Umweltbilanz des Mercedes-Benz EQC im Blick

Umweltbilanz des Mercedes-Benz EQC im Blick

Copyright Abbildung(en): Mercedes-Benz Cars

Sorgte der EQC von Mercedes-Benz zuletzt durch seinen Rückruf für Schlagzeilen, hat der Autohersteller nun einen Blick auf die gesamte Umweltbilanz des Fahrzeugs gestattet. Es zeigt sich, dass insbesondere der Strommix eine entscheidende Rolle für die Umweltbilanz spielt. Im Zuge der Vision „Ambition 2039“ verfolgt Mercedes-Benz für seine Pkw das Ziel, in 20 Jahren eine CO2‑neutrale Neuwagen-Flotte anzubieten.

Mercedes-Benz EQC vor allem durch grünen Strom ein positiver Vorreiter

Mercedes-Benz berichtet, dass der EQC gerade erst den 360°-Umweltcheck erfolgreich abgeschlossen hat. Das Ergebnis wurde vom TÜV Süd umfassend geprüft. Der Umweltcheck basiert auf einer Ökobilanz, bei der die Umweltwirkungen des Pkw über den gesamten Lebenszyklus, von der Rohstoffgewinnung über die Produktion und Nutzung bis hin zur Verwertung, untersucht werden. Hierbei zeigt sich deutlich, dass ausschlaggebend insbesondere für die CO2-Bilanz der Strom-Mix für den Fahrbetrieb ist.

Jedoch sei darauf verwiesen, dass er erst eine Betrachtung des gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeuges ein realistisches Bild z.B. über seinen CO2-Fußabdruck ergibt. Mit dem Mercedes-Benz Umweltcheck führt der Automobilhersteller mit dem Stern eine solche detaillierte Betrachtung bereits seit 2005 für seine Modelle durch. Der Berechnung zugrunde liegt eine Fahrtstrecke je nach Segment von 150.000 bis 300.000 Kilometern. Für den EQC geht man von einem vermittelten Wert von 200.000 Kilometer aus. Dieser Wert spielt durchaus eine Rolle, da Elektrofahrzeuge in der Produktion zunächst oft höheren CO2-Emissionen verursachen, im anschließenden Fahrbetrieb je nach Stromquelle diesen aber ebenso wieder kompensieren.

“Gelingt es, Elektrofahrzeuge nur mit regenerativen Energien zu betreiben, schrumpfen die CO2-Emissionen über den Lebenszyklus betrachtet um bis zu 70 Prozent gegenüber Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor.”

CO2-neutrale Fertigung als wesentlicher Baustein für positive Umweltbilanz

Dies offenbar auch eine wichtige Baustelle für Mercedes-Benz sowie andere Hersteller: CO2-neutrale Produktion wird zum Muss. Mercedes-Benz gibt in diesem Zusammenhang zu verstehen, dass die Factory 56 die Richtung vorgibt: Diese neue Fabrik im Werk Sindelfingen nutzt erneuerbare Energien und wurde von Beginn an CO2-neutral geplant. Im nächsten Schritt werden alle europäischen Werke bis 2022 folgen. Wie gut sich Nachhaltigkeit und Kosteneffizienz in Einklang bringen lassen, zeigt beispielhaft das neue Werk im polnischen Jawor. Mit Windkraft wird dort nicht nur grüner, sondern auch wirtschaftlicher gefertigt, als es an diesem Standort mit konventionellem Strom möglich wäre.

Ein Schritt auf diesem Weg zur CO2-neutralen Fertigung ist in Deutschland Strom, der aus heimischen Windkraftanlagen stammt, deren Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) nach 2020 ausläuft. Diesen bezieht Mercedes-Benz als erster industrieller Großkunde. Damit sichert das Unternehmen den langfristigen Weiterbetrieb dieser norddeutschen Windräder. Genutzt werden soll der grüne Strom aus den Windparks unter anderem für die Produktion des EQC im Mercedes-Benz Werk Bremen sowie für die Batterieproduktion am Standort der Deutschen ACCUMOTIVE im sächsischen Kamenz.

Auch für die Lieferanten könnte eine CO2-neutrale Fertigung zum wichtigen Faktor werden. Angesichts der drohenden Klimakrise werde Nachhaltigkeit in Zukunft zu einem Vergabekriterium bei Aufträgen, ist sich der Daimler-Chef sicher. „Wir müssen den Klimawandel angehen, wir können nicht mehr warten“, sagte er auf dem Branchenevent. Wer nicht nachhaltig handle, werde „irgendwann rausfliegen“, sagte Källenius.

Umweltbilanz des EQC 400 4MATIC
Umweltbilanz des EQC 400 4MATIC // Mercedes-Benz

EQC: CO2-neutrale Fahrt voraus

Bei Elektrofahrzeugen fallen unter anderem auf Grund der aufwändigen Batterieproduktion ca. 51 Prozent der CO2-Emissionen des gesamten Lebenszyklus an. In der Nutzungsphase sind es noch etwa 49 Prozent, bei der Verwendung von EU-Strom für den Fahrbetrieb sowohl in der Produktions- als auch in der Nutzungsphase ist es daher entscheidend, wie der Strom produziert wird. Hier scheint man glücklicherweise auf dem richtigen Weg zu sein.

Das Interesse an Ökostrom hatte seinen Höhepunkt ein Jahr nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima erreicht: 2012 schlossen drei von vier Verbrauchern (78 Prozent) einen Ökostromtarif ab. Seitdem war die Nachfrage kontinuierlich gesunken und erreichte im Jahr 2018 mit durchschnittlich 32 Prozent ihren Tiefpunkt. Seit Jahresbeginn 2019 zeigt der Trend wieder deutlich nach oben.

Wie wichtig der “richtige” Strom für ein E-Auto ist, zeigt sich bei einer konkreten Betrachtung des gesamten Lebenszyklus des Mercedes-Benz EQC mit einer Laufleistung von 200.000 Kilometern. Aktuell werden bei seiner Herstellung 16,4 Tonnen CO2 emittiert. Erfolgt das Laden seiner Batterien mit dem EU-Strom-Mix, kommen weitere 16 Tonnen hinzu. Insgesamt liegt die emittierte CO2-Menge dann bei 32,4 Tonnen.

Ist es dem EQC-Fahrer nun allerdings möglich auf grünen, regenerativ gewonnenen Strom zu setzen, werden im Lebenszyklus (Pkw-Herstellung, Fahrstrom-Verbrauch, End of Life) des EQC nur noch weitere 0,7 Tonnen CO2 zusätzlich zur Herstellung emittiert. Die CO2-Gesamtemissionen liegen dann bei 17,1 Tonnen CO2. Es lässt sich somit festhalten, dass mit der Nutzung sauberen Stroms zum Laden der Batterien beim EQC der CO2-Fußabdruck nahezu halbiert werden kann.

Quelle: Mercedes-Benz Cars – Pressemitteilung vom 11. November 2019

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2 Antworten

  1. Toll wie immer wieder gesagt wird, wie ein e-Auto an der CO2 Reduzierung beiträgt, wenn Ökostrom benutzt wird. Jedoch hat noch kein deutscher Premiumhersteller auf meine Frage geantwortet wann sie „Vehicle to Grid / Vehicle to Home“ Lade-/Entladefähigkeit bei den kommenden Elektrofahrzeugen anbieten. Ich investiere extra in eine Photovoltaikanlage Anlage bei der Umstellung auf e-Mobilität und da ist es ein grosser Anreiz den grossen Speicher der Autobatterie als Puffer mitzunutzen, anstelle 10-20 Tsd Eiro in eine stationäre Speicherbatterie zu investieren. Leider schläft hier die Autoindustrie wieder einmal und wird bidirektionales Laden erst bringen, wenn der Druck stärker wird ein Gesamtkonzept zum Klimaschutz anzubieten. Der Nissan Leaf ist eines der wenigen Autos, die bidirektionales Laden haben, warum nicht die EQC Reihe von Mercedes, wenn Ökostrom eine solch wichtige Rolle spielt.

    1. Danke für den Kommentar. Bin gleicher Meinung. Allerdings stehen unsere 2 eAutos tagsüber nicht zuhause und somit kann der Sonnenstrom nicht lokal gespeichert werden. Ihr gibt es noch einiges in Richtung Innovation zu tun.

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