Audi: 100 Milllionen Euro Ladeoffensive schreitet voran

Audi: 100 Milllionen Euro Ladeoffensive schreitet voran

Copyright Abbildung(en): Audi AG

Beim Neckarsulmer Unternehmen blickt man aber auch über die eigenen Modelle hinaus. So  bündelt Audis Ladekarte mehr als 72.000 Ladepunkte von 220 Anbietern und ermöglicht damit grenzenlose und sorgenfreie Elektromobilität. Geladen werden kann das eigene E-Auto ab 7,95 Euro. Des Weiteren hat man Mitte Januar 2020 mitgeteilt, dass man bis Mitte 2022 jeden zehnten Parkplatz (Audi Gelände) mit einer Lademöglichkeit für Elektroautos ausstattet, die meisten davon öffentlich zugänglich.

Ladeoffensive seit Mitte 2017 in Planung

In Summe wird die VW-Marke somit mehr als 4.500 Ladepunkte für batteriebetriebene Fahrzeuge errichten. Dabei ist von Beginn an klar, eine “derart umfangreiche Ladeinfrastruktur aufzubauen ist eine vollkommen neue Herausforderung”, wie Maximilian Huber, Projektleiter Standortladen, zu vermitteln weiß. Das Stammwerk Ingolstadt wird vom Ausbau der Ladeinfrastruktur am stärksten profitieren, sollen dort bis zu 3.500 Ladepunkte entstehen. In Neckarsulm werden es 1.000 sein, in Brüssel und Győr knapp 100. Ebenso entsteht im mexikanischen Werk in San José Chiapa eine Ladeinfrastruktur. Für das Gesamtprojekt stehen insgesamt bis zu 100 Millionen Euro zur Verfügung.

Seit Mitte 2017 beschäftigt sich ein eigenes Projektteam mit der Vorbereitung, Planung und nun auch Umsetzung des sehr anspruchsvollen Projektes, welches gerade in Hinblick auf ein weitgehend eigenständiges Energiemanagement eine akribische Vorbereitung benötigt. “Solche Vorläufe sind notwendig, weil allein Planung und Ausbau der Energieversorgung in dieser Größenordnung mehrere Jahre dauern kann”, so Huber. Dabei ist die Aufrüstung im laufenden Produktionsbetrieb der Standort eine besondere Herausforderung.

Das Projektteam verantwortet die gesamte Strategie, Invest- und Konzeptplanung und steuert Aufbau sowie Betrieb von Ladeinfrastruktur sowie die Verrechnung von Ladevorgängen an den Audi Standorten. Dabei werden die Ladepunkte bedarfsgerecht für Mitarbeiter und andere Parkende erweitert, die Ladeinfrastruktur dementsprechend ausgelegt, Betriebsregeln erstellt sowie Hotline und Support bereitgestellt. Wichtig ist auch die eichrechtskonforme Erfassung und Abrechnung der Ladevorgänge.

21 Megawatt Anschlussleistung, bereits heute

An den Standorten Brüssel, Ingolstadt und Neckarsulm steht bereits eine Ladeinfrastruktur mit einer Anschlussleistung von insgesamt 21 Megawatt zur Verfügung. Das entspricht dem Stromverbrauch einer Kleinstadt mit 14.000 Einwohnern. Darunter sind 600 Ladepunkte mit einer Leistung von bis zu 22 Kilowatt (kW) und 60 Gleichstrom-Ladepunkte mit einer Leistung zwischen 50 und bis zu 350 kW.

Hauptsächlich wird Audi bis Mitte 2022 4.500 Ladepunkte mit je bis zu 22 kW Leistung errichten. Des Weiteren seien aber auch 50 Ladepunkte mit je bis zu 350 kW Ladeleistung geplant. Bereits ab 2020 wird die gesamte Anschlussleistung durch ein dynamisches und intelligentes Lastmanagement standortübergreifend gesteuert, so dass Ausbau der Stromanbindung nicht erforderlich ist. Über die reine Energieversorgung hinaus beschäftigt sich das Projektteam mit der Ladeinfrastruktur und hat bspw. auf Basis von Google-Maps eine eigene Navigations-Karte auf den Weg gebracht. Mit dieser können Mitarbeiter in Echtzeit sehen, wo Ladesäulen frei sind.

Mittelfristig ist in Prüfung, das aufgebaute Know-How anderen Unternehmen mit Ausbaubedarf von Ladeinfrastruktur zur Verfügung zu stellen – ein nächster Schritt vom reinen Autohersteller zum Mobilitätsdienstleister. Bis 2025 bringt Audi 20 E-Autos auf die Straße, davon die Hälfte mit rein elektrischem Antrieb und möchte im Jahr 2025 rund 800.000 Elektroautos und Plug-in-Hybride verkaufen. Damit dies möglich wird, investiert das Unternehmen bis Ende 2023 14 Mrd. Euro Invest in E-Mobilität, Digitalisierung und autonomes Fahren. Ende November 2019 wurde nun allerdings bekannt, dass man insgesamt weniger investieren wirddafür aber mehr für Elektromobilität.

Quelle: Audi AG – Pressemitteilung vom 17. Januar 2020

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