Audi führend bei Zahl der Patentanmeldungen für Elektroantriebe in Deutschland

Copyright Abbildung(en): Audi

In der Technischen Entwicklung – intern bei Audi kurz „TE“ genannt – schlägt das Herz der Marke. „Vorsprung durch Technik“ soll hier Wirklichkeit werden. Die Ingenieure führen hier Innovationen von der ersten Idee bis zur Marktreife. 1970 – also vor genau 50 Jahren – bezog die Abteilung „Technische Entwicklung“ die ersten neuen Gebäude an der nördlichen Peripherie Ingolstadts. Seitdem wurde das Areal stetig vergrößert. Inzwischen forschen und entwickeln knapp 10.000 Techniker und Ingenieure allein am Standort Ingolstadt. Zusammen mit den knapp 2000 Mitarbeitern der TE in Neckarsulm und den Entwicklern in Győr, Peking und San José Chiapa bilden sie das Innovationslabor von Audi – und das durchaus erfolgreich. Ein Gradmesser für die starke Innovationskraft der Marke ist die Zahl der Patentanmeldungen.

2019 waren es mehr als 1200 Patentanmeldungen. Entsprechend dem Wandel im gesellschaftlichen Bewusstsein und der Autobranche ändern sich die Themen und der Fokus der Patente. In früheren Jahren waren hauptsächlich Ideen und Erfindungen aus den Bereichen Fahrwerk, klassische Motortechnologie und Getriebe die Schwerpunkte. Aktuell stehen Digitalisierung und Elektromobilität ganz oben. Insgesamt hält das Unternehmen derzeit weltweit rund 13.000 Patentfamilien, das entspricht etwa 23.000 Einzelpatenten und Patentanmeldungen. Für die aufwendigen Prozeduren beschäftigt Audi eigens spezialisierte Patentanwälte. „Wir sichern die Ideen und Erfindungen unserer Ingenieure und damit unseren ‚Vorsprung durch Technik‘“, erklärt Jama Askaryar, verantwortlicher Patentanwalt für Elektro- und Hybridantriebe.

Während viele Wettbewerber E-Antriebstechnologie zukaufen, entwickelt Audi diese an vielen Stellen selbst. Als innovationsstarke Marke ist Audi in Deutschland einer Mitteilung des Herstellers zufolge führend bei der Zahl der Patentanmeldungen für Elektroantriebe. Das zeigen auch die Zahlen: Laut einer Auswertung des Deutschen Patent- und Markenamtes und des Europäischen Patentamtes (EPA) wurden 2019 insgesamt 660 Patentanmeldungen mit Wirkung allein für Deutschland angemeldet. Diese Anmeldungen beziehen sich nur auf Fahrzeuge mit Elektroantrieb. Im Vergleich zu 2017 entspricht das einer Steigerung von 42 Prozent. Audi belegte dabei mit 57 Patentanmeldungen für die Plug-in-Hybride und die Modelle des vollelektrischen Audi e-tron den ersten Platz. „Das ist ‚Vorsprung durch Technik‘ und zeigt den großen Innovationsgeist unserer Entwickler“, sagt Roman Straßer, Leitung Entwicklung Leistungselektronik und Ladesysteme.

Aber nicht nur das Patentamt dokumentiert die Spitzenstellung von Audi im Bereich von Ideen und Erfindungen. Das renommierte Center of Automotive Management (CAM) zeichnete Audi 2020 als Sieger im Bereich alternativer Antriebe mit dem AutomotiveINNOVATIONS Award aus.

Beispiele für Patentanmeldungen

Zwei Audi-Ingenieure haben ein neues Verfahren zum Betreiben der Elektromaschinen des Audi e-tron erfunden. Ihre Funktion zur prädiktiven – also vorausschauenden – Bestromung der E-Maschinen über eine intelligente und innovative Leistungselektronik steigert die Fahrdynamik. Gleichzeitig minimiert sie den Stromverbrauch, indem sie die gewünschten Fahrbefehle „mitdenkt“ und vorausahnend einleitet.

Audi-Patente finden sich auch im Bereich der Fluidmechanik, also in der Nutzung des physikalischen Strömungsverhaltens von Flüssigkeiten. So zum Beispiel zur effizienten Kühlung des Rotors in einem Elektromotor. Traditionell wird die Wärme von außen abgeführt. Audi macht dies zusätzlich über ein Kühlmedium und intelligente Kühlkanäle direkt im Rotorkern – also von innen heraus. Die komplexe technische Meisterleistung beim Zusammenbau der einzelnen Rotorbleche führt im Ergebnis zu einer besonders wirksamen Rotorkühlung.

Ein weiteres Beispiel für den E-Mobilitäts-Erfindergeist bei Audi bildet ein Patent, das eine Abfederung hektischer Fahrpedalbetätigungen ermöglicht. Damit können Lastwechsel von Zug- in Schubbetrieb vermieden werden. Dies geschieht über eine aufwendige Fahrverhaltensfilterung. Diese berücksichtigt und optimiert alle Parameter vom Fahrerwunsch bis zur aktuellen Drehmomentverteilung an den beiden Achsen und allen vier Rädern.

Ein strahlender Leuchtturm für „Vorsprung durch Technik“ ist und bleibt der schnelllaufende permanente Allradantrieb quattro. Mit der nach drei Jahren Entwicklungszeit auf dem Genfer Salon 1980 im Ur-quattro präsentierten Allradtechnologie revolutionierte Audi nicht nur die Automobilindustrie, sondern auch den Motorsport.

Aber auch zahlreiche andere Audi-Innovationen und -Patente haben das Automobil maßgeblich geprägt. Zum Beispiel der 1993 auf der IAA gezeigte Audi Space Frame (kurz: ASF), bei dem Aluminium den bis dato üblichen Stahl als Werkstoff für die selbsttragende Karosserie im Audi A8 ersetzte. Bis heute wurde dieses Leichtbau-Know-how stetig weiterentwickelt. Der aktuelle Audi A8 vereint in seiner tragenden Struktur sogar einen Materialmix aus vier verschiedenen Leichtbau-Werkstoffen: Aluminium, Stahl, Magnesium und kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff (CFK) – eine neue Stufe der Multimaterialbauweise.

Quelle: Audi – Pressemitteilung vom 15.07.2020

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so viele Patente und dann kommt so ein Verbrauchswunder wie der etron raus?

1+

Ist die Anzahl Patente ein Qualitätsmerkmal…lach…

„…Zwei Audi-Ingenieure haben ein neues Verfahren zum Betreiben der Elektromaschinen des Audi e-tron erfunden. Ihre Funktion zur prädiktiven – also vorausschauenden – Bestromung der E-Maschinen über eine intelligente und innovative Leistungselektronik steigert die Fahrdynamik. Gleichzeitig minimiert sie den Stromverbrauch, indem sie die gewünschten Fahrbefehle „mitdenkt“ und vorausahnend einleitet……“

Schon erstaunlich, dass man für so etwas ein Patent anmelden kann. Ich denke, dass dieses das bestreben aller Hersteller ist, um das komplette elektrische System so effizient, wie möglich zu gestallten.
Die Patent-Zählerei bring gar nichts. Viele Firmen verzichten heute bewusst darauf, weil sie mit dem Antrag offen legen müssen, was sie tun! Ohne Patent-Anmeldung können sie ihren „geglaubten“ Vorsprung „still und heimlich“ weiter nutzen.
Software-Patente sind grundsätzlich zu hinterfragen!

Die Sammlung von Patenten dient der Sicherung der eigenen Pfründe und verhindert den Technologiewechsel. Glücklicherweise gibt es auch Unternehmen, die die ihre Patente mittels OpenSource der Allgemeinheit zugänglich machen und das bereits seit 2014.

Wenige wissen, dass Audi und Hyundai in einigen Bereichen zusammenarbeiten und entsprechend gegenseitig auf Patente zugreifen können.
Wenn man sich Technikpatente anschaut kommt man auch auf neue Ideen.

Zitat: „Der aktuelle Audi A8 vereint in seiner tragenden Struktur sogar einen Materialmix aus vier verschiedenen Leichtbau-Werkstoffen: Aluminium, Stahl, Magnesium und kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff (CFK) – eine neue Stufe der Multimaterialbauweise.“
Wie schön einfach wird das dann erst am Ende der Fahrzeug-Lebensdauer mit dem Recycling dieses ach so schönen Multi-Materialmixes …?
Und das alles natürlich nur, um mit 2,3 t Leergewicht max. 590 kg zu transportieren??

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