Eigentümer und Mieter in Mehrparteienhäusern sollen Anspruch auf Lademöglichkeit bekommen

Eigentümer und Mieter in Mehrparteienhäusern sollen Anspruch auf Lademöglichkeit bekommen

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Geht es nach einem aktuellen Gesetzentwurf, welchen das Bundesjustizministerium am Dienstag (14. Jan. 2020) veröffentlicht hat, sollen Wohnungsbesitzer und Mieter in Mehrparteienhäusern grundsätzlich einen Anspruch auf den Einbau von E-Auto-Lademöglichkeiten bekommen. „Die Eigentümerversammlung darf die Baumaßnahmen in der Regel nicht verwehren“, heißt es in diesem Entwurf.

Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) gab hierzu zu verstehen: „Damit die Wende zur E-Mobilität gelingt, brauchen wir eine flächendeckende und zuverlässige Ladeinfrastruktur“. Das Kabinett und der Bundestag müssten den Plänen noch zustimmen. Kurz zum Hintergrund: Damit die Ladestation in der Tiefgarage endlich für mehr Elektroauto-Fahrer als bislang Realität wird, hat der Bundesrat im Oktober einen Gesetzentwurf beschlossen, der den privaten Einbau einer Lademöglichkeit an der Wohnung erleichtern soll. Mit den vorgesehenen Änderungen im Mietrecht und im Wohnungseigentumsgesetz soll jeder Mieter einen Anspruch darauf haben, dass an seinem Pkw-Stellplatz auf eigene Kosten eine Ladestation eingebaut wird. Mieter sollen solche Änderungen von ihrem Vermieter verlangen können.

Nichtdestotrotz soll auch nach dem neuen Gesetzentwurf die Eigentümerversammlung eine Rolle spielen. So kann diese etwa beschließen, dass die Gemeinschaft die Baumaßnahme organisiert. Feststeht allerdings, dass die Kosten für die Neuerungen der Eigentümer tragen soll, dem sie zugutekommen. Vonseiten der Koalitionspartner wurde Zustimmung für die Pläne der SPD-Ministerin signalisiert. „Wir sind mit dem Gesetzentwurf der Bundesjustizministerin im Kern zufrieden“, teilte der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Thorsten Frei (CDU). „In Zukunft wird gewährleistet, dass wirtschaftlich sinnvolle Maßnahmen einfacher beschlossen und somit umgesetzt werden können.“ Allerdings dürften die Pläne nicht dazu führen, dass Mieter gegenüber ihren Vermietern Ansprüche erlangten, die diese in der Eigentümergemeinschaft gar nicht durchsetzen könnten.

Bereits im August gab Verbraucherschutz-Staatssekretär Gerd Billen zu verstehen, dass die Regelung frühestens im Herbst 2020 in Kraft treten dürfte. Sollte sich der Gesetzgebungsprozess im Bundestag verzögern, könnte der Rechtsanspruch möglicherweise erst im Jahr 2021 gültig werden. Nicht gerade erfreulich für die Mieter oder Eigentümer einer Wohnung im Rahmen einer WEG.

Quelle: Heise.de – Gesetz für Ladepunkte in Mehrparteienhäusern

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Sebastian hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

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„Damit die Wende zur E-Mobilität gelingt, brauchen wir eine flächendeckende und zuverlässige Ladeinfrastruktur“ – warum eine solche Aussage erst am 14. Januar 2020 kommt? Politik selber ist der größte Bremser für die Entwicklung und Verbreiterung der Elektromobilität!

Sorry Leute, aber wer von euch hat eine Ahnung was es bedeutet, Elektroladeinfrastruktur sinnvoll zu installieren ?

Erstens was dies für das Thema Kosten bedeutet

und

Zweitens was dies für die Stromnetze bedeutet ???

Eine Steckdose und eine genormte Technik die am Auto verhindert, das vom Auto ins Netz Strom und damit Störungen oder eine Gefahr ist das einzig sinnvolle !
Damit sind wir aber nur bei Steckdose 230 Volt mal 16 Ampere = 3680 Watt = 3,68 KW Leistung !!!

Die meisten Altbauten und die ganze Infrastruktur von ganzen Stadtteilen ist NICHT auf den Ausbau mit Schnellladesäulen vorbereitet und vorgesehen ! Sinnvoll umsetzbar ist das ganze dann nur mit Lademanagment und Steckern die in zwei Richtungen sicheren Stromfluß zulassen !

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