Daimler soll 480 Millionen Dollar Beteiligung an Batterie-Partner Farasis planen

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Daimler wolle sich mit 480 Millionen Dollar (etwa 440 Millionen Euro) am Börsengang seines chinesischen Batterie-Partners Farasis Energy beteiligen, wie drei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters mitteilten. Die finale Entscheidung über die genaue Höhe der Investition sei allerdings noch nicht gefallen, so die drei anonymen Quellen. Mit der Beteiligung wolle Daimler seine Versorgung mit Batteriezellen für Lithium-Ionen-Akkus sicherstellen. Daimler und Farasis wollten sich offiziell nicht zu dem Vorgang äußern.

Daimler hatte im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtung entlang der gesamten Wertschöpfungskette bereits im Herbst 2019 eine Nachhaltigkeitspartnerschaft mit Farasis Energy vereinbart. Die Zusammenarbeit mit dem chinesischen Unternehmen umfasst die Produktion von Batteriezellen mit Strom aus erneuerbaren Energien ebenso wie das Thema Recycling und die Einhaltung von Menschenrechten in der Lieferkette. Dabei setzt Farasis bei der Produktion der Batteriezellen auf Strom aus regenerativen Energiequellen wie Wasserkraft, Wind- und Solarenergie.

Ein Farasis-Standort in Deutschland, im einstigen Solarvalley in Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt, befinde sich derzeit in Planung und soll von Beginn an CO2-neutral ausgerichtet sein. Die Anlage, die im Jahr 2022 mit der Produktion beginnen soll, werde Zellen für die Batteriewerke in Kamenz, Brühl und Sindelfingen liefern. Anschließend sollen Standorte den USA und China folgen. Mit DEKRA wurde auch bereits eine Experten- und Prüforganisation beauftragt, die die Einhaltung der Maßnahmen zu den Umweltstandards zusätzlich überprüft. Im nächsten Schritt soll die Materialvorkette bis zur Rohstoffgewinnung betrachtet werden.

Die Umsetzung des Ziels der Klimaneutralität will Daimler auf weitere Lieferanten ausweiten und als festes Kriterium in bestehende Partnerschaften integrieren. Derzeit befindet sich Mercedes-Benz dazu im Dialog mit weiteren strategischen Partnern. Zudem führt Mercedes-Benz Workshops mit weiteren Material- und Bauteillieferanten durch, um effektive CO2-Reduktionsmaßnahmen zu identifizieren. Darüber hinaus sollen CO2-Ziele zu einem wichtigen Kriterium für Lieferantenentscheidungen und -verträge gemacht werden.

Recycling

Zur Umsetzung der Recycling-Prozesskette und Sicherung des zukünftigen Rohstoffbedarfes für die Elektromobilität beteiligt sich die Daimler AG aktiv an der Forschung und Entwicklung von neuen Recyclingtechnologien. Erkenntnisse zum Recyceln von Lithium-Ionen-Batterien konnten bereits vielfach in verschiedenen Forschungsprojekten und in Zusammenarbeit mit Lieferanten und Entsorgungspartnern gesammelt werden. Die gewonnenen Erkenntnisse teilt Daimler mit seinen Lieferanten.

Darauf basierend sollen im Rahmen der Nachhaltigkeitspartnerschaft mit Farasis Energy die Recycling-Quoten kontinuierlich erhöht werden. Dabei werden innovative Recyclingkonzepte entwickelt, die eine hochwertige Wiedergewinnung der wertvollen Bauteile bzw. Inhaltsstoffe ermöglichen. Für den Recyclingprozess hat die Daimler AG vier Stufen definiert und entsprechende Prozesse entwickelt: Reuse, Repair, Remanufacturing, ReMat. Ein Beispiel dafür ist das Produktrecycling von Hochvoltbatterien in einem zentralen Aufarbeitungszentrum am Standort Mannheim.

Menschenrechte

Nachhaltigkeit sei eines der Grundprinzipien in der Unternehmensstrategie der Daimler AG und zugleich Maßstab für unternehmerischen Erfolg. Dazu gehört auch die Achtung und Wahrung der Menschenrechte entlang der Lieferkette bis zur Mine. Die Zustimmung zur Offenlegung der Lieferkette ist Voraussetzung für einen Liefervertrag von Batteriezellen bei Mercedes-Benz Cars. Gemeinsam mit seinen Lieferanten arbeitet Daimler intensiv daran, Transparenz über die gesamte Lieferkette herzustellen. Um einen verantwortungsvollen Kobaltbezug sicherzustellen, wurde im Rahmen der genannten Nachhaltigkeitspartnerschaft das Third Party Audit-Unternehmen RCS Global beauftragt, die gesamte Kobaltlieferkette und insbesondere die Schmelzen nach OECD-Standards zu kontrollieren.

Quelle: Reuters — Daimler to invest in Chinese EV battery maker Farasis‘ $480 million IPO: sources // Daimler — Pressemitteilung vom 10.09.2019

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Hoffnungslos hintendran! Ich erinnere an den schlecht begründeten Verkauf der Tesla – Aktien vor mehr als 3 Jahren. Eine Zusammenarbeit mit dem aktuellen Marktführer hätte Daimler mit großem Abstand zu seinen in- und ausländischen Konkurrenten in die Zukunft geführt. So läßt man sich wiederholt mit einem chinesischen Unternehmen ein, um weiterhin seine Wettbewerber zu kräftigen. Es wird von transparenter Lieferkette und
Menschenrechten fabuliert und gleichzeitig ein Regime unterstützt, welches genau diese Fakten vernebelt und im Nirvana seiner kommunistisch-kapitalistisch formulierten Doktrin verschwinden läßt.
Ist Deutschland nicht mehr in der Lage, selber etwas auf die Beine zu stellen? Ist das langsam schon der Anfang vom Ende als Vasall der Großen?

Sehen Sie es doch positiv. Die wollen inzwischen umwelttechnisch etwas bewegen. China als größten Markt der Welt kann heutzutage sowieso keiner mehr ignorieren, denn die haben sich riesige Vorteile in Bezug auf die weltweite Rohstoffbeschaffung gesichert. Selbst Tesla kommt nicht ohne die Asiaten aus (auch den Japanern). Die demokratische Welt ist leider auch nicht mehr das, was sie einmal war. Was in den USA abgeht ist für eine Demokratie ein Armutszeugnis. In Europa zeigen auch gerade die Polen und die Ungarn, was Ihnen die Demokratie Wert ist. Die EU ist diesbezüglich ein zahnloser Tiger.

Schade um das Potential, das quasi hausintern bei der Li-tec vergeudet wurde. Irgendwie bleibt das alles nur Alibi-Verhalten.

Hoffnungslos, hilflos, konzeptlos. Wer selber nix kann, kauft sich bei den Chinesen ein. Von der einst belächelten Kopierernation nicht nur links und rechts überholt sondern auch gleich stehen gelassen. Und jetzt versucht man sich noch mit einer Staatsunterstützung ein paar Abgasjahre zu sichern. Wie überheblich war man in den letzten Jahren, dass man sich dermassen ins Abseits manövriert hat.

Liebe Firmenleitung
Macht es denn wirklich Sinn in der derzeitigen Lage auch noch massiv in ein tot gerittenes Pferd zu investieren?
Wie hoch sind doch gleich die Absatzzahlen des EQC?
Wenn man den Verkauf eines PKW’s Intern mit den Gehältern der Belegschaft (Gewinnbeteiligung) Subventionieren muss, da diese PKW’s zum *Zitat* Herstellungspreis nicht nachgefragt werden *Zitat Ende* und diese E-PKW’s zusätzlich noch mit unserem Steuergeld vom Staat subventioniert werden und diese E-PKW’s nach wie vor nicht nachgefragt werden, so kann man doch davon sprechen das dieses Pferd bereits TOT ist!
Baut doch das was ihr am besten könnt und was der Markt fordert, gute Verbrenner (Benzin/Diesel) in guter Qualität zu annehmbaren Preisen.
Wenn mit diesen Verbrennern die CO2-Werte der EU nicht eingehalten werden können, geht doch mal gegen diesen undemokratischen Verein Namens EU vor.

Vielleicht sollte ich auch mal gegen den „Verein Namens EU“ vorgehen um die Gesetze zur Meinungsfreiheit einschränken zu lassen, damit wir zukünftig keine Zeit mehr damit verschwenden Kommentare wie den Ihren lesen zu müssen.

Tschüss Daimler. Sich in der kopiernation china einzukaufen mit etwas das auch selbst bewerkstelligbar wäre und das dann noch als erfolg feiern, echt mutig

Der Artikel strotzt ja nur so von positiven Ausdrücken: Nachhaltigkeitspartnerschaft,
Einhaltung von Menschenrechten in der Lieferkette, Strom aus erneuerbaren Energien, Einhaltung der Maßnahmen zu den Umweltstandards, Ziel der Klimaneutralität, innovative Recyclingkonzepte, die eine hochwertige Wiedergewinnung der wertvollen Bauteile bzw. Inhaltsstoffe ermöglichen, usw..
Ob sich allerdings das Produktrecycling von Hochvoltbatterien so wesentlich vom Recycling normaler Li-Ionen-Batterien unterscheidet, wenn man einfach mal die Zellenkonnektoren aufgetrennt hat, mag ich nicht so recht einsehen?

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