VW setzt seine Hoffnungen für die Zukunft in China

Herbert Diess vor neuem ID. ROOMZZ in China
Volkswagen

Aktuelle Veränderungen beim VW Konzern, interessante Entwicklungen und Kontroversen im Umfeld der E-Mobilität haben wir gemeinsam in einer der vergangenen Podcast-Folgen betrachtet. Seitdem hat sich einiges getan. Zu einem hat VW den ID. ROOMZZ, als E-SUV mit Lounge-Charakter, zunächst nur für den chinesischen Raum vorgestellt, zum anderem konzentriert sich der gesamte Konzern künftig noch stärker auf China.

Eigener Aussage nach nimmt China bei der globalen Transformation des Volkswagen Konzerns und dem damit verbundenen Dekarbonisierungsprogramm eine zentrale Rolle ein. Bereits dieses Jahr wird das Angebot an elektrifizierten Fahrzeugen ausgeweitet. In den nächsten neun Jahren, bis 2028, ist dann geplant, dass mehr als die Hälfte der vom Konzern geplanten 22 Millionen E-Autos in China produziert werden.

Joint-Venture und Partnerschaften als wichtiger Bestandteil der Zukunftsstrategie von VW

Medienberichten zufolge prüft der Volkswagen-Konzern beim chinesischen Autohersteller Anhui Jianghuai Automobile (JAC) tiefer einzusteigen. Mit den chinesischen Herstellern FAW und SAIC pflegen die Wolfsburger schon seit geraumer Zeit größere Gemeinschaftsunternehmen. Des Weiteren prüfen der Batteriehersteller SK Innovation und Volkswagen die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens zum Bau einer Batteriefabrik für Elektroautos.

Es ist noch nichts entschieden“, sagte der Chef der SK-Batteriesparte, YS Yoon, in einem Reuters-Interview über diesen Vorgang. Es wäre das erste Joint-Venture zur Produktion von Akkuzellen für den Autohersteller VW, der massiv und mit Nachdruck in eine fast ausschließlich rein batterieelektrische Autozukunft investiert.

Um die Elektromobilitätsoffensive voranzutreiben und die Akzeptanz der E-Mobilität zu steigern, soll zudem mit einem neuen Joint Venture die Ladeinfrastruktur ausgebaut werden. Zur umfassenden Erforschung zukünftiger Technologien bündelt die Volkswagen Group China die Entwicklungsleistung der Marken Volkswagen und Audi sowie der Konzernforschung unter dem Dach der neuen ONE R&D Struktur.

„Wir stehen zu unserem Versprechen, nicht nur die gesetzlichen Rahmenbedingungen in China zur Reduzierung von Emissionen zu erfüllen, sondern wir werden uns Schritt für Schritt ganz auf CO2-Neutralität ausrichten. Daher setzen wir auf saubere Mobilität und umweltschonende Produktionsprozesse. China ist hier von zentraler Bedeutung.“ – Dr. Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG

14 elektrifizierte Modelle bis Ende 2019 auf Chinas Straßen

Dr. Stephan Wöllenstein, CEO der Volkswagen Group China, gab zu verstehen, dass die Volkswagen Group China 2019 den Ausbau ihrer E-Flotte spürbar vorantreibt. So werde man Ende des Jahres in China 14 elektrifizierte Modelle anbieten.

Mit den zwei Fahrzeugen, die nächstes Jahr mit dem Modularen E-Antriebsbaukasten MEB auf den Markt kommen, sowie mit den Investitionen im Bereich der Digitalisierung setze man die Transformation von Volkswagen fort und definieren zusammen mit den chinesischen Partnern Mobilität ganz neu, so Wöllenstein weiter.

Im Zuge seiner E-Mobilitäts-Offensive plant der Volkswagen Konzern bis 2028 rund 11,6 Millionen E-Autos in China zu produzieren: mehr als die Hälfte des vom Konzern angestrebten Gesamtziels von 22 Millionen.

Möglich wird dies, da man alle drei Joint Ventures: Saic Volkswagen, JAC Volkswagen und FAW-Volkswagen mit einbinden werden. Sobald die Werke von Saic Volkswagen in Anting und FAW-Volkswagen in Foshan im kommenden Jahr die Fertigung von Fahrzeugen auf MEB-Basis starten, wird allein dort die Produktionskapazität bei jährlich rund 600.000 rein elektrischen Fahrzeugen liegen.

Neue Technologien für die Zukunft, neue Modelle für die Gegenwart

Um die Entwicklungsleistung und -kapazitäten zur Erforschung zukünftiger Technologien zu stärken, wird eine ONE R&D Struktur der Marken Volkswagen und Audi sowie der Konzernforschung eingerichtet. Durch diese enge Zusammenarbeit werden Synergien genutzt und die Effizienz gesteigert.

Um die gegenwärtigen Kundenwünsche zu erfüllen, bringen die Marken des Konzerns allein in diesem Jahr acht neue SUV-Modelle auf den Markt. Fünf davon werden lokal produziert.

Quelle: Volkswagen – Pressemitteilung vom 15. April 2019

Ein Kommentar

  1. Dann sollen die Chinesen mit E-VWs fahren! Für mich pröckelt dann dieser Konzern auseinander….Dann wenn alles ausgelagert ist und irgendwann China den Ton angibt….Der Umsatz wird ihnen zeigen was sie davon haben….ein deutsches Auto sollte ein deutsches Auto bleiben…in Deutschland durchdacht und und in Deutschland bzw Europa produziert! Ich glaube China hat schon genug für uns getan…und ist es wirklich nötig ..wenn ich vom andern Ende der Welt alles importieren muss….ein Armutszeugnis in Sachen Umweltpolitik…wie soll man da die Weltkonzerne da noch ernst nehmen,wenn es ja nur um Profite und billige Arbeitsplätze geht….

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