preise ohne mögliche staatliche Subventionen berechnet. Alle Angaben bzw. Daten wurden von der Website efahrer.chip.de bezogen, die sich wiederum auf die Listenangaben der Hersteller bezieht.

Berechnung Reichweite

Die Kategorie Reichweite ist das Verhältnis zwischen der Reichweite [km] und dem Anschaffungspreis [Euro]. Das Ergebnis gibt die Reichweite umgerechnet in Meter bezogen auf einen Euro Anschaffungspreis an. Je mehr Meter an Reichweite, umso besser.

Berechnung Batteriekapazität

Die Kategorie Batteriekapazität ist das Verhältnis zwischen der Batteriekapazität [kWh] und dem Anschaffungspreis [Euro]. Das Ergebnis gibt die Batteriekapazität umgerechnet in Wattstunden bezogen auf einen Euro an. Je mehr Wattstunden an Batteriekapazität, umso besser.

Berechnung Ladedauer Wechselstrom Haushaltssteckdose

Bezüglich der Ladedauer mithilfe einer Haushaltssteckdosen, die mit Wechselstrom (AC) betrieben wird, wird keine Berechnung zugrunde gelegt. Dennoch wird die zeitliche Angabe benutzt, die gebraucht wird, um eine Reichweite von 100 km zu erhalten. Je kürzer die Ladedauer, umso besser.

Berechnung Ladedauer Gleichstrom Schnelllader

Die Ladedauer mithilfe von Schnellladern, die mit Gleichstrom (DC) betrieben werden, muss eine einheitliche Berechnung zugrunde gelegt werden, um die einzelnen Zeitangaben mit unterschiedlichen Stromstärken zu vergleichen. Verglichen wird die Zeit, die benötigt wird um 100 km Reichweite zu erlangen. Da diese Angabe je Elektroauto von der maximalen Ladeauslastung abhängig ist, müssen diese Angaben auf die benötigte kW-Leistung umgerechnet werden.

Berechnung Gesamtwertung

Die Gesamtplatzierung ist der Mittelwert aller Platzierung der Kategorien Reichweite, Batteriekapazität und Ladendauer (Wechsel- und Gleichstrom). Die Kategorie Ladedauer bzw. die Unterkategorie Wechsel- und Gleichstrom gehen zu jeweils 50% in die Kategorie Ladedauer ein.

Erläuterung der Platzierung im Elektroauto-Preisleistungsvergleich

Die Platzierung in jeder Kategorie erfolgt nach dem folgenden Prinzip:

  • Je mehr Reichweite in Meter für einen Euro, umso besser.
  • Je mehr Batteriekapazität für einen Euro, umso besser.
  • Je kürzer die Ladedauer durch eine Haushaltssteckdose für 100 km Reichweite, umso besser.
  • Je weniger Kilowatt durch einen Schnelllader benötigt wird für 100 km Reichweite, umso besser.

Elektro-Kleinwagen

Unter den insgesamt 24 Kleinwagen konnte sich der Seat Mii electric vor dem VW ID.3 Pro Performance bzw. ID.3 Pro S durchsetzen, wobei der VW ID.3 Pro S in den Kategorien Reichweite und Batteriekapazität jeweils die erste Platzierung einnimmt. Bemerkenswert ist, dass die ersten 4 Platzierungen allesamt von der Volkswagen AG gestellt werden.

Platzierung Kleinwagen

Der durchschnittliche Kleinwagen bringt es auf eine Reichweite von 278 km, bei einem Anschaffungspreis von 29.454 Euro. Der Verbrauch auf 100 km beträgt bei diesem im Schnitt 15,8 kWh. Die Energie des Stromers wird in einer Batterie mit 38,2 kWh-Kapazität gespeichert. Wobei die Leistung im Durchschnitt 118 kW/ 161 PS beträgt.

Reichweite bei Kleinwagen

Batteriekapazität bei Kleinwagen

Ladedauer Haushaltssteckdose Wechselstrom AC bei Kleinwagen

Ladedauer Schnelllader Gleichstrom DC bei Kleinwagen

Elektro-Limousine

Im Segment Limousine werden von insgesamt sieben Modellen allein fünf Modelle von Tesla gestellt. Das Tesla Model 3 Long Range konnte hierbei den ersten Platz belegen bzw. in den Kategorie Reichweite, Batteriekapazität und Schnelllader jeweils den ersten Platz belegen.

Platzierung Limousine

Die durchschnittliche Limousine bringt es auf eine Reichweite von 502 km, bei einem Anschaffungspreis von 59.822 Euro. Der Verbrauch auf 100 km beträgt bei diesem im Schnitt 15,8 kWh. Die Energie des Stromers wird in einer Batterie mit 73,7 kWh-Kapazität gespeichert. Wobei die Leistung im Durchschnitt 294 kW/ 399 PS beträgt.

Reichweite bei Limousine

Batteriekapazität bei Limousine

Ladedauer Haushaltssteckdose Wechselstrom AC bei Limousine

Ladedauer Schnelllader Gleichstrom DC bei Limousine

Elektro-SUV

Im Segment SUV, welches mit dem Segment Kleinwagen die meisten Fahrzeuge (24 Stück) stellt, konnte sich der KIA e-Niro (64 kWh) vor dem Hyundai Kona Elektro (64 kWh) und dem Opel Mokka-e durchsetzen. Der Kia e-Niro besticht dabei in der Kategorie Reichweite.

Platzierung SUV

Der durchschnittliche SUV bringt es auf eine Reichweite von 397 km, bei einem Anschaffungspreis von 54.319 Euro. Der Verbrauch auf 100 km beträgt bei diesem im Schnitt 19,0 kWh. Die Energie des Stromers wird in einer Batterie mit 70,1 kWh-Kapazität gespeichert. Wobei die Leistung im Durchschnitt 206 kW/ 280 PS beträgt.

Reichweite bei SUV

Batteriekapazität bei SUV

Ladedauer Haushaltssteckdose Wechselstrom AC bei SUV

Ladedauer Schnelllader Gleichstrom DC bei SUV

Elektro-Van

Unter den insgesamt 7 Van`s konnte sich der Opel Amera-e vor dem Kia e-Soul (64 kWh) und dem Sono Motors Sion durchsetzen. Der Opel Amera-e erzielt dabei in der Kategorie Reichweite den besten Platz.

Platzierung Van

Der durchschnittliche Van bringt es auf eine Reichweite von 343 km, bei einem Anschaffungspreis von 39.038 Euro. Der Verbrauch auf 100 km beträgt bei diesem im Schnitt 18,1 kWh. Die Energie des Stromers wird in einer Batterie mit 51,6 kWh-Kapazität gespeichert. Wobei die Leistung im Durchschnitt 125 kW/ 170 PS beträgt.

Reichweite bei Van

Batteriekapazität bei Van

Ladedauer Haushaltssteckdose Wechselstrom AC bei Van

Ladedauer Schnelllader Gleichstrom DC bei Van

Elektro-Sportwagen

Unter den noch 4 Sportwagen, wobei hier 3 Modelle von Porsche gestellt werden, konnte sich der Porsche Taycan Turbo durchsetzen, der eine Spitzenplatzierung in der Kategorie Batteriekapazität erreichen konnte.

Platzierung Sportwagen

Die durchschnittliche Sportwagen bringt es auf eine Reichweite von 374 km, bei einem Anschaffungspreis von 165.494 Euro. Der Verbrauch auf 100 km beträgt bei diesem im Schnitt 23,5 kWh. Die Energie des Stromers wird in einer Batterie mit 77,9 kWh-Kapazität gespeichert. Wobei die Leistung im Durchschnitt 475 kW/ 646 PS beträgt.

Reichweite bei Sportwagen

Batteriekapazität bei Sportwagen

Ladedauer Haushaltssteckdose Wechselstrom AC bei Sportwagen

Ladedauer Schnelllader Gleichstrom DC bei Sportwagen

Elektro-Transporter

Im Segment Transporter konnte sich der Peugeot Kastenwagen L1 vor dem Citroen Berlingo Electric L1 und Nissan e-NV200 Kastenwagen durchsetzen. Erwähnenswert ist der Nissan e-Nv200 der ist den Kategorien Batteriekapazität und Laden über AC/DC jeweils den ersten Platz einnimmt.

Platzierung Transporter

Der durchschnittliche Transporter bringt es auf eine Reichweite von 178 km, bei einem Anschaffungspreis von 30.016 Euro. Der Verbrauch auf 100 km beträgt bei diesem im Schnitt 19,2 kWh. Die Energie des Stromers wird in einer Batterie mit 25,0 kWh-Kapazität gespeichert. Wobei die Leistung im Durchschnitt 53 kW/ 72 PS beträgt.

Reichweite bei Transporter

Batteriekapazität bei Transporter

Ladedauer Haushaltssteckdose Wechselstrom AC bei Transporter

Ladedauer Schnelllader Gleichstrom DC bei Transporter

Gesamtübersicht des Elektroauto-Preisleistungsvergleich 2020

Betrachtet man nun alle 72 Elektrofahrzeuge in den Kategorien Reichweite, Batterie bzw. Laden AC/DC so stellt man fest, dass die Kleinwagen die ersten drei Plätze belegen. Danach reihen sich zwei Van´s beziehungsweise zwei SUV´s ein.

Auf Basis der durchschnittlichen Platzierung ergibt sich folgendes Bild. Hierbei ist zu erkennen, dass die Fahrzeugklasse Limousine gefolgt von den Kleinwagen, den SUV`s und den Van`s die ersten vier Platzierungen ausmachen. Die Fahrzeugklasse Sportwagen und Transporter erreichen höhere durchschnittliche Platzierungen und belegen somit die zwei letzten Plätze.

Kritikpunkt hinsichtlich Vergleichbarkeit der E-Fahrzeuge

Der Anschaffungspreis, der die Grundlage der Berechnung der Kategorie Reichweite bzw. Batteriekapazität darstellt, steht in einem direkten Zusammenhang mit Batterie und somit mit der Reichweite. Laut Aussage eines leitenden BMW-Managers, ist die Batterie aufgrund des Kobalt-Anteils, als der Kostentreiber Nummer eins bei Elektroautos zu nennen. Dennoch können große Automobilhersteller aufgrund ihrer Produktionsmenge und den damit verbundenen Skaleneffekten auf den Märkten bessere Einkaufspreise erzielen als kleinere Automobilhersteller und somit auch leistungsstärkere Batterien zu einem besseren Preis einkaufen.

Des Weiterem hängt die Batterieleistung auch mit der jeweiligen Zusammensetzung der Batterie und somit mit der jeweiligen Forschung des Konzerns zusammen. Große Automobilhersteller können aufgrund ihrer Finanzkraft mehr in ihre Forschung investieren und somit auch bessere Resultate bei der Leistungsfähigkeit der Batterie erzielen. Ein weitere Kritikpunkt an dieser Auswertung sind die unterschiedlichen Baujahre der Fahrzeuge. So greifen aktuelle Fahrzeuge auf einen höheren Stand der Technik zurück. Dennoch werden ältere Modelle im Laufe ihrer Produktlebenszeit im Preis reduziert.

Darüber hinaus hängt die Ladedauer auch mit der Beschaffenheit des Fahrzeugs zusammen. Das heißt aerodynamische Fahrzeuge benötigen bei gleicher Ladeintensivität kürzer, um eine Reichweite von 100 km zu erreichen, als Fahrzeuge die einen hoher aerodynamischen Widerstand (cw-Wert) aufweisen. Auch spielt natürlich das Gewicht des Fahrzeugs bei der Ladedauer eine Rolle.

Zusammenfassung des Elektroauto-Preisleistungsvergleich 2020

Zusammenfassend kann man sagen, dass das Angebot an Elektroautos sich über die Jahre stark erweitert hat. In jeder Fahrzeugkategorie gibt es viele Modelle von verschiedensten Anbietern. Auch nimmt die Reichweite der Fahrzeuge von Jahr zu Jahr zu, wobei sich die Dauer des Aufladens reduziert. Diese Vorteile spiegeln sich in den Zulassungszahlen von Elektroautos, die seit August 2019 um 221% gestiegen sind. Dies kann sowohl auf das immer größere Umweltbewusstsein der Bevölkerung zurückgeführt werden, als auch auf die immer größeren Kaufprämien für Elektroautos. Dennoch ist auffällig, dass große Automobilhersteller wie Geely (2,07 Mio. pro. Fzg.), Suzuki (3,01 Mio. pro. Fzg.), General Motors (7,72 Mio. pro. Fzg.) oder Toyota (10,55 Mio. pro. Fzg.) auf dem deutschen Markt aktuell keine reinen Elektrofahrzeuge anbieten (Stand Mitte September).

Zusätzlich muss sich auch die Ladeinfrastruktur entsprechend weiterentwickeln. So standen laut dem BEDW im März 2020 27.730 öffentliche und teil-öffentliche Ladepunkte in Deutschland zur Verfügung. Dies ist ein Zuwachs von 50% gegenüber dem Vorjahr. Der Anteil an Schnellladepunkte aber beträgt lediglich 14%. Jedoch scheint die Zukunft auch hoffnungsvoll. So hat Tesla im Jahr 2020 sein ein Millionstes Elektrofahrzeug produziert und auch der Volkswagen Konzern steigt massiv in den Elektroautomarkt ein. Auch BMW steigert sein Portfolio und bietet zusätzlich zum BMW i3, den MINI Cooper SE (seit 2019) und den BMW iX3 (2020) an. Bis 2030 will BMW die Hälfte seiner Modellpalette durch Hybridfahrzeuge als auch reine Elektrofahrzeuge elektrifizieren.

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19 Antworten

  1. Danke Fabian für die umfangreiche Ausführung.

    leider schon wieder veraltet und ne Menge Tippfehler drin, trotzdem sehr gut aufgestellt.
    Model 3 hat jetzt eine neue Reichweite von 580km nach WLTP.
    Glaube nicht dass die Transporter durchschnittlich soviel kosten wie die Sportwagen….
    Was wurde als Reichweitenangabe hergenommen? Die realistische Reichweite oder die Herstellerangaben?
    Hyundai gibt bei meinem IONIQ 280km nach NEFZ an. Realistisch sind aber 210 (Sommer/ Winter-Mix)
    Das verfälscht die Auswertung leider zu Gunsten der größeren und besseren Lügner.

    es bleibt spannend

  2. Schlecht gemacht. Da brauche ich mir nur die Daten der Drillinge anzugucken. Dann weiß ich schon, da geht alles wild durcheinander. Ich wüsste zu gerne, von welchem Neupreis man da ausgegangen ist. Letztlich gibt es ja alle drei nicht mehr zu bestellen. Richtig wäre, den letzten Neupreis zu nehmen. Danach wären Škoda und SEAT sogar signifikant teurer als der e-up, weil nur noch teure Sondermodelle angeboten wurden. Grundmodelle gab es nicht mehr zu 16%. Aber egal was man nimmt, letztlich müssten die Daten der Drillinge sehr dicht beieinander liegen. Das tun sie nicht.

    Und wenn sie es tun, ist es auch Unsinn. Beispiel „Batterieleistung in Watt pro Euro Kaufpreis“…das ist physikalisch falsch. Sollte wohl Batteriekapazität in Wattstunden pro Euro Kaufpreis heißen. Jedenfalls sind Citigo und e-up dort gleich angegeben bei etwas über 1,5 W(h)pro Euro. Ich bin sicher, dass sie nicht gleich viel Geld kosten. Nehmen wir mal den Preis des e-up von 21.421€. Was wäre das dann bei 36,8 kWh. Richtig, 17,2 Wh/€. Eine Zahl in der Richtung sieht man aber nur beim SEAT Mii. Bei Skoda und e-up wurde vermutlich mit der Nettokapazität gerechnet, dann kommt man auf 15,3. Beim Skoda zudem mit falschem Preis. Gewonnen bei den Kleinwagen hat der VW ID.3 Pro S mit 82 kWh-Akku. Der Wert über 2 W(h) pro Euro zeigt, hier wurde, wie beim Mii, mit dem Bruttowert gerechnet. Und, nebenbei ist der ID.3 Pro S für ab 40.923€ mit Passat-Innenraum ein ausgemachter Kleinstwagen…

    Etwas mehr Mühe bitte!

  3. Ich schließe mich den Vorrednern an … außerdem wird das Bild extrem verzerrt durch die Gleichstellung von Direktvertrieblern (Fixpreis) mit rabattfähigen Fahrzeugen. Mein Eindruck ist, dass ihr euch zuviel aufs Brot gepackt habt.

  4. Hallo Neumes,
    vielen Dank für Deinen Kommentar. Der Fehler in der Kategorie Transporter wurde bereits korrigiert. Das Model 3 hat seitdem 16.10.2020 eine Reichweite von 580 km statt 560 km, wie ich angenommen habe. Ich habe diese Auswertung Mitte September gestartet, deshalb auch die Werte von damals. Es wurde die elektrische Reichweite nach Herstellerangabe (WLTP-Messmethode). Laut Hersteller Hyundai hat der IQNIQ eine maximale Reichweite von 311 km, wie sich die realistische Reichweite darstellt, kann ich nicht beurteilen.

  5. Hallo David,
    vielen Dank für Deinen Kommentar. Für den e-up habe ich einen Anschaffungspreis von 21.421 € herangezogen bzw. für Citigo e iV 24.360 € und den Mii electric 20.129 € (Stand Mitte Sep.) Der Einwand, dass es Wattstunde heißen soll ist richtig. In den Grafiken steht nur Watt statt Wattstunde. Wir werden das beheben. Der VW e-up hat nach Herstellerangaben nur 32,3 kWh und nicht 36,8 kWh. Auch der VW IP.3 Pro S hat nur einen Akku mit 77 kWh anstatt 82 kWh.

  6. Fabian, und der Mii hat einen größeren Akku? Mii und Citigo sind Badge-Engineering des e-up mit exakt gleichem Akku. Nämlich 36,8 kWh brutto und 32,3 kWh netto. Auch die Verbrauchswerte und Ladewerte sind gleich. Wie kommt der ID.3 über einen Wert von „2“ bei über 40t€, wenn ihr die 77 kWh netto nehmt? Mir scheint, netto und brutto geht bei der Akkukapazität wild durcheinander. Und den Sion gibt es gar nicht…

  7. Danke Fabian, für Deine schon recht wissenschaftliche Aufstellung.
    Was sagt mir die Aufstellung? Soll der Käufer sich am Preis-Leistungs-Verhältnis orientieren?
    Kleinwagen wie der Seat Mii electric, worunter mit Sicherheit kein VW ID.3 und e.Golf fällt, sind doch eher reine Stadtautos.
    Eine Aufstellung nach praktischem Nutzen und laufenden Betriebskosten wäre meiner Ansicht nach von größerem Nutzen, ohne Kritik an dieser Aufstellung üben zu wollen.
    Fahrzeuge unter 400 km Reichweite sind eher etwas für den Nah- und Gelegenheitsverkehr, Fahrzeuge darüber eignen sich für die Langstrecke. Langstreckentauglich sind diese nur, wenn die Ladezeiten kurz, möglichst gefühlsmäßig unter 30min sind. Die Ladeinfrastruktur muss digital mit dem Fahrzeug kommunizieren können, um passende Ladepunkte ansteuern zu können. Eine angemessene Autobahngeschwindigkeit sollte ebenfalls verbrauchsmäßig drin sein. Was nützen ein tolles Fahrzeug und die WLTP-Verbrauchsangaben, welche sich nur bei einer Durchschnittgeschwindigkeit von 115 km/h erreichen lassen? Im Ausland bei Geschwindigkeitsbegrenzung lässt sich damit gut fahren, in Deutschland duelliert man sich mit Wohnwagen-, Bus- und LKW-Fahrern.
    Außerdem spielt der Verbrauch noch eine entscheidende Rolle, weil hier jeder Cent zählt bei den Betriebskosten.
    Ein Verbrauch von 20kWh bei 130km/h verursacht an Ionity-Ladestationen mit 0,78 Eur/kWh Kosten von 15,60 EUR. Angemerkt sei, dass da fast jeder Verbrenner bereits günstiger fährt, und dies bei 200km/h.
    Soll eigentlich heißen, dass mir persönlich der praktische Nutzen und die laufenden Betriebskosten, zudem die digitalisierte Verfügbarkeit von preisgerechten Nachladestationen größeren Nutzen bringen, als der Preis pro kg Auto. Weil wenn es in vielen Rechnungen danach ginge, fährt die Welt in Zukunft weiterhin Verbrenner.
    Auf jeden Fall zeigt der Vergleich, dass VW bezogen auf die Platzierung des ID.3 innerhalb der Konzernpolitik, vieles richtig macht, zudem das Fahrzeug recht attraktiv aussieht auf der Straße.
    Und überraschend auch Ford mit dem Mustang MACH-E ein erstzunehmendes Alltagsfahrzeug platziert, welches ich persönlich mal gerne ausgiebig testen möchte.
    Ein e.Go dagegen wird wahrscheinlich nie jemand für voll nehmen, weil es viele Fahrzeuge gibt, welche bereits erwachsen geworden sind.

  8. Um ein Auto für 100 km Reichweite zu laden, braucht man eine bestimmte Strommenge. Diese wird in Kilowattstunden (kWh) und nicht in Kilowatt (kw) angegeben. So ein Fehler sollte einem Diplomingenieur eigentlich nicht passieren.

  9. Hallo Bergfex,
    vielen Dank für Deinen Kommentar. Mir lagen zu allen Fahrzeugen die benötigte Zeit vor, um 100km Reichweite zu erreichen. Die Zeit bezog sich immer auf die maximale Ladeleistung, deshalb machte es aus meiner Sicht Sinn die oben dargestellte Formel zu benutzen, um die Zeitangaben miteinander zu vergleichen. Es war die einfachste Möglichkeit die Zeitangabe eines ID.3 Pro Performance zur Erreichung von 100 km bei max. 100 kW-Ladeleistung mit der Zeitangabe des ID.3 Pro S mit 125 kW-Ladeleistung zu vergleichen. Bestimmt gibt es noch andere Wege diese Angabe miteinander zu vergleichen.

  10. Besten Dank für die Aufstellung und die grosse Arbeit dahinter.
    Mir scheint, dass die erste Kategorie, die ‚Kleinwagen‘ zu gross ist, bzw. anders abgegrenzt werde sollte. Der ID.3 in der gleichen Kategorie wie ein Citigo, Twingo oder Smart ist irgendwie nicht Nutzer-gerecht. Natürlich sind Abgrenzungen immer irgendwie willkürlich, aber sie sollten besser potentielle Kundenwünsche widerspiegeln.
    Vorschlag: Kleinstwagen, Polo/Corsa-Kategorie, Golf-Kategorie, Limousinen. Wenn das nur 2 Kategorien sein sollen, dann gehört die Golf-Kategorie eher zu den Limousinen als zu den Kleinstwagen (Beispiel: Ich kann mir gut überlegen, einen ID.3 oder einen Ioniq zu kaufen).

  11. Ich finde es eine sehr gute Aufstellung.
    Wenn Fahrzeuge in der falschen Klasse sind, mach das ja nichts, denn das kann in der Gesamtübersicht verglichen werden.

    @bergfex
    Richtige Einheit aber auch nicht richtig benannt. kWh ist Energie, nicht die Strommenge.

    @Fabian Stigler
    Nochmals, Klasse gemacht.
    In der Tat ist die DC-Ladegeschwindigkeit am schwierigsten auf Papier zu bestimmen, da sie sehr vom Lade-Profil abhängt. Diese werden sehr gut von Tesla Björn und Nextmove erfasst aber noch nicht für alle Fahrzeuge.

  12. Ein lesenswerter Test, Danke für die Arbeit
    Aber erklär doch bitte, warum Du den ID3 als Kleinwagen einstufst.
    Ich habe lange überlegt ihn anzuschaffen und VW hat geworben mit „außen Golf – innen Passat“
    Und bei einem Preis von über 40 000 Euro ist das doch kein Kleinwagen.
    Reiner

  13. Guter Bericht. Es fällt auf, dass im Bereich Ladedauer die Neuankömmlinge die Nase vorne haben. Dies heisst aber nicht , dass die älteren „ per se„ deshalb mehr Strom bräuchten um 100 KWh in den Akku zu kriegen. Wenn die Ladeleistung ab ca 80% der Ladung sinkt, wird auch weniger Strom aufgenommen. Dies ist höchstens ein Nachteil an Ladesäulen wo nach Zeit abgerechnet wird. Also solche meiden.

  14. Den Ampera e und den Sono als Van zu bezeichnen ? Der erstere gehört zum ID und Zoe , dann sieht man dass er zu teuer ist. Weshalb den Sono aufzuführen, der serienmässig auf der Strasse noch keine Tests vorweisen kann.

  15. So ein Vergleich ist ja ganz nett, aber wenn man bei SUVs nicht mal zwischen Allrad und Normalantrieb trennt, dann bekommt man keine wirkliche Vergleichbarkeit. Wer will schon ein SUV dass nicht mit allen Rädern angetrieben wird.

  16. Die Maßeinheit für Batteriekapazität (=speicherbare Ladungsmenge) sind Ah.
    Was ihr geschrieben habt ist Watt, die Maßeinheit für Leistung.
    Was ihr vermutlich angeben wolltet, ist die Größe des Energiespeichers in kWh (ergibt sich aus Kapazität und Zellspannung).

  17. Torsten, es ist schon ein kleiner Unterschied mit oder ohne Allrad auch bei den elektrischen SUV s. 80% brauchen keinen 4×4. Für den Notfall im Schnee gibt es bereits Selbstsperrdiff s. Zwei Motoren mehr haben auch immer auch elektrisch höheren Verbrauch.

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