VW ID.3 Produktion 40 Prozent effizienter als die des VW Golf

VW Zentrale in Wolfsburg
Volkswagen AG

In unserer Podcast-Folge VW macht sich für E-Mobilität stark – eine Momentaufnahme hatten wir erst kürzlich einen Blick auf die Entwicklung im VW Konzern, mit Schwerpunkt Elektromobilität geworfen. Dabei hat sich gezeigt, dass einige Veränderungen anstehen. Leider nicht immer nur positive. Die Rede war im Zusammenhang mit Umschwung auf Elektromobilität auch von Stellenabbau. Begründet durch vereinfachte Prozesse im gesamten Unternehmen.

Wie Volkswagen nun zu verstehen gab sei der ID. 3 fast 40 Prozent effizienter in der Produktion als der VW Golf. Definitiv eine Ansage, welche sich mehr oder weniger direkt auf die Mitwirkung von Mitarbeitern am Prozess zurückführen lässt. Die Wirtschaftswoche hat dies ein wenig ausführlicher betrachtet.

Fahrerloses Transportsystem (FTS) gestalten Fertigung effizienter

In einer Pilothalle in Wolfsburg ist bereits heute ein „Fahrerloses Transportsystem“ (FTS) im Einsatz, welches in wenigen Jahren Standard in den VW-Fabriken werden soll.

Auch bei anderen Automobilhersteller werden ähnliche Systeme eingesetzt, dass als Information vorweg. Bestes Beispiel VW-Konzerntochter Porsche. Die neue Taycan-Produktion und -Montage, die als Fabrik in der Fabrik am Stammsitz in Zuffenhausen entsteht, ist vollkommen neu ausgerichtet. Mit ihr verabschiedet sich Porsche vom traditionellen Fließbandprinzip. Stattdessen setzt man auf die sogenannte Flexi-Linie, welche bei Porsche als erster Fahrzeughersteller erstmalig einsetzt.

Hierzu setzt das Stuttgarter Unternehmen fahrerlose Transportsysteme in der Serienproduktion im kontinuierlichen Fluss ein. Damit verbindet der Sportwagenhersteller die Vorteile des klassischen Fließprinzips mit der Flexibilität einer wandlungsfähigen Montage. Dadurch werden mehr Arbeitstakte auf gleicher Fläche möglich.

Man kann eine solche FTS-Einheit mit nicht weniger als die Neuerfindung des Fließbands beschreiben. Eine FTS-Einheit trägt ein Auto und steuert es autonom durch die Fabrik. Im Gegensatz zum Fließband werden aber nicht alle Produktionsstellen passiert, sondern nur die, welche für die Fertigung des jeweiligen Fahrzeugs relevant sind.

Elektronikplattform E3 sorgt für Vereinfachung und damit zu Kosteneinsparung

Die neue Elektronikplattform E3, die erstmals im ID. 3 zum Einsatz kommt, ergänzt die positiven Vorteile der FTS-Einheiten. In der Praxis äußert sich dies dadurch, dass es “bislang bis zu 100 Steuergeräte, kleine Computer in einem Auto” gibt, sagt VW-Elektronikchef Rolf Zöller. “Die neue Plattform hat nur noch drei bis fünf zentrale Rechner”, so Zöller weiter. Selbst Laien sollte das Einsparpotential sofort klar sein. Drei statt 100 Steuergeräte, deren Software von Zulieferern programmiert und teuer abgerechnet wird. Solche Einsparungen ziehen sich durch das gesamte Fahrzeug. Ein herkömmlicher Motor besteht aus mehr als 1.200 Teilen, die montiert werden müssen, ein Elektromotor aus 200.

Effizienz im Fertigungsbereich kann zum Stellenabbau führen

Gegenüber der Wirtschaftswoche hat ein VW-Insider noch weit relevantere Daten offen gelegt. So wird der Golf in 26 Stunden gebaut, vergleichbare Konkurrenz-Modelle in 20 Stunden. Der ID. 3 soll in gerade einmal 16 Stunden gefertigt werden.

Über alle Modelle hinweg, so der Insider, soll die Elektromobilität die Effizienz der Produktion um 30 Prozent steigern. Ob diese 30 Prozent Einsparung dann auch zu 30 Prozent Stellenabbau führen sei dahingestellt. Aber es wird durchaus eine Rolle für die Entwicklung der Arbeitsplätze bei VW spielen.

Quelle: Wirtschaftswoche – VW ID.3 fast 40 Prozent effizienter in der Produktion

8 Kommentare

    1. @Robert: bin ich auch gespannt. Momentan gilt ja noch 30 – 40 % oder noch viel mehr teurer (einfache Rechnung: Minus mal Minus gibt Plus). Ein BMW-Manager hat letztes Jahr auf die Frage, warum der i3 so teuer wäre, geantwortet: wir könnten ihn natürlich viel billiger verkaufen, aber die Leute, die immer das Neueste haben wollen, sind auch bereit, mehr dafür zu bezahlen. So schön wurde der Begriff “Early Adopter” noch nie erklärt. Aber wir können hoffen: der Konkurrenzdruck wird mit der Zeit größer werden. Durchhalten, wir schaffen das!

  1. @ Robert: Ja, aber zzgl. Akku-Kosten: +/- 0

    Wenn der ID. 3 um die 30.000 Euro kosten wird, und nicht wieder eine VW-typischen Ausstattungsliste von 20 Seiten und Ausstattungs-Mehrkosten von dem Doppelten des Basispreises, dann passt es.

    Darum meine Hoffnung, dass es ein gut ausgestattetes Basismodell gibt und dann NUR der AKKU den Preis nach oben treibt, und nicht die 1001 Ausstauungsvarianten für ein nahezu nacktes Basismodell!

    1. Ja chrisitan das ist auch meine befürchtung das mit vernünftiger Aussattung der ID3 mindestens soviel wie ein Tesla Model 3 kostet, dann wird VW massive probleme bekommen ihre Autos dann noch zu verkaufen

  2. E-Antriebe kosten im Einkauf zwischen 1.500 und 3.200 Euro (je nach Konstruktionsprinzip und Leistung).

    Akkus kosten zur Zeit weltweit ca. 140 Dollar/kwh (Tesla zahlt für die eigenen lediglich 111 Dollar/kwh..

    Damit wird deutlich dass das Gesamtpaket nicht einen einzigen Dollar mehr kostet als ein Verbrenner-Antrieb mit allen Anbauteilen.

    Wir sind bereits knapp unter den Verbrennerkosten (Tesla jedenfalls).

    Und in zwei Jahren, wenn VW auf den Markt kommt ist der Wettbewerb bereits bei deutlichen Kostenvorteilen (von mind. 20%) der E-Einheit!!!

    Was uns hier von Diess und Co. sowie vielen Journalisten noch verkauft wird, ist glatt die Unwahrheit.

  3. VW hat das Problem, dass die zukünftig entstehenden massiven Verluste aus der Verbrennertechnologie kompensiert werden müssen.

    Es ist bereits heute Realität, dass E-Antriebseinheit und Akku weniger kosten als Verbrennermotor, Getriebe und Anbauteile (Abgassystem, Zündanlage u.v.m.).

    Ein E-Motor kostet im Endkundenverkauf bei einer Rennwagenleistung von 50 kw (entspricht etwa 400 kw Verbrenner) ca. 5.000 Euro. (3 Anbieter in Deutschland) und im Großserieneinkauf (ab 10.000 Stück) gerade Mal
    1.600 Euro.

    Die Akku-Preise sind bei LiFe-Po Akkus inzwischen bei 140 Euro/kwh in Deutschland (Endkunden-VK knapp 285 Euro/kwh) und Tesla baut die selbst für 111 Dollar (!!!) je kw/h. (ca. 98 Euro)

    Das heißt bei Stückzahlen von über 10.000 Stück ist es heute bereits möglich eine komplette Antriebseinheit + Akkus mit Reichweiten von mehr als 400 km (60 kwh-Akku) und Fahrleistungen eines Rennsportwagens für unter 10.000 Euro einzubauen.

    Kleinwagen, wie E-Go oder Uniti können mit unter 5.000 Euro kalkulieren.

    Daher können VW mit Gewinnmargen je Stück bei E-Antrieben von über 50 % versuchen noch ein Paar Jahre Verbrenner-Verluste (die unweigerlich kommen) zu kompensieren.

    Wie schnell der Wettbewerb das entscheidend erschwert, hängt nicht nur von Tesla ab, sondern vor allem von den Chinesen, die ab 2020 auf den europäischen Markt drängen.

    Auch Renault, PSA und Fiat-Chrysler machen sich gerade mit Modellparaden fit.

    Es wird radikal und spannend.

  4. VW muss beim I.D ein Auto mit Akku von 60 KWh bringen für Euro 20 000.- am besten zum Mieten ca 90 Euro / Monat.
    Sonst werden sie von Renault bereits wieder überholt sein.

  5. Nur wenn dies so zu Laufen beginnt , wird das Umdenken bei den Kunden vom Verbrenner zum EV stattfinden. Vermute aber schwer, dass die PHEV s noch mind. 15 Jahre lang gefordert werden. Für solche wird man gerne etwas mehr ausgeben, weil man so nicht auf eine externe Lademöglichkeit angewiesen ist, und zu Hause vom Dach preisgünstiger laden kann.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.