Alles Wissenswerte zum Elektro-Van Mercedes-Benz EQV

Mercedes-Benz EQV

Copyright Abbildung(en): Daimler

Der Mercedes-Benz EQV ist die erste Großraumlimousine von Mercedes-Benz mit rein batterie-elektrischem Antrieb. Der Elektro-Van kombiniert die Variabilität der V-Klasse mit den Vorteilen eines lokal emissionsfreien Antriebs. Darüber hinaus ist der EQV in ein elektromobiles Ökosystem aus intelligenter Navigation mit aktivem Reichweitenmanagement und Cloud-basierten Diensten und Apps eingebunden. Als zentrale Steuereinheit dient das Infotainmentsystem MBUX (Mercedes-Benz User Experience). Beachtenswert ist der EQV auch aufgrund seiner Reichweite von bis zu 418 Kilometern und seinem breiten Einsatzspektrum für unterschiedlichste Kundenbedürfnisse. Zum Produktionsstart Mitte September hat Daimler einige Details und Daten des Elektro-Vans veröffentlicht. Die Preise für den EQV beginnen 70.631 Euro (inkl. 16 Prozen MWSt.) für die zunächst exklusiv produzierte Langversion.

Da die gut 700 Kilogramm schwere Batterie geschützt, schwerpunktgünstig und platzsparend im Unterboden verbaut ist, bietet der EQV die gleiche Variabilität und Funktionalität im Innenraum wie sein konventionell angetriebenes Schwestermodell, die V-Klasse: Platz ist für Sitzplätze für bis zu acht Personen in zahlreichen Konfigurationen und einen ebenso großen wie flexiblen Gepäckraum mit einem Volumen von bis zu 1410 Liter. Der EQV eignet sich als Familien- und Freizeitfahrzeug ebenso wie als Dienstwagen oder als VIP- und Hotelshuttle.

Produziert wird die vollelektrische Großraumlimousine in Vitoria, Spanien, auf einer Linie mit der konventionell angetriebenen Mercedes-Benz V-Klasse für eine flexible Produktion entsprechend der Kundennachfrage.

Kraftvoller Antrieb aus dem Stand

Der Elektromotor hat eine Spitzenleistung von 150 kW (204 PS), eine Dauerleistung von 70 kW (95 PS) und ein maximales Drehmoment von 362 Newtonmetern. Er fährt sich – und das ist typisch für Elektroautos – komfortabel, leise und agil; nicht zuletzt dank des tiefen Schwerpunkts. Den Strom liefert eine wassergekühlte Lithium-Ionen-Batterie mit einer nutzbaren Kapazität von 90 kWh.

Eine Extraportion Fahrkomfort biete die auf Wunsch erhältliche Luftfederung Airmatic mit automatischer Niveau-Regulierung, so Daimler in einer aktuellen Mitteilung. Bei Bedarf kann die Bodenfreiheit erhöht werden, bei höheren Geschwindigkeiten hingegen senkt die Airmatic das Fahrzeugniveau ab und verringert so den Luftwiderstand, was sich positiv auf den Stromverbrauch und damit auf die Reichweite auswirkt.

Ein elektromobiles Ökosystem für mehr Komfort

Der EQV ist in ein elektromobiles Ökosystem eingebunden, das den Fahrer unterstützt, ohne Reichweitenangst ans Ziel zu kommen. Schlüssel hierzu sind das Infotainmentsystem MBUX und die Mercedes me App. Über den hochauflösenden 10,25 Zoll Touchscreen lassen sich im MBUX EQ-Menü alle E-Auto-spezifischen Anzeigen und Einstellungen bedienen. Beispielsweise können die Vorklimatisierung aktiviert, die Ladeeinstellungen angepasst und die Navigation mit Electric Intelligence sowie die Mercedes me Charge-Funktionen bedient werden.

Die elektrische Intelligenz beginnt bereits bei der Planung der Fahrt – entweder über MBUX im Fahrzeug oder die Mercedes me App im Vorfeld. So lässt sich der Familienausflug bequem vom Frühstückstisch aus planen: Einfach das Fahrtziel und die gewünschte Abfahrtszeit für die Vorklimatisierung wählen, damit der EQV schon zu Fahrtbeginn angenehm temperiert ist. Beim Start aktualisiert MBUX die per App ans Fahrzeug gesendete Route auf Basis zahlreicher Faktoren wie den aktuellen Verkehrs- und Wetterdaten, der Strecken-Topografie, der aktuellen Reichweite und der verfügbaren Ladestationen.

Mercedes-Benz EQV
Mercedes-Benz

Das intelligente Navigationssystem wählt stets die optimierte Route mit möglichst wenigen Ladestopps und kurzen Ladezeiten. Dabei wird auch die voraussichtliche Ladedauer einkalkuliert, wobei Schnellladestationen vorgezogen werden und die Batterie in Vorbereitung auf den Ladevorgang vorkonditioniert wird. Während der Fahrt wird die verbleibende Reichweite stets in Echtzeit aktualisiert. Das System reagiert unmittelbar auf Veränderungen, zum Beispiel, wenn der Fahrer den Fahrstil ändert, was Einfluss auf den Verbrauch hat. Eine einfache und zuverlässige Routenplanung sowohl für private wie auch gewerbliche Kunden ermöglicht die Anzeige „Range on Map“: Mit einem Blick erkennt der Fahrer, wie groß seine Reichweite ohne Zwischenladen noch ist.

Laden mit bis zu 110 kW

Der EQV beherrscht serienmäßig sowohl Wechselstromladen (AC) zu Hause oder an öffentlichen Ladestationen mit bis zu 11 kW als auch Gleichstromladen (DC) an Schnellladesäulen mit bis zu 110 kW. Dank der Schnellladefunktion können zum Beispiel Taxi- oder Shuttlefahrer zwischen den Touren oder während der Fahrzeugaufbereitung immer wieder ohne großen Zeitverlust nachladen. Auch ist es möglich zu definieren, bei welchem Batterieladestand das Fahrzeug den nächsten Ladestopp vorschlägt oder mit welcher Restreichweite man am Ziel ankommen möchte.

Den Zugang zu öffentlichen Ladestationen von mehr als 300 Betreibern inklusive der IONITY-Schnellladesäulen ermöglicht Mercedes me Charge. Vor dem Ladestart identifiziert sich der registrierte Kunde via MBUX, per Mercedes me App oder mit der Mercedes me Charge Ladekarte – alles andere wird, inklusive Bezahlvorgang, automatisch geregelt.

Effiziente Rekuperation in fünf Stufen und vier verschiedene Fahrprogramme

Die Energierückgewinnung im Schub- und Bremsbetrieb (Rekuperation) sorgt für ein optimiertes und effizientes Fahren. Die Intensität der Rekuperation kann individuell über Schaltwippen hinter dem Lenkrad eingestellt werden. Fünf Rekuperationsstufen stehen zur Auswahl:

  • In Stufe „D Auto“ passt der EQV die Stärke der Rekuperation dynamisch und vorausschauend, basierend auf Daten der Sicherheitsassistenten, der Kamera und der Navigation, zwischen 0 und -2 m/s² an.
  • In Stufe „D +“ segelt der EQV, es erfolgt keine Rekuperation (0 m/s²).
  • In Stufe „D“ wird der EQV durch ein Rekuperationsmoment verzögert, das mit dem konventionellen Schubbetrieb eines Verbrennungsmotors vergleichbar ist (-0,6 m/s²).
  • In Stufe „D -“ wird das Rekuperationsmoment auf -1,5 m/s² erhöht.
  • In Stufe „D – -“ stellt der Elektromotor sein maximales Rekuperationsmoment von -2 m/s² zur Verfügung, in dieser Stufe ist sogenanntes „Ein-Pedal-Fahren“ möglich.

Mercedes-Benz EQV

Zusätzlich unterstützen vier Fahrprogramme bei der Wahl zwischen maximalem Komfort oder maximaler Reichweite:

  • In der Standardeinstellung C steht die volle Antriebsleistung von 150 kW bei maximal 362 Nm bei hoher Heiz- und Klimaleistung zur Verfügung.
  • Das Programm E ist, bei guter Heiz- und Klimaleistung, reichweitenoptimiert und bietet 100 kW Leistung (150 kW mit Kickdown) bei maximal 293 Nm Drehmoment.
  • Das Programm E+ ist auf maximale Reichweite ausgelegt, die Leistung beträgt 80 kW (150 kW im Kickdown) bei einem maximalen Drehmoment von 293 Nm, die Heiz- und Klimaleistung ist stark reduziert.
  • Beim Programm S liegt der Schwerpunkt auf bestem Ansprechverhalten für sportliche Fahrperformance. Dies führt zu 150 kW Leistung bei maximal 362 Nm Drehmoment kombiniert mit einer steilen Gaspedalkennlinie sowie einer hohen Heiz- und Klimaleistung.
  • Bei Fahrzeugen mit Airmatic gibt es zusätzlich noch die Funktion Lift. Sie hebt das Fahrzeug bei niedrigen Geschwindigkeiten für mehr Bodenfreiheit an.

Quelle: Daimler – Pressemitteilung vom 18.09.2020

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Hey Mercedes,

bitte Aufwachen! Eine Verbrennerplattform mit Elektromotor und Batterie zu bestücken, ist eine Verlegenheitslösung. Der Werbespruch der eigenen Website „Für die nächste Generation“ sollte bitte einer echten E-Plattform vorbehalten sein. So ist´s eher peinlich. Haben eure Designer Phantomschmerzen gehabt, beim gescheiterten Versuch, den Kühlergrill zu entfernen? Das war sicher schon eine gewaltige Überwindung, auf Auspuffblenden zu verzichten…
„Das Beste, oder nichts“ wäre ein weiterer eurer Werbesprüche, die ihr euch verinnerlichen solltet. An einen Mercedes werden eben immer höhere Ansprüche gestellt werden, als an einen Nicht-Premiumhersteller. Wer Premiumpreise aufruft, der sollte auch ein Premiumprodukt liefern. Auch wenns gerade nicht so läuft… nicht über Entlassungen nachdenken, sondern über Neueinstellungen. Ihr braucht dringend fähige Entwickler, auf allen Ebenen. Frisches Blut, jenseits eingefleischter Petrolheads.
Die Gewinne der vergangenen Jahre gilt es JETZT sinnvoll* zu investieren und nicht den Einspar-Rasenmäher auszupacken.
(* Hinweis: Dividendenzahlungen sind im Moment nicht angebracht. Es geht um´s überleben, auch wenn das wohl viele noch nicht begriffen haben.)

Man sieht es an den Aktienkursen; in den Daimler hat keiner mehr so richtig Vertrauen, wobei die m.E. nur ein paar Grundlegende Entscheidungen treffen müssen, dann dauert das Tal nicht allzu lange; aber mit dem aktuellen Kurs sehe ich schwarz.

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