Cryomotive verspricht: Grünen Wasserstoff „As simple as Oil and Gas, but Clean“

Copyright Abbildung(en): Cryomotive

Deutschland soll eine global führende Wasserstoff-Industrie aufbauen, in der Wasserstoff und wasserstoffbasierte Kraftstoffe eine entscheidende Rolle spielen sollen. Denn ganz und mit vollem Einsatz „nur“ auf Batteriebetriebene E-Autos zu setzen scheint zu gewagt. Aus diesem Grund bewegt sich im Bereich der E-Fahrzeuge, welche ihre Energie aus Wasserstoff beziehen einiges. Auch die dafür notwendigen Speichermöglichkeiten entwickeln sich stetig fort. Mit dem aus der Nähe von München stammenden Start-Up Cryomotive kommt ein neuer Spieler aufs Feld, der künftig Wasserstoff-Speicher- und Betankungstechnik für Nutzfahrzeuge mit Wasserstoffantrieb sowie Lösungen für weitere mobile Anwendungen mit hohem Energiespeicherbedarf entwickeln und vertrieben will.

Hierbei wird sich das Start-Up vor allem auf die Nutzfahrzeugbranche konzentrieren. Wie es unter anderem auch Freudenberg geplant hat. Da dort der größte Hebel zu vermuten ist, um einerseits den Durchbruch von Wasserstoff voranzutreiben. Andererseits, um Geld zu verdienen. Hierzu wird Cryomotive sich künftig als Technologie-Plattform um die Speicher– und Betankungstechnik kümmern und gemeinsam mit starken Partnern aus der Automobilindustrie kryogener Wasserstoffspeicher- und Wasserstoffbetankungstechnik zu einem Durchbruch verhelfen.

„Mit der Kryodruck-Wasserstoffspeicher- und Betankungstechnik, die ursprünglich bei BMW entwickelt und erprobt wurde und nun für den Nutzfahrzeugeinsatz befähigt werden soll, wollen wir Diesel ersetzen können.“ – Dr. Tobias Brunner, Geschäftsführer und CEO von Cryomotive

Brunner geht einen Schritt weiter und gibt zu verstehen, dass man mit der Kryodruck-Technologie Reichweiten und Betankungszeiten ähnlich wie bei Dieselfahrzeugen ermöglichen werde. Tankstellen können Wasserstoff günstig, auf wenig Raum und sicher bereitstellen. Das Ziel: eine schnelle Qualifizierung von Wasserstofftechnik aus Deutschland für die weltweite Vermarktung. Jedoch gilt es dies zunächst unter Beweis zu stellen. Erste Prototypen wolle man bis 2023 auf den Weg bringen. Die Serienproduktion von Kryodruck-Speichern und Betankungssystemen in Deutschland ist für 2024/25 angedacht.

„Mit den Ideen und Systemlösungen von Cryomotive verbessern wir die Wirtschaftlichkeit der Speicherung und des Transports von Wasserstoff und werden damit Wasserstoff-Nutzfahrzeugen zum Durchbruch verhelfen. Wir sind davon überzeugt, dass in Zukunft neben der kurzfristigen Speicherung von Strom in Batterien, Wasserstoff als Stromspeicher, Energieträger für den internationalen Energie- und Kraftstoffhandel und vor allem als Kraftstoff eine tragende Rolle spielen wird.“ – Christian Forstner, CTO der Cryomotive GmbH

Mit Dr. Tobias Brunner und Dr. Christiane Heyer hat das Start-Up entsprechende Experten am Start. Diese forschen seit mehr als einem Jahrzehnt an der Anwendung von Technologien, um Wasserstoff aus erneuerbaren Energien als Energiespeicher und Kraftstoff nutzbar zu machen. Mit der beruflichen Laufbahn von Brunner, welche stark von BMW geprägt wurde, verwundert es nicht, dass das Unternehmen auf eine ähnliche Technologie setzt. Dr. Christiane Heyer verstärkt das Gründerteam mit langjähriger Wasserstoff-Erfahrung aus dem Chemiebereich und Expertise im Finanzwesen und der Private-Equity-Branche. CTO Christian Forstner hat bereits Erfahrung in der Entwicklung von kryogenen Tanksystemen und wird diese in die Leitung der Cryomotive-Entwicklung einbringen.

„Kryogener Wasserstoff als Energieträger spielt seine Vorteile besonders im Nutzfahrzeug-Bereich voll aus. Die Fahrzeuge bewegen sich viele Stunden am Tag und fahren weite Strecken, die Kryodrucktanks kühlen sich dabei ganz von alleine und können dem Antrieb sogar zusätzliche Kühlenergie zur Verfügung stellen.“ – Christian Forstner, CTO der Cryomotive GmbH

Richtig erkannt hat das Unternehmen aus der Nähe von München, dass beim Wasserstoff-Antrieb  die Art des Wasserstoffes entscheidend ist: „Wir konzentrieren uns auf grünen Wasserstoff, da er zu 100 Prozent mit Strom aus alternativen Energiequellen produziert wird. Nur diese Art ist nachhaltig und ergibt im Gesamtkontext unserer Strategie Sinn“, so CEO Dr. Tobias Brunner. „Wir müssen es endlich schaffen, den Verkehr zu dekarbonisieren. Nicht nur für uns, sondern auch für unser Nachfolge-Generationen“, bestätigt Dr. Christiane Heyer, Geschäftsführerin und CFO der Cryomotive GmbH.

Quelle: Cryomotive – Pressemitteilung vom 16. November 2020

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Wär da nur nicht das Problem der schlechten Energie Wandlung bei Wasserstoff…

Bei der Wasserstoffmädchenrechnung wird doch der gratis und unbegrenzt vorhandene Ökostrom verwendet, da ist dann der Wirkungsgrad egal. In der realen Welt wird der Wasserstoff dann aus Kohle oder Erdgas gewonnen, weil sonst zu teuer.
Wenn jetzt der deutsche Steuermichel der Industrie den Strom vollends schenkt, dann wird das Märchen von der deutschen Wasserstoffweltführerschaft vielleich sogar einmal real. Dass wir dann 1€/kWh für den Strom blechen, liegt dann aber nur an den bösen Ökos…

Das Paradoxe – bei E-Autos wird angeführt, dass es nicht genug Strom für die vielen E-Autos gäbe, aber für den Wasserstoff ist scheinbar genug überschüssiger Ökostrom da, obwohl man für Wasserstoff-Autos sogar noch viel mehr Strom brauchen würde.

Das Überangebot an Ökostrom lässt sich leicht lenken, wenn man den Preis für den Ladestrom anpasst – also bei viel überschüssigem Ökostrom wird es billiger (z.B. 15 Cent / Wh) und bei wenig (z.B. 30 Cent / kWh) oder keinem überschüssigen Ökostrom teuerer (z.B. 45 oder 60 Cent / kWh).

Die E-Autofahrer werden sich dann anpassen und schauen, dass sie die sonnen- und windreichen Zeiten fürs Laden nutzen, zu den anderen Zeiten wird dann nur im Notfall geladen. Und den Ladestationsbetreibern gibt man den überschüssigem Ökostrom billger bzw. umsonst ab – ganz einfach.

Im Artikel wird CEO Brunner indirekt zitiert mit

Tankstellen können Wasserstoff günstig, auf wenig Raum und sicher bereitstellen.

Schon die Grundaussage ohne die beschönigenden Attribute „Tankstellen können […] Wasserstoff bereitstellen.“ wirft ja Fragen auf:

  1. Woher den der ganze Ökostrom-Überschuß kommen soll?
  2. Wie denn der Wasserstoff zu der (Un-)Menge der benötigten Tankstellen kommt?
  3. Wer die Errichtung der benötigten ca. 1000-fachen Anzahl der H2-Tankstellen (aktuell sind es weniger als 50!) denn bezahlen soll?

Die Antworten sind recht einfach:

  1. Der mit Ökostrom hergestellte Wasserstoff kommt von der Arabern, denn das hat beim Öl ja auch super geklappt (Aussage unseres Wirtschaftsministers)
  2. Dafür wird ein Europäisches Leitungsnetz auf- bzw ausgebaut. Die EU stellt die Mittel bereit, die Wasserstoffwirtschaft wird endlich reich. Davon träumt man schon seit 30 Jahren, das Ganze ist bereits in der Planung.
  3. Das Tankstellennetz ist am Ende nur eine Kleinigkeit. 1000 Tankstellen kosten gerade mal 1,5 Milliarden, was solls. Man könnte auch Wasserstoff mit Elektrolyse direkt vor Ort herstellen und dafür die unnötigen Ladesäulen nutzen, die dann keiner mehr braucht. Überschüssigen Ökostrom gibts ja genug.

Ich hoffe, die Ironie wurde erkannt …

Der Altmaier, die ausgestopfte Lobby-Marionette, würde Windkraft- und Solaranlagen gerne verbieten, wenn er dürfte was die Lobby wollte. „Verbieten“ geht nicht, also ist „Verhindern“ angesagt.

Politiker kommen und gehen, im Gegenteil der verursachten Schäden, der langjährigen Abhängigkeiten von fremden, fernen und oft durch Despoten regierenden Ländern…
„Nur die dümmsten Kälber wählen sich den Metzger selber“…

Der CEO spricht immer im Konjunktiv 😉 einfach reden lassen und kein Geld geben.

Wenn ein Antrieb schon mal Kühlenergie braucht…und dies dann als Vorteil verkauft wird. …

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