Trotz VW ID.3-Push bleiben Elektro-SUV und E-Crossover am beliebtesten in Europa

Trotz VW ID.3-Push bleiben Elektro-SUV und E-Crossover am beliebtesten in Europa

Copyright Abbildung(en): Trygve Finkelsen / Shutterstock.com

Riskieren wir gemeinsam einen Blick auf die Zulassungszahlen am Elektroauto-Markt Ende September 2020. Hier zeigt sich, dass Deutschland mittlerweile den dritten Monat in Folge die Nase vorn hat und Frankreich hinter sich lässt. Das war auch schon Mal anders wir erinnern uns: Ende der ersten sechs Monate 2020 zeigte sich am europäischen Elektroautomarkt, dass unsere französischen Nachbarn Rang Nummer eins beim Gesamtabsatz elektrifizierter Fahrzeuge eingenommen hattenEnde Juli sah es schon ein wenig anders aus und auch Ende August lag Deutschland vor seinen Nachbarn. Mittlerweile hat auch der Einfluss Frankreichs, bei der Betrachtung nach Fahrzeug-Segment, spürbar abgenommen. Deutschland drängt hier ebenfalls nach vorn.

An den absoluten Zahlen lässt sich festhalten, dass Deutschland 21.188 Zulassungen, Frankreich „nur“ 9.996 Zulassungen verzeichnen konnte. Lag der Renault ZOE im August nur knapp hinter den Zulassungen des Tesla Model 3 zeigt sich im September eine deutliche Verschiebung. Quartalsendspurt sei Dank brachte es Teslas Stromer auf 15.763 Zulassungen, der ZOE auf 10.836. Bei Betrachtung des gesamten Jahres zeigt sich jedoch, dass der Franzose mit 62.007 gegenüber 55.288 Zulassungen die Nase vorn hat. Die gestiegenen Zulassungen der beiden E-Autos wirkten sich positiv auf das jeweilige Segment aus, wenn man den Markt in Gänze betrachtet.

Zum Kleinwagen-Segment zählt man Fahrzeuge wie den Peugeot e208, den Opel Corsa-e oder auch den bereits erwähnten neuen Renault ZOE. Doch insbesondere der Zulassungsrückgang im August und September in Frankreich hat dazu geführt, dass das Segment auf einen Anteil von 22,90 Prozent abgesunken ist. Wobei sich der Anteil nur minimal verschoben hat, getrieben durch 8.400 Zulassungen des VW ID.3, welche dieses Fahrzeugsegment ein wenig gepusht haben.

Zudem kam es zu einer weiteren Verschiebung, da mit dem Quartalsende das Near-Executive-Segment stark gepusht wird. So zumindest die Vermutung im Vorhinein, welche sich ansatzweise bestätigt hat. Wie wir uns erinnern war lange Zeit das einzige Model in diesem Segment das Model 3, welches gerade zum Quartalsende hin meist ein Zulassungsschub verzeichnet. Seit Juni 2020 ist dies nicht mehr der Fall, denn der Polestar 2 wurde ebenso in das Near-Executive-Segment bei der Betrachtung aufgenommen. Trotz mittlerweile gestartetem Rückruf führen die erwähnten 15.763 Model 3- sowie 3.738 Polestar 2-Zulassungen zu einem Anstieg des Near-Executive-Segment von 14,50 Prozent am gesamten europäischen Elektroautomarkt.

Allerdings ist das SUV/Crossover-Segment, weiterhin der größter Sektor im dritten Monat in Folge. Insgesamt brachte man es auf 25,30 Prozent Marktanteil. Mag daran liegen, dass mittlerweile über zehn Elektor-SUV-Modelle zur Auswahl stehen. Anfang nächsten Jahres sollen es dann bereits 15 Modelle sein. Ende September lässt sich somit festhalten, dass jedes vierte zugelassene E-Auto, entweder ein SUV oder Crossover war. Bei den E-SUV lässt sich festhalten, dass ein Großteil der Zulassungen auf Premium-Modelle wie den Audi e-tronden Jaguar I-PACE oder Mercedes EQC entfielen. Hauptabsatztreiber war allerdings der Hyundai Kona Elektro.

Nachfolgend haben wir die rein elektrischen Fahrzeugen in ihren jeweiligen Segmenten betrachtet, um einen Vergleich zu ermöglichen. Zeitraum Januar – September 2020:

  • Basic – 9,90 Prozent
  • Kleinwagen – 22,80 Prozent
  • Untere Mittelklasse – 22,90 Prozent
  • Near Executive – 14,50 Prozent
  • SUV/Crossover – 25,30 Prozent
  • Luxusklasse – 2,10 Prozent
  • Nutzfahrzeugklasse / Minibus – 0,60 Prozent
  • Sonstige – 1,90 Prozent

Quelle: Matthias Schmidt – The European Electric Car Report West European Market Intelligence – Edition 09.2020

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Was bringt den Kona Elektro zum SUV während der ID.3 Kompaktklasse ist?

Kona
L 4.180 / B 1.800 / H 1.570 mm

ID.3
L 4.261 / B 1.809 / H 1.568 mm

ID.3 ist größer?!

#DerRob :-))))
Tja, bau ein paar Plastikteile oder lange Stoßdämpfer dran, schon hast Du einen SUV, Größe ist nicht alles, wie uns das Leben lehren will.
Mit Platzierungen ist dies so eine Sache für sich, siehe https://www.elektroauto-news.net/2020/elektroauto-preisleistungsvergleich-2020:
ID.3 und eGolf sind Kleinwagen
Opel Ampera ist Van, ebenso diverse andere.
In einer der letzten auto-motor-sport-Ausgaben wurde der ID.3 sogar zum besten E-Auto gekürt, obwohl dieser in keiner Kategorie wirklich gewonnen hatte und bislang auf der Straße nur selten auffindbar.

Der SUV-Trend wird sich auch nicht ohne weiteres stoppen lassen. So gesehen war das ein genialer Schachzug der Hersteller, denn je mehr höhere Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs sind, umso nötiger wird es für die anderen Lenker, auch auf ein SUV umzusatteln.
Denn in den „normalen flachen“ PKW verliert man die Verkehrsübersich, man erkennt teilweise nur mehr die Verkehrsteilnehmern neben sich, ein Blick durch die Scheiben ist kaum mehr möglich.
Somit muss man wie ein Windhund auf die Nebenmänner achten, vorausschauend reagieren kaum möglich.
Auch mögen einige nicht, wenn auf sie herabgeblickt wird, auch ein Statement von Daimler für die „SUV-Limousine“.
Und dann kommt noch die Verkehrssicherheit. Höhere und schwere Fahrzeuge haben hier generell einen Vorteil bzw. wird diese erkauft indem sie die der anderen Verkehrsteilnehmern herabsetzt. Es reichen 3cm aus, damit sich die eine Bodenplatte über die andere schiebt.
Ein Grund, warum etwa der Audi A8, bei einem bevorstehenden Seitenaufprall die Karosserie über das Fahrwerk blitzschnell erhöht, um die schützende Struktur auch nutzen zu können.

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