Daimler fokussiert sich auf Luxus E-Autos & Software-Dienstleistungen

Copyright Abbildung(en): Mercedes-Benz

Wie Daimlers Vorstandsvorsitzender Ola Kaellenius gegenüber Reuters zu verstehen gab, wird die Daimler AG in den nächsten fünf Jahren ein kleineres Unternehmen sein. Man wird schrumpfen und will einen Teil des Umsatzes durch wiederkehrende Einnahmen aus softwarebasierten Dienstleistungen erzielen. Des Weiteren stelle man für die Marke Mercedes-Benz luxuriöse Elektroautos in den Fokus, welche in einer weiteren Ausbaustufe möglichst autonom unterwegs sind.

Mit dieser Aussage gibt Kaellenius zu verstehen, dass man die eigenen Pläne beschleunigt sich über Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren hinaus zu entwickeln. Ein Schritt, der zum Verlust von Arbeitsplätzen führen wird, wenn man die Aussage des Vorstandsvorsitzenden entsprechend deutet: „In den nächsten fünf Jahren werden wir ein kleineres Unternehmen werden. Wir werden einen grundlegenden Wandel im industriellen Fußabdruck auf der Antriebsstrangseite haben.“ Aus seiner Sicht werden Arbeitsplätze verschwinden, weil der Bau eines Elektroautos weniger Zeit in Anspruch nimmt als der eines herkömmlichen Benzin- oder Dieselautos.

Das liegt auch damit zusammen, dass Batterie und der Motor eines Elektroautos nur 200 Komponenten haben, verglichen mit mindestens 1.400 Teilen, die in einem Verbrennungsmotor und einem Getriebe zu finden sind, so Analysten von ING. Bevor es jedoch soweit ist müsse Mercedes-Benz entsprechend investieren. Denn eine Verdoppelung der Effizienz sei notwendig, damit Ressourcen für den Bau von Elektro- und selbstfahrenden Autos freigesetzt werden können: „Wir stellen eine Menge neuer Software-Ingenieure ein, Experten in Batteriechemie und Elektrifizierung“, so Kaellenius.

Für Daimler stehe auch die Reduzierung von CO2-Emissionen im Fokus: „Es besteht kein Zweifel daran, dass der Fußabdruck, den dieses Produkt auf der Erde hinterlässt, kleiner sein muss. Das ist Teil des modernen Luxusversprechens“, so der Vorstandsvorsitzende weiter. Einen Ausblick darauf gibt Daimler mit dem EQS von Mercedes-Benz, dem vollelektrischen Mitglied im neuen S-Klasse Programm, welches im nächstes Jahr auf den Markt kommt. In der Kompaktklasse startet noch in diesem Jahr die Produktion des EQA, dem vollelektrischen Bruder des GLA, später folgt in 2021 der EQB.

Als Teil der „Ambition 2039“ arbeitet Mercedes-Benz daran, in weniger als 20 Jahren eine CO2-neutrale Neuwagen-Flotte anzubieten. Bereits bis 2030 will das Unternehmen mehr als die Hälfte seiner Autos mit Elektroantrieb verkaufen – hierzu zählen vollelektrische Fahrzeuge und Plug-in-Hybride. Unabhängig davon will Daimler den Kunden auch neue digitale Dienste anbieten, damit das Unternehmen mit neuen, wiederkehrenden Einnahmequellen wie fahrunterstützenden Funktionen und Infotainment-Diensten Geld verdienen kann, wenn es im Jahr 2024 ein neues Fahrzeugbetriebssystem vorstellt.

„Stellen Sie es sich vor wie ein iPhone“, sagte Kallenius und erklärte, dass mit neuen Software-Updates neue Dienste und Funktionen aufgenommen werden können. „Sie können sie ergänzen“, sagte er. „Das ist das Schöne daran.“ Um in digitale Technologie zu investieren, plant Daimler, das Wachstum in China zu erschließen, möglicherweise durch den Bau neuer Modelle in dem Markt, in dem Mercedes-Benz in den nächsten zehn Jahren das größte Wachstumspotenzial sieht.

Quelle: Reuters – Daimler will shrink with shift to electric, autonomous cars: CEO

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Sebastian hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

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Also keine elektrische A-Klasse, keine B-Klasse, keine C-Klasse … da werden sich die Arbeiter bei Daimler aber freuen!
Für mich ist das Kapitulation und der definitive Abschied von Daimler als Weltfirma. Das Heil in digitalen Diensten zu finden, wird schwierig. Diese Entwicklungskosten können nur über kleine Fahrzeugflotten zurückgeholt werden. Andere Fahrzeughersteller werden ihre Fahrzeuge mit eigenen digitalen Diensten versorgen.
Daimler wird die kritische Masse nicht erreichen und schrittweise seine Reserven aufbrauchen …

Irgendwann haben auch die Reichen genug Autos, wenn alle deutschen Hersteller nur die großen profitablen Autos bauen wollen. Und wenn alle Daten sammeln wollen, dann haben auch die vielen Datensammler irgendwann die gesuchten Daten doppelt und dreifach.

Was wollen de Autohersteller dann machen? Sollen die Kunden alle 3 Jahre ein neues Auto kaufen? Folgt dann der große Börsen-Crash? Oder schmeisst man den Umweltschutz und das E-Auto wieder über Bord?

Tja, leider ist es so. Auch ich trauere als alter MB Dieselfahrer dieser Firmentradition nach. Schon mein Letzter in Sindelfingen abgeholte 2011, war kein echter Benz mehr. Macht dies das ausländische Kapital wohl aus?

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