Elektro-SUVs und Untere Mittelklasse beherrschen Europas Elektroauto-Markt

Elektro-SUVs und Untere Mittelklasse beherrschen Europas Elektroauto-Markt

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Ende November 2020 blickt Europas Elektroautomarkt auf insgesamt 562.341 zugelassene Elektroautos sowie 498.487 Plug-In-Hybride. Dabei werden diese Zulassungszahlen, insbesondere im Bereich der reinen Stromer, extrem stark durch das SUV-/ Crossover-Segment getrieben. Gestützt durch die Verkäufe von unterschiedlichsten Modellen aus dem Segment der Untere Mittelklasse. Im Detail haben wir dies nachfolgend betrachtet.

Das SUV-/ Crossover-Segment beherrscht Ende November den europäischen Elektroautomarkt erneut. Mittlerweile gar den fünften Monat in Folge. Gegenüber dem Vormonat konnte man erneut ein Wachstum, wenn auch nur ein leichtes, verzeichnen. Insgesamt brachte man es auf 26,3 Prozent Marktanteil und konnte damit abermals die eigene Position stärken. Dies liegt vor allem an der Tatsache, dass mittlerweile über zehn Elektro-SUV-Modelle zur Auswahl stehen. Anfang 2021 sollen es dann bereits 15 Modelle sein. Ende November lässt sich festhalten, dass jedes vierte zugelassene E-Auto, entweder ein SUV oder Crossover war. Bei den E-SUV selbst erkennt man, dass ein Großteil der Zulassungen auf Premium-Modelle wie den Audi e-tronden Jaguar I-PACE oder Mercedes EQC entfallen.

Hauptabsatztreiber war jedoch Hyundai, welche mit dem Kona Elektro das Segment mit einem Anteil von 39 % am Gesamtvolumen im November dominierte. 6.116 Neuzulassungen konnte der Stromer alleine im November 2020 verzeichnen. Auf das Gesamtjahr 2020 blickend zeigt sich, dass der Elektro-SUV von Hyundai 38.088 Zulassungen verzeichnen konnte. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum (19.432 Einheiten) konnte der Automobilhersteller seinen Absatz somit um 96 Prozent steigern. Ein größeres, prozentuales Wachstum konnte nur der KIA e-NIRO mit 189 %, sowie der Audi e-tron mit 116,3 % verzeichnen. Beides ebenfalls SUV bzw. Crossover-SUVs.

Aus dem Segment der Unteren Mittelklasse ist jedoch ebenfalls der Wunsch nach Absatzwachstum zu verspüren. Stark getrieben durch den VW ID.3, welcher es im November auf 8.245 Zulassungen brachte. Dabei wurde dieser nur noch geschlagen durch den Renault ZOE (9.708 Einheiten), der Ende November weiterhin an erster Stelle beim Absatz von E-Autos in Europa steht. Gemeinsam beherrschen Elektro-SUVs und die Untere Mittelklasse die Hälfte des Europäischen Elektroautomarktes. Der ZOE seinerseits trägt zur Bedeutung der „Kleinwagen“ in Europa bei.

Derzeit geht man davon aus, dass das Near-Executive-Segment Ende Dezember von einem starken Endquartalsspurt profitieren wird. Derzeit bringt man es allerdings „nur“ auf 12,1 % Marktanteil. Wie wir uns erinnern war lange Zeit das einzige Model in diesem Segment das Model 3, welches gerade zum Quartalsende hin meist ein Zulassungsschub verzeichnet. Seit Juni 2020 ist dies nicht mehr der Fall, denn der Polestar 2 wurde ebenso in das Near-Executive-Segment bei der Betrachtung aufgenommen. Tesla steuert mit dem Model 3 bis Ende Oktober 61.196 Einheiten bei; Polestar 6.640 Einheiten.

Nachfolgend haben wir die rein elektrischen Fahrzeugen in ihren jeweiligen Segmenten betrachtet, um einen Vergleich zu ermöglichen. Zeitraum Januar – November 2020:

  • Basic – 10,80 Prozent
  • Kleinwagen – 22,50 Prozent
  • Untere Mittelklasse – 23,80 Prozent
  • Near Executive – 12,10 Prozent
  • SUV/Crossover – 26,30 Prozent
  • Luxusklasse – 2,10 Prozent
  • Nutzfahrzeugklasse / Minibus – 0,60 Prozent
  • Sonstige – 1,80 Prozent

Quelle: Matthias Schmidt – The European Electric Car Report West European Market Intelligence – Edition 11.2020

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Ich verstehe den SUV Hype nicht. Bin gespannt auf den neuen Renault Kangoo E, welcher 2021 kommen soll.

SUV ist ein Gattungsbegriff, der überstrapaziert wird. Ist ein VW ID.4 ein SUV? Der ist 8,5 cm höher as der ID.3, der Enyaq ist nur 6,5 cm höher. beide haben im Standard Heckantrieb. Letztlich kostet die Skateboard -Plattform mit Akku im Fahrzeugboden Höhe. Im Kern sind e-tron und die MEB – SUV also etwas großzügigere Kombis mit einer Prise zeitgenössischer Geländewagen-Schminke.

Verkaufszahlen über Segmente zu erheben, hat aktuell nur begrenzten Aussagewert. Die relevanten Fahrzeuge für die Masse sind erst seit kurzen oder noch gar nicht auf dem Markt. Vor allem ist in Nordeuropa das Dienstwagengeschäft noch gar nicht elektrisch. Wenn das nächstes oder übernächstes Jahr kommt, sehen die Verhältnisse anders aus.

Es gibt keine allgemein gültige Definition, was ein SUV ist. In der Regel wird darauf abgestellt, was der Hersteller deklariert. Und wenn man genau hinschaut, taucht ein und dasselbe Fahrzeug in verschiedenen Kategorien auf.

Auf’s naheliegende kommt man hier vorhersehbar wieder mal nicht, warum SUV seit Jahren boomen. Sie sind praktisch und in allen Dingen den Kleinwagen und Normalpkws überlegen. Die Sicherheit ist um Längen besser, man fährt bequemer, steigt viel leichter ein und aus, bekommt am Baumarkt das weg, was andere Autos nie können, ziehen Anhänger und Wohnmobile und, und, und. Und da viele SUV Allrad haben, kommen noch erhebliche Vorteile dazu. Wenn man nie Allrad gefahren ist, kann man das auch nie wissen. Die Praxis sieht halt oft anders aus, als die frommen Wünsche reiner Theoretiker.

Ich verstehe nicht, das immer alle auf ach so schlimmen SUV- Fahrer eindreschen müssen. Das ist echt unfassbar. Wenn man hier und in anderen Foren liest, könnte man meinen es schreiben nur Leute mit Kleinstfahrzeugen oder Radfahrer. Das ist doch alle Bullshit. Was ist denn überhaupt ein SUV? Ist doch nur ein Kunstbegriff. Ist ein sogenanntes SUV auf Kleinwagenbasis genauso anzusehen, wie so ein Riesentrümmer wie Audi Q7 oder BMW X6 oder Mercedes GLC, um nur einige zu nennen. Sind große limousinen wie Mercedes S- Klasse, 7er BMW oder Audi A8 besser. Die sind noch länger, haben mindesten genausoviel, wenn nicht sogar noch mehr Leistung und wiegen auch nicht weniger als die ganz fetten „SUV“.

Reine E-Autos müssen regelmässig geladen werden. Das heisst eine Lademöglichkeit – Garage mit Strom, sonst fallen hohe Kosten. So werden viele E-Autos als zweitwagen gekauft, was heisst wiederum von den Ehefrauen. Das kleine SUV ist als Mode zu sehen statt echtes Geländewagen. Der Kona trifft das Ziel punkt genau. Alternativ wäre ein E-Mini oder ähnliches,was nicht zu gross ist und schön aussieht.

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