E-Auto oder Hybrid? – Wer fährt was und warum? Wir klären auf.

E-Auto oder Hybrid? - Wer fährt was und warum? Wir klären auf.

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Der Zuspruch für reine Elektroautos steigt unter Deutschlands Autofahrern. Derzeit lässt sich festhalten, dass elf Prozent der Autokaufinteressenten ein rein elektrisches Auto in Betracht ziehen und kaufen wollen. Bei Hybriden oder Plug-In-Hybriden soll das Interesse auf 13 Prozent gestiegen sein, im August 2019 waren es noch 10 Prozent. Das gestiegene Interesse zeigt sich auch am wachsenden Absatz von E-Autos im Jahresvergleich.

Laut Kraftfahrt-Bundesamt brachte es Deutschland am 1. Januar 2019 noch 83.175 Elektroautos auf den deutschen Straßen, am 1. Januar 2020 waren es schon 136.617. Dies entspricht einem Anstieg von rund 64%. Im Verhältnis zum PKW-Gesamtbestand in Deutschland (47,1 Millionen Fahrzeuge) erscheint der Wert natürlich dennoch gering. Dennoch muss man festhalten, dass ein Wachstum ersichtlich ist. Im Bereich der Hybride wuchs der Bestand im gleichen Vergleichszeitraum von 341.411 (1. Januar 2019) auf 539.383 (1. Januar 2020) an. Interessant dabei ist die Tatsache, dass  nur 8 Prozent der potentiellen deutschen E-Auto-Käufer angeben, dass staatliche Förderungen ihre Kaufentscheidung massiv beeinflussen. Deutlich größere Bedeutung für die Überlegungen haben dagegen der Kraftstoffverbrauch bzw. die Kilometerkosten eines Elektroautos (22 Prozent), Umweltaspekte (19 Prozent) und die Möglichkeit, das Auto zuhause zu laden (16 Prozent).

Im Süden sind vor allem E-Autos gefragt

Der Datenspezialist Acxiom erlaubt nun einen weiteren, tieferen Einblick, da diese die Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes statistisch ausgewertet und mithilfe der Markt-Media-Studie best for planning die verschiedenen Merkmale von Elektroauto- und Hybrid-Fahrern vergleichend analysiert haben, um so ein genaueres Bild der verschiedenen Zielgruppen zu schaffen. Vor allem in den südlichen Bundesländern gewinnen E-Autos und PHEV an Marktanteil, wie man auch aus den Umweltbonus-Förderanträgen ableiten kann. So stammen im Jahr 2020 Fahrer von reinen Elektrofahrzeugen überproportional häufig aus Bayern und Baden-Württemberg. Deutlich unterrepräsentiert sind Elektroautos dagegen in den östlichen Bundesländern. Besonders in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern ist der Anteil an Elektrofahrzeugen deutlich geringer als im restlichen Deutschland. Hybridfahrzeuge drehen das Bild und zeigen eine Konzentration auf den Osten. Eine Ballung, vergleichsweise mit E-Autos in Bayern und Baden-Württemberg gibt es allerdings nicht.

„Die Zukunft des Automarktes wird von Elektro- und Hybridautos geprägt sein. Acxioms Analysen zeigen bereits heute ein sehr differenziertes Bild. Um potenzielle Neukunden zu identifizieren und den größtmöglichen werblichen Erfolg innerhalb der Käufergruppen zu erreichen, müssen die jeweiligen Zielgruppen bis ins kleinste Detail erfasst werden. Acxiom tut dies bereits heute. Sogar innerhalb der Zielgruppe „Hybrid“ differenzieren wir selbstverständlich zwischen Fahrzeugen mit und ohne Plug-In.“ – Carsten Diepenbrock, Managing Director von Acxiom

Acxiom konnte feststellen, dass Fahrer von Elektro- beziehungsweise Hybridfahrzeugen überdurchschnittlich häufig in Ballungsräumen oder Gemeinden mit über 500.000 Einwohnern vertreten sind, reine Elektrofahrzeuge auch in Gemeinden mit 5.000 bis 20.000 Einwohnern. Vor allem Fahrer von Hybrid-Plug-in-Fahrzeugen sind überdurchschnittlich häufig in der Nähe von Elektro-Ladestationen zu finden. Dieser Effekt ist bei den reinen Elektrofahrzeugen nicht ganz so stark ausgeprägt. Eher verwunderlich, könnte man meinen, dass der Bedarf am Laden von E-Autos höher, als bei PHEV sei. Hier geht man mit der Aussage des BDEW konform, welche festhalten, dass rund 65% der Ladevorgänge zu Hause durchgeführt, 7% auf der Arbeit und nur 15% an öffentlichen Ladesäulen werden.

Mittleres Alter und hoher Sozialstatus qualifizieren für Alternative Antriebe…

Eine Eingruppierung nach persönlichen Kriterien ist ebenfalls gegeben. So sind Fahrer von Elektro- und Hybridfahrzeugen überwiegend Männer mittleren Alters mit hohem Sozialstatus. Elektroauto-Fahrer sind meist zwischen 35 und 59 Jahren, Hybridauto-Fahrer überwiegend 40-59 Jahre alt. Sie sind oftmals verheiratet und haben eigene Kinder. Beide Zielgruppen, vor allem aber die Fahrer von Elektroautos, leben häufig in Ein- und Zweifamilienhäusern in guten und exklusiven Wohnlagen mit großen Wohnflächen und Gärten. Bei E-Autofahrer ist das E-Auto meist das Zweit- oder Drittfahrzeug – welches man sich als umweltbewusster Fahrer zulegt. Kann aber auch als Dienstwagen für Selbständige zum Einsatz kommen. Auf Hybridautos greifen vor allem Fahrer zurück, welche im Jahr eine höhere Kilometerleistung zurücklegen.

Zudem ließ sich feststellen, dass Fahrer von Fahrzeugen mit Alternativen Antrieben eine hohe Öko- und Reiseaffinität vorweisen. Sie verfügen über eine starke Spendenbereitschaft, vor allem für Umwelt und Natur. Dies spiegelt sich auch in ihren Freizeitaktivitäten und Interessen wider, denn vor allem Fahrer von Elektrofahrzeugen sind sehr naturverbunden. Zudem sei es so, dass Elektroauto-Besitzer auch eine hohe Affinität für alternative Energien haben, während dieser Effekt bei reinen Hybrid-Fahrern nicht zu erkennen ist. Das Interesse an politischen und wirtschaftlichen Themen haben beide Zielgruppen dann wieder gemeinsam, wenngleich die Ausprägung bei reinen Hybridfahrzeug-Fahrern ein wenig schwächer ausfällt.

Quelle: marketing-boerse.de – Elektroauto oder Hybrid: Wer fährt was und warum?

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Gute Untersuchung, wer und weshalb man (noch) Hybrid fährt. In der BRD eindeutig Richtung PHEV weil es auch für diese Förderung gibt. In der Schweiz wo es keine Kaufprämien gibt aber man CO2 Ausstoss bestraft , kommen auch normale preisgünstige Hybrids zum Zug.
Fazit: Je besser die Akkus und preisgünstiger die reinen E werden, desto schneller geht es mit den PHEV s zurück. Da spielt auch die Verbesserung der Ladeinfrastruktur mit.

@ Strauss: „Gute Untersuchung, wer und weshalb man (noch) Hybrid fährt.“
Ich vermisse eine quantifizierte Unterscheidung nach Dienstwagen und Privatwagen.
(P)HEVs sind der nächste Kandidat (nach Dieseln und Benzinern) für hohe Wertverluste mit einherhehender »Haldenbildung«!
Nämlich dann, wenn diese Fahrzeuge in erheblichen Stückzahlen aus dem Leasing (bzw. der Gewährleistung!) gehen und durch ihre aufwendige Antriebs-Technik hohe Wartungs-/Betriebskosten verursachen, während reine BEVs dabei mit nur geringen Kosten auch noch nach Jahren kostengünstig bleiben!

In der Empfindung werkeln in mir irgendwie zwei Seelen:
Es gibt sie schon lange: Wir fahren seit Jahren begeistert selber einen PlugInHybrid mit sogar 70km el. Reichweite (Sommer), was mit unserem Fahrprofil für die allermeisten Strecken reicht. Das wird dann bei den nun verkauften PHEV auch hoffentlich ähnlich sein. Dieses Autoleben geht nun langsam dem Ende zu. Also, nun einen anderen PHEV kaufen? Nein, niemals!

Denn: Was hier gefördert wird, ist doch wieder mal veraltete Technik, die es, wie bei unserem PHEV seit 2011 !!, gibt, wieder einmal ein Zugeständnis an das, was die alten Dinos halt noch können: Ihre sorry, Verpenner…
Sie können einfach nicht richtig BEV in den erforderlichen Stückzahlen und werden für das Alte auch noch gefördert. Die Kunden werden mit überhöhtem Wartungsaufwand für zwei Systeme mit entsprechenden Garantie-Service-Interwallen weiterhin in die Werkstätten gezwungen und gemolken.

Diese alte Technik ist doch bereits jetzt wegen hervorragender BEV wieder überholt. Den Kunden wird dieser alte Verbrenner-Kram nun als Fortschritt verkauft, wieder einmal hinters Licht geführt. Aus vielfacher Erfahrung in Gesprächen kann ich bestätigen, dass die allermeisten nicht wussten, dass es die damals fortschrittlichen PHEV schon seit ca. 2011 gibt. (z. B. GM Volt / Opel Ampera, Toyota Prius als PlugIn)

Was die richtige Entscheidung sein sollte? Wir jedenfalls warten nach 6 Jahren PlugInHybrid (PHEV) nun auf das Neue, ein BEV aus der Produktion in Grünheide bei Berlin.. 🙂 PHEV war gestern.
Aber für jeden elektrisch bewegten PHEV bin ich wegen der dann gänzlich vermiedenen, giftigen lokalen Emissionen dankbar – und da ist sie dann wieder, die zweite Seele…

1+.
Besser hätte man es nicht schreiben können. Ich hatte mich auch kurz mit dem Gedanken an einen PHEV beschäftigt, bin aber dann umgeschwenkt auf einen BEV und habe es bis heute nicht bereut. Und ich kann Ihnen sagen: Sie werden ganz sicher Ihren Kauf aus Grünheide auch nicht bereuen.

PHEVs würde ich mit Pferdekutschen samt Hilfsmotor vergleichen: doppelte, sich oft gegenseitig behindernde Antriebstechnik, die beim Tierarzt zu Verdruss führt. Wird lustig, wenn Privatleute die Teile dann gebraucht kaufen – mit überhöhten Rekuperatatinsströmen zerstörte Fuzzelbatterien, und, und, … Tränen werden auf jeden Fall fließen.

PS, nie vergessen: Gewährleistungszeitraum ist hierzulande ein halbes Jahr ohne Beweislast des Käufers, und selbst da lässt sich mancher ohne Anwalt hinhalten, bis die Zeit verstrichen ist. Garantie ist ein freiwilliges Versprechen des Hersteller und an meist wiedersprüchlichen Bedingungen geknüpft. Produkthaftungsklagen sind kpl. fürn A…, da für Einzelpersonen nicht finanzierbar.

Warum eine so einsetige Entwicklung von Battery —Autos. Ich vermisse die Entwicklung von alternativen Antrieben wie z. B. Brennstoffzellenautos, die Dieselautos ebenbürtig sind.
Einsatz von bekannten schadstoffarmen Brennstoffen in der Übergangsphase usw.
Das „Gute“ setzt sich von selbst durch auch ohne Zuschüsse vom Staat. Mit der Brechstange
Wird das nichts und geht in Richtung Fehlentwicklung.
Ausgereifte „richtige“ , bezahlbare Autos braucht man.
Ich wünsche mir wieder ein Auto wie ich es jetzt besitze; mit einem80 Litertank und Verbrauch von 6 Litern (Mercedes 250 CDI). Da muss man nicht überlegen wo die nächste Tanke ist.
Das ist Freude am Fahren.
All diese Eigenschaften sind mit einem Brennstoffzellen Auto möglich. Zumal der Wasserstoff. mit grüner Elektrizität und mit einem bestimmten Toluol sogar verflüssigt werden kann und somit an Die Tankstellen transportiert werden kann.
Wo wird dieses Konzept verfolgt.

Schön, dass wenigstens Sie wissen, was das „Gute“=Brennstoffzelle und das „Böse“=Akku ist. Nur Ihr „Gutes“ hat sich scheinbar auch noch nicht durchgesetzt.

Subventionen sind natürlich nie DIE Lösung, da haben Sie vollkommen recht, viel besser wäre das Verursacherprinzip, und das wäre die grosse Chance für Sie : Ihr „Gutes“ ist eben auch nicht zum Nulltarif zuhaben, aber falls Sie bereit sind für den Liter Diesel vielleicht das Doppelte zu bezahlen, gäbe es für Ihr „Gutes“ doch noch eine Chance !

Also ich fahre schon seit 9 Jahren rein elektrisch und musste mir da Gott sei Dank niemals mehr wie zuvor überlegen, wo die nächste „Tankstelle“ ist. Alle Elektroautofahren dürfen aufatmen, dass ihnen das in Zukunft erspart bleibt 🙂
Sehr Witzig es noch, dass ich zu 98% nur noch 10 Sekunden „Ladestopps“ gönne ( hinfahren, einstecken, Leben geniessen, ausstecken, wegfahren ). Schaffen Sie das auch mit Ihrem 250 CDI ?

Das Wort „Tank“ hat Winston Churchill kreiiert. Scheinbar ist das für Ihre tägliches Leben so sehr wichtig. „Tankstelle“. „tanken“, „Tank“, „betanken“ usw. usf. Sie würden auch noch den Versuch starten Ihr „Böses“ den Akku zu betanken, wenn Sie könnten.

Dies zeigt schon auf in welcher Zeit Sie immer noch leben. Wenn etwas nicht „betankt“ werden kann, dann kann es nur „falsch“ sein.
Ihr Pech wird es allerdings sein, dass Sie sich mit Ihrem „Guten“ auch noch ein Teil Ihres „Bösen“ einhandeln, denn ohne das Eine fährt das Andere eben auch nicht. Dann müssen Sie halt doch noch bis in den Sankt Nimmerleinstag mit Ihrem Mercedes 250 CDI auskommen 🙁

Übrigens wissen Sie was ? Vor kurzem hat ein BEV einen Mirai bei einem Rennen von Frankfurt an den Chiemsee und retour ( Total=970km ) um 45 Minuten geschlagen. 🙂 🙂 🙂 Dies zu Ihrer Orientierung.

Bei so einer Einstellung kann man Ihnen nur raten: Kaufen Sie einen Mercedes 250 CDI. Alle anderen Autos sind anders…
😉

Technische Richtigstellung PHEV s ? Was soll denn da verecken als die Batterie? Die tut es beim EV genau so schnell und ist viel teurer zu ersetzen. Der Verbrennermotor läuft dort länger als normal (geringere Belastung ) Hatte ein Amperafahrer Probleme mit der Steuerung der beiden unterschiedlichen Kräften? Sicher nicht, aber die Werkstätten versuchten abzuzocken, dies sei eben kompliziert. Wenn jeder PHEV- Käufer von heute nachher einen EV kauft geht die Rechnung oekologisch auf.

Ich selber fahre 2 Fahrzeuge einen Zweitwagen als Diesel (dieser ist 19 Jahre alt und komme mit dem ü1000km), hat 425tsd.km runter und läuft (warum verschrotten!?) und ein Fahrzeug für die Freude am Fahren. Meine Frau fährt selber Diesel da sie Langstrecke fahren muss und jeden Tag das Fahrzeug laden nicht wirklich Freude bereitet.
Als zweitwagen macht vielleicht ein E Fahrzeug Sinn! Aber dafür so viel Geld ausgeben?! Da fahre ich mein 19 Jahre altes Fahrzeug weiter und bin zufrieden.

P.s. Ich entwickle und fahre bei einem großen hersteller E Fahrzeuge.
Ja man kommt von A nach B aber zu viele Faktoren beeinflussen die Reichweite! Und Emotionen fehlen mit auch persönlich und dazu kommt noch die mindere Qualität der Materiellen in den Fahrzeugen gegenüber Verbrenner Fahrzeugen!

Um auf den Artikel noch einzugehen.. PHEV sollten von der staatlichen Förderung ausgeschlossen sein, da nicht kontrolliert wird ob und wie der Nutzer das Fahrzeug fährt!

Was die Zukunft angeht, alternative Kraftstoffe oder Wasserstoff wäre die Lösung!
Für kleine Fahrzeuge für den urbanen Raum, macht aber BEV mehr Sinn.

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