Deutsche Welle und die Unwahrheiten über Elektroautos

Deutsche Welle und die Unwahrheiten über Elektroautos

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Seit Jahren verbreitet die Deutsche Welle im Format „Wirtschaft_plus“ Unwahrheiten über Elektroautos. Auf zwölf Beiträge voller Falschaussagen (der Großteil davon von Thomas Spahn moderiert) kommt ein positiver von Christian Uhlig. Damit sich Jede*r selbst ein Bild machen kann, liste ich hier alle Beiträge auf und widerlege die darin enthaltenen Falschbehauptungen. Je nach Beitrag wahlweise nur mit einem Punkt – außer ein Beitrag ist eine Sammlung von Fehlinformationen, dann liefere ich zu jedem Zitat das passende Gegenargument. Manche Unwahrheit kommt in mehreren Videos vor – ich behandle sie dann trotzdem nur einmal.

„Ökoschwindel E-Auto!“

Erschienen: 22.08.2017, zu sehen hier.

„Dass das Land der Erfinder des ersten Autos mit Verbrennungsmotor diesen wohl als erste abschaffen wird.“

Falsch. Als erstes Land der Welt will Norwegen 2025 den Verbrennungsmotor beerdigen (ein konkretes Gesetz gibt es nicht, man will ein Ende des Verbrennungsmotors über die Förderung der Elektroautos erreichen). Debatten darüber gibt es in vielen Ländern, Gesetz geworden ist es bislang nur in Taiwan, dort sind Verbrenner ab 2035 verboten.

„Das Stockholmer Umweltforschungsinstituts IVL hat jüngst berechnet, dass allein die Produktion des riesigen Akkus eines Tesla S Elektroautos 17 Tonnen CO2 in die Atmosphäre bläst.“

Nein, das hat nicht das IVL berechnet, das ist eine Vereinfachung, die ein schwedischer Journalist auf Basis diverser ungünstiger Annahmen getroffen hat. Die Aussage „17 Tonnen CO2 für einen Tesla Akku“ ist so in der von Spahn zitierten Studie nirgends zu finden. Außerdem wurde die Studie 2 Jahre später von den Autoren selbst überarbeitet und fällt nun sehr klar positiv für Elektroautos aus.

„Umweltfreundlich werden E-Autos erst, wenn bei Tanken keine fossile Energie mehr in den Akku fließt und sie ausschließlich mit regenerativen Energien produziert werden.“

Natürlich ist ein hoher Ökostromanteil ganz grundsätzlich sinnvoll, dass es aber 100 % Ökostrom sein muss, ist eine Lüge. Auch mit einem geringeren Ökostromanteil am Strommix stehen Elektroautos schon besser da als Verbrenner – auch in Deutschland, nachzulesen beim Umweltbundesamt.


„Ökoschwindel E-Busse“

Erschienen: 12.03.2018, zu sehen hier.

Entgegen Spahns Behauptungen ist die BVG sehr zufrieden mit ihren Elektrobussen. Auch in München macht die MVG gute Erfahrungen, die Linie 100 ist komplett elektrisch.

Die Frage, warum nicht mehr Busse einfach per Oberleitung elektrifiziert werden werden, ist berechtigt, sicher finden sich in Deutschland auch genug Linien, wo das möglich wäre. Der Vorteil des Busses gegenüber einer Straßenbahn, nämlich die höhere Flexibilität, geht allerdings mit Oberleitungen komplett verloren. Außerdem sind Oberleitungen sehr anfällig für Wettereinflüsse und Vandalismus und treiben die Kosten so stark nach oben.

Eine ausführliche Liste der Gründe gegen Oberleitungsbusse stellt Wikipedia bereit.


„Ökobilanz E-Autos“

Erschienen: 16.04.2018, zu sehen hier.

„Deutlich klimafreundlicher [als ein Tesla] aber fahren ausgerechnet deutsche Dieselfahrzeuge.“

Nein, fahren sie nicht. Der ADAC hat in der zitierten Studie Daten von 2013 verwendet, mit den aktuellen Daten sah alles ganz anders aus. Hätte man merken können, wenn man die Studien, die man zitiert, vorher gelesen hätte.


„Tesla: Brennende Fragen!“

Erschienen: 05.06.2018, zu sehen hier.

Nach der Aufzählung von 3 (In Worten: Drei!) brennenden Teslas fragt Thomas Spahn, ob Teslas „rollende Zeitbomben“ seien. Interessanterweise gab es wegen dieser Brände keine Rückrufe für Tesla. Einige Zeit später rief dann BMW 324.000 Autos zurück, weil sie nicht nur in Thomas Spahns Fantasie, sondern auch in der Realität brandgefährlich waren. Warum hatte Spahn hier keine „brennenden Fragen“?


„Riesenflop E-Autoprämie“

Erschienen: 09.07.2018, zu sehen hier.

Hier kommentiert nicht Thomas Spahn, sondern Christian Uhlig. Tatsächlich ist dieser Beitrag etwas differenzierter, die Forderungen nach besserer Ladeinfrastruktur teile ich und auch die Argumentation, dass vor allem Wohlhabendere von der Förderung profitieren, ist nicht von der Hand zu weisen. Ein „Riesenflop“ war die Prämie trotzdem nicht, mittlerweile sind ja zwei Drittel der Fördergelder abgerufen worden, der Zeitpunkt hat einfach noch nicht gepasst. Deswegen war die Verlängerung, gegen die sich Uhlig im Video ausspricht, wohl doch sinnvoll.


„Brandneue E-Autos für deutsche Elektromuffel“

Erschienen: 10.09.2018, zu sehen hier.

„Was keiner will, davon muss es halt mehr geben.“

Spahn meint diesen Satz wohl ironisch, es ist aber tatsächlich was dran: Die Nachfrage nach Elektroautos war 2018 gering, weil viele Modelle nicht attraktiv waren. Da ist die Lösung in der Tat, mehr, vor allem aber bessere Modelle anzubieten.

„Denn die, die jetzt die E-Autos so pushen, haben bislang nicht mal ihre leitenden Mitarbeiter begeistern können. So liegt der Anteil von Elektro- und Hybridmotoren bei den 20.000 Dienstwagen von VW (…) im Promillebereich.

Welche Elektroautos sollten VW-Mitarbeiter denn fahren? Die große Modelloffensive kommt erst, bislang gibt es nur den Golf und den Up elektrisch – welcher Manager fährt denn Klein- oder Kompaktwagen? Neben Image spielt auch die Dienstwagenrichtlinie eine wichtige Rolle: Wenn einem Manager ein VW Phaeton oder zumindest ein Passat zusteht, wird er kaum ablehnen und sagen: „Ich nehme lieber den Up.“


„Irrweg E-Auto“

Erschienen: 17.01.2019, zu sehen hier.

„Der Akku eines Tesla X SUV wiegt 625 kg. Wenn also der stolze Teslafahrer Brötchen holen fährt, sitzen 7 ungebetene Beifahrer mit einem Durchschnittgewicht von 85 kg mit im Auto (…).“

Es ist völliger Nonsens, das Gewicht einer Fahrzeugkomponente in die Einheit „Mitfahrer“ umzurechnen. Oder rechnet Herr Spahn bei einem Benziner mit 255 kg schwerem Verbrennungsmotor auch aus, dass das auch drei 85 kg schwere Menschen sein könnten?

„Es ist wenig klimafreundlich, mit so viel unnützem Gewicht Brötchen zu holen …“

Das stimmt, es ist völliger Quatsch, mit zwei Tonnen Blech ein halbes Kilogramm Brötchen zu transportieren. Aber macht der Elektroantrieb das schlimmer, oder ist das nicht mit einem Verbrennungsmotor genauso sinnfrei? Ein mit dem Tesla Model X vergleichbares Fahrzeug, wie z.B. der Audi Q7 ist gerade mal 200 kg leichter – bei optimaler Ausstattung. Im schlechtesten Fall wiegt er sogar 200 kg mehr, warum hat Herr Spahn darüber noch kein Video gemacht?

„… oder überhaupt damit herumzufahren. Das ist pure Energieverschwendung!“

Falsch. Das Gewicht ist bei Elektroautos deutlich weniger relevant als bei Verbrennern, weil die Mehrenergie, die für die Beschleunigung des Gewichts nötig ist, auch in Form von mehr Rekuperationsenergie beim Verzögern zu einem ordentlichen Teil zurückkommt. Man kann schwere Autos kritisieren, weil sie die Straßen mehr belasten, aber pure Energieverschwendung sind sie nicht. Beispiel: Ein Tesla Model 3 verbraucht nach WLTP 14,1 kWh und wiegt 1.700 kg. Ein 600 kg leichterer Smart fortwo EQ verbraucht mit 16,6 kWh deutlich mehr. Die Aussage, schwere Elektroautos seien pure Energieverschwendung, ist schlicht und ergreifend grober Unfug.

„(…) und deren [die Akkus der E-Autos] Leistung nach 4 -5 Jahren deutlich in die Knie geht, wie die vom Handy”

Der Vergleich zwischen Handy- und Autoakkus ist einfach absurd: In den allermeisten Autos wird der Akku aktiv gekühlt oder geheizt, die Ladeleistung wird je nach Ladezustand angepasst und am oberen und unteren Ende gibt es Reserven, die nicht genutzt werden. Diese Dinge schonen einen Autoakku, bei Handys gibt es das nicht. Manch modernes Smartphone lädt in einer halben Stunde voll – ohne Akkukühlung! Das ist in Autos undenkbar.

Durch diese Schutzmaßnahmen gehen Auto-Akkus eben nicht nach vier bis fünf Jahren „in die Knie“. Ja, sie verlieren etwas Kapazität, aber das sind wenige Prozent. Das ist etwas völlig anderes als ein Handy, dessen beim Kauf noch einen Tag und nach ein paar Jahren nur noch einen halben Tag durchhält.

Erwähnt werden muss hier auch, dass z.B. Toyota mittlerweile eine Million Kilometer und 15 Jahre Garantie auf die Akkus im Elektrobus ProAce gibt. Welcher moderne Verbrennungsmotor ist auf eine Lebensdauer von einer Million Kilometer ausgelegt?


Tod der Kleinwagen

Erschienen: 23.05.2019, zu sehen hier.

Hier kommentiert Christian Uhlig, Kleinwagen würde es bald nicht mehr geben, weil diese durch die CO2-Strafzahlungen zu teuer würden. Elektrische Kleinwagen aber seien unattraktiv, er verweist auf den VW e-Up, der 19.000 € koste. Soweit richtig, allerdings gab es seitdem eine Entwicklung: Mittlerweile gibt es das Facelift des kleinen Elektroflitzers nach Förderung bereits ab 12.000 € – das sind tausend Euro weniger als die Verbrenner-Variante. Langfristig gesehen ist die Elektrifizierung die Rettung der Kleinwagen, eben weil eine adäquate Abgastechnik viel zu teuer wäre.


Milliardengrab E-Auto

Erschienen: 07.11.2019, zu sehen hier.

„Elektroautos bleiben Ladenhüter.“

Ich frage mich ja, warum man auf die meisten dieser „Ladenhüter“ Monate warten muss. Wenn niemand diese Autos wöllte, müssten sie ja alle sofort lieferbar sein. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall, viele Modelle sind ausverkauft. Ja, die absoluten Zahlen sind gering, aber sie steigen stetig und stark, viele OEMs haben die Nachfrage unterschätzt.

„Wenn schon ein kompaktes Elektroauto, wie der (…) VW ID.3 mindestens 30.000 € kostet, bleibt es trotz Kaufprämie teuer.“

Mit der Kaufprämie, die zum Zeitpunkt des Videos galt, hätte der ID.3 24.000 € gekostet (mittlerweile mit Innovationsprämie sogar nur 21.000 €). Zum Vergleich: Der durchschnittliche Deutsche Neuwagen kostet 30.000 €, da ist 21.000 € alles andere als teuer.

Das betont auch VW, der ID.3 wird billiger als ein vergleichbarer Dieselgolf sein.

„Und wer will schon auf eigene Kosten austesten, ob der Akku tatsächlich mehr als die acht Jahre hält, die VW garantiert?“

Zum Glück muss das niemand mehr machen, weil es schon Leute gab, die die Lebensdauer von Elektroauto-Akkus getestet haben. Hansjörg von Gemmingen hat als erster Teslafahrer eine Million Kilometer vollgemacht, auf dem aktuellen Akku sind über 500.000 Kilometer und er funktioniert noch. Bei einer durchschnittlichen Jahresfahrleistung von 13.000 Kilometern hätte dieser Akku (kalendarische Alterung nicht betrachtet) 38 Jahre genutzt werden können. Ob Herr Spahn seine eigenen Autos länger als 38 Jahre behält? Dann wären seine Ängste natürlich berechtigt.

„Schon diese Batterie für den winzigen Elektro-smart kostet 17.000 €.“

Nein, tut sie nicht, es sind 11.000 € weniger.

„Da kann man dann beim Schnellladen den Akku in einer halben Stunde wenigstens wieder halbvoll machen…“

State oft the Art ist in diesem Bereich der Porsche Taycan, er lädt nicht in einer halben Stunde halbvoll, sondern in 22 Minuten auf 80 %. Teslas Model 3 ist ähnlich flott.

„… wenn die Ladesäule frei ist. An der aber dürften meist schon andere stehen.“

Warum eigentlich? Bei jeder Gelegenheit verweist Spahn penibel darauf, wie wenig E-Autos es doch gebe, wie soll denn bei so wenigen Autos jede Ladesäule meist belegt sein?

Ich selbst habe in sechs Jahren Elektromobilität genau einmal an einer Ladestation warten müssen – fünf Minuten. Gut, das ist anekdotische Evidenz, vielleicht sind ja wirklich ständig alle Säulen belegt. Wenn dem so ist, hat Herr Spahn sicher eine Quelle dafür.

„Die Massenmotorisierung mit Elektroautos ist technisch alles andere als ausgereift.“

Schön und gut, aber warum hat diese nicht ausgereifte Technologie in Ländern wie Norwegen mittlerweile 50 % Anteil an den Neuzulassungen? Oder ist das „nicht ausgereift“ nur eine weitere von Thomas Spahns unbegründeten Vermutungen?


Elektro-Starrsinn

Erschienen: 02.09.2019, zu sehen hier.

„Obwohl inzwischen alle Experten einräumen, dass auch E-Autos die Umwelt belasten (…)“

Nein, das wurde nicht „inzwischen eingeräumt“, das wusste jeder Experte schon immer. Jedes Auto belastet die Umwelt: Reifenabrieb gibt es immer, Staus gibt es immer und die Herstellung verbraucht Energie – völlig egal, welcher Antrieb unter der Haube arbeitet. Weniger Autos sind deshalb grundsätzlich sinnvoll und wir haben in der aktuellen Pandemie ja gelernt: Viele Fahrten sind überflüssig und damit auch sicher das eine oder andere Fahrzeug.

„mit besonders hohen CO2-Emissionen bei der Akkuproduktion. Im Auftrag des ADAC haben nun Umwelt- und Energieexperten die Klimabilanz von Diesel-, Benzin-, Erdgas- und Elektroautos der Golfklasse verglichen – über den gesamten Lebenszyklus. Klare Klimasieger sind Erdgasautos.“

Mal wieder bemüht Spahn hier eine Studie, die grobe Fehler aufweist und in der Fachwelt zerrissen wurde. Eine Korrektur das Beitrags erfolgte nicht.

„Denn E-Autos tanken aus öffentlichen Steckdosen rund 40 % Klimakillerstrom aus Braun- und Steinkohle. Der Anteil dürfte eher noch steigen, wenn alle Kernkraftwerke abgeschaltet werden.“

Richtig ist: Der Kohle-Anteil am deutschen Strommix betrug 2019 nicht 40 %, sondern 30 %. Für 2020 sind es bislang sogar nur noch 20 %. Abgesehen davon werden alle öffentlichen Ladestationen mit Ökostrom versorgt. Ja, der ist nur auf dem Papier grün, aber er unterstützt den Ausbau der Erneuerbaren Energien und sorgt dafür, dass auch in der Realität immer mehr Ökostrom in den E-Autos landet.

„Aber selbst mit Ökostrom betankte E-Autos können ihren Treibhausgasrucksack nie mehr abschütteln – wenn sie gegen Erdgasautos antreten, die Biomethan im Tank haben. Die sind klimaneutral unterwegs.“

Diese nur in einem sehr begrenzten, realitätsfremden Szenario zutreffende Behauptung bringt Spahn des Öfteren, ich gehe deshalb nur an einer Stelle darauf ein, siehe unten.

„(…) herrscht in Berlin der unbeirrbare Glaube an die E-Mobilität.“

Fragt sich nur, warum Deutschland viel später als die meisten anderen Länder eine E-Auto-Kaufprämie eingeführt hat und warum diese mit zu Beginn nur 4.000 € viel niedriger ausfiel als z.B. in den USA (7.500 $ Steuervorteil) oder Norwegen (diverse Vergünstigungen, u.a. Entfall der 25 % Mehrwertsteuer)? So unbeirrbar war die Regierung dann wohl doch nicht.

„Wie die Bundesregierung setzt auch die Hauptstadt auf E-Busse, obwohl der Testbetrieb ein Fiasko war. (…) Trotzdem will Berlin langfristig 1.400 E-Busse ordern. Warum? Weil die Elektro-Fördermilliarden winken.“

In einem Testbetrieb kann es Probleme geben, deswegen heißt es Testbetrieb. Mittlerweile sind die BVG (siehe auch oben) sehr zufrieden mit ihren E-Bussen und wollen deswegen 1.400 E-Busse bestellen, nicht aufgrund der Förderungen. Wenn die Elektrobusse wirklich so schlecht wären, würde die BVG auch trotz Förderung keine kaufen – es ergäbe doch keinen Sinn, zwar Fördergelder zu bekommen, dafür aber den Berliner Busverkehr zusammenbrechen zu lassen.

Für Herrn Spahn hätte sich der Blick ins chinesische Shenzhen gelohnt, da sind alle 16.000 städtischen Busse seit mehr als zweieinhalb Jahren vollelektrisch unterwegs.

„Das alles aber ist weder Umweltschutz noch verantwortlicher Umgang mit Steuergeldern, sondern milliardenteurer Starrsinn, den dringend einer bremsen sollte! Aber: Menschen mit unerschütterlichem Glauben sind bekanntlich nur ganz schwer davon abzubringen.“

Den naheliegenden Witz über ein Format eines steuerfinanzierten Fernsehsenders, in dem ein starrsinniger Mensch mit unerschütterlichem Glauben dringend mal gebremst werden müsste, verkneife ich mir an dieser Stelle. Immerhin kostet das ja keine Milliarden.


Biogas schlägt E-Auto

Erschienen: 04.12.2019, zu sehen hier.

Spahn führt lang und breit aus, wie toll Biogas-Autos sind, schränkt aber am Ende selbst ein: Das in Deutschland verfügbare, klimafreundliche Biomethan aus Reststoffen reicht für 5 Millionen PKW. Zugelassen in Deutschland: 47 Millionen. Anhand der Aussagen mutmaße ich, dass er sich auf diese Fraunhofer Studie bezieht – nachprüfen lässt sich das nicht, weil man es bei der DW auch im Jahr 2019 wohl noch nicht für nötig befand, Quellen zu verlinken oder wenigstens eindeutig zu nennen.

Was in dieser Studie steht, von Spahn aber nicht erwähnt wird: Die Fraunhofer-Experten empfehlen ausdrücklich, eben aufgrund der mangelnden Verfügbarkeit des Biomethans, dieses lieber in LKW zu verwenden – in PKWs seien auch Akkus eine gute Option.


„Die E-Auto-Verbohrten“

Erschienen: 24.06.2020, zu sehen hier.

Dieses Video war der Aufhänger, warum ich mich so tiefgreifend mit Spahns Machenschaften beschäftige. Ich habe ihm deshalb eine Mail geschrieben (aber keine Antwort bekommen), die ich der Einfachheit halber hier komplett einfüge:

Sehr geehrter Herr Spahn,

Ich melde mich auf diesem Weg bei Ihnen, weil das Thema für Twitter zu komplex ist, hier kann ich die Aussagen aus Ihrem Video im Detail widerlegen.

  1. „Danach sorgen E-Autos für 73 % mehr Treibhausgase als moderne Diesel, wenn, wie geplant, alle, Autos in Deutschland komplett auf E-Antriebe umgestellt würden.“

Sie zitieren hier zwar nur eine Studie, diese ist aber falsch und wurde bereits widerlegt (wie bereits bei Twitter erwähnt). Das Fraunhofer ISI hat die falschen Annahmen des IfW angepasst und landet in einem Korridor von 20 bis 46 % Minderemissionen von Elektroautos im Vergleich zu Dieseln.

https://www.isi.fraunhofer.de/content/dam/isi/dokumente/cce/2020/Stellungnahme_IfW-Langfassung.pdf

  1. „Schon zuvor haben x Studien belegt, dass der E-Antrieb erst dann umweltfreundlicher als moderne Verbrenner ist, wenn seine Treibhausgaslasten aus Akkuproduktion und Betrieb heruntergefahren sind.“

Das stimmt, allerdings lassen Sie hier die entscheidende Information weg: Die meisten Studien belegen in einem Atemzug mit dieser Feststellung auch, dass das schon längst der Fall ist. So hatte ein Elektrofahrzeug 2017 laut Umweltbundesamt 16 % weniger CO2-Emissionen als ein Diesel und 27 % weniger als ein Benziner, bis 2025 sollen diese Zahlen auf 32 bzw. 40 % steigen. Sie haben recht, Studien zur Zukunft kann man in der Gegenwart nicht be- oder widerlegen, Fakt ist aber, dass Elektroautos bereits in der Gegenwart eine bessere CO2-Bilanz haben als Verbrenner. Ja, sie sind nicht klimaneutral und ja, die Anrechnung als Null-Emissionsfahrzeuge ist ziemlicher Nonsens. Aber sie sind eben doch schon besser als Verbrenner und werden ja mit dem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien immer besser.

Quelle Umweltbundesamt: https://www.bmu.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Verkehr/emob_klimabilanz_2017_bf.pdf

Da Sie sicher anführen werden, dass es auch kritische Studien gab, liefere ich Ihnen zu allen mir bekannten Studien gleich die Widerlegung mit:

–          Die „Schweden-Studie“ wurde inzwischen von den Autoren selbst korrigiert: https://www.sueddeutsche.de/auto/e-autos-batterieproduktion-studie-1.4709878

–          Hans-Werner Sinns Rechnungen wurden in der WirtschaftsWoche zerpflückt: https://www.wiwo.de/technologie/mobilitaet/ist-das-e-auto-ein-rueckschritt-was-hans-werner-sinn-bei-seiner-elektroauto-studie-uebersehen-hat/24237236.html

–          Die Fehler des IfW hat das Fraunhofer ISI aufgeführt, hatten wir ja oben schon.

–          Eine Studie des Fraunhofer ISE wurde von der TU Eindhoven korrigiert: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2542435119302715

–          Die als „ADAC-Studie“ bekannte Arbeit von Joanneum Research wurde ebenfalls aus der TU Eindhoven widerlegt: https://innovationorigins.com/de/warum-die-studie-des-adac-ein-paradebeispiel-fuer-die-anti-elektromobilitaets-lobby-ist/

Sollte von „x Studien“ noch eine übrig sein, die ich nicht erwähnt habe, sagen Sir mir bitte Bescheid, ich suche die passende Gegendarstellung gerne raus.

  1. „Sie [Biogas-Fahrzeuge] fahren absolut klimaneutral.“

Das stimmt nur in einem sehr begrenzten Szenario, nämlich dann, wenn Abfallstoffe dafür verwendet werden. Die Menge des verfügbaren Biomethan würde aber nur für 10 % des PKW-Verkehrs reichen, für den Rest empfiehlt Fraunhofer im von Ihnen verlinkten Artikel ausdrücklich Elektroautos.

Beim LKW-Verkehr könnte Biomethan für bis zu 50 % aller Fahrzeuge ausreichen, da wäre ein Einsatz also viel sinnvoller, weil sich Elektrifizierung hier viel schwieriger gestaltet als im PKW.

Außerdem wird hier nur CO2 betrachtet, Methan und Lachgas (Treibhauseffekt Faktor 25 bzw. 300) bleiben außen vor und sind ein großes Problem bei Biomethan, siehe: https://www.handelsblatt.com/technik/energie-umwelt/alternative-energie-erschreckende-klimabilanz/4406150-4.html?ticket=ST-2413283-rGxUaWK22fPcMzmX0fxT-ap1

Warum schreibe ich Ihnen das so ausführlich? Es wird jeden Tag sehr viel Unfug über Elektromobilität verbreitet, ich befasse mich mit dem Thema seit sechs Jahren. Wenn Boulevardblätter oder Privatsender Falschinformationen verbreiten, ist mir das egal – bei einem Sender wie der Deutschen Welle nicht. Auf der DW-Homepage steht, Ihr Credo sei: „Entwicklungen erst verstehen, dann darüber berichten.“ In diesem Sinne hoffe ich, Ihnen zu einem besseren Verständnis für dieses Thema verholfen zu haben.

Zeigen könnten Sie das zum Beispiel, in dem Sie Ihre Aussagen öffentlich richtigstellen. Dann ziehe ich auch meine unhöfliche Kritik zurück und entschuldige mich öffentlich für meinen Tonfall.

Ich freue mich auf Ihre Antwort und verbleibe bis dahin

Mit freundlichen Grüßen

Robin Engelhardt



Alles schlecht? Nein

Zur Ehrenrettung der Deutschen Welle: Es gibt durchaus gute Beiträge über Elektroautos. Auch im Format „wirtschaft_plus“ findet sich ein Lichtblick. Christian Uhlig erklärt sehr gut, dass Elektroautos auch dann sinnvoll sind, wenn der Strom noch nicht zu 100 % aus Erneuerbaren Energien kommt. (Diesen Beitrag hatte ich übrigens fälschlicherweise in einer ersten Linksammlung in einen Topf mit Spahns Unwahrheiten geworfen, dafür möchte ich mich bei Herrn Uhlig entschuldigen.) Leider ist das aber nur einer von insgesamt 13, die sich mit Elektroautos beschäftigen – die restlichen 12 haben alle einen negativen Tenor und sind zu einem großen Teil falsch.

Meinungsfreiheit ≠ Faktenfreiheit

Es ist klar ersichtlich, dass Thomas Spahn seit drei Jahren in jedem seiner Beiträge über Elektroautos mindestens einmal die Unwahrheit sagt, in vielen finden sich mehr falsche als wahre Aussagen. Sowohl Spahn selbst als auch die Wirtschaftsredaktion der Deutschen Welle berufen sich hier auf die Meinungsfreiheit – es seien ja schließlich Kommentare. Abgesehen davon, dass die Kommentare manchmal gar nicht und oft nur unzureichend als solche gekennzeichnet sind, entbindet auch der Kommentar keinen Journalisten von seiner Pflicht zur wahrheitsgetreuen Berichterstattung. Natürlich gilt Meinungsfreiheit, auf was Spahn und die DW sich hier aber berufen ist nicht Meinungsfreiheit, sondern Faktenfreiheit: Wenn eine Vielzahl an Studien eindeutig nahelegt, dass Elektroautos umweltfreundlicher als Verbrenner sind, ist eine Aussage á la „Diesel sind umweltfreundlicher als Elektroautos“ keine Meinung, sondern eine Lüge.

Ob Spahn und die Wirtschaftsredaktion ihre Pflichten zur wahrheitsgetreuen Berichterstattung und sorgfältiger Recherche verletzt haben, wird der Intendant der Deutschen Welle klären – nachdem Thomas Spahn auf meine Mail nicht reagierte und sich auf Twitter auch nur hinter Floskeln versteckte, habe ich eine offizielle Programmbeschwerde eingereicht.

Warum?

Aus welchem Grund Herr Spahn sich so verhält, ist mir schleierhaft. Ich distanziere mich an dieser Stelle ausdrücklich von Spekulationen um seine Käuflichkeit, mir scheint Unwissenheit und mangelhafte Recherche die plausibelste Erklärung.

Das viel wichtigere „Warum?“ ist ein anderes: Warum bietet die Deutsche Welle seit drei Jahren die Plattform für Herrn Spahns Unwahrheiten? Sie ist gesetzlich zu wahrheitsgetreuer Berichterstattung und sorgfältiger Prüfung der veröffentlichten Meldungen verpflichtet – gelten diese Regeln nicht mehr, sobald irgendwo kurz das Wörtchen „Kommentar“ aufblitzt? Auch hier will ich keine Spekulationen um Käuflichkeit anheizen, sondern weise diese vielmehr mit Nachdruck zurück. Wer sollte denn ein Interesse daran haben, eine Kampagne gegen Elektroautos ausgerechnet in dem Sender zu fahren, der innerhalb Deutschlands wohl eine der schlechtesten Reichweiten überhaupt hat? Auch hier drängt sich mir eine einfachere Erklärung auf: Eine unsaubere Arbeitsweise. Thomas Spahn liefert einen Beitrag ab, die Redaktion prüft ihn nicht oder nur unzureichend und er geht online, Ende.

Falls Herr Spahn oder die DW Wirtschaftsredaktion mir eine andere Erklärung liefern möchten, freue ich mich sehr darüber. Sollten noch Quellen auftauchen, die meine Aussagen widerlegen, bin ich natürlich offen dafür. Und Herr Spahn, wenn der Satz über die Deutsche Welle als „Plattform für ein Streitgespräch“ keine hohle Phrase, sondern ein ernsthaftes Angebot war, nehme ich mir die Zeit gerne!


Robin Engelhardt hat diesen Artikel unter dem Titel: “provokant. persönlich. falsch” auf seiner Plattform www.robin-engelhardt.de am 26. Juni 2020 online gestellt und bietet uns mit seiner zusätzlich Veröffentlichung auf Elektroauto-News.net die Möglichkeit uns bewusst mit dem Thema auseinanderzusetzen.

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26 Antworten

  1. Kompliment! das war sicher aufwändig zu recherchieren, aber leider notwendig, um auf die – auch in vielen anderen Bereichen – hingeworfenen Plattitüden zu reagieren. und nun auch selbst reagieren zu können, danke dafür!

  2. Danke für deine Arbeit. Das ist sehr wichtig. Wie immer, werden Innovationen am Anfang bekämpft, erst zu einem späteren Zeitpunkt werden diese durch die Mehrheit akzeptiert und dann versteht keiner mehr warum man mal ursprünglich dagegen war und macht sich über diese Leute lustig. Das ist auch klar, weil es nur wenig rational begründbare Gegenargumente gibt, die meisten Gründe sind einfach nur falsch. Bei der Erfindung der Eisenbahn waren doch ein Gegenargument, dass durch die hohe Geschwindigkeit gegenüber der Droschke, der Geist nicht mitkommt.

    Bei einem Argument welches auch H. Engelhardt aufgeführt hat, sollte man noch länger diskutieren, damit die Argumentation klarer und stichhaltiger wird. Momentan machen wir einen Wandel in der Stromerzeugung durch. Wir wollen weg von der fossilen- und nuklearen Stromerzeugung und hin zur regenerativen CO2 freien Stromerzeugung. Uns ist allen klar, dass dieser Prozess möglichst rasch gehen soll. Vor allem die stark CO2 produzierenden Braunkohlekraftwerke, die fast drei mal soviel CO2 produzieren wie Gaskraftwerke, sollten möglichst schnell abgeschaltet werden. Wenn nun viele BEVs ins Rennen gehen, verschiebt sich, vorausgesetzt man hat die gleiche Anstrengung beim Stromwandel, der Zeitpunkt, wann das letzte Braunkohlekraftwerk abgeschaltet wird nach hinten. Insofern kann man zum Schluß kommen und argumentieren, und das macht H. Schmidt von IfW, dass die BEV ausschließlich mit Braunkohlestrom laden. Durch eine falsche Rechnung kommt H. Schmidt vom IfW dann auf 73% mehr CO2 Produktion. In Wirklichkeit ist es ungefähr pari. Das Argument ist erst mal nicht ganz von der Hand zu weisen. Selbst wenn ich Solarzellen auf mein Eigenheim habe und damit mein BEV lade, könnte dieser selbstproduzierte Strom alternativ auch in das öffentliche Netz fliessen und dafür sorgen, dass die Braunkohlemeiler früher abgeschaltet werden.

    Ich denke damit müsste man sich intensiver auseinandersetzen. Z.B. wären mit diesem Argument auch die Wärmepumpen zur Gebäudeheizung, staatlich gefördert, auch zu verteufeln. Ausserdem macht ein erhöhter Stromverbrauch mehr Druck auf die Stromproduktionsumstellung und beschleunigt diese. Dadurch, dass die CO2 Produktion vom BEV welches mit Kohle bestromt wird und eines Verbrenners fast identisch ist, wäre diese Logik folgenlos.

    1. Bei der CO2 Diskussion um Kohlestrom sollte aber folgendes nicht vergessen werden.
      >E-Autos haben mit Kohlestrom eine höhere Effektivität Well to Wheel (Von der Quelle bis zum Antriebsrad) als Verbrenner mit Öl. D.h., auch mit reinem Kohlestrom würde ein E-Auto der Atmosphäre weniger CO2 zuführen als ein Verbrenner. Also abgesehen davon, dass sowieso schon über 40% des deutschen Stroms regenerativ sind.
      Sogar mit einem Generator geladen würde ein E-Auto für eine bestimmte Strecke weniger Diesel brauchen als ein Verbrenner.
      >Jedes E-Auto, dass aktuell schon auf der Strasse fährt oder zukünftig gebaut wird, erzeugt bei jeder Verbesserung des deutschen Strommixes sofort weniger CO2.
      >Die giftigen Verbrennungsrückstände werden im Kraftwerk besser gefiltert als in den Autos. Diese Filter werden auch ständig überwacht und nicht nur alle 2-3 Jahre der Fehlerspeicher der Steuerung ausgelesen. Der Ruß wird auch nicht ab und zu mal rausgeblasen wie im Verbrenner, damit der Feinstaubfilter nicht verstopft.
      >Ladesäulen werden mit Ökostrom betrieben. Das ist eine Voraussetzung für die Förderung. D.h. jedes E-Auto erhöht die Nachfrage nach Ökostrom und damit die Chance, das neue EE Kraftwerke gebaut werden.

      Bei der Wärmepumpe bin ich nicht Ihrer Meinung. Eine WP ersetzt eine Therme mit Öl oder Gasbetrieb. Durch die hohe Effektivität der WP und der Kraftwerke ist die WP vom CO2 “Ausstoss” her immer geringer als der alte Kessel. Mit dem Strom aus einer eigenen PV ist die WP über jeden Zweifel erhaben.

      1. So ganz stimmt das leider nicht. Ein Braunkohlekraftwerk erzeugt 1.110g CO2 pro kWh. Wenn man ein Verbrauch von 17 kWh auf 100km zu Grunde legt und noch einen Gesamtwirkungsgrad von 85% berücksichtigt, ist das nicht besser als ein Verbrenner mit rund 170g CO2/km.
        Wie gesagt die Argumentation ist ja, das man mit fehlenden BEVs Kohlekraftwerke früher abschalten könnte, egal wo und wer eine PV oder Windrad installiert.
        Die Effizienz der Wärmepumpe ist bekanntlich sehr stark von den Temperaturen abhängig, also Eingangs und Ausgangstemperatur. Bei einem kalten grauen Wintertag ist das nicht so tolle. Eine moderne Gasheizung mit 105% Wirkungsgrad ist da wahrscheinlich besser.

        In den anderen Punkten gebe ich dir Recht. Auch muss der Stromverbrauch bei der Treibstoffproduktion und Transport berücksichtigt werden, dass ist schon 50% des Bedarfes eines BEV und der Kohleausstieg ist politisch geregelt und nicht bedarfsorientiert.

    2. Die Argumentation von H. Schmidt vom IfW ist völliger Blödsinn und eines Professors nicht würdig. Die Geschwindigeit der Umstellung auf EE ist keine physikalische Größe, sondern ein Faktor der durch politische Entscheidungen beeinflusst ist. Ein BEV kann nichts dafür, wenn mächtige Lobbyisten die Energiewende ausbremsen. Eine sinnvolle Rechengröße für Vergleiche kann nur der Strommix sein. Und dieser muss dann auch noch über die durchschnittliche Nutzungsdauer des Fahrzeugs hochgerechnet werden. Übrigens gibt es für die Braunkohlekraftwerke einen Abschaltplan, der sich nun auch nicht mehr ändert, wenn mehr BEV verkauft würden. Es ist traurig für was sich manche eigentlich intelligente Menschen hergeben.

  3. Hallo,
    wenn man alles liest was hier publiziert wird ist man sicher nicht optimal informiert.
    Es gibt nicht nur Tesla als Elektroauto und ich fahre schon den dritten Elektrowagen und zwar von Nissan und bin sehr zufrieden.
    Offenbar verschlafen die Deutschen Autohersteller auch diese Innovation sowie es den Anschein hat.
    Vielleicht ist die Gewinnmaximierung in Deutschland immer noch führend !

  4. Sehr guter Bericht. Also, alle E Autos sind gut und sollten jetzt auch gekauft werden. Hört endlich auf damit, die Fabrikanten der E Autos gegen einander auszuspielen. Gilt auch für dich Fritz.

  5. Danke für diesen Beitrag…

    anfangs musste ich schmunzeln weil so ziemlich alles widerlegt wurde was die Schwachköpfe von Politiker-Statisten so von sich geben.
    Am Ende des Beitrags ist es dann doch ziemlich traurig was der Bankkaufmann da von sich gibt.
    Und das ist nicht nur bei E-Mobilität so unterirdisch.

    Ich frage mich wer solche Dummköpfe in Verantwortung wählt und noch nicht mal zur Verantwortung zieht.
    In keiner Firma bekommt mann so viel Geld für Unwissenheit und grenzenlose Dummheit.

    Aber gut, deswegen ist der Staat auch mehr als 10 fach vom Einkommen verschuldet.
    Jede andere Firma müsste schließen.

    Herr Spahn outet sich …
    “mein tägliche Kaffee hat mehr IQ”

  6. SUPER … Anerkennung … aber warum wird das wieder nur hier in so eienem Forum für Experten geklärt?
    Sind denn Gegendarstellungen nicht dort zu präsentieren wo auch die Falschmeldung pupliziert wurde?

  7. das Erschütternde sind nicht die Falschaussagen, es gibt ja auch jede Menge Klimawandel-Leugner. Erschütternd ist, dass die Deutsche Welle sich dafür hergibt, solche leicht wiederlegbare Meinungsmache zu veröffentlichen. Wenn VW und Shell vor ca. 8 Jahren eine Studie in Auftrag gegeben haben mit dem Titel “Wie verhindern wir das Elektroauto”, dann ist das verständlich. Wenn aber die Deutsche Welle solche Lobbyisten-Aussagen wahrscheinlich gegen viel Geld veröffentlicht, dann ist das hahnebüchen. Ich empfehle hier das im Juni erschienene Sachbuch “Die Klimaschmutz-Lobby” (KlimaSCHMUTZ-Lobby) von Susanne Götze, dann lernt man die Mechanismen kennen, wie die öffentliche Meinung durch die Industrie (Mineralöl-,Automobil-,Luftfahrt-,Agrar-) und deren Strohmänner (Politiker) mit hohem finanziellem Aufwand verbogen wird. Einfach mal nach INSM googeln als Beispiel einer Institution, die professionell diese Meinungsmache als ihr Produkt verkauft.
    Ein Herr Spahn ist dagegen ein Waisenknabe.

  8. @ManfredO: “…die Falschmeldung pup-liziert wurde”, der war gut, wenn auch unfreiwillige Ironie.

    @Verfasser/Redaktion: Schon mal daran gedacht, Beschwerde gegen Herrn Spahn und die DW wegen vorsätzlicher Falschmeldungen und gewollter Irreführung der Öffentlichkeit beim Presserat einzulegen?

  9. Geil geil geil. Endlich mal was zu lachen ohne Witz!
    Ok schade das mein Opa nichmehr lebt, den könnte man auch da hinstellen und erzählen lassen, dass man nach dem Krieg auch Autos mit einem holzkessel als Vergaser fahren ließ. Sehr Öko…
    Spass beiseite, gut das jmnd dem Wahnsinn widerspricht. Denkt man ja von dem öffentlichen Sender nich.
    Nur leider denken immer noch viele so, nicht nur wirtschaftler, sondern auch die Ingenieure, da isses wirklich traurig.

    Ok kleine Frage am Rande, werden wirklich alle öffentlichen Ladestationen mit Ökostrom versorgt?

  10. Man sollte auch den Lesern erklären, dass wenn der Ökostromanteil am Strommix für das Laden der Elektroautos gebraucht wird, dieser zusätzlich benötigte Strom durch fossile Energieträger zusätzlich erzeugt wird, um die Versogung in Deutschland weiter zu gewährleisten.

      1. Ja und warum wird dann nicht darauf verwiesen, dass der zusätzliche Strom zum tanken zu 100% aus Kohlestrom erzeugt wird, solange bis wir unseren Bedarf nicht komplett aus Ökostrom decken können ?.

        1. Ich sehe das so : Um das Endziel einer nahezu 100% Erneuerbaren Energieversorgung in den kommenden 20 Jahren zu erreichen, müssen wir Innovationen in der Elektromobilität ( Akku, H2 ) vorantreiben, die ebenfalls nahezu 100% nachhaltig sind. Ich kann nur genauer beurteilen woher der Ladestrom bei mir zu Hause, jetzt noch ohne eigene PV Anlage, in der Schweiz erzeugt wird und das ist auf keinen Fall 100% ( ich bezweifle auch, dass es so ist ), ja nicht einmal 1% Kohlestrom, sondern alles Strom aus heimischer und aussländischer Wasserkraft sowie heimischer Biomasse. Mit der Aussage 100% Kohlestrom killen Sie bei sehr vielen Leuten alle Argumente überhaupt vom Status Quo wegzukommen. Sie zementieren quasi die Einstellung ja keinen Move zu vollziehen und so verhält sich dan auch die Autoindustrie.

          1. Ich war lange in Norwegen tätig und finde Elektroautos gut, weiß aber auch, dass der zusätzliche Strom in Norwegen durch den Aufbau von Windparks gedeckt wird. Das ist gut für die CO2 Bilanz und natürlich wie alles andere auch schlecht für die Umwelt (Meer, Tiere, Wetter usw.). Der Grund warum soviele Elektroautos in Norwegen fahren ist, weil sie keine Maut bezahlen müssen, bei mir hat das so ca. 9 Euro pro Tag auf den Weg zur Arbeit ausgemacht. Der Strom bei den Ladestationen mit 22KW war teilweise umsonst bzw. nur halb so teuer wie bei den 50KW Säulen, aber jeder hat (wenn das Elektroauto es erlaubt hat) an der teuren Säule geladen. In Deutschland sollten wir gleich nur 50KW Säulen aufbauen und den Strom wie in Norwegen so 5 bis 10 Cent /KWh verlangen und nicht 49 Cent/KWh.

        2. Weil die Argumentation zu nichts führt. Mit der Logik müssten wir den Stromverbrauch soweit reduzieren, das nur noch erneuerbare Energien übrigbleiben. Also um rund 50%.
          Wir exportieren auch deutlich mehr Strom als in früheren Jahren, weil wir zu viel und nicht benötigte erneuerbare Energien produzieren. Siehe: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/153533/umfrage/stromimportsaldo-von-deutschland-seit-1990/

          Um die Klimaziele zu erreichen, müssen wir alle Maßnahmen dazu gleichzeitig starten und nicht hintereinander. Der zusätzliche Strombedarf durch BEV erhöht den Druck erneuerbare Energien schneller auszubauen und somit erreichen wir das Ziel früher als wenn man es nacheinander abspult.

  11. Es beruhigt mich immer wieder, dass es Leute gibt, die sich die Mühe machen der Sache auf den Grund zu gehen.
    War bestimmt ‘ne Menge Arbeit – Dankeschön dafür!

  12. Daumen hoch! “Wenn uns die Pandemie eins gelehrt hat; viele Fahrten überflüssig und manche Fahrzeuge…” Einer von vielen guten Sätzen, Herr Engelhardt. Wer ist dieser Thomas Spahn? Da scheints nicht nur am präfrontalen Cortex große Lücken zu geben, auch leichte Schläge auf den Hinterkopf nutzen nix mehr. Und wenn was überflüssig ist: Deutsche Welle. Land unter und abtauchen. Blubber.

  13. Philipp, zu Hause ladet man in der Regel Oekostrom vom Dach. 220 Volt oder dreiphasen Wechselstrom. Auswärts vor allem bei Schnelladestationen sind künftig auch PV Anlagen montiert, sodass direkt mit Gleichstrom CCS noch verlustfreier die Batterie sehr schnell geladen werden kann. Ein Wechselrichter wird dann dort nur noch benötigt für welche die mit dem Typ ll anstecken. 11 oder 22 KW sind so möglich je nach Fahrzeug. Mind. 2 Stunden muss aber dann ein Auto stehen zum Volladen.

  14. Die Stromerzeugung aus EE betrug im 1. Halbjahr 2020 55,8 % am Nettostromverbrauch (was an der Steckdose rauskommt). Das ergibt einen CO2 Anteil von ca. 350 g/kWh. Der Kohlestrom lag bei unter 20 %.
    Das ist doch ein toller Erfolg und widerlegt alle Kritiken.

  15. Danke dafür. Top gemacht. Ich habe der DW auch schon mal eine umfangreiche E-Mail geschrieben wegen dem Unfug mit dem Gewicht. Es gab sogar eine Antwort, die DW hätte doch ‘auch schon mal positiv über E-Autos geschrieben’. Einfach lächerlich. Für einen öffentlich rechtlichen Sender untragbar solche Mitarbeiter.

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