Autohersteller haben „verstanden, dass der Wechsel zur Elektromobilität unausweichlich ist“

Autohersteller haben „verstanden, dass der Wechsel zur Elektromobilität unausweichlich ist“

Copyright Abbildung(en): shutterstock / Lizenzfreie Stockillustrations-Nummer: 72926533

Der US-amerikanische Futurist, Autor und Berater Peter Schwartz, der sich seit beinahe einem halben Jahrhundert mit der Entwicklung von Zukunftsprognosen beschäftigt, sprach in einem Interview mit dem Technologieunternehmen Freudenberg unter anderem über das Thema Elektromobilität, und was sich bei der Mobilität insgesamt ändern wird.

Schwartz geht davon aus, dass sich die Ladezeit von Elektroautos innerhalb der kommenden fünf bis zehn Jahre drastisch verkürzen werde. Ob ein Auto betankt oder aufgeladen wird, sei „bald nicht mehr relevant. Es wird beides gleich schnell gehen.“ Auch die Ladeinfrastruktur selbst werde zwar besser in der Fläche ausgebaut werden, dafür seien allerdings „Subventionen aus der Politik vonnöten“.

Ich denke, in spätestens einem Jahrzehnt wird jedes neue Auto mindestens ein Hybrid sein“, so Schwartz weiter. Das heiße „aber nicht, dass gar keine reinen Verbrenner mehr auf den Straßen zu sehen sind. Gerade Lastwagen werden in der Hinsicht eine Herausforderung darstellen“, außerdem gebe es auch noch eine riesige Anzahl an Bestandsfahrzeugen, die noch sehr lange genutzt werden dürften.

Als Vorreiter bei innovativer Verkehrsgestaltung sieht der Zukunftsforscher den Stadtstaat Singapur und das Elektroauto-Vorzeigeland Norwegen. Schwartz meint, dass Singapur innerhalb der nächsten 20 Jahre den Besitz von Privat-Pkw abschafft: „Es wird das erste Land der Welt sein, in dem stattdessen autonome Fahrzeuge herumfahren und den öffentlichen Nahverkehr unterstützen.“ Norwegen sei spannend, da es seinen Strom vor allem aus Wasserkraft bezieht und bei der Elektromobilität „zielstrebig“ vorangehe. „Das ist so faszinierend, weil das eher dünn besiedelte Norwegen in mancherlei Hinsicht das genaue Gegenteil von Singapur ist. Aber beide setzen stark auf Elektromobilität und neue Ansätze.“

„Toyota startete schon vor zwanzig Jahren“

Die großen Automobilhersteller hätten mittlerweile „alle verstanden, dass der Wechsel zur Elektromobilität unausweichlich ist“. Die Frage sei, „wie schnell tun sie es, wer geht voran, und wie tun sie es?“ Viele deutsche Hersteller „hinken da erheblich hinterher, weil sie lange Zeit nicht an Elektroautos geglaubt haben“, stellt Schwartz fest. Hersteller aus Asien hätten „einen deutlichen Vorsprung. Toyota startete schon vor zwanzig Jahren.

Es sei bei all dem „sehr offensichtlich“, dass die Antriebswende nicht stattfinden würde, „wenn der Klimawandel nicht wäre. Je mehr wir dessen Auswirkungen spüren, desto schneller werden wir reagieren.“ Und nun wachse eine „neue Generation an jungen Leuten“ heran, „für die das Auto nicht mehr das Ticket in die Freiheit ist“. Das sei „schon ein großer Mentalitätswandel. In New York City hat schon heute die Mehrzahl der Menschen kein Auto mehr. Es lohnt sich nicht. Sie suchen ohnehin nur die ganze Zeit nach einem Parkplatz.“

Quelle: Freudenberg — „Laden und Tanken wird gleich schnell gehen“

Über den Autor

Michael ist freier Autor und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Newsletter

Erhalte jeden Montag, Mittwoch und Freitag aktuelle Themen wie „Autohersteller haben „verstanden, dass der Wechsel zur Elektromobilität unausweichlich ist““ sowie die neusten Informationen aus der Welt der Elektromobilität kostenfrei direkt ins eigene Postfach. Kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs.
Ja, ich möchte den gratis E-Mail-Newsletter von Elektroauto-News.net abonnieren. Die Datenschutzerklärung habe ich gelesen. Die Einwilligung zum Versand des Newsletters kann jederzeit widerrufen werden. Hierzu reicht es auf den Abmeldelink zu klicken, welcher sich in jedem Newsletter befindet.

Fakten & MeinungenDiskutiere mit der E-Community

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
13 Comments
Oldest
Newest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments

Es ist schon sehr verwunderlich, wie schwer sich Autohersteller tun, wenn ein Umbruch zu erkennen und wahr zu nehmen. Anstatt sich über den Fortschritt zu freuen, klammern sie sich an das alte System fest und merken dabei nicht dass sie das falsche tun. Erst wenn neue Autohersteller am Horizont ihren Glanz erleuchten lassen, werden die alten Hersteller vor erstaunen zunehmend hellhörig, können es aber selbst dann noch nicht glauben. Einige davon werden wohl untergehen, andere können sich mit letzter Kraft ans Ufer retten. Gott sei dank gibt es immer wieder Menschen die noch einen klaren Durchblick haben, Sie sind unsere Hoffnung, unser Glück, das sind jene Menschen wie Elon Musk. Seien wir dafür umso mehr dankbar!

In Singapur dominierten schon immer die japanischen Autos. So ist es kein Wunder zu erkennen, wo Toyota seine Hybrids und Normale verkauft. Diese Firma hat man in Deutschland auf das Abstellgleis gestellt. Norwegen bezieht leider den Strom nicht nur aus Wasserkraft. Ein Grossteil kommt dort auch umweltunfreundlich daher. Aber zumindest beweist dieses Land, dass der Verkehr zu 50% elektrisch , problemlos funktionieren kann.

Ich bin „Nostradamus“ und ich prophezeie:
– Batterie wird leicht und billig.
– Batterie wird 100% recyclebar.
– Batterie wird sich genauso schnell laden lassen wie ein Tank für Flüssigtreibstoff.
– Batterie wird der Kapazität haben, der eine Reichweite wir ein Diesel ermöglichen kann.
– Batterie wird ohne geostrategisch problematische Rohstoffe hergestellt.
– Und aller wichtigste zum Schluss: Wüsten Sie, dass Himmel blau ist?
So einfach ist heutzutage „Prophezeiungen“ zu machen und sich als „Experte“ zu erklären !

Kleine Korrektur:

Die Reichweite wird deutlich größer als bei einem Diesel.

(400 Wh/kg machen das möglich.)

Und die PV-Anlage und/oder die Piezo-Energie-Anlage in der Karosserie, den Wohn- und Gewerbegebäude-Hüllen werden immer effizienter und billiger.

PS: Aber das habe ich hier schon vor fast 2 Jahren geschrieben)

Wenn Sie also Experte werden wollen, fragen Sie einen Experten.

Ohje als ob Elektro besser wäre als die andere rohstoffausbeutung

Genau deshalb! Weil es weniger Rohstoffe braucht, diese in immer größerem Ausmaß aus organischem Material und vollständig recyclebar gewonnen werden kann und ohne fossile Ausbeutung produziert werden kann.

Ich wohne auf dem Land, da bist du ohne Auto ein Mensch zweiter Klasse. Ohne Auto geht es nicht. Einkaufen, Arbeiten, Freunde, Freizeit usw. Alles nicht möglich. Parkplätze gibt es vor jeder Haustüre zur genüge. Und weil wohnen so günstig ist fahre ich einen Tesla, nicht unbedingt wegen der Umwelt sondern weil er sich super fährt und Spaß macht. Ich denke das wird entgegen aller Zukunftsprognosen noch lange so bleiben.

wird da etwa Norwegen mit Schweden verwechselt?

So gibt es Norwegen an:
Insgesamt wurden in Norwegen nach Angaben der Statistikbehörde SBB im November 2019 12.867 GWh Strom produziert – 93,8 Prozent aus Wasserkraft, 2,1 Prozent aus Wärmekraft und 4,0 Prozent aus Windkraft.
Des weiteren exportiert Norwegen noch viel Wasserkraft Strom u.a. nach Deutschland

Ich bin großer Fan und Unterstützer der Elektromobilität. Ich bin z.b. der Meinung, dass es schon heute nicht nur möglich sondern sinnvoll ist, die alltäglichen Strecken wie Arbeitsweg, Fahrt zum Einkaufen usw. elektrisch zu erledigen. Je nach Lebenssituation braucht es dazu „nur“ einen elektrischen Kleinwagen. Jeder der ehrlich zu sich selbst ist wird feststellen, dass für die wenigen Fahrten im Jahr die ein Kleinwagen nicht erledigen kann auch ein Mietwagen reicht. Und sonst gibt es ja auch mehr und mehr gute Hybride die beides gut abdecken.
Ich kann nur einen immer und immer wiederkehrenden Kritikpunkt nicht nachvollziehen: an welcher Stelle genau haben denn Deutsche Hersteller die Elektromobilität verschlafen? Ich sehe ein, dass es in der Luxusklasse wenig Konkurrenz zu Tesla gibt aber bei kleinen Elektrofahrzeugen gibt es genug auswählt die aus Deutschland und Europa kommt. Z.b. bei Toyota gibt es aktuell nicht ein Elektrofahrzeug. Und sollte ein Käufer gar der Meinung sein ein phev mit Diesel kaufen zu wollen um einen möglichst geringen CO2-Ausstoß in der Kombination aus lang- und Kurzstrecke zu haben wird er wohl nur bei einem deutschen Hersteller fündig werden.
Zugegeben die deutschen Hersteller haben alle sehr spät reagiert aber verschlafen haben sie die Elektromobilität in meinen Augen nicht.

Zu Philip: ganz ihrer Meinung. Ein oft wiederkehrendes und gebetsmühlenhaft vorgetragenes Mantra: deutsche Hersteller haben die E-Mobilität verschlafen. Zumindest bei 2 Herstellern ist das Gegenteil der Fall: VW & Opel. Und BMW. Diese ganze Hybrid-Geschichte z.Bsp. bei Mercedes zieht nicht. Verbrenner-Motor plus kleiner Stromer: die Nachteile zweier Welten und dazu noch sau-teuer. Und wer braucht einen Porsche Taycan? Ach ja, ich weiß es schon ….

In Schweden kommen ungefähr 2/3 des Stroms aus Wasserkraft, 1/4 aus Kernkraft. Der Rest ist hauptsächlich Windkraft und Biomasse. Im Gegensatz zu Norwegen hat Schweden allerdings kürzlich das letzte Kohlekraftwerk dicht gemacht.

Richtig Marcus, habe ich auch geschrieben , so sauber sind die Norweger gar nicht. Deutschland hat nicht nur bei den reinen EV s geschlafen, auch bei HEV und PHEV. Aber jetzt kommen sie wie der Teufel: MB, BMW, VW, OPEL und die Zulieferer Bosch, ZF, Conti etc…………….

In Singapur waren auch schon BMW und Mercedes die Topseller bei Volumen. Natuerlich eine Besonderheit durch die COE Regelungen und den damit verbundenen hohen Preisen. Ansonsten lohnt sich der Markt fuer die meisten Hersteller nicht wirklich, zu kleine Volumen, eher Prestige und fuer lokale Zentralen ein sicherer Ort.

Diese News könnten dich auch interessieren:

Peugeot: „Bis 2025 werden wir unsere Modellpalette zu 100 Prozent elektrifiziert anbieten“
SsangYong X200 – eine weitere futuristische Elektro-SUV-Studie
Škoda: „E-Autos genauso sicher wie Verbrenner“
13
0
Would love your thoughts, please comment.x
()
x

Deine Anmeldung zum Newsletter:
Ein letzter Schritt fehlt noch.

Vielen Dank für deine Anmeldung zum Newsletter von Elektroauto-News. Du erhältst in Kürze eine E-Mail, in der sich ein Link zur Freischaltung deiner E-Mail-Adresse befindet. Erst durch die Bestätigung des Links dürfen wir deine E-Mail-Adresse zum Versand unseres Newsletter freischalten (Double-Opt-In).