VW-Manager: “Der Wendepunkt ist nahe” für Elektrofahrzeuge

Wendepunkt zur E-Mobilität nahe
shutterstock / Lizenzfreie Stockfotonummer: 63756370
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Reinhard Fischer, Senior Vice President des Volkswagen Konzerns, der die Strategie für die Marke VW in Nordamerika leitet, zeigt sich zuversichtlich, dass der Wendepunkt hin zur Mobilität nahe ist. Man geht davon aus, dass der Punkt, an dem E-Autos genauso viel wie Verbrenner kosten, der Punkt sein wird, an dem die neue Technologie am Markt akzeptiert wird. Laut Fischer ist dieser Wendepunkt näher, als es den Anschein hat.

Fischer sieht VW hierbei als einen Treiber der E-Mobilität, welche mit ihrem massiven Investment in die Alternative Antriebstechnologie Bewegung in den Markt gebracht haben. Er geht davon aus, dass Volkswagen eine neue Dimension in der Elektroauto-Produktion schaffen wird, der die Kosten so weit senken wird, dass Preisgleichheit gegenüber vergleichbaren Verbrennern erreicht wird. Hierbei spielt Fischer sicherlich auch auf die MEB-Plattform von VW an, welche Kosten senken soll. Nicht nur im eigenen Unternehmen, sondern über die gesamte Branche hinweg.

“Wir sind fest davon überzeugt, dass der Wendepunkt nahe ist und dass dieser Wendepunkt die Preisparität sein wird. Sobald man die Angst vor etwas Neuem überwunden hat, ist das Elektroauto die bessere Wahl für einen.” – Reinhard Fischer, Senior Vice President des Volkswagen Konzerns

Insbesondere vom VW ID.3 erhofft sich Fischer einen entsprechenden Run auf die E-Mobilität. Im Rahmen der Jahrespressekonferenz verlor Ralf Brandstätter, Chief Operating Officer  der Marke Volkswagen, erstmals ein paar Worte über den in diesem Jahr auf die Straße kommenden VW ID. – dieser soll als umweltfreundliches E-Auto zu erschwinglichem Preis auf die Straße kommen. Der Einstiegspreis liegt bei unter 30.000 Euro. Um genau zu sein ab voraussichtlich 29.990 Euro für einen ID.3 mit einem 48-kWh-Akku. Ein Preis der durchaus attraktiv erscheint.

Bekanntermaßen rentiert sich Elektromobilität in den untersuchten Fällen in jeder Preisklasse. Nur dauert es bei Klein- und Kompaktwagen deutlich länger als in der Oberklasse. Dieser Meinung ist auch Fischer: “Wenn man den Bleistift zu Papier bringt, kostet der Besitz eines vollelektrischen Fahrzeugs etwa die Hälfte dessen, was mich ein Benzinauto kostet.”

Neben den Kosten müsse man sich aber auch dem Thema Reichweitenangst und Angst vor dem eigentlichen Ladevorgang nehmen. Hier zeigt er sich allerdings zuversichtlich, dass dieses Problem im Laufe der Zeit von selbst verschwindet. Gerade die Reichweitenangst wird heutzutage immer seltener.

Noch einen passenden Einschub zum Ende. Volvo CEO Hakan Samuelsson gab im März auf einer Veranstaltung zu verstehen, dass es sehr schwierig ist zu sagen, ob man 2025 die gleichen Margen wie 2015 haben werde…. “weil Elektroautos sehr teuer sind. Aber ich wäre mir absolut sicher, dass wir mit Elektroautos die gleichen Margen haben werden wie mit konventionellen Verbrennungsautos im Jahr 2025.”

Quelle: Automotive News Europe – VW exec says ‘tipping point is near’ for electric vehicles

12 Kommentare

  1. Ja “tipping point” ist nahe….und was passiert dann ? die Benziner werden zu Ladenhütern (und das ziemlich abrupt).
    Sind sich da alle im Klaren darüber – Hersteller, Händler, Käufer, Wertkstätten …?

    1. Dann entsteht ein neuer (Absatz-)Markt mit enormen Wachstumschancen. Kluge Unternehmen stellen sich darauf ein, bedienen den neuen Markt und machen ggf. ein Vermögen. Museale Unternehmen “sterben aus”, siehe Nokia, Kodak&Co. Es liegt an den “Hersteller, Händler, Käufer, Wertkstätten [sic]” selbst, sich an Veränderungen zu orientieren, sich darauf einzustellen oder es sein zu lassen. Das ist nichts Neues in der Geschichte der Ökonomie (Mikro&Makro).

  2. Nun gut, im Moment kostet der ID3 knapp 40000 EUR, ist damit deutlich teurer als angekündigt und deutlich schlechter als die Konkurrenz aus Asien zum gleichen Preis….

    1. VW will keine kleinen Batterien in der first Edition ausliefern. Denn im Netz wird es viele Tests mit der First Edition geben. Es soll der Eindruck vermittelt werden, das ein ID eine wesentlich höhere Reichweite als ältere Kompaktwagen hat. Weiterhin wird die first Edition wohl eine Metallic oder Sonderlackierung und eine gute Ausstattung haben.
      Laut WLTP-Zyklus ist die Reichweite des ID.3 first Edition mit 420km größer als beim Tesla Model 3 Standart Range + .

  3. Sind sich da alle im Klaren darüber – Hersteller, Händler, Käufer, Wertkstätten …?

    Genau aus diesem Grund habe ich meinen Mini Countryman SE Plugin Hybrid für 3 Jahre geleast. Der Wertverlust war mir zu unkalkulierbar.

  4. Eher formiert sich massiver Widerstand. Viele Konzerne setzen auf Diesel bis 2030 und danach (vielleicht) Wasserstoff. Es wird schwer für das batterieelektrische Auto. Die Gegner sind mächtig.

    1. Wer bis 2030 auf Diesel setzt, wird feststellen, dass ihre Marktanteile so drastisch sinken werden, dass sie dann gar nicht mehr in der Lage sein werden Gegensteuer zu geben. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Es ist dann an den Arbeitnehmern früh zu erkennen, dass ihre Firma keine nachhaltige Jobs mehr zur Verfügung stellt. Eine frühe Neuorientierung ist die zwangsläufige Folge. Meistens sind das auch diejenigen Mitarbeiter, die sehr hochwertige Tätigkeiten verrichten. Die Firmen, die auf 2030 mit Diesel setzen, werden auch an dieser Front den Kürzeren ziehen.

      Fuel Cell und reine Batteriefahrzeuge können nebeneinander Co-Existieren. Das ist wünschenswert. Jede Technologie, wo sie sich am besten eignet.

  5. kann gut sein , dass der wendepunkt nah ist für vw ,ich fahre schon meinen 3ten tesla wegen der gigantischen beschleunigung mit 500 ps , ob das vw schafft bezweifle ich. ein plus für die umwelt ist akku e mobilität nicht ,
    aber der spaßfaktor ist enorm.

    1. Bin dezidiert der Ansicht, dass Elektromobilität, insbesondere schon bereits mit heutigen Akkus, ein grosser Schritt für eine bessere CO2 Bilanz ist, als alles Andere aus dem 20. Jahrhundert ( Diesel/Benziner ). Aber darüber wurde an anderer Stelle schon genug Pro / Contra geschrieben.

      Wenn Sie 3 Teslas später zur Erkenntnis gekommen sind, dass Sie damit für die Umwelt eher negativ beeinflussen, dann empfehle ich doch eher einen Schritt zurück in Betracht zu ziehen. Ab und zu mal einen Lambo um die Ecke schletzen ist dann ja eh viel umweltfreundlicher und mit demselben Spassfaktor. Ihre Wahl.

      Hinzufügen möchte ich noch, dass ich selber einen Tesla Roadster sowie seit einem halben Jahr ein Model 3 besitze und das aus Überzeugung ( übrigens auch im Gespräch mit vielen Professoren, und Kollegen ). Ich habe 2016 zusammen mit 80edays eine Promotion Tour mit dem Roadster um die Welt unternommen. Die meiste Aufmerksamkeit habe ich nicht mit sinnlosen Beschleunigungsfahrten erhalten 🙂

      Viel wichtiger an dieser Stelle ist es sich einmal zu bedenken, warum soviel Kraft ( Finanzen ) und Energie ( Hirnzellen ) investiert wird, um eine Kehrtwende pro Klima herbei zu führen, und das in 1 bis 2 Generationen. Sicher nicht aus irgend einer Langeweile und weil wir sonst nichts besseres zu tun haben. Ich denke da als Erstes an Elon Musk und seine Crew, an die vielen Start-Ups mit visionären Köpfen, die nicht mehr selbst erkennen müssen, dass eine Trendwende schon längst überfällig ist, sondern erkannt haben, dass auf dem energietechnischen Sektor das 21. Jahrhundert nicht mehr gleich gestaltet werden kann, wie das vorhergehende Jahrhundert. Nicht zuletzt All diejenigen, die sich in Clubs organisieren, Ingenieure, Architekten, Lehrer, Recycling Spezialisten usw. an Events für die Bevölkerung gestalten und viele Samstage, Sonntage und Ferien opfern, um gerade diese Trendwende herbei zu führen.

      VW muss nicht irre 500PS und mehr in ihre E-Mobile packen. VW muss alle Ihre Diesel Fahrzeuge mit E-Mobilen ablösen und das möglichst bald, so dass die Technik und auch der Preis stimmt.

      Übrigens, wann hört endlich diese irre PS Wettkampf auf ? bei 800PS, 1000PS. 1500PS oder am Ende bei der Draggster ? Haben Sie da eine Antwort ?

    2. Ja, auch das schafft VW, bzw die VAG, in Form des Taycans. Sogar mehrfach hintereinander. So oft, das der P100D schon längst wegen Batterieüberhitzung den Vortrieb verweigert. Wer allerdings VW vorwirft, ihre ID-Reihe biete nicht den Spaßfaktors eines Tesla P100Ds, der denkt auch nur von der Tapete bis zur Wand.
      Sorry, aber ich habe selten so einen Blödsinn lesen müssen…

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