BMW: Nach PHEV-Rückruf nun Auslieferungsstopp des MINI Countryman Hybrid

BMW: Nach PHEV-Rückruf nun Auslieferungsstopp des MINI Countryman Hybrid

Copyright Abbildung(en): Glebiy / Shutterstock.com

Mitte Oktober hat unser Autor Michael bereits in seinem Artikel „BMW muss 1800 Plug-in-Hybride in Deutschland zurückrufen“ auf eine größere Rückrufaktion für BMWs Teilzeitstromer hingewiesen. Anfang November konnten wir neue Details zum Rückruf in Erfahrungen bringen. Doch so richtig rund scheint es bei BMW immer noch nicht zu laufen. Die Süddeutsche Zeitung hat erst kürzlich in Erfahrung gebracht, dass ein Auslieferungsstopp des MINI Countryman Hybrid erfolgt. Grund sei die zu geringe elektrische Reichweite.

BMW habe die Batteriereichweite seines elektrifizierten MINI zu knapp kalkuliert, so der Automobilhersteller gegenüber der Zeitung. Aus diesem Grund habe die zuständige Zulassungsbehörde die Auslieferung des sogenannten Countryman Hybrid angehalten habe. Ausschlaggebend sei die Tatsache, dass der Teilzeitstromer immer Mal wieder unter die Grenze fällt, welche als Maßstab dient, ob ein Fahrzeug als elektrifiziert gilt, oder nicht. „Angegeben ist bei dem betreffenden Mini eine Reichweite von 60 Kilometer, wenn man nach dem Messprofil NEFZ fährt“, teilte ein BMW-Sprecher mit. Dort habe man aber ebenfalls festgestellt, dass die Reichweite mitunter nur 59 Kilometer betragen kann. Laut Aussage des Automobilherstellers habe man dies der der zuständigen Zulassungsbehörde in Irland gemeldet, die daraufhin einen Auslieferungsstopp angeordnet habe. Gelöst werden soll das Problem durch ein verbessertes Batteriemanagement. Ein entsprechendes Update kommt Ende November; weitere Abweichungen, etwa bei CO2-Emissionswerte, gebe es nicht.

Dieser eine Kilometer Unterschied mag auf den ersten Blick wie eine Kleinigkeit erscheinen, macht aber einen Unterschied der es in sich hat. Denn wenn der Wagen nicht als elektrifiziert gilt, bekommt der Käufer des Wagens auch keine Möglichkeit die Elektroauto Kaufprämie / Umweltbonus zu beantragen. Zudem sei es so, dass es auch in Richtung Kunden nicht Image-förderlich ist, dass die rein elektrische Reichweite auf „‚Kante genäht‘ sind“, wie Ferdinand Dudenhöffer, Experte am Center of Automotive Research, gegenüber der Süddeutschen zu verstehen gibt. BMW hat dazu übrigens einen klaren Standpunkt: „Es mag schwer zu verstehen sein, aber wir haben keine Veranlassung, einen großen Reichweitenpuffer über das gesetzlich Geforderte hinaus einzubauen“, formuliert es der BMW-Sprecher. „Wir befinden uns in einem scharfen Wettbewerb.“

Quelle: Süddeutsche Zeitung – Hybrid-Mini scheitert an den 60 Kilometern

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„Messprofil NEFZ“ ich dachte dass seit 2 jahren der WLTP Zyklus gültig ist. für Plug in Hybride gilt doch mind. 50km nach WLTP. Also so gewinnt BMW doch keine neuen Kunden wenn sie die Reichweite nur auf das absolut notwendigste herstellen. da können doch alle anderen Hersteller punkten wenn mehr elektrische reichweite anbieten können als die nur 50km (meiner Meinung nach sowieso viel zu wenig)

„Es mag schwer zu verstehen sein, aber wir haben keine Veranlassung, einen großen Reichweitenpuffer über das gesetzlich Geforderte hinaus einzubauen – Wir befinden uns in einem scharfen Wettbewerb.“

Wenn man das so durch ein Sprecher verlauten läßt, dann wird (über)deutlich, das es BMW nur um die Förder- und sonstigen Privilegien geht und bei dem überwältigenden Anteil an gewerblichen Leasing-Kunden solcher Hybride wird das Ladekabel sowie nicht benutzt.
Einem privaten Kunden, der am Schutz der Umwelt interessiert ist, wird allerdings auch gleich signalisiert, dass BMW sein Anliegen, möglichst lange elektrisch zu fahren, am A… ääh, sowieso völlig egal ist!

Klar ist IMO doch auch jetzt schon, dass außer den Verbrennermodellen auch alle Hybride – sobald sie aus dem Leasing „zurückkommen“ – sowieso in rel. kurzer Zeit gebraucht »auf der Schlachtbank der Restwerthalde« landen werden.

Bei der Bezuschussung von Plugs handelt es sich doch eh nur um eine verdeckte Förderung von Verbrennern. Wenn die Aussage von BMW zu einem scharfen Wettbewerb dem Erhalt der Umwelt dienen täte, wäre es lobsam. BMW meint aber den eigennützigen Verkaufsvorteil zu Lasten von Umwelt und Natur, mit geschönten Angaben zu Verbräuchen, Emmissionen und zugesichterten (elektromobilen) Eigenschaften, welche so auffällig sind, dass selbst Behörden dies nicht mehr akzeptieren können.
Letztendlich tut uns jede geschönte fossile Emmission richtig weh, als dass sie durch ein Software-Update verschönert werden könnte, zumal diese Verbrenner in über zehn Jahren immer noch ihren Dienst verrichten.

Ich frage mich warum man überhaupt 2 verschiedene Motorarten in einem Auto braucht.

Statt eines Verbrenners mit Mehrganggetriebe und aufwändiger Abgasreinigungsanlage hätte man das Geld lieber in zusätzliche Batterien investiert, die gar nicht mehr so teuer sind, und man hätte ein reines Elektroauto gehabt zum gleichen Preis.

BMW und Günstig? Billig ja. bzgl. der Materialien und des Einkaufs, vorwiegend in der Diktatur China.
Mini verlangt immer noch EXTRA für den Livestyle, dann solche Aussagen, die könnten von Dacia kommen, aber BMW!
PS: für mich ist die Marke schon lange tot, Plump und Fett (X5) und ohne Design!

Die Schlafmützigkeit von BMW ist ja nicht mehr auszuhalten. Da die elektrische Reichweite nicht nur bei den Abnahmetests gilt, sondern über den gesamten Lebenszyklus des Fahrzeugs, werden BMW und ihre Kunden noch große Probleme bekommen.
BMW hat aus der Abgasdiskussion nichts gelernt.

R.I.P. BMW …
BMW disqualifiziert sich mehr und mehr in den Augen von Menschen die eine Entscheidung für ein neues Auto treffen müssen oder wollen.
Schade. Potential haben Sie, nur leider keine Idee das richtig zu nutzen.
BWM ist imho das Nokia Pendant im Automobilmarkt.

BMW enttäscht immer mehr, mit den aktuellen Aussagen zu Hybrid Farhzeugen. Ich fahre seit März einen X3 30e Hybrid. Ich bin entäuscht von der Reichweite des Fahrzeugs. Sowohl die elektrische Reichweite und auch die Benzin Reichweite. Ich habe sonst 5er Diesel gefahren und hatte die doppelte Reichweite. Ich hoffte immer, dass die Batterieleistung beim Hybrid demnächst mal erhöht wird. Wenn jetzt BMW verkündet, dass eine Erhöhung nicht angedacht ist, weiß ich nicht ob ich mir nächstes Jahr noch einen BMW kaufen werde. BMW hat die Zeichen der Zeit immer noch nicht erkannt.

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