University of Warwick entwickelt tragbares Energiespeichersystem aus gebrauchten Akkus von Jaguar

Jaguar I-Pace Akkus kommen in Energiespeichersystemen zum Einsatz

Copyright Abbildung(en): Ruslan Lytvyn / Shutterstock.com

Forscher der University of Warwick haben einen Weg gefunden, gebrauchte Elektroauto-Batterien als kleine Energiespeichersysteme für netzunabhängige Anwendungen in Entwicklungsländern oder isolierten Gemeinden zu nutzen. Jede der umgebauten Einheiten verfügt über eine Energiekapazität von ca. 2 kWh. Dies sei laut Forschern groß genug, um einen kleinen Laden, einen landwirtschaftlichen Betrieb oder mehrere Wohnhäuser mit Energie zu versorgen.

„Wenn die Batterie eines Elektrofahrzeugs das Ende ihrer Lebensdauer erreicht, ist sie keineswegs massiv aufgebraucht. Sie hat einfach das Ende ihrer Nutzungsdauer in einem Fahrzeug erreicht. Es ist allgemein anerkannt, dass eine Elektroauto-Batterie das Ende ihrer Lebensdauer erreicht hat, wenn ihre Kapazität auf 80% einer neuen Batterie sinkt. Dies reicht zwar nicht mehr aus, um den Fahrer zufrieden zu stellen, bleibt aber für jeden, der die Batterie in einer statischen Situation einsetzen möchte, von großem Nutzen.“ – Professor James Marco, University of Warwick

Jaguar Land Rover lieferte für das Projekt Batterien und Komponenten aus dem Jaguar I-PACE. Die Warwick-Forscher entwarfen ein neues Batteriemanagementsystem und eine neue Hülle, um einen leicht tragbaren Prototyp als Energiespeichersystem zu erstellen, der Folgendes beinhaltet:

  • Standard Low-Cost-Komponenten für Steuerungs-, Kommunikations- und Sicherheitsfunktionen
  • Die Möglichkeit, verschiedene Module zu verwenden, die ausgetauscht werden können, ohne dass die gesamte Einheit neu kalibriert werden muss
  • Vereinfachtes Steuerungssystem für einfache Integration und Bereitstellung

Während solche, teilweise entladenen Batterien also durchaus weiterhin sehr nützlich seien können, gibt es noch Herausforderungen, insbesondere um sicherzustellen, dass sie zuverlässig, nachhaltig und kostengünstig an entlegenen Orten eingesetzt werden können. Zu diesen Herausforderungen zählen:

  • Wie schützt man die Lithium-Ionen-Zellen vor Überladung und Entladung
  • Kann das Energiespeichersystem mit einer Vielzahl anderer verwendeter Batteriezellen und Module anderer Hersteller kompatibel gemacht werden
  • Wie kann man Kosten und Wartung niedrig halten
  • Wie schafft man ein Steuerungsmöglichkeit, welche einfach zu verstehen ist

Das Forschungsprojekt war Teil des von Innovate UK geförderten Projekts: 2nd hEVen (2nd-Life Energy Storage Systems) und wird vom WMG High Value Manufacturing (HVM) Catapult unterstützt.

„Dies ist ein großartiges Ergebnis, das nicht nur eine hocheffiziente Wiederverwendungslösung für Autobatterien bietet, sondern auch das Leben in abgelegenen Gemeinden verändern könnte. Wir sind nun auf der Suche nach Unterstützung, damit diese neuen Einheiten weiterentwickelt und an entlegenen oder netzfernen Standorten getestet werden können.“ – Professor James Marco, University of Warwick

Jaguar garantiert eine Leistungsfähigkeit der Batterie von 160.000 Kilometer (acht Jahre Laufleistung) bei einer Restkapazität von 70 Prozent. Man geht aber nicht davon aus, dass die Batterie danach ausgetauscht werden muss.

Denn selbst bei 70 Prozent Kapazität sind bei einer 90-Kilowattstunden-Batterie immer noch 60/65 Kilowattstunden zur Nutzung verfügbar. Aus Sicht von Ziebart noch eine ganz erhebliche Kapazität, wenn diese beispielsweise mit einem Batteriespeicher für eine Solaranlage zu Hause verglichen wird, der vielleicht 10 Kilowattstunden Kapazität hat.

Quelle: Warwick – Researchers convert used car batteries into units that could power farms in the developing world

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