Elektrischer Allradgeländewagen Sokół 4×4 wird in der Tatra getestet

Copyright Abbildung(en): Innovation AG

Sokół 4×4 ist, wie der IZERA und Triggo, ein polnisches E-Fahrzeug. Bereits im letzten Jahr kam der elektrische Allradgeländewagen Sokół 4×4 in den Kohlebergwerken in Turów und Bełchatów zum Einsatz. Anschließend folgten der Grenzschutz und die staatlichen Forstbetriebe. Nun wird der Sokół 4×4 im Tatra Nationalpark getestet was zweifelsohne eine Herausforderung darstellt, da das Gelände die höchsten Steigungen in Polen aufweist.

Ursprünglich hatte der geistige Vater des „SUVs in Land Rover Defender-Haut“, wie der Sokół 4×4 auch gern genannt wird, etwas ganz was anderes damit vor. Albert Gryszczuk baut mit seinem Team Geländewagen für den Einsatz an der Rallye Paris-Dakar. In den letzten Jahren hat sich aber das Profil des Unternehmens verändert und es werden immer mehr elektrische Fahrzeuge entwickelt.

Der Sokół ist im Gegensatz zu den Autos, die sonst von Gryszczuk und seiner Firma Innovation AG entwickelt werden, ein Fahrzeug für den Arbeitseinsatz im schwierigen Gelände. Eine Motorleistung von 200 kW und die 85 kWh Batterie ermöglichen eine Reichweite von 300 Kilometern. Besonders stolz ist Gryszczuk jedoch auf das EVACT, bei dem es sich um ein elektronisches System für die Diagnose und Steuerung des Wagens handelt. Die Sensoren, die an sensiblen Stellen im Sokół eingebaut sind, übertragen die Impulse in Echtzeit an die Software. Die Ergebnisse können sowohl in der Kabine als auch anderswo durch WiFi oder GSM abgerufen werden. Das EVACT ist direkt mit dem System InnoV2G verbunden. Dabei handelt es sich ein Vehicle-to-grid, das wie ein Energiespeicher funktioniert.

„Der Sokół 4 × 4 bildet die Grundlage für den Bau von Spezialtransportfahrzeugen, die unter den schwierigsten Einsatzbedingungen für den Einsatz unter schwereren Geländebedingungen ausgelegt sind, unter anderem für den Kohleberbau, die Grenzsicherung und die Forstwirtschaft. Elektrischen Fahrzeuge, wie der Sokół, werden die konventionelle Fahrzeugflotte in Zukunft erfolgreich ersetzen, was zu einer Reduzierng der Nutzungskosten führt und einen erheblichen positiven ökologischen Effekt haben wird“ sagte das Ingenieursteam der Innovation AG den polnischen Medien.

Die Innovation AG aus Zgorzelec möchte das EVACT in Zukunft auch in anderen polnischen Projekten dieser Art integriert wissen. Potenzielle Partner, die ebenso wie der Sokół 4×4 aus den staatlichen Innovationsprogrammen hervorgegangen sind, wären elektrische Busse von Rafako und auch der neue IZERA.

Neben dem IZERA und den elektrischen Bussen von Rafako ist auch der Triggo ein Ergebnis polnischer Förderprogramme. Auch der Sokół 4×4 wäre mit großer Wahrscheinlichkeit nicht ohne den Rückhalt und die Unterstützung des örtlichen Energieclusters (Zgorzelecki Klaster Energii) und der Fördermöglichkeiten entstanden. Die direkt an Deutschland grenzende Region hat im Jahr 2015 mit 32 beteiligten Unternehmen aus der Branche der erneuerbaren Energiewirtschaft, E-Mobilität und Energieeffizienz als Cluster begonnen.

Albert Gryszczuk war von Anfang an einer der Hauptverantwortlichen des Vorhabens. Heute gehören dem Zgorzelecki Klaster Energii bereits 90 aktive Unternehmen an. Neben dem Sokół 4×4 stehen die Fotovoltaikanlage (21 MW) und die Aktivitäten des Start-ups E-Power Control (virtuelles Kraftwerk) für den Erfolg derartige Projekte in Polen. Das Projekt profitierte dabei nicht nur von der Unterstützung des Energieclusters, sondern auch von direkten Zuschüssen des Nationalen Fonds für Umwelt – und Gewässerschutz in Höhe von umgerechnet knapp 180.000 Euro.


Aleksandra Fedorska ist polnisch-deutsche Politologin und Publizistin. Sie arbeitet als Korrespondentin für polnische und deutsche Medien in den Fachbereichen Energiepolitik und E-Mobilität. Fedorska lebt und arbeitet im schleswig-holsteinischen Jagel und in der polnischen Stadt Poznań.

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Interessantes Umbau Projekt. Man nehme einen Landrover Discovery. Entferne alles, was mit dem Otto Hubkolben Motor zu tun hat. Baue eine E Motor und Tesla Technik ein. Und schon hat der Wagen ein zweites Leben. Macht nicht bei jedem Fahrzeug Sinn. Bei einem Landrover schon, weil er sehr Schrauber freundlich ist und Wertstabil. Ein ähnliches Projekt gibt es von Ove Kröger und Marieu Rech mit dem 66’er Mustang. Da gibt es in Youtube eine schöne Doku.

hat das Ding einen Motor oder pro Achse? Letzteres würde ja wieder Verteilergetriebe und Antriebswelle sparen

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