Deutschland will während EU-Ratspräsidentschaft die E-Mobilität voranbringen

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Deutschland will seine EU-Ratspräsidentschaft auch dafür nutzen, um den Wandel zur E-Mobilität zu beschleunigen. Im Rahmen der deutschen Ratspräsidentschaft fand vor wenigen Tagen die virtuelle Konferenz „Turning the page: the next chapter for electric road transport“ zur Lade- und Wasserstofftankinfrastruktur statt. Über die Anforderungen einer europaweit verlässlichen und nutzerfreundlichen Infrastruktur diskutierten Vertreterinnen und Vertreter der EU-Kommission, der EU-Mitgliedstaaten, von europäischen Interessenvertretungen und der Industrie.

Damit der Umstieg auf alternative Antriebe und Kraftstoffe gelingt, braucht es eine Tank- und Ladeinfrastruktur, die interoperabel, nutzerfreundlich und technologisch auf dem neuesten Stand ist. Dazu braucht es Regelungen, die das Auffinden von Ladeinfrastruktur in allen EU-Mitgliedstaaten und eine einfache Authentifizierung ermöglichen sowie Preistransparenz und einheitliche Bezahlsysteme sicherstellen. Nur dann sind Verbraucher auch bereit auf die Elektromobilität umzusteigen, so das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) in einer aktuellen Mitteilung.

Die Ergebnisse der Diskussion wird das BMVI an die EU-Kommission zusammenfassen und damit Empfehlungen für die anstehende Revision der Richtlinie 2014/94/EU über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFID) einbringen. Deutschland will mit einem New Mobility Approach europaweit Verkehre auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz ausrichten und durch Zukunftsinvestitionen gleichzeitig Wirtschaft, Unternehmen und Arbeitsplätze in der EU zukunftssicher machen.

„Allein mit der Elektrifizierung des Verkehrs können wir Millionen Tonnen an CO2 einsparen. Zwingende Voraussetzung hierfür ist ein gut ausgebautes und grenzüberschreitendes Ladenetz in Europa, das unkompliziertes und schnelles Nachladen garantiert. Neben dem Netzaufbau haben wir insbesondere in puncto Kundenfreundlichkeit noch einiges vor: Wir wollen ein europaweit einheitliches Bezahlsystem fürs Stromladen und Wasserstofftanken.“ – Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur

Klaus Bonhoff, Leiter der Grundsatzabteilung im Bundesverkehrsministerium und langjähriger Geschäftsführer der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW), sagte Tagesspiegel Background anlässlich der Konferenz, dass der Aufbau von Wasserstofftankstellen für alle EU-Staaten Pflicht werden soll. Das sei in den bisherigen AFID-Richtlinien nicht vorgesehen. Auch bei der Ladeinfrastruktur für Elektroautos soll es in Europa künftig schneller und organisierter vorangehen. Die neue AFID-Richtlinie soll den Aufbau eines europaweiten Schnellladenetzes mit mindestens 150 Kilowatt Leistung vorschreiben. Für Lkw seien sogar Ladeleistungen im Megawatt-Bereich geplant, so Tagesspiegel Background.

Außerdem wolle Deutschland während seiner Ratspräsidentschaft die Einführung eines europaweit einheitlichen Bezahlsystems an Ladesäulen in die Wege leisten. „Und beim E-Roaming brauchen wir eine Regulierung, die sicherstellt, dass kein Betreiber oder Nutzer diskriminiert wird oder unangemessen viel zahlen muss“, sagte Bonhoff dem Tagesspiegel. „Jeder Nutzer sollte überall mit seinem Vertrag laden können.

Quelle: BMVI – Pressemitteilung vom 03.09.2020 // Tagesspiegel – Mehr Schub für Wasserstoffautos

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6 Antworten

  1. Seit Übernahme der deutschen Ratspräsidentschaft hat man noch nichts vernommen von einer Stärkung der E-Mobilität. Der bisher bekannte Entwurf von Altmaier geht in die Richtung von noch mehr Bürokratie und Einschränkungen der “Bürger Photovoltaik” und Unterstützung der großen Strombetreiber. Auch ist der Ausbau der Wasserstofftechnologie für die PKW – Nutzung eine weitere Sackgasse, wie alles, was “Scheuer” bisher geplant hat. Außerdem dauert die Ratspräsidentschaft nur sechs Monate! . Dann sind ja bald auch wieder Bundestagswahlen und die neuen Minister müssen sich auch wieder 4 Jahre einarbeiten… Das Klima und die Natur warten nicht auf die Menschen bis sie ein Konzept vorlegen können!

  2. “Deutschland will während EU-Ratspräsidentschaft die E-Mobilität voranbringen” – soll man das jetzt glauben? – jahrelang wurde zusammen mit den Lobbyisten der Autohersteller fast alles unternommen, um das zu verhindern. Vor der Wahl hängt man sich ein grünen Mäntelchen um und lässt es nach der Wahl in den Dreck fallen.

    Wer will eine Prämie für Verbrenner?
    Wer verhindert Windräder?
    Wer schustert der Kohlenindustrie Milliarden zu?

    Da wird versucht einige Arbeitsplätze bei den “dreckigen” Industrien zu erhalten, während ein Mehrfaches an Arbeitsplätzen bei den sauberen Industrien verloren geht bzw. erst gar nicht entsteht. Rechnen kann die Politik nicht, aber sie weis von wo das “warme Lüftchen” (Spenden, Aufsichtsratspöstchen usw.) her kommt.

    Auch die Bahn ist ein Trauerspiel, statt sauberer Gütertransport mit E-Loks auf der Schiene (viele Strecken werden noch mit Dieselloks befahren) sollen jetzt Lkws mit Oberleitung auf Autobahnen der Heilsbringer sein – mit hohem Reifenabrieb (viel Feinstaub) und hohem Rollwiderstand der Reifen (höherer Stromverbrauch) sowie Fahrbahn- und Brückenschäden in Milliardenhöhe.

  3. nun wie wäre wenn die regierung Tesla mit dem Aufbau eines Ladenetzes beauftragen würden wie man durch den Bug an den V3 Supercharger sehen kann können E-Autos problemlos an den V3 Superchargern laden ohne Karten und Preischaos

  4. Hier will sich der Bock zum Gärtner machen… wer verhindert die Entwicklung weiterer Grüner Energie, wer hat bis heute kein Verbrenner Enddatum festgelegt… Toller Vorreiter…

  5. Tja, ganz so hasenrein ist der Scheuer nicht. Leider wird es immer wieder Abzocker geben die E Autofahrer melken an der Ladesäule. Um diese zu umfahren ist nicht immer ganz einfach, wenn der Akku auf der Strasse aus den letzten Loch pfeift.

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