Vehiculum über Elektroauto-Leasing: „Das Risiko liegt hier also beim Leasinggeber.“

Vehiculum setzt auf Alternative Antriebe im Leasing

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In einer der vergangenen Newsletter-Ausgaben haben wir angefragt: Was ihr von Elektroauto-Leasing haltet, ob ihr bereits ein E-Auto geleast habt oder was euch generell bei diesem Thema interessieren würde? Die Fragen haben wir natürlich nicht selbst beantwortet. Sondern haben uns Experten an die Seite geholt.

Rede und Antwort steht uns Philipp von Vehiculum*. Das noch recht junge Unternehmen wurde 2015 gegründet, ist 2016 für Geschäftskunden als Preisvergleich mehrerer hundert Leasinganbieter gestartet und seit Mitte 2019 auch für Privatpersonen in diesem Bereich tätig.

Das Interview habe ich in Abschnitte unterteilt, damit du es beim Lesen einfacher hast. Bei Fragen zum Elektroauto-Leasing, Vehiculum, usw… einfach einen Kommentar oder eine Mail schreiben. Werden versuchen dies so gut wie möglich zu beantworten. Unsere F.A.Q. zum Elektroauto-Leasing bietet zudem einen erste Überblick über das Thema.

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Vehiculum stellt sich vor und erklärt was es mit dem Leasing auf sich hat

Hi Philipp, vielen Dank für deine Zeit und die Bereitschaft für das Interview. Möchtest du dich bitte kurz vorstellen?

Hallo Sebastian, vielen Dank für deine Einladung zum Interview. Ich bin der PR Manager von VEHICULUM und kümmere mich bei uns um die Außenwahrnehmung unserer Marke und unseres Unternehmens.

Vehiculum steht eigener Aussage nach für das „Leasing der Zukunft“ – Kannst du uns zunächst mehr über euer Angebot am Markt erklären und warum ihr das „Leasing der Zukunft“ anbietet?

Mit unserer Plattform haben wir den Leasingmarkt digitalisiert – und damit meinen wir End-to-End. Wir ermöglichen es unseren Kunden, ihr Auto ganz bequem über das Internet zu bestellen, so wie man es sonst eher von Schuhen oder Laptops gewohnt ist. Suchen, vergleichen, bestellen – VEHICULUM ist E-Commerce mit Autos*. Der Gang zum Autohaus entfällt komplett, da wir die Autos auch direkt vor die Haustür liefern. Das gab und gibt es so noch nicht.

Bisher habe ich, wie viele meiner Leser auch, Leasing rein mit Firmen verbunden. Seit kurzem können auch Privatpersonen für euch leasen. Ist dies eine sinnvolle Alternative zum Kauf / Ratenzahlung. Wenn ja warum?

Leasing ist letztendlich ja nichts anderes als eine Art Langzeitmiete. Du wählst ein Auto aus, sagst wie lange du es nutzen möchtest, und gibst es am Ende der Laufzeit wieder ab. Dadurch, dass du keinen großen Betrag auf einmal aufwenden musst, schont Leasing die Liquidität und ist für Unternehmer obendrein noch steuerlich absetzbar; spart also bares Geld.

Inzwischen finden auch Privatpersonen zunehmend Gefallen an der Unverbindlichkeit des Leasings und an der monatlichen Rate, in die du bei uns auch noch deine Versicherung, den Service und die Reifen einberechnen kannst. So hast du eine gute Übersicht über die laufenden Kosten und erlebst keine bösen Überraschungen.

„Außerdem kannst du dein Auto regelmäßig wechseln. Gerade in Zeiten von Dieselskandal, alternativen Antrieben und stets neuen Regularien weiß man teilweise gar nicht mehr, ob das eigene Auto in ein paar Jahren noch etwas wert ist oder ob man es dann überhaupt noch fahren darf.“

Leasing nimmt einem dieses Risiko ab. Außerdem hat man keinen Ärger mit dem Verkauf des Autos, da es einfach wieder an den Leasinggeber zurückgegeben wird.







(Elektro)-Auto-Leasing im Detail: Darauf kommt es an

Wie funktioniert das Leasing generell bzw. im Speziellen bei Vehiculum?

Generell unterscheidet man zwischen Kilometer- und Restwertleasing. Auf letzteres will ich gar nicht lange eingehen, da das ein nicht zeitgemäßes und ziemlich kundenunfreundliches Produkt ist, da das volle Restwertrisiko beim Kunden liegt. Bei VEHICULUM bieten wir diese Art von Leasing deshalb auch gar nicht erst an.

Stattdessen setzen wir auf das Kilometerleasing. Hier wird beim Vertragsschluss neben der Laufzeit auch die Laufleistung festgelegt, also die bis Vertragsende gefahrenen Kilometer. In der Rate ist dann der Wertverlust des Fahrzeugs über die Laufzeit inklusive der gefahrenen Kilometer abgerechnet. Das Risiko liegt hier also beim Leasinggeber.

Am Ende meiner Leasingzeit geht das Auto an euch zurück. Wie ist dies hinsichtlich der Restwertbestimmung geregelt? Ist dies für die Privatperson transparent geregelt, damit es am Ende des Vertrags zu keiner unangenehmen Überraschung kommt?

Wie gesagt, ist der Restwert zu Vertragsbeginn bereits definiert und das Risiko trägt der Leasinggeber. Eines unserer Kernanliegen ist es, Transparenz in den Markt zu bringen. Deshalb gibt es bei uns keine Anzahlung und auch keine hohe Schlussrate.

Am Ende des Vertrags wird das Auto von einem unabhängigen Gutachter (etwa von der Dekra oder dem TÜV) geprüft und abgenommen. Sind keine gravierenden Mängel vorhanden, hat sich die Sache damit erledigt. Denn im Endeffekt ist es so wie immer: Wenn ich eine Delle verursacht habe, muss ich dafür auch gradestehen. Unangenehme Überraschungen gibt es bei uns nicht.

Worauf sollte man beim Leasing generell achten, unabhängig von eurem Angebot? Was macht ein gutes Leasing-Angebot aus?

Leasingangebote zu vergleichen ist für den Einzelnen eigentlich unmöglich. Wir haben dafür extra einen Preis-Leistungs-Algorithmus entwickelt*, der jeden Preis benchmarkt und sofort zeigt, inwieweit das Angebot mäßig, gut oder sehr gut ist. Aber ganz grundsätzlich gesprochen sollte man erstmal sicherstellen, dass es sich bei den zu vergleichenden Angeboten um die gleiche Art von Leasing handelt.

Ist das der Fall, schaut man sich den sogenannten Leasingfaktor an. Der wird berechnet, indem man die monatliche Rate durch den Listenpreis des Fahrzeugs teilt und dann mit 100 multipliziert. Wenn ich mich also für ein Auto interessiere, das 30.000€ kostet und die monatliche Rate bei 250€ liegt, liegt der Leasingfaktor für das Angebot bei 0,83.

Dieser Faktor setzt die monatliche Rate also ins Verhältnis zum eigentlichen Wert (Listenpreis) des Fahrzeugs. Je niedriger der Leasingfaktor, desto besser das Angebot.

Man muss allerdings auch prüfen, ob bei einem der Angebote eine Anzahlung oder eine hohe Schlussrate fällig wird und wie hoch die Kosten für die Händlerüberführung ausfallen. Die müssen dann ggf. noch durch die Anzahl der Monate geteilt werden und zur Finanzrate addiert werden.

Denn wenn ein Angebot eine besonders niedrige Rate hat, dafür aber eine Anzahlung in Höhe von mehreren Tausend Euro geleistet werden muss, ist das nicht vergleichbar mit einem Angebot ohne Anzahlung.


Leasing für Alternative Antriebe wird relevant
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Alternative Antriebe erfahren auch bei Vehiculum gesteigertes Interesse

Kommen wir noch einmal auf das „Leasing der Zukunft“ zu sprechen. Könnte man diese Bezeichnung auch mit euch in Verbindung bringen, da ihr Fahrzeuge mit alternativen Antrieben im Angebot habt?

Auf jeden Fall! Wir merken in den letzten Monaten, dass das Thema Elektro bzw. Hybrid Fahrt aufnimmt. Wir haben aktuell 42 Modelle mit alternativen Antrieben im Angebot* – E-Autos, Hybride und mit Gas betriebene Autos. Leider ist der Markt für solche Autos in Deutschland noch verhältnismäßig klein, aber die Hersteller arbeiten mit Hochdruck an vielen neuen Modellen. 2020 wird es eine wahre Flut an alternativ betriebenen Autos geben. Und natürlich werden wir die auch bei uns auf die Plattform holen.

Kannst du mir und unseren Lesern einen Überblick über die aktuellen E-Autos in eurem Portfolio geben?

Wir haben da so ziemlich alles, was der Markt hergibt. Von Audi und BMW über Ford und Hyundai bis Land Rover und Seat finden Kunden bei uns alle alternativ angetriebenen Modelle, die die großen Hersteller momentan so produzieren*.

Interessant mit eurem Leasing-Angebot im Bereich der E-Autos sind auch die Lieferzeiten. Wo bewegen sich diese aktuell?

Das hängt ganz vom Hersteller, dem Modell, der Motorisierung und der Ausstattung ab und kann demnach stark variieren. Einige Modelle können wir bereits 2-3 Monate nach Bestellung ausliefern, auf andere muss man länger warten. Aber wir haben auch Zugriff auf sofort verfügbare Fahrzeuge, die innerhalb weniger Woche vor der Tür stehen können.

Wie sind eure bisherigen Erfahrungen mit Leasing im Bereich der Elektroautos? Der I-PACE von Jaguar soll hier in Vergangenheit gut angekommen sein.

Das ist richtig. Der I-PACE wurde uns sprichwörtlich aus den Händen gerissen. Das lag unter anderem daran, dass wir ein richtig gutes Angebot hatten.







Leasing bei Autos mit alternativen Antrieben durchaus sinnvoll!

Ist Leasing aus eurer Sicht insbesondere bei alternativen Antrieben generell sinnvoll? Stichwort: Neue Technologie und stetige Fortschritte bei der Entwicklung der Akkus.

Aktuell befindet sich die Automobilbranche in einem Umbruch bisher ungekannten Ausmaßes, von dem noch niemand wirklich weiß, wo er letztlich enden wird.

Auf der einen Seite gibt es beispielsweise die eingangs erwähnten Dieselfahrverbote, die einen Neuwagen innerhalb kürzester Zeit faktisch nutzlos machen, weil man damit nicht mehr in die Stadt fahren kann. Auf der anderen Seite sind die aktuellen Modelle mit alternativen Antrieben* noch erste Schritte der Hersteller, die mehr oder weniger plötzlich unter Druck geraten sind. Während Verbrenner seit über einhundert Jahren immer weiter verbessert wurden, blicken alternativ betriebene Autos auf eine vergleichsweise kurze Geschichte zurück.

Das heißt auch, dass die Restwertbetrachtung noch ein ziemliches Glücksspiel ist, da gibt es kaum Erfahrungswerte. Dieses Glücksspiel würde ich als Kunde eher ungern eingehen und das Risiko lieber abtreten.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass hier in den kommenden Jahren viel passieren wird. Da ist es natürlich praktisch, wenn man seinen Neuwagen nach zwei oder drei Jahren einfach wieder abgibt und einen neuen bestellt, der technologisch am Zahn der Zeit ist.

Könnt ihr einen Vergleich zwischen einem E-Auto und vergleichbaren Verbrenner ziehen, wie unterschiedlich diese hinsichtlich ihrer Leasing-Rate ausfallen. Kommt es mich teurer ein E-Auto zu leasen, als einen entsprechenden Verbrenner?

Generell sind E-Autos nach wie vor verhältnismäßig teuer. Nehmen wir etwa eines der beliebtesten Autos der Deutschen, den VW Golf. In der günstigsten Verbrenner-Version kostet er bei einem Listenpreis von 22.882€ netto auf unserer Plattform monatlich 96€ (netto). Der E-Golf hingegen schlägt mit einem Listenpreis von 30.168€ zu Buche, weshalb die Netto-Rate mit 279€ deutlich höher ausfällt.

Diese Unterschiede sind einerseits ein Ergebnis von konservativen Restwert-Einstufungen der Hersteller und andererseits von Subventionen und Prämien der Hersteller, die meist noch in Verbrenner gehen, da hilft auch die Bafa Prämie nicht so viel.

Kurz gesagt: Autos mit alternativen Antrieben* sind aktuell einfach noch deutlich teurer als ihre Äquivalente mit traditionellem Antrieb.

Bietet ihr Neulingen im Bereich der E-Mobilität neben dem Angebot eines Elektroauto-Leasing auch anderweitig Unterstützung? Sprich, führt ihr diese an die Ladeinfrastruktur heran oder gebt wichtige Tipps mit auf den Weg?

Wir produzieren in dem Bereich aktuell viel Content, da wir merken, dass es dazu viele Fragen gibt und das Suchvolumen hoch ist. Das werden wir auch weiter ausbauen und versuchen Guidelines zum Thema E-Mobilität zu geben. Wenn auch das nicht hilft, ist der Griff zum Hörer natürlich auch eine gute Option. Unser Verkaufspersonal ist auch im Bereich E-Mobilität bestens geschult* und hilft allen Kunden, das richtige Fahrzeug für sie zu finden.

Philipp, vielen Dank für deine Antworten und den Einblick in euer Unternehmen.


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Über den Autor

Sebastian hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

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