VW verteidigt die Einführung der hochpreisigen ID.3-Version

VW verteidigt hohen Preis des ID.3
shutterstock / Lizenzfreie Stockfotonummer: 1214054179
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Volkswagen hat seine Entscheidung verteidigt, einen teureren ID.3 für Early Adopters auf den Markt zu bringen, deutlich bevor die deutlich günstigere Einstiegsversion seines ersten vollelektrischen Massenautos zu haben sein wird. VW hatte zunächst damit begonnen, nur Bestellungen für die ID.3-Erstausgabe entgegenzunehmen, deren Preis in Deutschland unter 40.000 Euro liegen soll.

Dabei sagte Volkswagen stets, der ID.3 sei ein Auto „für Millionen und nicht für die Millionäre“, und betonte wiederholt die Erschwinglichkeit des Autos für den alltäglichen Käufer.

Der ID3 wird jedoch nicht gleich zum Massenauto, da VW sich entschlossen hat, zunächst eine limitierte Kleinserien-Erstausgabe des Elektroautos im Golf-Format auf den Markt zu bringen, deren Preis sogar noch höher ist als jener der Mittelklasse-Limousine Passat. Dies lag zum Teil an der Entscheidung der VW-Führungskräfte, dass das Unternehmen zuerst Interesse an der ID.3-Technologie wecken musste, bevor sich die Massenkunden wohl fühlen würden, ein Auto mit einem anderen Antriebsstrang als ein Benzin- oder Dieselaggregat zu kaufen, so Automotive News Europe.

VW zielt auf die „Early Adopters“

Auf dem Automotive News Europe Congress im vergangenen Monat sagte VW-Marken-Marketingchef Jochen Sengpiehl, der Autohersteller konzentriere sein erstes Marketing für den ID.3 bewusst auf die „Early Adopters“ der Elektroauto-Technologie. Der auf 30.000 Exemplare limitierte ID.3 1ST richte sich eigens an diese spezielle Kundengruppe, die neue Produkte möglichst früh nutzen wollen und dafür auch einen Aufpreis in Kauf nehmen. Selbiges hat Tesla auch mit dem Model 3 gemacht.

In den Wochen und Monaten vor der Premiere hatte VW den ID.3 stets als erstes erschwingliches Langstrecken-Elektroauto im Kompaktsegment angepriesen, dessen Preis vergleichbar sei mit einem Golf-Diesel. Der Hersteller sei jedoch zu dem Entschluss gelangt, dass es „falsch“ sei, den ID.3 in einer Ausführung mit geringerer Reichweite und weniger Ausstattung in den Markt einzuführen. Early Adopter, die früh auf einen E-Pkw umsteigen, wollten mehr Funktionalitäten wie etwa ein Augmented Reality Head-up-Display, so die für Vertrieb und Marketing der neuen Elektro-Baureihen verantwortliche Managerin Silke Bagschik.

Volkswagen will spätestens im Jahr 2025 den US-Hersteller Tesla als E-Auto-Spitzenreiter bei den Verkäufen eingeholt haben und dann eine Million E-Autos pro Jahr absetzen. Tesla strebt in 2019 zwischen 360.000 und 400.000 verkaufte Stromer an. Für seinen Massenstromer Model 3 hatte der E-Auto-Pionier schon einige Wochen nach seiner Vorstellung fast eine halbe Million Reservierungen verzeichnet.

VW zufolge haben bislang etwa 22.000 Interessenten einen der ersten VW ID.3 per Prebooking reserviert. Damit ist das Kontingent von 30.000 Einheiten für die sogenannte „1st Edition“ noch nicht ausgeschöpft.

VW will 100.000 Einheiten pro Jahr verkaufen

Der ID.3 soll mit drei unterschiedlichen Batteriegrößen zwischen 45 und 77 kWh in den Handel kommen, die Reichweiten der Modelle liegen zwischen 330 und 550 Kilometern nach WLTP. Serienmäßig ist eine Schnellladefunktion mit bis zu 125 kW verfügbar. Auch mit der kleinsten Batterie soll der ID.3 innerhalb einer halben Stunde an entsprechenden Ladesäulen – etwa von Ionity – ausreichend Energie für mindestens 260 Kilometer Reichweite tanken können. Diese Basisvariante soll weniger als 30.000 Euro kosten.

Die 1st Edition des ID.3 ist mit der mittleren 58 kWh-Batterie ausgestattet, ihre Reichweite liegt bei bis zu 420 Kilometern. Die Produktion des ID.3 läuft Ende dieses Jahres in Zwickau an, zunächst werden die Fahrzeuge der Vorbesteller gebaut und ab Sommer 2020 ausgeliefert. Erst mit dem Marktstart dieser Modelle soll auch die Basisversion erhältlich sein. Insgesamt will VW jährlich mehr als 100.000 Einheiten des Stromers verkaufen.

Quellen: Automotive News Europe – VW defends launch of high-priced ‘mass-market’ EV // Ecomento – VW-Manager erklären hohen Startpreis des ID.3

13 Kommentare

  1. Hmmn… “early adopters”: das mag richtig sein für den deutschen Markt – aber nicht für Norwegen, da ist diese Phase längst vorbei und daher wird der ID.3 dort direkt mit Tesla 3 konkurrieren, im Preis ! aber das macht wohl nichts, VW wird anscheinend keine Probleme haben, den ID.3 der Premium-Serie mit erhöhtem Preis und niedriger Stückzahl weltweit zu verkaufen.

  2. Typisch VW….gut für die anderen Anbieter….alle die angenommen haben, VW hält sich mal an das, was verspochen/verkauft wurde sehen sich enttäuscht….mal wieder
    Nie wieder diese Marke!!

  3. Es ist für VW wichtig im Bewusstsein der potentiellen Kunden zu verankern, dass die neuen Elektroautos eine viel höhere Reichweite haben als ein elektrifizierter Golf. VW will keine Autotests mit Reichweiten von nur 200km (bei sportlicher Fahrweise), dies würde die gesamte Werbeaktion konterkarieren. Wenn es viele Tests im Web gibt die dem ID.3 eine ordentliche Reichweite bestätigen, dann kann VW auch mit der Basisversion nachziehen.

  4. Der Zoe fährt ab September schon 395 km (WLTP) für 27.000 Euro.

    Da kommt der I.D.3 gerade in die Fertigung und muss sich erst Mal bewähren. Die kleine Stückzahl ist Markt gerecht. Mehr wollen das Geld für die bescheidene Leistung wohl auch nicht ausgeben. Schon für 2020 während der Olympiade in Tokio hat Toyota die Präsentation des Feststoff-Akkus angekündigt!

    Der Hochlauf des “E-VW für Millionen” sollte dann für unter 30.000 Euro mit 500 km WLTP kommen. Sonst wird das nix mit dem Technologie-Wandel bei VW.

    1. Der Zoe hat einen luftgekühlten Akku, auf der Autobahn-Langstrecke ist der VW überlegen, da die CCS-Leisung bis zu 125kW (je nach Batterie ist). Wenn man viel Wechselstrom-Ladesäulen nutzt, dann hat die Zoe einen ebenso deutlichen Vorteil.
      Der VW hat Vorteile beim Beschleunigen, das es wegen der dynamischen Achslastverlagerung Traktionsvorteile für den Heckmotor gibt. Es wird noch Jahre dauern bis es auch Kleinwagen auf einer echten Elektroplattform gibt, (mit Akku-Klimatisierung und Heckmotor).

      1. Wo soll der Vorteil sein, wenn ich häufiger anhalten muss zum nachladen?

        Zunächst liegen ein Mal 13.000 Euro Anschaffungskosten und fast 100 km Reichweite als Vorteil beim Zoe!

        (Und da ist noch nichts über die VW-Aufpreispolitik bekannt! Aus einem 1,5 TDI für 17.000 Euro können sehr leicht mit 1,6 TDI und Ausstattung 44.000 Euro werden. Bin gespannt, was da beim I.D. kommt!

  5. …ab Sommer 2020 wird der I.D.3 ausgeliefert…..
    Soll heißen: Das kann auch September 2020 sein.
    Na ja, für die S-Klasse von Mercedes gab es in den 60 er Jahren auch Liefer-/Wartezeiten von 2 Jahren .

    Es scheint was an den Gerüchten dran zu sein, dass VW einfach nicht genügend Akkus bekommt….

  6. Warum liefert VW beim 1st Modell nicht gleich Allrad wie Tesla beim Model3. Der Allrad antrieb müsste ja nicht Rennen-tauglich sein. Für Alpenbewohner genügt vereinfachte Version. Allrad würde ich sofort bestellen. w.g. Wohnlage

  7. Offenbar hat VW Verträge für die teuren Varianten der ID s. Jetzt schon Vergleiche anstellen zu wollen gegen solche technischen Daten, was anderes gibt es ja noch nicht , gegen Autos von Renault – Nissan die schon lange laufen, ist nichtssagend. Bis VW mit den 50 er AKKUS als Volkautos mit den ersten Serienfahrzeugen aufkreuzt, werden die Franzosen den Preis diktieren mit dem neuen Zoe 2 60 KWh der als Grundlage auf 10 jähriger Erfahrung als Marktführer basiert.

  8. VW die Ankündiger von Neuerungen die dann nicht geliefert werden. Ihr habt seid der Dieselkriese und die weiteren Betrügereien euren Ruf verspielt. Zur zeit werden in der gläsernen Manufaktur in Leipzig Standardgolfs
    mit E Antrieb und Batterie für 160km Reichweite gebaut .Es werden Millionen verplempert für technische Ladenhüter wer soll die noch kaufen? Der Phaeton war schon eine Verlustnummer bis die ersten ID 2020 für Masse zukaufen gibt es der Rest der Welt technisch schon 2 Schritte weiter. Grübelt weiter mit unsern Politikern und lobbyisten um Ladesäulen etc. Asien wartet nicht auf euch Michel!
    Ich fahre seit 3 Jahren Tesla Modell S70D konnte
    wollte nicht warten bis ich 75 bin ehe VW BMW
    Mercedes nach ihren Abgastrixerein E Autos liefern kann.

  9. Tja und auch der eingebildete GM Konzern in den USA wollte mit ihrem Ampera E (Bolt) auch TESLA Killer werden.
    Es war wohl nichts… Die Kalifornier TESLA haben seit her 3 Typen laufen, denen technisch kein anderer das Wasser reichen kann und wiederum 3 neue Typen in der Pipline. Kein Wunder , dass bei einer solchen Firma etwas mit gutem Gefühl bestellt werden kann das es noch gar nicht gibt. Richtig das gab es auch 1980 bei Mercedes als ich auf den neuen Diesel mit dem 5 Zylindermotor 2 Jahre gewartet habe. Na , eine Weile her. Aber es ist wie im Sport, es kommt immer wieder einer der noch besser ist…………

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