Bund bezuschusst private Ladeinfrastruktur mit 900 Euro pro Ladepunkt

Bund bezuschusst private Ladeinfrastruktur mit 900 Euro pro Ladepunkt

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– In Kooperation mit Energielösung.de –

Das wäre aber gar nicht nötig gewesen, wird sich mancher Elektroauto-Fahrer vielleicht denken. Denn bei der Gesamtkostenrechnung, vor allem mit den bis zu 9000 Euro Umweltbonus, sind unzählige Elektroauto-Modelle ohnehin bereits deutlich günstiger unterwegs als ein vergleichbarer Verbrenner. Vor allem die günstigen Wartungs- und „Treibstoff-“ Kosten sind ein großer finanzieller Vorteil von E-Autos. Und jetzt gibt es ein weiteres Geldgeschenk: Wie das Bundesverkehrsministerium mitteilt, bezuschusst der Bund ab Ende November erstmals auch die Installation privater Ladestationen an Wohngebäuden mit 900 Euro pro Ladepunkt.

Dafür wird ein neues Förderprogramm aufgelegt, welches von der KfW-Bank betreut wird. Mit den pauschal 900 Euro bezuschusst der Bund nicht nur die neue Ladestation selbst, sondern auch alles weitere, was mit ihrer Installation einhergeht – etwa die Kabel sowie die notwendigen Arbeiten für den Netzanschluss, wie etwa Erdarbeiten, Wanddurchbrüche oder Putzarbeiten. Da explizit auch die Steuerung der installierten Ladeinfrastruktur verlangt wird, gilt der Zuschuss auch für Kosten, die im Zusammenhang mit der Einbindung eines Energiemanagementsystems bzw. Lademanagementsystems entstehen.

So sollte es auch kein Problem sein, auf die vorgeschriebene Mindestsumme zu kommen, um die Förderung zu erhalten: Die Gesamtkosten müssen mindestens 900 Euro betragen, damit die Förderung auch ausbezahlt wird. Wer auf eine Summe von nur 899 Euro kommt, müsste die kompletten Kosten selbst tragen. Wer auf eine Summe von 901 Euro kommt, zahlt nur 1 Euro selbst – und erhält die 900 Euro von der KfW.

„Ab sofort fördern wir Mietern, Eigenheimbesitzern und Vermietern den Einbau privater Ladestationen. 900 Euro Zuschuss gibt es dafür vom Bund. Damit kommen wir unserem Ziel, Laden für alle, immer und überall, einen entscheidenden Schritt näher. Denn ein großer Teil der Ladevorgänge wird daheim stattfinden. Mit unserem Masterplan Ladeinfrastruktur schaffen wir eine flächendeckende Versorgung – die Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur sorgt für die schnelle Umsetzung.“ – Andreas Scheuer, Bundesverkehrsminister

Explizit erwähnt wird, dass die pauschal 900 Euro pro Ladepunkt gelten. Ist eine Ladestation ein „Doppellader“ mit Anschlüssen für zwei Elektroautos, so erhalten Antragsteller 1800 Euro für deren Einbau. Installiert eine Wohnungseigentümergesellschaft gleich zehn Ladepunkte, so kann sie sich über 9000 Euro Zuschuss freuen.

Um den Zuschuss zu erhalten, muss die Ladestation aber einige Grundvoraussetzungen erfüllen: Sie muss 11 kW leisten, fabrikneu sein und auf der Liste der geförderten Ladestationen stehen, welche die für die Bearbeitung und Auszahlung der Anträge zuständige KfW-Bank Ende November veröffentlichen will. Die Ladestation muss zudem fest verbaut und 3-phasig an der Stromversorgung angeschlossen sein sowie netzdienlich steuerbar sein. Außerdem muss der Strom, der ins Elektroauto fließt, nachweislich zu 100 Prozent von erneuerbaren Energien stammen – sei es vom Energieversorger über einen Ökostrom-Vertrag oder der Photovoltaikanlage auf dem Hausdach.

Wer kann einen Antrag auf die Förderung privater Ladeinfrastruktur stellen?

Das Verkehrsministerium hat das Antragsverfahren einem breiten Nutzerkreis geöffnet. Förderfähig sind ausschließlich Ladestationen an privat genutzten Stell­plätzen von Wohngebäuden. Antragsberechtigt sind neben Wohnungseigentümern und Wohnungseigentümergemeinschaften auch Mieter und Vermieter einer Wohnung. Mieter, die auf eigene Kosten eine Wallbox installieren möchten, müssen vorher die Zustimmung ihres Vermieters einholen und diese bei der Antragstellung vorlegen. Auch größere Gesellschaften wie Wohnungsunternehmen, Wohnungsgenossenschaften oder Bauträger können die Förderung beantragen.

Der Bund hat auch festgelegt, wer nicht antragsberechtigt ist: Etwa kommunale Gebietskörperschaften, rechtlich unselbständige Eigenbetriebe von kommunalen Gebietskörperschaften, Gemeindeverbände, Zweckverbände und Kirchen. Auch für öffentlich zugängliche Lade­stationen oder Ladepunkte in der Tief­garage eines Bürogebäudes gibt es diese Förderung nicht. Ebenfalls nicht gefördert werden Ladestationen an Ferienhäusern und -wohnungen sowie Wochenendhäusern. Womöglich können die auf diese Weise ausgeschlossenen jedoch eine andere Förderung beantragen, welche von Bund und Ländern ausbezahlt werden – und teilweise sogar deutlich großzügiger ausfallen als die „nur“ 900 Euro des nun neu aufgelegten Programms für private Lademöglichkeiten. Informationen dazu finden Interessenten auf dieser Website unseres Kooperationspartners Energielösung.

Wie läuft das Antragsverfahren ab?

Die Förderung wird über die staatliche Förderbank KfW abgewickelt und nennt sich offiziell Investitionszuschuss. Die 900 Euro pro Ladepunkt werden aber erst nach Abschluss der Installation und nach Vorlage aller damit zusammenhängenden Rechnungen ausbezahlt. Allerdings – und das ist wichtig – muss die Förderung über das Zuschussportal bei der KfW noch vor Beginn der Arbeiten und vor der Bestellung der Ladestation beantragt werden. Außerdem müssen sich Interessenten noch etwas gedulden: Die KfW nimmt Förderanträge erst ab dem 24. November 2020 entgegen.

Es bleibt also noch genug Zeit, um sich vorher eigehend mit dem Thema auseinanderzusetzen, sich über alles rund um die Installation einer privaten Lademöglichkeit zu erkundigen, sowie sich zu den weiteren, unzähligen Fördermöglichkeiten rund um die Elektromobilität zu informieren. Einen umfassenden Überblick hierzu bietet die Förderdatenbank von Energielösung. Ausführliche Informationen zum neuen Förderprogramm und dessen Antragsverfahren gibt es auch bei der KfW unter www.kfw.de/440

Quelle: BMVI – Pressemitteilung vom 06.10.2020 // KfW-Bank – Ladestationen für Elektroautos – Wohngebäude // Energielösung – Förderung privater Ladestationen: Bundesregierung verspricht Förderprogramm

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10 Antworten

  1. Zitat: „Das wäre aber gar nicht nötig gewesen, wird sich mancher Elektroauto-Fahrer vielleicht denken. Denn bei der Gesamtkostenrechnung, vor allem mit den bis zu 9000 Euro Umweltbonus, … “

    So falsch ist die Sache mit der Förderung der privaten Ladestationen gar nicht, denn die Auszahlung des Umweltbonus – speziell die 6000€ Bundesanteil – ist frustrierend träge. Man reicht seinen Antrag beim BAFA ein, und weiß anschließend 2 Monate (und wahrscheinlich noch länger) nicht, wie der Status ist, da man kein Feedback mehr bekommt und nach der Aussage anderer Antragsteller anscheinend auch nicht nachzufragen braucht, da man telefonisch oder per E-Mail niemanden erreichen wird.
    Wenigstens sorgt das E-Auto fahren (wieder) für Glücksgefühle und solche Meldungen über weitere Förderungen. 🙂

  2. Nach meinem Kenntnisstand muss die Ladestation netzdienlich betrieben werden, d.h. der Netzbetreiber kann zumindest die Ladeleistung drosseln oder komplett abschalten wie beispielsweise mit einem zusätzlichen Stromzähler und einem Wärmepumpentarif. Da es aktuell keine netzdienlichen privaten Ladestationen auf dem Markt zu kaufen gibt, sondern lediglich intelligente wallboxes, die PV Überschussladen ermöglichen und die Kommunikation zwischen Wechselrichter/Hausakku und Wallbox nicht standardisiert ist, gehe ich davon aus, dass in so kurzer Zeit nur der selbe Weg gegangen werden kann wie bei Wärmepumpen. D. h. Weiterer Zähler/Smart Meter installieren lassen (einmalige Zusatzkosten) + monatliche Zusatzkosten für den Zähler/bzw. Abrechnung. Langfristig wäre es sinnvoller einen variablen Stromtarif über einen Smart Meter Gateway anzubieten, so dass intelligente Produkte wie Wallboxes entwickelt und auf den Markt kommen können, so dass einerseits das Netz emtlastet werden kann und andererseits die Konsumenten hierfür belohnt werden können. Schließlich reicht es ja, dass das eauto früh morgens geladen wird und es nicht relevant ist, wann es mit welcher Leistung geladen wird. In so einem Smart Grid währe auch die Integration von netzdienlichen Speichern möglich und auch der Ertrag von PV Anlagen könnte variabel entlohnt werden. Der Heimspeicher könnte so entscheiden, ob eingespeist wird oder geladen wird. So könnte der Verbrauch, als auch die Erzeugung flexibilisiert werden und ist meiner Meinung nach auch die Grundvoraussetzung für den Umstieg auf 100% erneuerbare Energien. Verlierer wären hauptsächlich die Netzbetreiber und Verteilnetzbetreiber, da die eigentliche Regulierung innerhalb des Niedrigspannungsbetzes intelligent erfolgen kann. Es muss also nicht mehr quer durch Europa z.B. deutscher Strom aus erneuerbaren exportiert und Kohle und Atomstrom aus dem Ausland wieder massiv importiert werden, um Angebot und Nachfrage zu synchronisieren, da das heutige Netz keine Speicher vorsieht. EEG2021 ist das beste Beispiel wie hier Netzbetreiber und Verteilnetzbetreiber Einfluss auf unsere Politik haben und lieber am klassischem Wertschöpfungsprozess festhalten und so den Umstiegen von fossilen zu erneuerbaren behindern.

  3. Martin, perfekt dokumentiert!
    Alles nur Augenwischerei (man beachte, wer der Verursacher ist – der „Maut-König“!). Ich bin Elektromobil-Neuling und habe meinen Entschluss bereits jetzt nach gut 6 Wochen schon schwer bereut. Diesel ist für mich weiterhin die Zukunft (habe „Gott sei Dank“ noch ein altes Wohnmobil). Stromer sind 3x so teuer und jeder Öko-Stromvertrag verteuert (EEG) das Tanken. Wenn alle Verbrenner verboten sind, kostet das kW an der Ladesäule 3 € (Auto fahren lohnt sich nicht mehr. Das Auto wird zum Stromspeicher?). Reichweite? Für „Normalos“ ist E-Auto jetzt schon eine Zumutung, in Zukunft noch viel mehr (Tanken dauert 4 Std, weil drei Auto’s vor mir warten.)

  4. Wenn man sich grob die Fördervoraussetzungen durchhliest, dann weis man genau wer hier wieder sein Unwesengetrieben hat, nämlich der dt. Bürokratiehengst. Es ist besser eine vernünftige Lösung für die 11KW Wallbox zu wählen, selbst zu installieren (bei bedarf den Anschluß von einem Elektromeister anklemmen lassen, gegen ~ 50€) dann kommt man maximal auf 800-1000€, hat keinen Stress mit KFW, den Vorschriften und hängt nicht an den Fängen der netzbetreiber.
    Wenn man dem procedere der Förderung folgt kommt man insgesamt auf ca. 1800-2000€ und ist unter dem Strich auch nicht billiger.

  5. Danke Hr Scheurer,gerade erst ha auch Ihre CSU den Gesetzen der Bundesnetzagentur zugestimmt. Dies bedeutet das Aus der privaten Energiespeicherung aus PV.Naja irgendwo müssen die Hunderten Milliarden für den Rückbau der AKW ja herkommen. Also nur Augenwischerei. Good Night Germany

  6. @ Franco44
    Ich denke, Sie haben weitgehend recht.
    Zitat aus dem Beitrag: „Denn bei der Gesamtkostenrechnung, vor allem mit den bis zu 9000 Euro Umweltbonus, sind unzählige Elektroauto-Modelle ohnehin bereits deutlich günstiger unterwegs als ein vergleichbarer Verbrenner. Vor allem die günstigen Wartungs- und „Treibstoff-“ Kosten sind ein großer finanzieller Vorteil von E-Autos“ . Hier kann ich doch nur gackern. Wir haben eineN Renault Zoe bestellt in der absoluten Gewissheit, dass das Auto um Längen teurer wird, als unser kleiner Stadtfloh Hyundai i10 Benziner. Ich habe in einer kleinen Rechnung eine, sehr hoch gegriffene, Laufleistung von 10.000 km/Jahr angenommen. Die zu erwartenden Stromkosten plus die Akkumiete, errechnet aus den Verbrauchsrechnungen von > 140 Zoe-Betankungen (gelesen irgenwo im Internet), kommen auf einen Faktor von über 1,7 gegenüber dem Spritverbrauch des i10. D.h. der Benziner könnte für das gleiche Sprit-/Zapf-Geld 17.000 km fahren…
    Es gibt keine eAutos, die deutlich günstiger unterwegs sind, als Verbrenner. Man muss die irrwitzigen Kaufpreise von EAutos ja wohl mit einrechnen. Der Zoe ist ein Kleinwagen für die Stadt (´echte´ Langstrecke geht nicht wegen der nicht nachvollziehbaren Begrenzung der DC Laderei auf 50 kW), wenngleich deutlich größer, als der i10, aber er kostet schon ohne den Akkukauf das 2,5 fache des i10. Für mich ist der Kauf meinem Spielktrieb geschuldet, ausgelöst durch zwei mehrstündige Probefahrten mit Zoe und VW ID3 (gggeiles Auto. Wenn er einen akzeptablen Kofferraum hätte, würde er als ´Erstfahrzeug´ völlig ausreichen, mehr Auto braucht kein Mensch). Das Ergebnis wird ziemlich sicher sein, dass unser 190 PS Diesel-BMW stehen bleiben wird, wenn meine Frau und ich nicht gleichzeitig mit beiden Autos unterwegs sind. Den Zoe habe ich auch nur deshalb bestellt, weil ein großer badenwürtemberger Händler unseren fast ´vollständig aufgepeppten´ Zoe ´Intens´ mit € 13.729.- Nachlass verkauft, 16.147,51 statt 29.877,59 €. Vorausgesetzt, die € 6.100.- werden erstattet.
    Worüber man nichts liest, ist die EAutozukunft, wenn die staatliche Förderung ausläuft. Einen gut ausgestatteten ID3 mit ´sinnvollem´ Akku wird man nicht für unter 45.000.- bis 50.000.- € bekommen. Was kostet ein gut ausgestatteter Golf VIII? Ich schau´s nicht nach- 30.000.- ? Ich befürchte, Politik und Autoindustrie werden noch viele Tränen vergießen.

  7. @ Grassus
    Ob das mit der Selbsteinrichtung so einfach ist, wage ich zu bezweifeln. Und mit 50.- € ist auch kein Elektiker dabei. Aber nach meinen Überlegungen, die sich hoffentlich nicht als falsch herausstellen werden, könnte die ganze Sache in sehr vielen Fällen ohne fest installierte Wallbox zu machen sein. Natürlich dann ohne Förderung. Aber was nützt die, wenn ich die Praemissen kaum erfüllen kann und die Wallbox locker 2.000.- bis 2.500.- € kostet, bis sie steht/hängt. Wenn man ein Otto Normalo-Fahrprofil hat, und nur dann, reicht vermutlich ein allenfalls um einen Adapter erweitertes Basisset des Juice Booster und eine mit 16 A abgesicherte Industriesteckdose. Selbst mit der mickrigen Ladeleistung von 3,7 kW braucht Normalo sein Auto allenfalls zwei mal pro Woche über Nacht an die Steckdose zu stöpseln.
    Widerspruch bitte- unser Auto kommt ? in KW 50 oder 51. Ich bin erst in der Planung des Abenteuers eAuto.

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