Baustopp Tesla-Werk in Grünheide aufgrund fehlender Genehmigungen

Baustopp Tesla-Werk in Grünheide aufgrund fehlender Genehmigungen

Copyright Abbildung(en): Markus Mainka / Shutterstock.com

Anfang November gibt es wieder ein paar Neuigkeiten zum Stand der Bauarbeiten von Teslas erster Autofabrik in Europa, der Giga Berlin. Zuletzt haben wir Mitte September 2020 über die aktuellen Fortschritte berichtet. Derzeit scheinen die Bauarbeiten am Tesla-Werk in Grünheide nicht so voran zukommen wie geplant. Ausschlaggebend hierfür sei eine fehlende Genehmigung des Landesumweltamts Brandenburg für den Antrag auf vorzeitige Zulassung der Montage eines Teils der Lackiererei und die Rodung von 93 Hektar Wald. Die Brandenburger Landesregierung sieht allerdings momentan keine Gefahr für den Zeitplan.

Für seine Fabrik in Grünheide südwestlich von Berlin will Tesla weiteren Wald roden lassen, wie wir im September bereits berichtet haben, um einen Autobahnzubringer zum Fabrikgelände errichten zu können. Dafür habe Tesla bereits Ende August einen Antrag gestellt. „Die Prüfung läuft“, informierte der Referatsleiter Immissionsschutz im Umweltministerium, Frank Beck, den Wirtschaftsausschuss des Landtags in Potsdam, ebenfalls im September. Zeitnah kritisierten die Freien Wähler die Rodung, da die Waldfläche in einem Naturschutzgebiet liege. Ein Sprecher des Ministeriums wies die Kritik allerdings als unbegründet zurück und erklärte, dass sich „alle Flächen für weitere Fällungen innerhalb des Bebauungsplangebiets und damit nicht innerhalb eines Naturschutzgebietes“ befänden.

Aktuell sei es so, dass die Prüfung des sechsten Antrags auf vorzeitigen Baubeginn laufe ebenso wie das Verfahren zur abschließenden Genehmigung nach dem Bundeseimmissionsschutzgesetz. Dies gab die Sprecherin des Umweltministeriums, Frauke Zelt zu verstehen und versicherte: „Da gerät nichts ins Stocken.“ Der Antrag sei vor der Anhörung von Kritikern im September eingegangen. Die Erkenntnisse aus dieser Erörterung sollten aber dafür noch berücksichtigt werden. Aus gut informierten Kreisen hieß es ebenfalls, der Zeitplan sehe unverändert einen Produktionsstart Anfang Juli 2021 vor.

Geht es nach der Gemeinde Grünheide wolle man noch in diesem Jahr die Genehmigung der Fabrik unter Dach und Fach bringen. Mitte Dezember will die dortige Gemeindevertretung über den geänderten Bebauungsplan des Areals beschließen. „Das Land braucht für die endgültige Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz den Satzungsbeschluss“, gab Bürgermeister Arne Christiani (parteilos) gegenüber der Deutschen Presse-Agentur zu verstehen. Christiani gehe ebenfalls davon aus, dass der „Zeitplan realistisch ist“. In dem Bebauungsplan geht es unter anderem um Straßenausbau.

Ab Sommer nächsten Jahres sollen in Grünheide Elektroautos vom Band rollen. Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) berichtete Ende der vergangenen Woche, dass Tesla vor einem Verzug für das gesamte Projekt gewarnt und um eine einzelne Genehmigung für die Lackiererei gebeten habe. Aus den Antragsunterlagen gehe hervor, dass die Lackiererei ab 1. Oktober installiert werden sollte. Das Unternehmen äußerte sich zunächst nicht dazu.

Quelle: Automobilwoche – Genehmigung für Rodung und Lackiererei: Tesla kann derzeit nicht wie geplant weiterbauen

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https://youtu.be/9oo-VE2h-iI

Baustopp schaut anders aus. Die ersten Maschinenteile sind seit 1, 2 Wochen in der Lackierhalle. Auch wenn derzeit die Genehmigungen nicht so schnell wie die Früheren kommen, auf der Baustelle wuselt es ziemlich. Und die Lackierhalle ist noch nicht trocken. Da würd ich auch noch keine Maschinenteile montieren. Auf den nicht zu wichtigen Montagehallen sind die Dächer, soweit möglich, fertig gedeckt. Die Lackierhalle erhält gerade die letzten Hallenteile, dann wird man wohl auch das Dach fertig stellen. Danach wäre wohl der richtige Zeitpunkt, die ersten Maschinen auszupacken und zu montieren.
Für mich sieht hier noch alles im Zeitplan aus.

Grünheide liegt im Südosten Berlins, nicht im Südwesten.

Weder noch. Grünheide liegt in Brandenburg, südöstlich von Berlin.

Es wäre ja nicht Deutschland, wenn wir hier problemlos und ohne Hindernisse eine hochmoderne Fabrik errichten. Das kleinkarrierte Denken vieler Mitbürger stellt die größte Bedrohung dar. Man könnte froh sein, dass ein solches zukunftsorientiertes Unternehmen auf die Idee kommt, ins trostlose Brandenburger Land eine Fabrik mit dieser Dimension zu bauen, Milliarden zu investieren und das unter dem Augenmerk der gesamten Welt, denn die Baufortschritte in Deutschland werden von vielen Tesla-Blogs weltweit verfolgt und jede Blockade ebenso verbreitet. So stellt sich Deutschland nach außen dar. Viele Bürger bekommen auch durch tendenziös arbeitende Vereine Rückenwind. Ob die Besorgnisse überhaupt begründet sind ist eine Frage, die sich diese Bürger vermutlich noch nicht einmal gestellt haben. Gerade Tesla zu unterstellen, dass sie Raubbau an der Natur und Umwelt begehen zeigt, wie wenig diese Menschen sich mit Tesla und deren Unternehmensphilosophie beschäftigt haben. Das die Bauarbeiten weiter voranschreiten ist trotz alledem ein gutes Zeichen. Hoffen wir, dass das Projekt rechtzeitig fertig und der ambitionierte Zeitplan von Tesla realisiert wird.

+1
Ich weiß drei böse Hunde: Undankbarkeit, Stolz, Neid. Wen die drei Hunde beißen, der ist sehr übel gebissen.Martin Luther
Jede Tellerrand-Politik hat selten irgendwelche Früchte getragen…

Zuletzt bearbeitetet 19 Tage zuvor von Tom

100 Prozent auch meine Meinung!

Na, erstmal entspannen. Grundsätzlich bin ich „pro-Tesla“ und ich sehe es auch als Problem an, wenn hinter jedem Busch auf einmal eine bedroht Art auftaucht, die man dann mit seinem TDI retten muss.

Allerdings bin ich auch „pro Demokratie“ und „Gleiches Recht für alle“. Ich lehne es schon ab, wenn von Großindustrie mit Bausch und Bogen durchregiert wird, ohne dass es Widerspruchsrechte auch für den „kleinen Bürger“ gibt. Das ist zwar mühsam, aber existierende Prozesse müssen für alle gelten. Für den Kleinsthäuslebauer genauso, wie für das Großkapital. Denn genau das schützt uns davor, wie in Bangladesh zu enden. Eine „Unternehmensphilosophie“ ist immer blumig, wenn man es aus der Marketingabteilung serviert bekommt. Elon Musk (oder vielleicht auch Herbert Diess) als Person mag da vielleicht anders denken, aber auch er muss die Dividendenwünsche seiner Aktionäre zufrieden stellen.

Insofern: Die Welt ist grau. Mal heller, mal dunkler, aber nur sehr sehr sehr selten wirklich schwarz und weiß.

Ausgleichspflanzung von Mischwald auf anderen Flächen ist ohnehin besser als Fichte/Kiefer-Monokultur. Sonst lässt BER grüssen.

+1
+ Ein wenig OT 😉 : Vermutlich werde ich hier wiedermal als verrückt erklärt möchte jedoch nochmals den ökologischen Sinn einer extensiven Dachbegrünung erwähnen…
Die GF4 könnte nach EM Bestrebungen noch „SEXY“-ier werden, den (sagen wir ) „grünen Gegnern“ ein wenig Wind aus den Segeln nehmen und gleichzeitig der deutschen,europäischen GF einen Alleinstellungsmerkmal verleihen.
Bei den riesigen Dachflächen könnte solche Lösung (ca.30-40€/m2) einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität leisten. Vorteile: Feuchtigkeitsspeicher-und Spender (Klimaanlagen ), Staubfilter, Überhitzung/Hagelschutz der Dachflächen usw, usf.
Abgesehen von der Optik (nicht nur für die Rave-Cave 😉 ), PR-Wirkung („die bereits gerodete Fläche zumindest teilweise direkt Vorort ersetzt wurde“) samt grosszügige PV-Anlage -eine perfekte Synergie und ein klares Bekenntnis zur Ökologie im Industriebau,

GRÜNdach für GRÜNheide! 😉 🙂

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