Projekt „Cobalt for Development” startet Schulungen für Bergbaukooperativen im Kongo

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Copyright Abbildung(en): BMW

Ein kleiner Zwischenstand des Projekts „Cobalt for Development“: Die branchenübergreifende Initiative hat im Oktober in Kolwezi, Demokratische Republik Kongo (DR Kongo), mit ersten Schulungen für zwölf Kooperativen des Kleinstbergbaus begonnen. Die Schulungen decken wichtige Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekte für verantwortungsvolle Bergbaupraktiken ab. Dazu gehören das Management von Bergwerksstandorten und die Einhaltung von Gesetzen, Menschenrechte, Gesundheit und Sicherheit sowie das Umweltmanagement. Mit der Initiative sollen bis Mitte 2021 mehr als 1500 Bergbauarbeiter von Kleinstminen geschult werden.

Die Unternehmen BMW, BASF, Samsung SDI und Samsung Electronics hatten das Projekt „Cobalt for Development“ ins Leben gerufen, um Herausforderungen für einen verantwortungsvollen Kleinstbergbau in der Region besser zu verstehen und anzugehen. Seit Januar 2019 ist die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH beauftragt, das Projekt gemeinsam mit Nichtregierungsorganisationen durchzuführen. Volkswagen ist der Initiative vor kurzem als neuer Partner beigetreten.

„Für unsere E-Mobilitätsstrategie ist eine nachhaltige und verantwortungsvolle Rohstoffbeschaffung von größter Bedeutung. In dieser Hinsicht spielt Kobalt eine entscheidende Rolle, obwohl der Rohstoffanteil in neueren Generationen von Batterien für Elektroautos abnimmt. Mit dieser Initiative möchten wir unsere nachhaltige Rohstoffstrategie ergänzen, indem wir – in enger Zusammenarbeit mit starken Partnern – vor Ort Wirkung zeigen.“ – Ullrich Gereke, Leiter der Beschaffungsstrategie des Volkswagen Konzerns

Im Jahr 2019 begann das Projekt zu testen, wie die Arbeitsbedingungen in Kobaltminen des Kleinstbergbaus und die Lebensbedingungen in Kolwezi und in den umliegenden Gemeinden verbessert werden können. Das Projekt hat interaktive Schulungsmethoden und -materialien entwickelt, die für jede Kooperative des Kleinstbergbaus in Kobaltminen in der DR Kongo angepasst werden können. „Die Schulungslehrpläne bieten praktische Richtlinien zur Risikominderung von Berufs- und Umweltrisiken. Sie werden mit kongolesischem und internationalem Recht und Standards abgeglichen“, erklärt Steven Hofmann, Projektleiter „Cobalt for Development“.

Das Projekt führt die Schulungen in enger Zusammenarbeit mit handwerklichen Bergbaukooperativen und mit SAEMAPE, der für den Kleinstbergbau zuständigen Regierungsbehörde, durch. „Diese Partnerschaft mit erfahrenen Akteuren des Kleinstbergbaus ist die Essenz unseres Ansatzes“, betont Hofmann. „Wir setzen unsere Ausbildungsmethodik gemeinsam um und vermeiden strikt die Duplizierung bestehender Angebote.“ In den kommenden Monaten wird das Coaching vor Ort gestartet, um an den Minenstandorten technische Verbesserungen in den Bereichen Arbeitssicherheit, Umweltmanagement und rechtliche Konformität zu unterstützen.

Das Schaffen weiterer Einkommensmöglichkeiten für Familien in Gebieten des Kleinstbergbaus soll deren Abhängigkeit von Einkünften ihrer Kinder verringern und deren Schulbesuch ermöglichen. Aus diesem Grund führt „Cobalt for Development“ seit September 2019 mit seinem Partner Bon Pasteur/Good Shepherd International Foundation in Kisote und den Nachbardörfern wirkungsvolle Aktivitäten in den Gemeinden durch. Bislang haben bereits mehr als 1800 Bewohner dieser Gemeinden – Kinder, ihre Eltern und andere Gemeindemitglieder – von einem verbesserten Zugang zu Bildung und neuen Einkommensmöglichkeiten profitiert.

Ende Oktober wurde ein neues Gebäude mit sieben Klassenzimmern für die öffentliche Grund- und Sekundarschule von Kisote eingeweiht. Das ehemalige Schulgebäude wird renoviert und in ein Berufsausbildungszentrum umgewandelt. Die Angehörigen von zwei Frauenverbänden haben bereits eine Ausbildung in der Brot-Herstellung erfolgreich abgeschlossen. Schulungen in landwirtschaftlichem Anbau, im Umgang mit Finanzen und die Einrichtung von Geldspargruppen unterstützen weitere einkommensschaffende Aktivitäten. Zusätzliche Maßnahmen umfassen Schulungen in positiver Elternschaft, Frauenrechten und Konfliktlösung.

Ist verantwortungsvoller Kleinstbergbau möglich?

Zwar beabsichtigen die Partner nicht, Minen des Kleinstbergbaus zu betreiben, doch ist es geplant, an einem konkreten Pilotstandort zu testen, unter welchen Bedingungen verantwortungsvoller Kleinstbergbau möglich wäre. Das Projekt hat bisher 36 Kleinstminen untersucht, um einen geeigneten Standort zu finden, der zwei Mindestanforderungen erfüllt: Legalität sowie zugängliche und ausreichende Kobaltvorkommen. Einer der Standorte, die derzeit evaluiert werden, befindet sich in der Nähe von Kisote.

„Cobalt for Development“ steht im Austausch mit privaten und öffentlichen Konzessionshaltern von Kobaltminen, um einen legal betriebenen Pilotstandort auszuwählen, der über ausreichende Kobaltvorkommen verfügt. Die Erkenntnisse und Einsichten, die die Initiative aus den Schulungen und dem Engagement in den Gemeinden gewinnt, werden zu einem besseren Verständnis des verantwortungsvollen Kleinstbergbaus und zur Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Bergarbeiter und ihrer Gemeinden beitragen. Dieses Projekt trägt auch zu den Zielen globaler Initiativen wie der Global Battery Alliance zur Förderung nachhaltiger Lieferketten bei.

Quelle: BMW – Pressemitteilung vom 30.10.2020

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