BUND: Empfehlungen der NPM für Plug-in-Hybride „reichen nicht aus“

BUND: Empfehlungen der NPM für Plug-in-Hybride „reichen nicht aus“

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Anlässlich des vor wenigen Tagen veröffentlichten Papiers zur Optimierung des elektrischen Nutzungsgrades von Plug-in-Hybriden durch die Nationale Plattform Zukunft der Mobilität (NPM) erklärt Ernst-Christoph Stolper, Vertreter des BUND in der Arbeitsgruppe Klimaschutz im Verkehr der NPM, dass „die Handlungsempfehlungen der Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität zur Stärkung der elektrischen Nutzung von Plug-in-Hybriden nicht ausreichen und den Verfechtern des Verbrennungsmotors in der Autoindustrie in die Hände spielen“.

Plug-in-Hybride werden demnach von den Herstellern genutzt, um vor allem schwere Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor durch Einbau eines zusätzlichen Elektromotors und einer relativ kleinen Batterie „auf dem Papier klimafreundlicher erscheinen zu lassen, als sie es im realen Betrieb sind“, so Stolper über die Teilzeitstromer. Kürzlich hat eine Studie des International Council on Clean Transportation (ICCT) und Fraunhofer ISI gezeigt, dass die realen Verbrauchswerte solcher Fahrzeuge erheblich von den offiziellen Verbrauchs- und CO2-Angaben abweichen. Bei Dienstwagen – einem beliebten Absatzmarkt für Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge – werden aktuell nur 18 Prozent der gefahrenen Kilometer elektrisch zurückgelegt.

Stolper kritisiert, dass nun ein erneutes Monitoring wieder alles verzögern werde, anstatt die Förderung von Plug-in-Hybriden an die Bedingung eines Nachweises über den elektrischen Fahranteil zu knüpfen. „Es bleibt aber keine Zeit mehr, für den Klimaschutz muss jetzt gehandelt werden“, so Stolpers Aufuf: Eine Förderung von Plug-in-Hybriden sei „bestenfalls noch auf der Grundlage eines Nachweises akzeptabel, dass diese Fahrzeuge mindestens 70 bis 80 Prozent ihrer Kilometerleistung elektrisch gefahren wurden“. Ein gutes Kontroll-Instrument hierfür sei „die Nutzung der fahrzeugspezifischen Daten, die für alle neu zugelassenen Pkw ab kommendem Jahr über ein ‚on-board fuel consumption meter‘ ohnehin erfasst und an die Europäische Union übermittelt werden müssen.“

Kaufprämien sollten künftig an real klimaverträglich gefahrene Kilometer gebunden sein“, so Stolper weiter. Wer eine Kaufbeihilfe oder die steuerlichen Vorteile bei der Dienstwagenbesteuerung in Anspruch nehmen wolle, müsse dann auch dazu bereit sein, den über das Jahr gemittelten Verbrauch und den elektrischen Fahranteil an die zuständigen Behörden zu übermitteln. Jede Nutzerin und jeder Nutzer eines Pkw müsse daher das Recht erhalten, selbst über die Verwendung der Daten entscheiden zu können.

Quelle: BUND Naturschutz – Pressemitteilung vom 09.10.2020

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10 Antworten

  1. Leider ist das nur die halbe Wahrheit.
    Ich bin ein solche Nutzer, leider kann ich mein Fahrzeig kaum laden.
    Ich würde gerne nur bitte warum sollte ich, für 10kw die bestenfalls für 40km reichen, 5-15 Euro zahlen und dann noch 3,5h warten.
    Superplus tanken und den Akku dann kurioserweise in 1h laden ist billiger.
    Das Ladenetz in Deutschland ist leider nur für reine E-Autos konzeptioniert.
    Mein alter Toyota Hybrid war sehr effizient auch ohne ladebuchse.
    Ich hätte gerne einen reinen Elektrowagen genommen aber es gibt außer dem Modell 3 nix. Bei 70tkm im Jahr möchte ich einfach kein ZOE.
    Und TeLa hat leider keine guten Leasingangebote.

  2. Ich fahre zu 66% elektrisch, was schon wesentlich mehr ist als bei HEV. Damit habe ich einen Verbrauch von 2.5 L/100km. Das deckt sich mit den meisten PHEV-Fahrern, die ich kenne und es gibt welche, die es auf 75% bringen. Was darüber hinaus geht, halte ich für unrealistisch. Denn Kilometer kommen auf Langstrecken zusammen, wo hybridisch gefahren wird. Mein Fahrzeug fährt dann 25% elektrisch. Im Alltagsbetrieb fahre ich immer elektrisch und wenn das Auto steht, wird immer geladen.
    Nicht die PHEV sind das Problem, sondern die Nutzer – und die Stimmungmache. Anstatt zu strafen und zu verbieten sollte man besser Anreize schaffen und Hilfestellung leisten.

    1. Sehen Sie, das ist Ihre subjektive Wahrnehmung. Das hat leider mit der Praxis nichts zu tun. Sie müssen verstehen, dass ein PEHV in erster Linie dazu dient schweren Fahrzeugen zu einem grünen Anstrich zu verhelfen. Damit ist es den Automobilherstellern möglich ihre CO2 Bilanz zu schönen ohne auf den Verkauf von teuren SUVs verzichten zu müssen oder Strafzahlungen zu riskieren. Sie werben mit deutlich geringeren Verbräuchen als in der Realität resultieren. Kein Käufer eines Porsche Cayenne wird lange nach einer Lade Möglichkeit suchen und dort eine Stunde warten damit er wieder 30km elektrisch fahren kann. Ganz zu schweigen von den Dienstwagen wo der Arbeitgeber den Kraftstoff bezahlt. Das sind völlig verfehlte Anreize die dem Klima keinerlei Nutzen bringen. Außerdem, würde die Batterie wirklich immer geladen, wäre sie schon innert kurzer Zeit verschlissen weil sie bedingt durch ihre minimale Kapazität eine immense Anzahl Ladezyklen zu verkraften hätte. Ein Second Live wie bei den größeren Akkus ist mit diesen Minibatterien auch nicht sinnvoll, Auch das ein Punkt der unsere Umwelt stärker belastet als ein BEV. Tut mir leid für Sie, aber PEHV ist eine Krückentechnologie die lediglich den Automobilherstellern einen Nutzen bringt.

  3. Kona und Niro mit 64kWh-Akku gibts seit 2018 und heute noch viel mehr BEVs. Ich würde den PlugIn schnellstens verkaufen, bevor die Gebrauchtwagenpreise in den Keller rauschen und den erhöhten Zuschuss für ein neues BEV bis Ende 2021 mitnehmen.

  4. Ich finde das ganze System nicht in Ordnung, man sieht die dicken SUV mit ihren Scheinheiligen E auf dem Nummernschild. Diese Verbrauchen wenn die lächerlichen E Reichweiten aufgebraucht sind ,wenn diese überhaupt genutzt werden, mit noch mehr fossilem Brennstoff durch die Gegend, weil das extra Gewicht der Batterien mit geschleppt wird. Und dies wird noch staatlich gefördert. Einfach eine Frechheit. Meine CNG Fahrzeuge fahren aus Rest und Abfallstoffen aus den Abfällen der Zuckerrübenverarbeitung. Es sind saubere Verbrenner,die bei mir fast klimaneutral bewegt werden. Diese Fahrzeuge werden aber nicht ein bisschen berücksichtigt bei der Energiewende, dabei ist das deutsche CNG Tankstellennetz heute schon auf über 50% umgestellt auf 100% Biomethan, auch dies wird von unserer Regierung einfach nicht berücksichtigt sondern noch auf 100% fossilen Erdgas CO2 Ausstoß angerechnet. Es wäre heute schon möglich, wenn der Staat es wollte, dass 10 Millionen CNG Fahrzeuge durch Deutschland klimaneutral fahren könnten mit100% Biomethan aus Strohresten. Warum setzt die Regierung nur auf E in Zukunft, obwohl wir noch mehr Alternativen haben um in Zukunft klimaneutral zu werden und dies ja auch sofort. Herstellung und Entsorgung der Akkus für EAutos ist erstmal nicht umweltfreundlich, die Lebendauer der Akkus auch noch fraglich und der saubere Strom kann bis 2038 nicht sauber sein, da bis dorthin schließlich die Kohlekraft noch am Leben erhalten werden soll. Ich bitte um Realismus.

  5. Ich habe schon geahnt, dass diese Hybrid- Regelung nur ein schmutziger Trick der Autoindustrie ist, ihre „Verbrenner mit Lichtmaschine“ gefördert zu bekommen und noch lange weiterproduzieren zu können.
    Am allerbesten wäre wohl eine saftige CO2-Steuer. Die wäre auch komplett technologieneutral.

  6. An Birger:

    CNG war vor 10 Jahren sinnvoll und die Mehrkosten wurden für Vielfahrer durchaus finanziell lohnend ausgeglichen. Ich konnte zb 1000Euro Gas umsonst tanken. Hatte in 3 Jahren 90k km zurückgelegt. (ArbeitsWeg 100km am Tag). Heute würde ich mir stattdessen wohl sofort nen M3 von tesla holen, weil bei 30k km im Jahr man ordentlich sparen kann. Leider (oder zum Glück) fahre ich dank Umzug und Corona gerade so 6k km dieses Jahr.

    Ich hatte CNG immer an ner städtischen Tanke getankt, die ans Erdgasnetz angebunden war, und meines Wissens sind fast alle Erdhastankstellen ans normale Erdgasnetz angeschlossen also wird dort auch normales Erdgas getankt.
    Die Geschichte mit dem Erdgas aus Stroh ist aktuell eine vom Bund geförderte Pilotanlage. Nur weil das Unternehmen behauptet sie könnten 100 Mio Autos versorgen muss das (noch) nicht stimmen. Ich hoffe sehr das die Anlage bei Leipzig sich bewährt und viele hundert weitere entstehen, um einerseits zb das Erdgasnetz mit Biomethan zu durchspielen oder zb Lkw zu versorgen. (Der Trevor Milton war vor Nikola 2 mal mit ErdgasumbauLKWs pleite gegangen)

  7. „die Nutzung der fahrzeugspezifischen Daten, die für alle neu zugelassenen Pkw ab kommendem Jahr über ein ‚on-board fuel consumption meter‘ ohnehin erfasst und an die Europäische Union übermittelt werden müssen.“

    Ok, kurz gegoogelt, die Datenübertragung scheint nicht geregelt.
    Es wird behauptet, die daten „könnten“ beim TÜV besuch per obd ausgelesen werden.
    Die pflicht bezieht sich nur darauf, dass fahrzeuge, die NEU auf den markt kommen (homologisierung), also ab neuer typgenehmigung, die daten aufzeichnen müssen.

    Bis alle autos neu, und vom TÜV abgefragt sind, werden viele jahre ins land gehen. (Bis die e autos günstiger sind als bhev) damit is das thema vom tisch. – und alles bleibt wie gehabt

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