Elektroauto-Kaufprämie: Mehr als 25 Prozent der Anträge werden abgelehnt

Elektroauto-Kaufprämie: Mehr als 25 Prozent der Anträge werden abgelehnt

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Mitte Juli konnten wir berichten, dass der Zuspruch für reine Elektroautos steigt unter Deutschlands Autofahrer. Anfang des Monats erfolgte dann die Info, dass über 20.000 Anträge auf den Umweltbonus, alleine im Juli 2020, gestellt wurden. Wie sich diese im Detail aufgeteilt haben, haben wir natürlich auch betrachtet. Dann kam raus, dass es hätten noch weit mehr als 20.000 Anträge sein können; so zumindest die Autohändler. Und zudem gebe es eine hohe Ablehnungsquote auf die E-Auto-Kaufprämie.

So sei es, dass jeder vierte Antrag auf die Kaufprämie für Elektroautos und Plug-In-Hybride bisher nicht genehmigt wurde. So liegt die Genehmigungsquote für Umweltbonus-Anträge bei 73 Prozent, wie die Bundesregierung auf Anfrage der FDP im Bundestag mitteilte. In Saarland wurden mit 70 Prozent Genehmigungsrate die wenigstens E-Auto Kaufprämieanträge durch gewunken. In Berlin und Nordrhein-Westfalen stand man mit 76 Prozent deutlich besser da. Gründe warum dies so ist wurden in der Antwort der Bundesregierung nicht aufgeführt.

„Die Absagen bei Förderanträgen für E-Autos sind besonders hoch. Daher muss die Bundesregierung hier den Ursachen genau auf den Grund gehen. In der Folge darf sie sich nicht scheuen, auch strukturelle Probleme anzusprechen und nachzusteuern.“ – Bernd Reuther, FDP-Verkehrspolitiker

Nach Erhöhung der Kaufprämie ist die Zahl der Förderanträge auf ein Rekordhoch geklettert. So wurden im Juli 20.536 mal die sogenannte Innovationsprämie für ein E-Auto oder einen Plugin-Hybrid beantragt. Das war der höchste Stand seit Einführung der Kaufprämie im Jahr 2016. Seit Jahresbeginn seien 69.606 Anträge gestellt worden, 78,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der sogenannte Umweltbonus soll seit 2016 den Verkauf von E-Autos und Plugin-Hybriden in Deutschland ankurbeln.

Update vom 15.08.2020

Mittlerweile gibt es ein Update der Bafa: „Die kursierenden Meldungen, dass das BAFA fast 25 Prozent der E-Auto Anträge ablehnen würde, sind unzutreffend. Seit der Einführung des einstufigen Verfahrens ist die Ablehnungsquote deutlich zurückgegangen und liegt derzeit bei rund 5 Prozent. 🚗⚡️ Nicht bewilligte Anträge sind nicht automatisch abgelehnte Anträge. Aufgrund der großen Nachfrage zum Umweltbonus werden viele Anträge derzeit noch bearbeitet. Seit Februar gilt das einstufige Antragsverfahren, das bereits erheblich einfacher und weniger bürokratisch ist“

Werden das Ganze weiterhin betrachten und ein entsprechenden Artikel mit weiteren Infos veröffentlichen, sobald uns diese vorliegen.

Quelle: Automobilwoche – E-Auto-Prämie: Weniger als drei von vier Anträgen genehmigt

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Also aus meiner Sicht keine Fake News

Man muss zwischen abgelehnt und endgültig abgelehnt unterscheiden. Als ich vor drei Jahren für einen Plug-in den BAFA-Antrag stellte, bekam ich in Stufe 1 auch zunächst eine Ablehnung (bzw. Aufforderung zur Nachbesserung?). Für meinen Autoverkäufer im Autohaus war das Thema BAFA-Antrag ebenfalls nämlich Neuland (den Antrag stellt ja auch nicht er, sondern ich als Kunde) und der Kaufvertrag war nicht BAFA-konform gemäß Auskunft von ebenda. Ärgerlich. Aber mit händlerseitig überarbeitetem Kaufvertrag klappte dann schließlich doch Stufe 1 und Stufe 2 später auch. Leider ging viel Zeit ins Land, bis das Geld somit eintraf.

Seht es doch mal positiv. Die „Fake News“, die unbewusst entstanden sind, haben uns wieder mal zum Nachfragen und Nachdenken gebracht. Das Ergebnis ist doch im Wesentlichen positiv. Korrekte Einreichungen, hinterfragen von Rechnungen und nicht immer gleich alles glauben. Wer diesen ehrenamtlichen News Bösartigkeit unterstellt findet ganz sicher in allen Medien Fake News. Also nicht soviel aufregen, sonder Gehirn einschalten, nachdenken und Zusammenhänge erkennen. Viel Spaß dabei – es macht auch glücklicher als schimpfen.

Lieber Sebastian,
weiter so! Es ist interessant, welche Informationen in Sachen E-Auto Antrag es gibt. Ich bin selber betroffen und erhalte von der BAFA keine Antwort (Antrag vom 05.07.20). Wahrscheinlich sind es viele Anträge!
Viele Grüße
Alfred

Die Berater gibt es aber auch deshalb, weil Leute sich nicht genügend mit der Antragstellung und den Bewilligungsvoraussetzungen auseinandersetzen. Es herrscht manchmal nämlich auch die Erwartungshaltung vor, man müsse absolut nichts tun, um (übrigens freiwillige) staatliche Leistungen zu erhalten. Ich bin sicher, dass die vermeintlich lange Bearbeitungsdauer auch damit zusammenhängt.

Außerdem erklärt sich die Dauer ja vielleicht auch damit, dass mehr Anträge als erwartet eingehen. Das lässt sich nicht planen wie am Fließband.

Habe massive Probleme mit der E-Prämie:
– Am Tag des Kaufes eines Vorführwagens (E-Up, 2 Monate alt, 100 km Laufleistung) Antrag bei Bafa gestellt.
– Nach 2 Monaten Brief: Nachweis des Vergleichs-Neupreises fehlt. Sofort hochgeladen.
– Nach 4 Wochen Brief: Ablehnung. Begründung: Kaufpreis liegt weniger als 20 % unter dem Neupreis, somit „erfahrungsgemäß“ für einen Gebrauchtwagen zu hoher Preis. Es bestehe der Verdacht, dass der Bonus des Herstellers nicht vollständig an mich weitergegeben wurde.
– Sofort Widerspruch per Einschreiben eingelegt: nicht nachvollziehbar, da der Kaufpreis abzüglich des Herstellerbonus 17 % unterhalb des Neupreises lag, welches für ein Fast-Neufahrzeug wohl ausreichend günstig sein sollte.
– Nach weiteren 10 Wochen Brief erhalten: Vorgang werde bearbeitet, von Nachfragen soll abgesehen werden, um „eine Bearbeitung zu ermöglichen“ …

Komplette Schikane, oder ? So ähnlich fühlte sich wohl der DDR-Bürger, der auf seinem Trabi wartete.
Gibt es Rechtsmittel ?

Im Moment sieht es ja so aus als wenn einige Händler versuchen die schon erhaltenen Prämien oder den Hersteller betrag nicht weiter zu geben. Oder wie kann es sein das ein Auto neu Liste ca. 23-24000 Euro kostet,sollte also nach Abzug der Premien ca . 15-16000 kosten , für 18-20000 Euro versucht wird zu verkaufen obwohl es schon min. ein halbers bis ein Jahr alt ist?

Hallo,

seit mehr als einem Jahr sind wir E – Autobesitzer. Unsere Tochter hatte bereits weit vor uns, nämlich im Mai 2020 einem VW ID3 als so genannten Jungen Gebrauchten von einem Vertragshändler geleast und dabei die Zusage erhalten, dass jenes Fahrzeug im Rahmen der Förderprogramme den “ Umweltbonus “ erhält.
Während wir für den ebenfalls geleasten MAZDA MX 30 die beantragte Förderung in voller Höhe erhielten, wurde der Antrag bei unserer Tochter “ abgebügelt „. Zur Begründung hat die BAFA ausgeführt, dass der geleaste VW um zirka 560 € über dem “ zulässigen “ Wert ( Brutto – Listenpreis des Herstellers incl. Sonderausstattung ./. 20 % Wertminderung ./. Händleranteil ) liegt. Will heißen: Der Händler hat in dem Leasingvertrag einen zu hohen Kaufpreis für den Gebrauchten angesetzt.
Wir haben Rechtsmittel ( Widerspruch und Klage – zunächst wegen Untätigkeit der BAFA – ) eingelegt. Nachdem die BAFA es endlich geschafft hatte am 22.12. 2021 einen Widerspruchsbescheid zu fertigen, haben wir auf eine gerichtliche Weiterverfolgung der Förderung verzichtet und gehen jetzt gegen den Händler vor.

Quintessenz: Vorsicht bei dem Versprechen oder der Zusage eines Händlers, dass ein erworbenes Fahrzeug in jedem Fall den “ Umweltbonus “ erhält. Es gibt nämlich keinen Rechtsanspruch darauf. Es gilt das berüchtigte “ Windhund – Prinzip “ = “ Wer zu erst kommt, malt zu erst! “ Wenn die Fördertöpfe erschöpft sind, gibt es dann auch nix!
Zudem lehnt die BAFA unvollständig oder fehlerhaft gestellte Anträge rigoros ab. Zwar gibt es danach die Möglichkeit, des Dispensrechts, doch darauf sollte sich ein Antragsteller nicht verlassen.
Sinnvoller wäre, den Antrag von einem Fachkundigen ( auch der Autohändler ist das nicht immer ) stellen zu lassen. Eine Antragsrücknahme wäre unter bestimmten Umständen auch möglich.

Gruß Jürgen

Nachsatz:Wir sind mit den “ Stromern “ zufrieden. Nur mit der Reichweite hapert es noch.

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