Deutschland könnte 2021 zum Weltmarktführer für E-Autos aufsteigen

Deutschland könnte 2021 zum Weltmarktführer für E-Autos aufsteigen

Copyright Abbildung(en): Evgenii Iaroshevskii / Shutterstock.com

Europa wird zum Hotspot der Elektromobilität: Die Verkäufe von batterieelektrischen Autos und Plug-in-Hybriden stiegen 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 44 Prozent auf mehr als 600.000 Fahrzeuge. Damit sticht Europas Entwicklung weltweit heraus: In China nahmen die E-Auto-Verkäufe nur um 3 Prozent auf 1,2 Millionen zu, in den USA schrumpfte der Markt sogar um 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf gut 300.000 Autos. Insgesamt wurden 2019 weltweit 2,3 Millionen Elektroautos verkauft, das sind 9 Prozent mehr als 2018.

Durch die anhaltende Dynamik konnte Europa seinen Weltmarktanteil auf über ein Viertel steigern; E-Autos erreichten 2019 einen Anteil von 2,8 Prozent aller Neuzulassungen. Norwegen als reifster E-Auto-Markt in Europa behält neben China auch die Führung im McKinsey Electric Vehicle Index, mit dem die Unternehmensberatung McKinsey & Company regelmäßig die Entwicklung der E-Mobilität in den 15 wichtigsten Ländern misst.

Nur noch jedes vierte verkaufte E-Auto ist ein Plug-in-Hybrid

China bleibt weiterhin der größte Markt in der Welt, das Angebot lokaler chinesischer Produkte ist deutlich gestiegen“, sagt Nicolai Müller, Seniorpartner im Kölner Büro von McKinsey. „Allerdings hat in Europa die Nachfrage sprunghaft angezogen. Weitere Dynamik ist zu erwarten – nämlich durch das steigende Produktangebot, mit dem die Hersteller die CO2-Grenzwerte erreichen wollen.“

Bis 2021 müssen die Hersteller mehr als 2 Millionen Elektroautos auf den Markt bringen, um Strafzahlungen an die Europäische Union zu vermeiden. Deutschland ist mit über 110.000 verkauften E-Autos 2019 der drittgrößte Markt weltweit und absolut der größte in Europa. Mit einem Marktanteil von 2,8 Prozent für E-Autos liegt Deutschland im europäischen Durchschnitt – hier sind Norwegen mit fast 45 Prozent Marktanteil, Island (22 Prozent) und die Niederlande (13 Prozent) weltweit vorne. Auch die Modellauswahl ist in Europa besonders groß: Nach China mit knapp 170 verfügbaren E-Auto-Modellen folgt bereits Deutschland mit über 80 Modellen. Sechs weitere europäische Länder folgen auf den Plätzen drei bis acht.

Tesla baut seinen Vorsprung als führender Elektroauto-Hersteller weltweit aus: 2019 setzte das Unternehmen 368.000 Fahrzeuge ab – davon allein 300.000 Mal das Model 3, das mit Abstand weltweit meistverkaufte E-Auto. Mit BMW (133.000 verkaufte E-Fahrzeuge inkl. Plug-in-Hybride) und VW (85.000) liegen zwei deutsche Marken in den Top 10. Besonders Kompaktfahrzeuge mit 44 Prozent Marktanteil und SUVs (30 Prozent) konnten bei den Kunden punkten. Zudem setzt sich der Trend zu reinen batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) fort: 74 Prozent aller 2019 verkauften E-Fahrzeuge waren reine Elektroautos, Plug-in-Hybride kamen nur noch auf 26 Prozent Marktanteil.

„Die Modelloffensive der Hersteller ist in vollem Gange“

Die Modelloffensive der Hersteller ist in vollem Gange“, sagt Patrick Schaufuss, Juniorpartner von McKinsey und Autor der Analyse. Bis 2024 hat die Industrie nicht weniger als 600 neue Elektroauto-Modelle angekündigt: Chinesische Autobauer liegen mit 169 Modellen vorne, gefolgt von Japan (145) und Deutschland (102). „Das Augenmerk der Hersteller liegt dabei im mittleren und großen Fahrzeugsegment“, erläutert Schaufuss. Der Anteil deutscher Hersteller an der weltweiten E-Auto-Produktion wird von 18 Prozent im vergangenen Jahr auf 29 Prozent im Jahr 2024 ansteigen. Damit könnte Deutschland mit über 1,7 Millionen produzierten E-Fahrzeugen bereits 2021 zum Weltmarktführer für E-Autos aufsteigen – knapp vor China.

Parallel zu den Modellankündigungen haben die Hersteller auch Batteriekapazitäten aufgebaut. Bis 2025 sollen bis zu 1000 GWh an Produktionskapazitäten entstehen, davon ein Großteil in China (bis zu 610 GWh), Europa (bis zu 290 GWh) und den USA (150 GWh). Wie im Fahrzeugmarkt ist hier die Dynamik in Europa mit einer jährlichen Wachstumsrate von bis zu 47 Prozent am größten.

Quelle: McKinsey — Pressemitteilung vom 02.03.2020

Über den Autor

Michael ist freier Journalist und schreibt seit 2012 fast ausschließlich über nachhaltige Mobilität, Elektro- und Hybridautos, Energiethemen sowie Umweltschutz.

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„Deutschland könnte 2021 zum Weltmarktführer für E-Autos aufsteigen“

echt jetzt ? – aber nur wenn Diese bis dahin Akkus von Bäumen schütteln können.
Mit ganz wenig Recherche und Fachwissen, könnte man darauf kommen, dass die Akkus DER Flaschenhals sind, weshalb die Herstellung von E-Fahrzeugen im besten falle hinkt. (Lieferzeiten von mehreren Monaten bis >1 Jahr sind Standard)
Alleine Tesla ist in der Lage, bedingt durch die hauseigene Herstellung von Akkus, eine signifikante Menge von Fahrzeugen zu liefern, aber selbst diese bezeichnen die Liefersituation als kritisch – es ist der Hauptgrund, warum Semi-Truck und Roadster 2 immer noch auf der Agenda stehen und noch nicht in Stückzahlen auf der Strasse rollen.

Ich denke auch die Akku Verfügbarkeit wird ein Problem werden. VW braucht noch 2 Jahre (?) bis sie ihre eigene Produktion aufgebaut haben. Und LGChem, die aktuell ja schon e-tron, iPace und EQC ausbremsen, schließt gefühlt mit immer mehr Herstellern Lieferverträge ab (Lucid etc.). Es wird viel darauf ankommen, was die Batterie-Hersteller in der Lage sind zu liefern (LGChem, CATL, Panasonic, Samsung). Für Autos muss die Qualität der Zellen ja auch entsprechend sein, das darf man nicht vergessen. Die Hersteller kaufen nicht irgendwelche Zellen ein, sondern diese müssen vorher definierte Spezifikationen erfüllen.
Auch Tesla lässt sich in China von CATL beliefern und die Gigafactory in den USA (da produziert letztlich ja Panasonic die Akkus für Tesla) wird nicht unendlich Kapazitäten haben.

@ Michael Metzger:
Der Roadster 2, der ggü des Gesamtabsatzes bei Tesla höchstens homöopathische Dosen erreichen wird, scheiterte bisher garantiert nicht ausschließlich der Lieferbarkeit der Akkus. Da geht es derzeit wohl eher darum, die angekündigten Fabelwerte annähernd erreichen zu können. Auch die Zulassungsfähigkeit der zusätzlichen Drucklufttriebwerke im öffentlichen Straßenverkehr sehe ich persönlich noch nicht gewährleistetet. Da gibt es noch einiges zu klären. Auch wie man eine solch hohe Energiemenge in dem Auto unterbringen kann. Die Beschaffung der benötigten Rohstoffe oder Zellen sind bestimmt nicht das größte Problem für Tesla.

“Deutschland könnte 2021 zum Weltmarktführer für E-Autos aufsteigen”.
Wenn die ganzen Hybride auch dazu gezählt werden, dann ist das sehr wahrscheinlich.
In der Autowerbung im TV und auf Plakaten spriessen vor Allem die Hybride wie Pilze aus dem Boden, BEV’s jedoch kaum.
Auch die Autohäuser von BMW, Volvo und Toyota ( wie eh und je ) sind plötzlich voll mit Hybriden.

„Auch die Autohäuser … sind plötzlich voll mit Hybriden“
Na weil die schnellstmöglichst abverkauft werden müssen.

Warum sollten sie das tun? Die sind jetzt erst in großen Stückzahlen auf dem Markt und werden so lange wie möglich lieferbar sein. Damit verdienen die Autobauer Geld.

Wow. Wer hätte das gedacht. Glauben tu ich’s auf jeden Fall nicht. Wer sich dermassen verzockt hat, nimmt hier aber den Mund ganz schön voll. Was man doch alles tut, um mit an den Haaren herbeigezogenen Versprechungen die Kunden (noch) bei Laune zu halten. Leider sehen die Fakten ganz anders aus, als es die PR Maschinerie uns sagen möchte. Und übrigens, ich zähle hybride nicht als eMobile. Das sind nur Notlösungen, welche beweisen, dass beim jeweiligen Hersteller kaum Elektrokompetenz vorhanden ist und Umweltbewusstsein schon gar nicht.

Da bin ich ja Mal gespannt, sicher ist, das bis zum Jahresende die neuen Grenzwerte
greifen. Damit steigt auch der Druck auf die Hersteller, mehr Stromer in die Flotte zu bekommen. Hybride sind da auf Dauer nicht die Lösung, das sehen wir ja schon in England. Was nützt ein Kabel, wenn es nach der Leasingzeit ungeöffnet im Kofferraum liegt??? Also werden wir wohl am Ende des Jahres mehr echte Stromer sehen als einige heute denken, gut so.
Mir gehen diese Pseudostromer sowieso auf die Nerven, damit wird nur versucht die verpasste Zeit wieder kurzfristig aufzuholen, der Umwelt hilft das wenig.

@Volta : „Was nützt ein Kabel, wenn es nach der Leasingzeit ungeöffnet im Kofferraum liegt???“

Das ist genau der Punkt: In diesem Forum diskutieren fast ausschliesslich Leute, die den Plug-In vorwiegend so fahren, für was er eigentlich konzipiert war. D.h. über 95% der Strecken ( meisst ca. 40-60km pro Tag ) werden rein elektrisch zurückgelegt. Dann und nur dann wird auch wirkliche der CO2 Ausstoss dem entsprechen, was der Hersteller ausweisen können, wenn es darum geht Konventionalstraffen zu verhindern.

Nur was machen die restlichen 95% der Leute, die mit diesen Hybriden unterwegs sein werden ? Das ist die spannende Frage. Keiner MUSS einen Plug-In Hybriden auch wirklich elekrischen fahren, wenn er das nicht will ! Mehr noch, diese Hybride verleihen meistens noch den Kick, dass ein Spurt von 0-100 noch viel besser ist als ein normaler Benziner/Diesel. Das ist halt schon geil ! D.h. wenn ich einen Verbrenner gegen einen Hybriden eintausche, dann habe ich einen echten Mehrwert, und das zieht bei den Leuten ungemein. Da verschwindet jeder Gedanke an das Klima sofort.

Ich bin überhaupt nicht Fan von dieser Situation aber ich denke da wird die Reise hin gehen und die Autofirmen werden ihr SOLL erfüllen und gut ist. Alle ( nein nicht ganz Alle ) werden zufrieden sein.

TRÄGHEIT ist leider eine Tugend von sehr vielen Leuten gelebt wird.

Wieso soll das nicht klappen? Auf dem Bild sind zwar 2 BMWs abgebildet, aber wenn Tesla in Grünheide richtig Gas gibt werden in Deutschland 2021 erheblich mehr E-Autos gebaut, oder waren nur deutsche Hersteller gemeint? Aber jetzt mal im Ernst, mit welchen rein elektrischen Fahrzeugen will Deutschland Marktführer werden?
Der E-Techniker

Es gäbe da schon ein paar Modelle die jetzt schon oder angeblich bis 2021 am Markt sein sollen:
– VW: ID.3 u. ID.4
– BMW: i3, x3i und i4
– Daimler: EQC, EQV und EQA
– Porsche: Taycan und Marcan
– Audi: e-Tron u. ?
mit ausreichend Stückzahlen pro Jahr nicht nur 50 o. 100.000 sondern eher Richtung 4-500.000 pro Modell, könnte man da schon was leisten.

Es geht hier nicht um die Produktion und Verkaufszahlen deutscher Hersteller, sondern die Bedeutung des Marktes im Sinne von zugelassenen Fahrzeugen von E-Antrieben – egal wer die gebaut hat.

Das heißt: Renault, Tesla, Nissan u.a. anderen zusammen werden in Deutschland so massiv verkaufen, dass der E-Anteil vor den Zulassungen in China liegen soll.

Bei den Zahlen gibt es weder ein Akku-Problem noch sonst was.

Wen interessiert denn so was? Pubertierende, die mit der Hand in der Hose vor den Ranglisten stehen? Manager, bei den Boni-Berechnungen? Aktionäre, bei der Festlegung von Sell-Lines? Verbandsfunktionäre vor der nächsten Wahl?

Doch hat der Buchstaben-Müll wohl die Rechnung ohne Corona gemacht. Ob China oder Deutschland – die Realität wird völlig anders aussehen. Und die Verhältnismäßigkeiten spielen dann eine völlig untergeordnete Rolle.

Könnte ja, wird aber nicht. Auf breiter Basis haben sowohl die Autohersteller, die Politik und alle sonstigten Beteiligten total versagt und versagen nach wie vor. Außer Fördergelder rauszuschmeißen fällt keinem etwas ein. Wir fahren seit 5 Monaten ein reines Elektroauto, aber es macht nur das eigentliche Fahren damit wirklich Spaß, das Gesamte was sonst noch dazu gehört, eine einzige Katastrophe. Wir können nur warnen, erst ganz viele Infos sammeln, dann entscheiden.

@Bio-Felix
mmmhhh: Erkenne ich nicht in diesem Beitrag! Ihre Worte: Es geht hier nicht um die Produktion und Verkaufszahlen deutscher Hersteller, sondern die Bedeutung des Marktes im Sinne von zugelassenen Fahrzeugen von E-Antrieben – egal wer die gebaut hat.
Also ich lese den unteren Abschnitt wie folgt: „Damit könnte Deutschland mit über 1,7 Millionen produzierten E-Fahrzeugen bereits 2021 zum Weltmarktführer für E-Autos aufsteigen – knapp vor China“.

Der E-Techniker

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