Bidirektionales Laden per Induktion: US-Forscher testen V2G-Neuheit erfolgreich

Copyright Abbildung(en): ORNL

Anwendungen und Elektroautos für Vehicle-to-Grid (V2G) sind für den Endkunden noch gar nicht verfügbar. Doch es gibt bereits Projekte, die das bidirektionale Laden noch einfacher machen wollen. Forscher des Oak Ridge National Laboratory (ORNL) aus den USA etwa haben ein bidirektionales Ladesystem mit 20 kW vorgestellt, das in einem Elektro-Lieferwagen von UPS installiert wurde.

Die induktive Bidirektionalität ist nicht die einzige Besonderheit bei dem Projekt. Das Vorhaben ist auch das wohl erste seiner Art, das eine Stromübertragung mit dieser Geschwindigkeit über eine Distanz von 11 Zoll, umgerechnet 28 cm erreicht. Und das auch noch mit einem beachtlichen Wirkungsgrad von 92 Prozent, wenn man der Mitteilung von ORNL Glauben schenken darf. Damit könnte die Technologie auch in Fahrzeugen mit hoher Bodenfreiheit eingesetzt werden — wie eben Elektrotransportern.

Bei einer Leistung von 20 Kilowatt würde das Aufladen einer gängigen 60-Kilowattstunden-Batterie gut drei Stunden dauern. Mit seinem bidirektionalen Design unterstützt das System auch die Verwendung der Fahrzeugbatterie in Vehicle-to-Grid-Anwendungen. Das könnte vor allem Betreibern von Flotten hohe Zusatzeinnahmen ermöglichen oder dazu beitragen, die Stromerzeugung vor Ort wie zum Beispiel Solarenergie effizienter zu gestalten.

Wenn Sie die Technologie auf eine Flotte von 50 LKW skalieren, erhalten Sie einen Energiespeicher im Megawatt-Maßstab“, sagt Omer Onar von ORNL, der Leiter des Projekts. Die Technologie stelle „eine integrierte, ganzheitliche Lösung für die Fahrzeugelektrifizierung dar, die auch das Smart Grid der nächsten Generation weiterentwickelt“, fügte Onar hinzu. „Das System erweitert die Möglichkeiten für Flotten, die sich bequemes und effizientes Laden von Elektroautos sowie Stromspeicherlösungen wünschen.“ Die Technologie soll nun im Rahmen des Projekts weiteren Tests und Analysen unterzogen werden.

Die Forscher von Oak Ridge zeigten bereits im Jahr 2016 erstmals ein drahtloses 20-Kilowatt-Ladesystem für PKW. Die Technologie für diesen Anwendungsfall des induktiven Ladens hat ORNL der Mitteilung zufolge dank des deutlich kleineren Abstands zwischen der beiden Spulen auf eine Leistung von 120 Kilowatt steigern können.

Quelle: ORNL — Pressemitteilung vom 21.04.2020

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2 Antworten

  1. Schon der erste Satz im Artikel stimmt nicht. Jedes neuere Chademo Fahrzeug kann bidirektional laden. Z.B. Nissan Leaf.
    Auch die passenden Ladegeräte sind verfügbar, wenn man sie haben wollte. Da der Strom in Deutschland aber für die meisten Endkunden unabhängig von der Uhrzeit (Angebot) kostet, wird die Technologie nicht nachgefragt. In England ist das anders! Hier verdienen E-Fahrer Geld mit ihrem Fahrzeug Akku.
    Ob induktive Ladung Sinn macht ist für mich sehr fraglich. Ein Kabel hat 100% Wirkungsgrad und fast keine elektromagnetische Abstrahlung.

    1. Hallo Kalle,
      mich interessiert das Thema “bidirektionales Laden” sehr, da wir seit kurzem eine rel. kleine PV-Anlage haben, mit einem kleinen Speicher 3Kw und diese gerne erweitern würden, an liebsten eben über eine Autobatterie. Mein Eindruck ist, dass es bislang noch keine echten Lösungen, die auch einigermaßen wirtschaftlich sind, gibt. Oder doch? Würde mich sehr über eine Antwort freuen.
      Viele Grüße

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