„Keine Steuermillionen“ — Elektro-Ruftaxi Berlkönig weiterhin auf der Kippe

„Keine Steuermillionen“ — Elektro-Ruftaxi Berlkönig weiterhin auf der Kippe

Copyright Abbildung(en): shutterstock / Lizenzfreie Stockfoto-Nummer: 425253469

Die Berliner Verkehrsbetriebe BVG müssen nach einem neuen Tarifabschluss für die Mitarbeiter ihren Sparkurs verschärfen. Deshalb droht, wie bereits berichtet, dem rein elektrischen Ruftaxi-Dienst Berlkönig das vorzeitige Aus. Eigentlich sollte die Pilotphase des Projekts bis 2022 dauern, nun droht das Ende bereits im April. Derzeit sind gut 200 Fahrzeuge in der östlichen Innenstadt im Einsatz, die BVG hätte das Angebot zuletzt gerne auf das gesamte Berliner Stadtgebiet ausgedehnt. Damit Berlkönig flächendeckend angeboten werden könnte, wären allerdings 43 Millionen Euro im Jahr nötig. Zuviel für die Berliner SPD- und Linke-Fraktion, die sich vor wenigen Tagen aufgrund des Sparzwangs der BVG gegen Steuermillionen für die Berlkönig-Kleinbusse ausgesprochen haben.

Es müssten auch etliche andere Verkehrsprojekte im Rahmen des Mobilitätsgesetzes umgesetzt werden. „Das alles kostet Geld“, erklärte der verkehrspolitische Sprecher der SPD, Tino Schopf. „Woher sollen die 43 Millionen kommen?“, wirft er ein. „Diese Kosten stehen – selbst wenn die verkehrliche Beurteilung positiv ausfiele – in keinem angemessenen Verhältnis zu der damit bestellten Leistung und müsste auf Kosten anderer Projekte finanziert werden“, heißt es in dem Beschluss der beiden Parteien.

Schopf erwartet allerdings, dass die Testphase wie geplant bis zum September 2022 fortgeführt werde. Der aktuell gültige Vertrag der BVG mit ViaVan, dem Betreiber von Berlkönig, läuft jedoch nur noch bis Ende April. ViaVan habe in das Projekt erheblich investiert und wolle sich für eine Fortführung einsetzen, heißt es aus dem Unternehmen: „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit den relevanten Parteien, um gemeinsam eine nachhaltige, langfristige Zukunft für diesen wichtigen neuen Baustein der öffentlichen Verkehrsinfrastruktur in Berlin zu schaffen.

„Es ist klar, dass dafür keine Steuermillionen fließen“

Wenn es weitergehen soll, sollen BVG und ViaVan sich einigen. Es spricht nichts dagegen, wenn BVG und ViaVan das Projekt fortführen, aber es ist klar, dass dafür keine Steuermillionen fließen“, sagte Kristian Ronneburg, der verkehrspolitische Sprecher der Linken. Tino Schopf von der SPD forderte die BVG dazu auf, das Gespräch mit ViaVan und Mercedes Benz zu suchen, der an dem Mobilitätsdientleister beteiligt ist. Anfang März soll es auch Gespräche zwischen Landespolitikern und ViaVan geben.

Die BVG teilte mit, man bedauere „sehr, dass bisher keine Lösung zur weiteren Finanzierung des Projekts gefunden wurde.“ Die Verkehrsbetriebe seien darum bemüht, die Bedeutung und Entwicklungschancen des Berlkönigs für den gesamten Berliner ÖPNV aufzuzeigen. Die BVG geht davon aus, dass das Ruftaxi-Angebot, das bislang von 1,5 Millionen Fahrgästen genutzt wurde, sich auf auf das Berliner Mobilitätsangebot positiv auswirken könnte.

Auch ViaVan ist der Meinung, dass sich Berlkönig zu einer „außerordentlich erfolgreichen bedarfsgesteuerten Ergänzung des öffentlichen Verkehrssystems“ entwickelt habe, wie die Deutsche Presse-Agentur aus einer Mitteilung des Unternehmens zitiert.

Fortführung bis 2022 „wünschenswert“

Die Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz will die Entscheidung der Fraktionen nicht bewerten, fände es aber „nach wie vor wünschenswert“, wenn das Projekt wie geplant bis 2022 fortgeführt würde. Auch die Grünen würden dies begrüßen: „Wir gehen davon aus, dass die BVG und ihre Partner ihre Genehmigung für den Berlkönig über die gesamte Zeit bis 2022 nutzen, um nachzuweisen, dass der Berlkönig einen verkehrlichen und ökologischen Nutzen bringt“, erklärte deren verkehrspolitischer Sprecher Harald Moritz. Er empfahl, den Berlkönig auch in dünner besiedelten Außenbereichen Berlins zu testen.

Quelle: DPA-Newskanal auf SZ.de — SPD und Linke gegen Steuermillionen für den Berlkönig

Über den Autor

Michael ist freier Autor und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Newsletter

Erhalte jeden Montag, Mittwoch und Freitag aktuelle Themen wie „„Keine Steuermillionen“ — Elektro-Ruftaxi Berlkönig weiterhin auf der Kippe“ sowie die neusten Informationen aus der Welt der Elektromobilität kostenfrei direkt ins eigene Postfach. Kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs.
Ja, ich möchte den gratis E-Mail-Newsletter von Elektroauto-News.net abonnieren. Die Datenschutzerklärung habe ich gelesen. Die Einwilligung zum Versand des Newsletters kann jederzeit widerrufen werden. Hierzu reicht es auf den Abmeldelink zu klicken, welcher sich in jedem Newsletter befindet.

Fakten & MeinungenDiskutiere mit der E-Community

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
2 Comments
Oldest
Newest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments

Weil das Projekt nicht nur auf DATENDIEBSTAHL a la Fakebook, Amazon, Google, Uber & Co abziehlt ist niemand bereit Milliarden geschweige denn ein paar MIllionen zu investieren! Einfach mal dran denken beim „NUTZEN“ der US Giganten

Du magst im groben richtig liegen, ich bin hier mittendrin und sehe die handwerklichen Fehler vor Ort.
Beispiel : Ich fahre in der Tram, und werde vom Berlkönig überholt, oder die Tram ist schneller weil Stau.
Problem nur… der Berlkönig fährt Diesel.
Weiteres großes Problem, wobei eigentlich alle Probleme diesbezüglich große sind, der Berlkönig fährt nicht im Ausenbereich.

Diese News könnten dich auch interessieren:

Peugeot: „Bis 2025 werden wir unsere Modellpalette zu 100 Prozent elektrifiziert anbieten“
SsangYong X200 – eine weitere futuristische Elektro-SUV-Studie
Škoda: „E-Autos genauso sicher wie Verbrenner“
2
0
Would love your thoughts, please comment.x
()
x

Deine Anmeldung zum Newsletter:
Ein letzter Schritt fehlt noch.

Vielen Dank für deine Anmeldung zum Newsletter von Elektroauto-News. Du erhältst in Kürze eine E-Mail, in der sich ein Link zur Freischaltung deiner E-Mail-Adresse befindet. Erst durch die Bestätigung des Links dürfen wir deine E-Mail-Adresse zum Versand unseres Newsletter freischalten (Double-Opt-In).