Deutschland, Frankreich und Norwegen machen 54,5 Prozent des europäischen E-Auto-Marktes aus

Deutschland, Frankreich und Norwegen machen 54,5 Prozent des europäischen E-Auto-Marktes aus

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Matthias Schmidt, Automobil-Analyst, zeigte uns bereits im April 2020 auf, dass die Elektroauto-Zulassungszahlen in Europa in 2020 eher rückläufig sein werden. Der europäische Elektroautomarkt ist gerade das erste Mal nach 41 Monaten eingebrochen – doch dies ist aktuell noch kein Grund zur Panik. Wir haben uns die Zulassungszahlen von reinen E-Autos in Europa, im Zeitraum von Januar bis April 2020 angesehen, und berichten, wie sich diese nach einzelnen Ländern aufteilen. Dabei lässt sich festhalten: Frankreich, Deutschland und Norwegen dominieren den E-Auto-Markt weiterhin.

Starkes Wachstum in allen Märkten zu betrachten

Alle drei Ländern machen gemeinsam 54,5 Prozent des europäischen E-Auto-Marktes aus. Oder in absoluten Zahlen ausgedrückt stammen 77.761 der 142.687 zugelassenen Elektroautos aus Deutschland, Frankreich und Norwegen. Blickt man ein wenig genauer auf die Zahlen, zeigt sich, dass Deutschland (30.611) und Frankreich (27.132) fast gleichauf sind bei den absoluten zugelassenen E-Autos. Darauf folgt Norwegen (20.018) mit ein wenig Abstand. Nimmt man noch den Viertplatzierten in die Betrachtung mit auf – Großbritannien (19.630) – kommen die Länder auf einen Gesamtanteil von 68,25 Prozent am Gesamtmarkt. Eine Ansage.

Interessant ist auch der Blick darauf was die Anzahl an zugelassenen E-Autos der einzelnen Länder im Verhältnis zum gesamten PKW-Markt des jeweiligen Landes bedeutet. So lässt sich beispielsweise festhalten, dass die 30.611 zugelassenen E-Autos in Deutschland gerade einmal 3,7 Prozent am gesamten PKW-Markt ausmachen. Die in Frankreich 27.132 zugelassenen Fahrzeuge hingegen 7 Prozent und in Norwegen kommt man mit 20.018 E-Autos sogar auf 50,3 Prozent Anteil am PKW-Gesamtmarkt des Landes. Großbritannien reiht sich mit 4 Prozent am gesamten Markt vor Deutschland ein. Festhalten lässt sich allerdings für jedes der vier Länder ist ein deutliches Wachstum gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr zu verzeichnen.

Großbritannien verzeichnet 2020 ein großes Wachstum

Als eine von vielen Maßnahmen für den Klimaschutz will Großbritannien den Verkauf neuer Benzin- und Dieselfahrzeuge bis 2035 einstellen — fünf Jahre früher als bislang geplant. Außerdem soll das Neuzulassungsverbot dann im Gegensatz zu früheren Plänen auch für Hybridfahrzeuge gelten. Auf der anderen Seite wird es wohl Anfang April 2020 soweit kommen, dass emissionsfreie Fahrzeuge in die Null-Prozent-Sachleistungs-Steuerkategorie fallen werden (derzeit 16 Prozent). Was der dortigen Region einen enormen Aufschwung bringen dürfte.

Wie sich nun auch gezeigt hat. Denn rein vom Wachstum her betrachtet führt übrigens Großbritannien den europäischen Elektroautomarkt an. Konnte man seit 2019 um gut 161,1 Prozent Zuwachs verzeichnen. Deutschland brachte es auf 46,5 Prozent, Frankreich auf 97 Prozent und Norwegen ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sogar ein wenig geschrumpft (-13,4 Prozent).

Österreich, Portugal, Dänemark und Finnland verdoppeln E-Auto-Anteil am PKW-Gesamtmarkt

Lenken wir nun den Blick weg von den ersten Vier im Ranking des europäischen Elektroautomarktes auf Österreich (2.985) , Portugal (2.964) , Dänemark (2.512) und Finnland (1.113). Diese überzeugen nicht durch ihre absoluten Zulassungszahlen im Bereich der Elektroautos. Dafür aber mit einem ansehnlichen Wachstum, in Hinblick auf Anteil E-Autos am gesamten PKW-Markt. Hier ist in der Regel von einer Verdopplung der Anteile im Vergleichszeitraum 2019 zu 2020 auszugehen.

Im Detail zeigt sich, dass der Anteil von Österreich von 2,9 auf 4,5 Prozent, in Portugal von 3,2 auf 6,2 Prozent sowie in Dänemark von 1,8 auf 4,3 Prozent gewachsen ist. Finnland konnte seinerseits den Anteil von E-Autos am gesamten PKW-Markt von 1,7 auf 3,2 Prozent steigern. Den größten Anteil reiner Stromer am PKW-Markt hält außer Norwegen die Niederlande mit einem Anteil von 8,6 Prozent, gefolgt von Schweden mit 7,9 Prozent. Durchaus ansehnlich.

Am wenigsten reine Elektroautos wurden 2020 bisher in Griechenland zugelassen. Gerade einmal 93 Stromer sind dort auf die Straße gekommen. Selbst in Luxemburg blickt man auf 380 Fahrzeuge zurück. Dann werden die Abstände größer und Finnland folgt mit 1.130 E-Autos bis Ende April 2020. Es herrscht Bewegung am E-Automarkt.

Quelle: Matthias Schmidt – The European Electric Car Report West European Market Intelligence – Edition 04.2020

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10 Antworten

  1. Ich gehe davon aus, dass alle angegebenen Zahlen sich auf „reine“ E-Autos beziehen, also ohne PHEV’s. Korrekt ?
    Wegen des eminenten Einbruchs des Automarkts wegen der Corona-krise, ist es wohl am sinnvollsten den Fokus auf den Marktanteil zu richten, weniger auf die Absolutzahlen.

    1. Was momentan abläuft kann man doch wirklich nicht als „normales Marktgeschehen“ betrachten. Das ist nicht einmal ein geordnetes Chaos. Jeder Konzern versucht irgendwie sein eigenes Überleben zu sichern und die so genannte Politik weiß wieder einmal kaum was siew tun soll. Die paar E-Mobile, um die hier die Rede ist, mein Gott, die reißen die Karre auch nicht aus dem Dreck. Wäre es nicht hoch interessant zu wissen, wie viele längst produzierte Fahrzeuge und kaum noch verkaufbare Gebrauchtwagen auf Halde stehen und wer diese Wagen kaufen soll? Dabei stelle ich mir BEVs Vor die mit Akkus versehen in irgend einem Pulk herum stehen. Was tut man denn mit solchen Akkus aus Rädern? Spannend werden die Zahlen der Zulassungen erst jetzt allmählich. Für mich stellt sich die Frage längst. Was passiert mit dieser Krise, die ja schon früher einer Art von Genaralprobe hatte. Damals als auch tausende von Neu- und Gebrauchtwagen vor sich hingegammelt waren. Wie bewertet man nun Autos, die man förmlich schlecht geredet hatte, z.B. „Verbrenner“ die von Heute auf Morgen ein Werk des Teufels waren, sobald auch nur ein Otto- oder Dieselmotor in ihnen steckte? Mit welcher Lust wurden der ganze Industriezweig förmlich an die Wand gefahren? Von Leute, die nicht merken wollten, dass es OHNE diese Technik KEIN BEV geben kann. Wer nüchtern und sachlich den Verkehr auf unseren Strassen betrachtet und die Transportkapazitäten insgesamt, von der Strasse, der Schiene, dem maritimen und nebenbei auch den in der Luft, wobei jede global von einander abhängig war und ist, wie geht es nun weiter. Die USA taumelt in ein Extrem ins Nächste? China, Russland, Indien, Afrika…. Es tut sich was, was zeigt, wie verwundbar wir waren und sind. Wenn es stimmt, das ein Autozulieferer die ultrateure Krankheit COVID-19 zu uns brachte, wie geht es nun weiter? Warten wir auf die nächste Pandemie? Oder schoten wir die Weltwirtschaft ab? Was ist wen die USA die Nerven verlieren, angesichts der Fakten die längst da waren. Da hocken Leute an der Macht, die mit nukleraen Waffen offenbar nicht umzugehen verstehen und sich selbst nicht im Zaum haben. Und wir, wie „spielen“ mit Autos……

      1. Sie sprechen eine Reihe von Dingen an. Eine Sache wäre die „Halde von Gebrauchtwagen “ (meinen Sie, dass dabei viele e-Autos sind?).
        Natürlich wäre es gut, diese Halde einmal abzubauen. Das hat aber m.E. nicht mit dem ansteigenden Verkauf von e-Autos zu tun. Da sollte doch der Verkauf und die Produktion von neuen Verbrennerfahrzeugen eher reduziert werden. Ansonsten steigt die Halde noch mehr an, was eine Vergeudung von Energie und Kapital darstellen würde. Der Technologie-wechsel zu E-Autos lässt sich nicht mehr reversieren. Ich stimme Ihnen zu das die Coronavirus-Krise es unvorhersehbar gemacht hat, wie es allgemein mit der Wirtschaft in Deutschland und der Welt weitergeht. Es ist aber m.E. richtig, dass die Politik die riesigen Subventionen vorrangig in zukunftsorientierte Technologie steuert. Welche Alternativen würden Sie sehen ?

    1. Es geht um die Verkaufszahlen von Januar bis April. Nach die Rekordzahlen die in die Niederlande bis Dezember 2019 verkauft wurden ist die Erhöhung der Dienstwagenbesteurerung (bijstelling auf Holländisch) der Grund dafür das ab Januar plötzlich die Verkaufszahlen eingebrochen sind.
      Die Subvention á €4.000 für BEV Neufahrzeuge tritt meines wissens erst am 1 Juli in Kraft, da wird der eine oder andere warten bis er dieses Fahrzeug kauft, mal abgesehen davon wie sich das momentan mit die Corona Pandemie weiter entwickelt. Kauf eines Neuwagen hat nicht oberste Priorität wenn man bangt um seinen Job.

  2. Coronakrise und unvorhersehbar? Nun, RISIKEN sind halt nicht beliebt bei der Menschheit, die lieber Fun hat. Was ich meine zählt nicht, denn wer hat schon einen realen Einblick in die Produktion zahlreicher Hersteller und wohin welche Chargen kommen und gelagert werden? Mir stellt sich schon lange die Frage, wie man so eine eingespielte Produktion binnen kurzer Zeit von Verbrennungsmotoren aus BEV umstellen kann und will. Da muss man schon sehr naiv sein bei diesen gigantischen Stückzahlen und den Techniken die dazu nötig sind. Was auf dem BEV-Markt los ist, ist bis dato ohnehin nur ein Einstieg und es tummeln sich zahlreiche Firmen, die als Startups ihr Auskommen suchen. Riesige Stückzahlen und ohne riesige Infrastrukturen. Wer glaubt denn wirklich, dass man das mit ein paar Schlagworten ersetzen könnte oder kann? Die gesamte Schiene muss völlig neu aufgebaut werden und MUSS natürlich auch Geld verdienen. Norwegen wurde genannt, wenn es um BEV geht. Schön und guit, aber von welchem Geld bezahlt man diesen „Goldrausch“?. Mit ERDÖL, welches die KOHLE schafft, um solche MÄRCHEN wahr werden zu lassen. Wir lassen diesen nötigen „Wunderstrom“ sauzeuer von der Öffentlichkeit bezahlen, fahren weiter mit Kohle und bauen die Anlagen für „Ökostrom“ zurück? Man sage ja nicht, dass so etwas Schwindel sein könnte. Dass die „Politik“ sich an der Zukunft der Technik orientiert???? Zukunft hätten z.B. windige Atemschutzmasken gedeutet, statt Technikwahnsinn….. Dabei kann Niemand sagen, dass man das SARS-RISIKO nicht hätten kennen müssen. Warum brachten die Japaner Dekaden für eine geduldige Entwicklung der technischen Zukunft des Strassenverkehrs? Wer bitte kann schon ein reines BEV brauchen, welches in der Lage ist alle Ansprüchen an ein Auto zu decken? Warum orderten die Kunden unzählige Verbrenner und nicht BEVs

  3. In Deutschland Mai 2020 > Zitat: „https://www.kfz-betrieb.vogel.de/neuzulassungen-halbiert-diese-marken-buessten-im-mai-am-staerksten-ein-a-937435/“ Quelle: KFZ-Betrieb

  4. Sehr interessant diese Zahlen von Europa, Die grossen Autohersteller , vor allem solche die nicht in Europa geheimatet sind, müssen sich aber am Weltmarkt anpassen. Somit wäre interessant wie die Zahlen dort aussehen. Da würden man sehen , dass es in vielen Ländern ausser etwas „ „Hybridiges„ elektrisch z.Zt. noch gar nichts gibt. Wie sich der momentane Bestellrückgang auf die Zukunft auswirkt ist noch ganz und gar nicht berechenbar. Ein Tend zu reinen EV s. ist unverkennbar. Diese Bezeichnung wäre besser als BEV. Eine Batterie haben alle. Auch die normalen Hybrid s , sowie die mit Wasserstoff und , es gibt ja auch PHEV s. Die nennt man auch nicht PHBEV s.

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