E-Auto zum Verbrenner-Preis: BMU startet Förderprogramm „Sozial & Mobil“

E-Auto zum Verbrenner-Preis: BMU startet Förderprogramm „Sozial & Mobil“

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Das Bundesumweltministerium hat soeben seine neuen Förderprogramme „Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen“ und „Sozial & Mobil“ gestartet. Ab sofort können Kommunen, gemeinnützige Vereinigungen sowie Organisationen und Unternehmen im Gesundheits- und Sozialwesen die Förderungen beantragen. Mit 150 Millionen Euro sponsert das Bundesumweltministerium bis 2023 individuelle Beratungen, umfassende Anpassungskonzepte und konkrete Maßnahmen, um sich an die klimatischen Belastungen durch den Klimawandel anpassen zu können. Sie reichen von Dach- und Fassadenbegrünungen, Speicherkapazitäten für Regenwasser bis hin zu Sonnensegeln oder Trinkbrunnen.

Sozialen Einrichtungen, die ihre Fahrzeugflotte auf rein batterieelektrische Neufahrzeuge umrüsten möchten, stehen bis 2022 weitere 200 Millionen Euro zur Verfügung. Die Förderung sei so gestaltet, dass sie Mehrkosten, die bei der Anschaffung eines Elektroautos anfallen, nahezu komplett ausgleichen soll. Mit den beiden Programmen aus dem Konjunktur- und Zukunftspaket will das Bundesumweltministerium nicht nur Konjunkturimpulse setzen und gegen den Klimawandel vorgehen, sondern auch das Arbeitsumfeld der Beschäftigten sowie die Lebensqualität betreuungsbedürftiger Menschen verbessern.

„Oft fehlen Pflegeheimen, Kindertagesstätten oder Krankenhäusern die Fachkräfte und die nötigen Mittel, um sich neben dem anstrengenden Alltag auch auf die Herausforderungen rund um den Klimawandel einzustellen. Die neuen Förderprogramme sollen soziale Einrichtungen bei der Anpassung an den Klimawandel entlasten und beim Umstieg auf Elektromobilität unterstützen. Beides verursacht Extrakosten, die ohne Förderung in vielen Fällen nicht getragen werden können, obwohl die Maßnahmen dringend nötig sind. Wenn soziale Einrichtungen jetzt aktiv werden, ist das eine Chance für den Klimaschutz und tut auch der Lebensqualität gut.“ – Svenja Schulze, Bundesumweltministerin

Mehr als 273.000 Fahrzeuge sind derzeit für die Unternehmen und Organisationen im Gesundheits- und Sozialwesen auf deutschen Straßen unterwegs. Bislang wird nur eine kleine Zahl davon elektrisch betrieben. Mehr als 45.000 dieser Pkw und Kleinbusse werden jährlich erneuert. Damit soziale Einrichtungen den Umstieg ihrer Flotten auf Elektroantriebe einfacher finanzieren können, werden sie ab sofort mit dem Förderprogramm „Sozial & Mobil“ unterstützt. Die Anschaffung von Elektroautos zahlt sich langfristig aus: Elektroautos haben geringere Betriebskosten als Verbrenner, und aufgrund des CO2-Preises werden herkömmliche Kraftstoffe immer teurer. Für den Kauf eines Elektrofahrzeugs anstelle eines Verbrenners bietet das Programm verschiedene Fördermöglichkeiten. Eine schnelle Beantragung empfiehlt sich mit Blick auf die Programmlaufzeit bis Ende 2022 sowie den aktuell langen Lieferzeiten von Elektrofahrzeugen.

„Pflegedienste, Physiotherapeuten oder Hebammen können jetzt zu Vorreitern moderner Mobilität werden. Mit vielen kurzen Fahrten ist ihr Arbeitsumfeld für Elektromobilität besonders gut geeignet. In Kombination mit dem Umweltbonus können wir mit der Förderung die Mehrkosten eines neuen E-Autos nahezu ausgleichen.“ – Svenja Schulze, Bundesumweltministerin

Das BMU-Förderprogramm richtet sich an Organisationen und Unternehmen, die im Gesundheits- und Sozialwesen tätig sind. Außerdem können Leasinggeber, die Fahrzeuge an solche Organisationen und Unternehmen verleasen, eine Förderung beantragen. Diese müssen sie an die Leasingnehmer weitergegeben.

Wie hoch ist die „Sozial & Mobil“ Förderung?

Die Art und der Umfang der staatlichen Förderung können – abhängig vom Beihilferecht – variieren. Für den Kauf eines Elektroautos anstelle eines Verbrenners gibt es zwei Fördermöglichkeiten, wobei grundsätzlich die Mehrkosten für ein Elektroauto im Vergleich zu einem Verbrenner förderfähig sind:

  • Eine Festbetragsfinanzierung im Rahmen einer sogenannten De-minimis Beihilfe: vor allem kleinere Organisationen oder Unternehmen können einen Pauschalbetrag von 10.000 Euro pro Fahrzeug sowie zusätzlich die Förderung der dazugehörigen Ladeinfrastruktur (Wallbox oder Ladesäule) beantragen. Eine Kumulierung mit dem Umweltbonus ist möglich.
  • Eine Anteilsfinanzierung auf Grundlage der Allgemeinen Gruppenfreistellungsverordnung (AGVO): Unternehmen oder Organisationen, die nicht unter die De-minimis-Förderung fallen, können eine Investitionsmehrkostenpauschale oder individuelle Mehrkosten beantragen. Es werden je nach Größe des Unternehmens zwischen 40 und 60 Prozent der Mehrkosten übernommen. Eine Förderung der Ladeinfrastruktur ist hier nicht möglich. Es besteht jedoch grundsätzlich die Möglichkeit, die Ladeinfrastruktur anderer Förderprogramme des Bundes (BMVI) oder der Länder in Anspruch zu nehmen. Eine Kumulierung mit dem Umweltbonus ist möglich.

Förderprogramm „Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen“

Mit dem zweiten neuen Förderprogramm „Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen“ unterstützt das BMU soziale Einrichtungen wie Krankenhäuser, Pflege- und Altenheime oder Hospize aber auch Kindergärten, Schulen, Kieztreffs oder Geflüchteten- und Obdachloseneinrichtungen. Beschäftigte und betreute Personen sollen besser gegen akute klimatische Belastungen geschützt und umfassend auf künftige klimatische Veränderungen vorbereitet werden. Sie erhalten gezielte Unterstützung, zum Beispiel bei baulichen Veränderungen wie Dach- und Fassadenbegrünung, dem Aufbau schattenspendender Pavillons und Sonnensegeln oder der Anschaffung von Trinkwasserspendern.

Zudem sollen soziale Einrichtungen fachliche Beratung sowie die Möglichkeit erhalten, passgenaue Klimaanpassungskonzepte für sich zu entwickeln. Mit Ausbildungs- und Weiterbildungsprogrammen sowie Informationskampagnen werden die Beschäftigten sowie die zu betreuenden Personen und ihre Angehörigen für die Folgen des Klimawandels sensibilisiert. Anträge von finanzschwachen Kommunen und gemeinnützigen Vereinigungen, die bis zum 30. Juni 2021 eingehen, können bis zu 100 Prozent gefördert werden. Das Förderprogramm zur Klimaanpassung läuft bis Ende 2023.

Weitere Informationen zur „Sozial & Mobil“ Förderung sind bei Erneuerbar-Mobil zu finden

Quelle: BMU – Pressemitteilung vom 02.11.2020

Über den Autor

Michael ist freier Autor und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Da können sich die Schweizer sich eine Scheibe davon abschneiden lassen. In der Schweiz werden die Elektroautos nicht überall gefördert, das ganze ist nichtmal einheitlich geregelt.

Es gibt Kantone die zahlen nichts, andere wiederum zahlen daran ca. um die 3000 Euro.

Niemand verlangt so grosse Förderungen wie Deutschland dies ist in der Schweiz nicht notwendig. Aber zumindest eine Einheitliche Regelung.

Mit Verlaub, die Schweiz tut gut daran keine Subventionen in Betracht zu ziehen. Müssen wir wirklich jede Fehlentwicklung unserer Nachbarländer einfach so, ohne das Hirn einzuschalten übernehmen?

Gründe sind:

  1. Subventionen bezahlen alle Steuerzahler, auch diejenigen, die bereits ein Elektroauto fahren und somit bereits eine Vorleistung pro Klimaschutz erbringen und das vielfach schon seit mehreren Jahren, während dessen die Anderen immer noch genüsslich Klimaverweigerer spielen.
  2. Solche Subventionen basieren auf einer Erhöhung der Schulden, welche unseren Kindern und Kindeskindern aufgebürdet werden und sie somit immer weniger Spielraum haben werden, um zukünftige Klimaschäden etc. noch einigermassen tragen zu können. Und das ist ein unhaltbarer Zustand, nur damit wir hier und heute bequem das Problem umgehen können.

Die Schweiz hat, zwar sehr halbherzig, bereits den richtigen Weg eingeschlagen und der lautet: „Das Verursacherprinzip“ muss konsequent durchgesetzt werden.

Damit bezahlen diejenigen, die sich der Verantwortung gegenüber dem Klima und der Gesellschaft immer noch frisch fröhlich entziehen, endlich einmal den richtigen Preis für ihr Verhalten. Damit könnte dann der Staat gezielt Elektroautos vergünstigen und privaten bei Solaranlagen zur Seite stehen.

Diese Verantwortungslosigkeit gegenüber dem Klima muss endlich bestraft werden, und zwar so, dass es die grossen Panzerverbrenner erheblich mehr spüren und die kleineren Verbrenner eher weniger, sodass das Ganze sozial gerechter wird.

Die jetzige Anpassung, um ca. 12 Rappen oder 10 Cents, sind viel zu wenig und lassen viele dem Staat nur den Stinkefinger zeigen.

Klimaschutz ist nicht zum Nulltarif zu haben und je länger es für die unvernünftigen Klimaverweigerer nicht heftig spürbarer im Geldbeutel wird, desto mehr wird es uns Alle in Zukunft kosten.
Die

Da haben wir’s wieder mal. Ohne Förderung läuft da nicht viel. Der VDI (Verband der Ing.) hat gerade die aufgeführte CO2-Bilanz von E-Autos als falsch und runtergerechnet bezeichnet. Prof. Sinn warnt vor einer weiteren diesbezüglichen einseitigen Entwicklung. Deutschland sei auf dem besten Weg, seine Führungsrolle weltweit abzugeben und in Bedeutungslosigkeit zu fallen durch eine einseitige Entwicklung.

Der einzige Kritikpunkt der Verbrenner-Lobby ist die Batterie und da passt es dem VDI und Prof. Sinn gut ins Konzept, dass die Batterien für E-Autos noch überweigend aus Asien bzw. China kommen.

„Solange die Batterien für Elektroautos in Ländern mit hohem Kohlestromanteil produziert würden, seien Autos mit Verbrennungsmotor „mit deutlichem Abstand die klimafreundlichere Wahl“, bemerkte Kefer. Das ändere sich erst, wenn die Batterien mittels Strom aus erneuerbaren Energien hergestellt würden.“ (Quelle: handelsblatt.com)

Gut dass sich Tesla in Deutschland ansiedelt und wohl auch hier Batterien mit Hilfe von Ökostrom produziert, um der Verbrenner-Lobby auch noch ihr letztes Argument zu entreissen.

Der Sinn ist doch dieser Ökonom Typ oder? Das der nichts mit Elektromobilität am Hut ist kein Geheimnis. Ob er technisch Ahnung hat als Ökonom darf auch stark bezweifelt werden.

Letztlich kann man leicht Studien finden, die genau das Gegenteil behaupten. Zuletzt gab es einen Artikeln von Helmut Becker bei ntv. Noch so ein Elektro Gegner. Sollte man sich mal reinziehen. Da sollte einem als logisch denkenden Menschen am Ende auffallen, was er für einen Quatsch erzählt.

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