Eindrücke aus der Vorabpremiere des neuen Opel Corsa-e

Eindrücke von der statischen Premiere des Opel Corsa-E
Elektroauto-News.net
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Im Rahmen einer statischen Präsentation hatten wir die Chance für euch die komplett neu entwickelte sechste Generation des Corsa als reines Elektroauto unter die Lupe zu nehmen. Erste Fakten und technische Details des Opel Corsa-e gibt es hierbei ebenso zu sehen, wie subjektive Eindrücke und exklusive visuelle Eindrücke. Die statische Premiere des Opel Corsa-e fand noch vor der Weltpremiere als eines der Elektroautos der IAA 2019 statt.

Bei einer ausgiebigen Sitzprobe konnte man den vollelektrischen Opel Corsa-e von außen und innen im Detail erleben. Experten aus den Fachbereichen standen für weiterführende Informationen, Interviews und Beantwortung der Fragen vor Ort zur Verfügung.

Erste Eindrücke des Opel Corsa-e

Mit der Elektrifizierung des Corsa hat sich Opel für die populärste Baureihe der Marke gewählt, um die Elektromobilität endgültig von ihrem Nischendasein zu befreien. Bekanntermaßen ist der Opel Corsa ein absoluter Bestseller, über 13,6 Millionen Kleinwagen sind seit der Premiere 1982 vom Band gelaufen.

Der Corsa-e wartet seinerseits mit einem durchaus als sportlich zu bezeichnendem Design auf, bei unverändert kompakten Außenmaßen. Der elektrifizierte Fünfsitzer von Opel bringt es auf die gewohnten 4,06 Meter Länge. Die Dachlinie ist coupéhaft, um 48 Millimeter niedriger als beim Vorgänger – ohne Einbußen bei der Kopffreiheit. Als Fahrer sitzt man um 28 Millimeter tiefer.

Nach Aussage von Friedhelm Engler, Director Exterior Design, soll der niedrige Schwerpunkt dazu beitragen, dass man vom Fahrverhalten und Fahrerlebnis profitiert. Vonseiten Opel wird der neue Corsa direkter und dynamischer als seine Vorgänger beschrieben und sorgt somit für mehr Vergnügen hinterm Lenkrad.

Engler selbst betonte die sportlichen Proportionen und die Agilität, welche dem Corsa in der sechsten Generation verliehen wird. Das Design selbst wurde maßgeblich durch die verwendete CMP-Plattform der PSA Gruppe bestimmt; erlaubte es aber auch genügend eigene Gestaltungs- und Designideen mit einzubringen.

Der Corsa-e wirkt breiter und größer als seine Vorgänger, wobei er in der Tat nur unmerklich in diesen Dimensionen gewachsen ist. Der Radstand selbst ist durchaus mit dem direkten Vorgänger zu vergleichen. Rein optisch entsteht dieser Eindruck, da die Dachlinie des E-Autos und auch der Verbrenner-Variante tiefer liegt. Diese trägt auch dazu bei, neben der Unterbodenverkleidung, dem serienmäßigen Heckspoiler sowie dem Active Aero Shutter, dass der Corsa-e einen CW-Wert von 0,29 erreicht.

Was kann man zum Design ansonsten anmerken? Im Vordergrund steht eine neue Interpretation des Opel-Unternehmensimages mit diamantartigen Motiven im Frontgrill und im Einlass sowie schärferen Scheinwerfern für einen gehobenen und aggressiven Look. Des Weiteren wird erstmals die Matrix-LED-Technologie „IntelliLux“ des Unternehmens in einem solchen Fahrzeug verfügbar sein, ebenfalls eine Premiere für das Segment.

Das Heck bietet einen sauberen und kurvenreichen Look, der etwas allgemein gehalten ist, obwohl die LED-Rückleuchten des Fahrzeugs in den Bildern mit der Opel-Lichtsignatur auf der Vorderseite übereinstimmen.

Im Innenraum setzt sich die klare Führung horizontaler Linien fort. Wobei hier bewusst auf weniger dafür markantere Linienführung gesetzt wurde. Generell erscheint der Innenraum sehr aufgeräumt und auf das Wesentliche beschränkt. Wusste mich aber auch zu überzeugen. Der Fahrer ist Mittelpunkt des Fahrzeugs, wie man an dem auf ihn ausgerichteten Interieur unschwer erkennen kann. Dreh- und Angelpunkt im Cockpit ist die Mittelkonsole mit einem 10-Zoll-Display, auf welchem zum Zeitpunkt der Vorstellung ein noch vorläufiges System installiert war.

Technische Daten und Fakten zum Corsa-e

Wie man mittlerweile weiß, baut der Opel Corsa-e tatsächlich auf gleicher Basis des DS 3 Crossback auf. Beide Fahrzeuge verwenden die CMP-Plattform der PSA Gruppe. 330 Kilometer Reichweite nach WLTP soll der Corsa-e mit sich bringen. Wobei dieser die dafür notwendige Energie aus einem 50 kWh Lithium-Ionen-Akkupack bezieht.

Der DS 3 Crossback beschleunigt von 0 auf 50 km/h in 3,3 Sekunden und 0 auf 100 km/h in 8,7 Sekunden. Der Opel Corsa-e in 2,8 Sekunden und 8,1 Sekunden für dieselben Geschwindigkeitsbereiche. Dabei kann das E-Fahrzeug eine Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h erreichen.

Vollständiges Nachladen der Batterie erfolgt innerhalb von 5 Stunden an einer Wallbox mit 11 kW-Drehstrom. An einer öffentlichen Ladestation (100 kW) wird die Batterie innerhalb von 30 Minuten auf 80 Prozent aufgeladen. Generell wurden alle OPEL-Händler darauf geschult den Kunden auch hinsichtlich Lademöglichkeiten zu beraten und an entsprechende Fachkräfte zu verweisen, wenn dieser Unterstützung benötigt.

Mit freundlicher Unterstützung von Opel // Die Reisekosten zur statischen Premiere wurden von Opel übernommen

13 Kommentare

    1. Gerade diesen Eindruck können wir so nur widerspiegeln. Werden hierzu am Sonntag noch ein paar Worte im Podcast verlieren, in dem wir uns unter anderem mit einem Opel-Experten zum Corsa-e und der aktuellen Situation mit PSA ausgetauscht haben.

  1. Es freut mich sehr, dass Opel ein Auto in vernünftiger Größe elektrifiziert! Der Wahn bei anderen Herstellern, einen Zweitonner mit riesigen und sauteuren Akkus für enorme Reichweiten auszurüsten, schadet der E-Mobilität! Denn das treibt die Kosten einfach zu hoch.
    Denn, Hand aufs Herz:
    Wer braucht diese Reichweiten wirklich?
    Wie oft im Jahr fährt man mehr als 150 km?
    Da kann man auch mal eine halbe Stunde Pause machen…

  2. Bravo Opel , das ist Musik. Das wird das neue Volksauto! Die zeigen Tesla wie man hinten einen Kofferraum öffnet.
    Und überhaupt, Kunden trennt euch von den SUV -Kisten. Das ist die Zukunft! Kein Wunder, diese Firma hat die grösste Erfahrung seit 10 Jahren mit den AMPERAS . Zeigt den AMIS wie dies in Europa weitergeht………………

  3. Meiner Meinung nach hat Opel mit dem eCorsa bisher vieles richtig gemacht – also bald und in ausreichender Stückzahl liefern und noch eine (wenigstens kleine) Anhängelast freigegeben, denn darauf wartet der Interessentenkreis (Eigenheimbesitzer mit Photovoltaikanlage) – dann passt er für mich perfekt

  4. Moin Moin aus Hamburg,

    Opel hat mit dem Corsa-e alles richtig gemacht.
    Ich als Stadtmensch, der gern auch mal aus der Stadt rausfährt, habe ein Fahrprofil von 90% Stadt und 10% Langstrecke (ab100-420km einfache Richtung). Somit ist es schon nett, wenn mein BEV eine gewisse Reichweiter bietet.
    ABER, damit meine ich nicht km am Stück, sondern Fahrzeit am Stück. Wer bei Langstrecke zumeist Autobahn fährt, der weiss, dass der grössere Faktor in Stau-Deutschland die Zeit und nicht die Entfernung ist.

    Daher sind 250km bzw. 2,5 bis 3 Stunden Fahrzeit ausreichend, um mit einer guten Pause (für Pferd und Reiter) die nächste Etappe in den Akku zu laden. Da der Opel Coras-e CCS mit bis zu 100KW Ladeleistung verbaut hat, ist es genau das, was die meisten Fahrprofile abdeckt. Und sorry, wer meint länger als 3 Stunden am Stück hinter dem Steuer zu sitzen, der handelt grob fahrlässig!
    Daher passt die Abstimmung des Corsa-e sehr gut.

    Was Platz- und Raumangebot angeht überzeugen die Dimensionen.
    Mehr brauchen die wenigsten Fahrprofile. Auch für eine Familie mit zwei Kindern und Gepäck für ein Wochenende ist er geräumig genug (ohne Kinderwagen o.ä.). Wenn es mit 4 Personen in einen 14-tägigen Urlaub gehen soll, dann wäre ein Kombi, Van oder grosser SUV besser geeignet. Sinnvoller wären hier allerdings die Überlegung, ob die Bahn nicht besser wäre und evtl. am Zielort wiederum ein kleines eAuto (Corsa-e) zu leihen oder mieten ist. 😉

    @ Sebastian: Vielen Dank für diesen umfangreichen und informativen Artikel.
    Ich bin jetzt wirklich hin und her gerissen zwischen Corsa-e und ID.3 und der neuen 2019/2020er ZOE. Hier wäre ein Artikel zum Nutzwertvergleich evtl. ganz interessant.

    Beste Grüße aus Hamburg

    1. Wenn der Nachwuchs da ist, geht bekanntermaßen gleich die Vergleicherei los: “Ganz der Papa!”, “Ganz die Mama!”. Es wäre mal interessant zu untersuchen, ob der Corsa-e mehr Gene von GM (die die Ampera-Technologie ausdrücklich nicht mit an PSA verkauft haben) oder von PSA mitbekommen hat, die die CMP-Plattform schon früher geplant haben müssen als die Übernahme von Opel. So oder so ist der neue Corsa-e ein tolles Auto geworden und ein riesen Schritt zum vernünftigen E-Auto. Stylistisch gefällt mir der Peugeot e-208 noch besser. Wenn ich dagegen die deutschen Premium E-Auto-Monster sehe, krieg ich Augenkrebs. Die nutzen das E doch bloß als Feigenblatt für noch mehr Ressourcen-Verschwendung.

  5. Für mich wird das der nächste Firmenwagen. 3,5 Km zur Firma. Dort einen Parkplatz mit Stromanschluss, zuhause Garage mit Stromanschluss. Die größten Strecken sind zwischen 30 und 70 Km (einfach). Benötige etwa 10.000 Km im Jahr. Dafür ist ein E-Fahrzeug ideal und ich bin bislang mit den CORSAs immer gut gefahren, daher freut es mich dass sich Opel für einen E-Corsa entschieden hat. Mein Händler vor Ort hat bereits 3 bestellt, die werden im Frühjahr ausgeliefert so dass ich auch eine Probefahrt machen kann. Mein Leasingvertrag (derzeit Corsa 1,4 Benziner) läuft zwar noch bis Mai 2021, aber wir werden sehen wie die Lieferzeiten sind, denn ob Opel gegenüber den Wettbewerbern genügend Akkus bekommt für Lieferzeiten << 12 Monate bezweifle ich ehrlich gesagt. Ich freue mich jedenfalls schon auf die Probefahrt und bin sicher dass Opel wieder vorne mitfahren wird. Die Tendenz ist ja da. Und danke Sebastian für die tollen Berichte die es regelmäßig gibt.

  6. Ich bin gespannt auf die nächsten neuen Fahrzeuge (z. B. Mokka) von Opel. Die Richtung stimmt. Damit sollte man wieder Marktanteile zurückgewinnen. Der Wechsel von GM zu PSA zahlt sich jetzt schon überraschend schnell aus. Weiter so!

  7. Uwe, viele Gene ausser der Plattform haben sie natürlich vom alten Ampera der zwar in den USA GM,Chevrolet gebaut wurde, übernommen. Schon an jener Bauart mit Range extender haben die Techniker aus Rüsselsheim ein entscheidendes Wort mitgeredet. Fast back Heck,niedrige Bauart und jetzt noch vielseitigere Stromlademöglich zeigen dass der Ampera mehr Pate stand als PSA. Peugeot hatte zwar mal einen Diesel-Hybrid und die Kopie vom kleinen Mitsubishi Mief, aber viel eigenständiges wie ihr Nachbar Renault mit der Zoe, brachten sie elektrisch nicht auf die Reihe.

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